Leben in Thailand
gespaltene Gesellschaft, verrückte, komplexe, chaotische Welt und mein Paradies mittendrin

Ein Lebensabenteuer in einer nebulösen und verrückten Welt?

Eine Konsequenz schrecklich hochgezüchteter und auf den Millimeter durchgetakteter Industriegesellschaften ist eine komplexe, widersprüchliche, verrückte und nicht eindeutig begreifliche Welt. Die gespaltene Gesellschaft in Abendländer hat Hochkonjunktur, so auch populistische Rattenfänger an beiden Extremen. Taucht dann noch eine Pandemie wie Covid-19 auf, verlieren die fein abgestimmten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellrädchen ihren Takt und eine gefühlt chaotische und verrückte Welt wird zur Normalität. Dabei ist noch gar nicht das sich verändernde Klima erwähnt, welches das uns liebgewonnene Leben jetzt erst richtig auf den Kopf stellen wird. Nachfolgend einige Beiträge zu diesen Themen:

Vor 2009, als angestellter Banker und nebenher freischaffender Berater, ging mir das Leben in hochindustrialisierten Gesellschaften schon mächtig gegen den Strich. Dies, obwohl es noch keine Pandemie gab und auch die nahende Klimaveränderung wurde noch nicht so nahe diskutiert. Trotzdem fiel es mir sehr schwer, die im Kopf geplanten Veränderungen in meinem Leben – kein Arbeiten mehr für Geld und Auswandern nach Thailand – in die Tat umzusetzen, ich nahm mich einfach zu wichtig. In 2009 hat es geklappt und seitdem führe ich ein ein herrliches Lebensabenteuer, mehr dazu weiter unten.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 15 Minuten

Die schöne neue Welt widerspricht sich andauernd

Die Gespaltene Gesellschaft

Zweifelt man daran, dass heutzutage alles besser ist als früher, kommt die Antwortskeule, dass Ausbeutung und Kriege früher viel schrecklicher waren als heute und Menschen an einem Schnupfen starben. Auch bringe uns der technologische Fortschritt doch so viel mehr Lebensqualität und die Zukunft wird noch so viel besser. Wo Technologie uns tatsächlich Fortschritt gebracht hat, zum Beispiel bei der wahnsinnig schnellen Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 zeigt sich eine gespaltene Gesellschaft nun deutlicher. Als Auslandsdeutscher zähle ich mich immer noch zur deutschen Gesellschaft und da ich in Thailand lebe, kann ich mich im Moment (August 2021) noch nicht impfen lassen (noch nicht Ü60, keine Vorerkrankung, etc.), obwohl ich gern möchte und in Deutschland könnte sich jeder Erwachsener impfen lassen aber gar nicht wenige möchten dies nicht. Siehe hierzu auch: Gedanken zum Impfen in Thailand

Cancel Culture spaltet die Gesellschaft noch mehr

Kommt Kritik am Genderwahn, Me Too Exzessen und der Cancel Culture, wie zum Beispiel dem Schwachsinn, das Handeln berühmter Personen aus der Geschichte nachträglich dem Diktat der Empörten aus heutiger Sicht zu unterwerfen, ist man bestenfalls ein alter weißer Vollpfosten oder gleich Nazi. Mittlerweile trifft dies mehr und mehr auf nicht im Rampenlicht stehende Menschen auch zu, deren Lebensaussagen selbst im Kindesalter heute auf die Goldwaage gelegt werden.

Zeigt man auf die perversen Auswüchse der neoliberalen Wirtschaftsordnung ist man für unsere Wirtschaftselite linksradikal. Im gleichen Atemzug fordert genau diese Wirtschaftselite Sonderbehandlung durch Staatshilfen für sich selbst. Auch spalten wir Deutschland in Ost und West, wobei wir die AfD und die braune Kacke gerne im Osten verorten. Seltsam nur, dass ganz Europa und Nordamerika mit der rechten Kacke als ganzes Land zu kämpfen haben.

In den USA ist mit steigender Tendenz zu sehen, dass es in 2021 in Ordnung ist, einen mit weißer Haut ausgestatteten Menschen zu diskriminieren, nur weil dieser Mensch mit weißer Haut zur Welt kam. Der Weiße, insbesondere der weiße Mann trägt also eine Erbsünde in sich. Ein hässliches Wort, entsprungen bei den zum Glück überhaupt nicht intoleranten und rassistischen christlichen Kirchen. Ich bin zu 100 % davon überzeugt, dass wir aufgeklärte Europäer diesen US-Amerikanischen Fortschritt bald genauso übernehmen werden.

Eine mehr und mehr gespaltene Gesellschaft trifft auf nicht professionalisierte Politiker – die Mietmäuler – und die Konsequenzen sehen wir täglich. Bemerkenswert ist, dass sich fast ganz Südost- und Ostasien dieser Welle der Empörten entzieht. Siehe hierzu auch:

Die Chaotische Welt ist eine verrückte – also verschobene – Welt

Mächtige Menschen trinken Kinderblut, Gates verimpft uns Computerchips und 5G löste Corona aus. Verschwörungstheorien, millionenfach geteilt auf sozialen Medien und natürlich auch auf normalen Medien. Der Stammtisch für Verrückte ist nun die Welt. Technologischer Scheinfortschritt, in diesem Falle aberwitzige Algorithmen, die oft als Brandbeschleuniger missbraucht werden, um den vielleicht Kleingeistigen ihre Zweifel in Wut und Aggression umzuwandeln, war in der guten alten Zeit ein aufwendiges Unterfangen von Demagogen. Heute ist es so perfide, dass in Wirklichkeit jeder, durch die hochgelobte Künstliche Intelligenz zum unzufriedenen Schwein manipuliert werden kann. Selbstverständlich ist dies nicht nur eine chaotische Welt, sondern eine sehr dumme. Lesen sie dazu auch:

Verrückt, im Sinne von verschoben, ist die Welt auch beim Klima: 50 °C in Kanada, Überschwemmungen in Europa, Hitzewelle und Waldbrände in Südeuropa sind nur Beispiele vom Juli 2021. Letztes Jahr verbrannte gefühlt ganz Australien, Grönland schmilzt, Europa und Nordamerika litten und leiden unter teils extremer Dürre. Verrückt, im Sinne von verrückt, sind die meist politischen Antworten darauf. Das bedeutet, dass es natürlich richtig ist, den Klimaschutz viel mehr als bisher voranzutreiben, allerdings Maßnahmen, um sich auf das veränderte Klima einzustellen, muss man mit der Lupe suchen.

Eigentlich ist es doch irgendwie klar, dass viele hier nicht nur eine chaotische verrückte Welt sehen. Die Sehnsucht ist groß, diese komplexe chaotische Welt durch einfache Formeln der Rattenfänger, für einen verdaulich zu machen. Dass dies zu einer stärkeren gespaltenen Gesellschaft führt und alles sich noch weiter hochschaukelt, ist auch klar. Heute sind wir an einem Punkt angekommen, wo Fakten Alternativen haben; zu meiner Schulzeit nannte man dies „das Mittelalter“.

Die Komplexe Welt

Was ist die Welt eigentlich? Diese Frage kann in vielerlei Hinsicht oder auch nicht beantwortet werden; unsere Welt ist glücklicherweise sehr vielschichtig. Erstmalig in der Menschheitsgeschichte sind wir jetzt aber an einem Punkt, wo Traum und Wirklichkeit sich zu vermischen droht. Die virtuelle Welt hat Millionen erfasst und sehr viele verdienen bereits ihren Lebensunterhalt in der virtuellen Welt. Ein Leben mit Kryptowährungen, digitalen Waren zum nicht anfassen und niemals mehr das Haus verlassen zu müssen, ist ein für viele nicht zu widerstehender Anreiz, immer weiter in die Traumwelt zu entschwinden. Auch diese Art der komplexen Welt fördert eine gespaltene Gesellschaft.

Aber auch in der analogen Welt rümpft man die Nase. Covid-19 diktiert uns Einschränkungen unserer liebgewonnenen Freiheiten, die wir all zu leicht als gegeben sahen. In einer Pandemie, wo locker mal hundert Millionen und mehr Menschen ihre Lebensgrundlage verloren haben, steigen weltweit die Aktienkurse. Die kindlichen Erklärungsversuche der Wirtschaftsprofis könnten auch aus einem chinesischen Glückskeks kommen. Und deutsche Staatsbürger durften lernen, dass selbst in einer Pandemie der Wahlkampf für eine Bundestagswahl Vorrang vor allem hat. Ganz zu schweigen von dem Märchen, dass ein Kanzlerkandidat zu den Besten und Fähigsten im Lande gehören sollte. Dass viele solcher nicht mehr zu erklärenden, verrückten Standpunkte tatsächlich zu einer gespaltenen Gesellschaft in einer komplexen Welt führen, erklärt sich von selbst. Passende Beiträge hierzu:

War mein Versuch, die verrückte chaotische Welt zu verlassen, erfolgreich?

Schon alleine der Titel des Beitrages: Chumphon, ein magischer Ort und mein Paradies, beantwortet die Frage. Jedoch detaillierter betrachtet, war es von Anfang an nicht so klar. Wie so oft, schreibe ich auch diesen Beitrag in meiner Hängematte auf unserem Anwesen, Baan Metawi. Neben mir der Pool, viele hohe Palmen und Kokosnussbäume, ein tropischer Garten in Sichtweite, der Geruch des Meeres ist überall und ganz zu schweigen von dem mir so lieb gewonnenen Tropenklima.

Die Veränderung bei mir bedeutete auch, mit 43 in Rente ohne Rente zu gehen. Ich hatte mich dazu entschieden, wenn irgend möglich, nicht mehr für Geld arbeiten zu müssen (siehe: Back Dich ins Glück). Dass ich es überhaupt in Betracht zog, mir 22 Jahre (in 2021 sind es noch 10 (auch nur, falls es bis dahin überhaupt noch eine Rente gibt)) ohne Lohn, Gehalt und monatlich regelmäßigen Geldfluss anzutun, hatte natürlich mit meiner Vergangenheit zu tun (mehr dazu hier). Damals navigierte ich monetär hervorragend in hochgezüchteten und durchgetakteten Ländern und Industrien. All das, was ich heute anprangere, lebte ich damals proaktiv. Nicht nur eine komplexe, gespalten und chaotisch verrückte Welt, wir Menschen – zumindest aber ich – nicht minder. Für potentielle Auswanderer eventuell interessant: 10 häufigste Probleme beim Auswandern nach Thailand.

Covid-19 zeigte mir die Grenzen auf

In Chumphon hatten wir bis jetzt (August 2021) noch kein wirkliches Problem mit Covid-19 (auch hatte ich hier noch niemals ein gespaltene Gesellschaft oder komplexe chaotische Auswirkungen unserer Welt erfahren müssen). In den ersten 16 Monaten war die 7-Tage-Inzidenz mehr oder weniger die gesamte Zeit bei nahe 0, ab der 3. Welle im April 2021 stieg diese im Durchschnitt auf heutige ca. 100 inklusive Importe von Bangkok. Wir konnten bis zur 3. Welle in Thailand vereisen und auch sonst war fast alles geöffnet. Siehe hierzu die Beiträge:

Dennoch hat sich so etwas wie eine Covid-19 Müdigkeit eingestellt. Zu wissen, während Covid-19 Bestimmtes nicht mehr machen zu dürfen, obwohl ich es auch vorher nicht gemacht habe, bewirkte etwas in meinem Oberstübchen. Meine Laune war nicht immer die beste, hier hatte zudem mein Nachrichtenkonsum entscheidend beigetragen. Insbesondere 3 bis 4 Zeitungen aus Europa pro Tag, viele politische Talkshows in den Öffentlich Rechtlichen und ich ließ meinen eigenen, nicht immer positiven Gedanken freien Lauf. Vorübergehend hielt ich mich leider im Hause des unzufriedenen Narren auf, obwohl ich die Vorzüge des zufriedenen Schweins schon viele Jahre vor Covid-19 genießen durfte. Detaillierter habe ich in den Beiträgen:

beschrieben.

In einem Aufsatz von Rolf Dobelli, mittlerweile ist daraus das Buch: News Diät geworden, las ich, dass es klug wäre, den Nachrichtenkonsum extrem einzuschränken, ja sogar fast auf null zu reduzieren (siehe hierzu ein Interview im Handelsblatt). Da bin ich noch nicht, kann mir aber durchaus vorstellen, dass es für den eigenen Seelenfrieden eine massive Steigerung bedeuten würde. Dies schon alleine deswegen, da zumindest deutsche Journalisten ohne Vielfalt auskommen möchten, was eigentlich als Ganzes schon wieder unprofessionell und diskriminierend wirkt und wird (mehr dazu, klicken Sie hier).

Ist Ignoranz eine Tugend?

In Rom mach es wie die Römer bedeutete für mich, sich wieder auf die Vorzüge des zufriedenen Schweins zu besinnen. In anderen Worten, eine komplexe verrückte Welt, mit einer wachsenden gespaltenen Gesellschaft hinter sich zu lassen. Die sehr positive Ignoranz der Thailänder, insbesondere hier in Chumphon, im Süden Thailands, ist oftmals ansteckend. Dazu kommt dann noch das Privileg für Europäer in Thailand, das man es sehr leicht hat, sich in die Vogelperspektive zu verabschieden. Thailänder müssen sich erklären, sie können sich nicht einfach so herauswurschteln. Bei uns Weißen hingegen, geht der Thailänder von vornherein davon aus, dass wir anders sind. Er lässt uns in Ruhe, da zudem das Anders sein auch bedeutet, oft positiv diskriminiert zu werden. Siehe auch:

Dies macht es doch viel einfacher, sich zumindest von diesem negativen Auswüchsen der schönen neuen Welt zu entziehen. Es führt bei mir zu einem Anstieg an persönlicher Freiheit. Dadurch empfinde ich Glück und Glücklichsein, was wiederum zu einer steigenden gesundheitlichen Lebensqualität führt. Glückheit eben. Dies ist für mich zumindest ein weiterer Baustein für ein paradiesisches Leben hier im Süden Thailands.

Lustig verrückt empfinde ich eine sehr positive Konsequenz von Covid-19: Die Natur kann insbesondere auch in Thailand durchatmen und Flora und Fauna, insbesondere am und im Meer, kann sich erholen.

Was bedeutet es während Covid-19?

Ich verinnerliche mir, dass ich bereits für mich paradiesisch leben darf. Zum einen bedeutet dies, Negatives auszublenden (konnte ich schon immer gut). Zum andern bedeutet es: wieder mehr Bücher lesen, oft Fahrradfahren, paddeln mit dem Kajak, Strandspaziergänge, Muscheln suchen, mehr selber kochen, mehr garteln, mehr Baan Metawi, weniger Nachrichtenkonsum und viel weniger sich über Dinge aufregen, die ich ohnehin nicht beeinflussen kann. Dies habe ich beherzigt und auf einmal erscheint mir die komplexe und chaotische Welt nicht mehr sehr komplex und chaotisch. Vielleicht eine Milchmädchenrechnung, die aber bei mir funktioniert. Nur eine schöne verrückte Welt möchte ich mir behalten, sie zeigt mir Vernunft auf. Hier noch einige passende Beiträge:

Zum Abschluss noch ein paar Bilder der letzten 4 Wochen.

Matt als Comic

Sozial- und wirtschaftspolitische Themen, die oft Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, finden Sie unter der Rubrik Zeitgeistkritik im Menü. Sind es doch gerade die Bereiche, die mir ein paradiesisches Leben hier in Chumphon, Thailand bereiten.


Mehr zum Thema Auswandern? … dann …


Kokosnusspalme und Meer

Leben in Thailand – Der Blog …
… der Auswandern und Überwintern einfach macht.

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4 Kommentare

    1. Dankeschön. Dies spornt mich an dranzubleiben. Halte Dir trotzdem die Daumen, dass aus Deinem „… wenn ich könnte“ bald ein „jetzt komm ich“ wird. Viele Grüße Matt

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