Leben in Thailand
Fischer im Fischerboot, Pak Naam Chumphon Thailand

Ich warte bis das Wasser kommt

Als ehemaliger Alpenrandbewohner kommt man nicht so oft mit Fischer und Fischerboote in Kontakt. Schon gar nicht, wenn diese auf dem Meer, wie in meiner neuen Heimat am Golf von Thailand, fischen. Es ist natürlich herrlich, die oft farbenfroh bemalten Boote zu bestaunen, mit der Crew ein wenig über Dies und Das zu reden und die Leichtigkeit, mit der selbst Knochenjobs erledigt werden, ist nachahmendswert. Viele Fischer in Thailand betreiben dies als Hobby und zahlenmäßig findet man die meisten davon am Abend.

Weit muss ich auch nicht von unserem Zuhause, Baan Metawi, fahren, um Fischer und Fischerboote in Thailand zu treffen. Wir leben ja mittendrin in unserem Hafenstädtchen Pak Naam Chumphon, einem Stadtteil von Chumphon, am Golf von Thailand. Hier einige Beiträge zum Warmwerden:

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Ich warte bis das Wasser kommt

… meinte ein Fischer am Golf von Thailand mal, der in seinem kleinen Fischerboot saß, welches ca. 1 Meter vom Wasser auf dem Strand lag. Die Flut setzte zwar schon ein, aber bis das Wasser das Boot vom Strand befreien würde, müsse er noch ca. 3 Stunden warten. Das Beitragsbild zeigt diesen 70-jährigen Fischer aus Pak Naam Chumphon beim Warten. Nachdem ich 10 Minuten mit ihm geplaudert hatte, meinte er noch, dass er jetzt doch keine Lust mehr habe, um in der Nacht ein paar Tintenfische zu fangen und ging nach Hause. Danach traf ich ihn noch oft und er erzählte mir mehr und mehr erlebte Geschichten, vielleicht auch ein wenig Seemannsgarn 😉

Dabei zeigte er mir auch mal ein paar schöne Muscheln, die er vor 40 Jahren gefunden hat. Er meinte noch, als ich ihm sagte, dass ich aus Deutschland komme: „Matthäus Bayern“. Ich hab es erst gar nicht verstanden, aber es wurde schnell klar. Wir blubberten noch 10 Minuten und ich suchte weiter Muscheln. Passend hierzu: Ein ganz normaler Tag in Chumphon, Alltag in Thailand.

Das Meer bietet alles fürs Picknick

Zwei Frauen in mittleren Jahren, vollverschleiert gegen die Sonne, watschelten teilweise im hüfttiefen Wasser für 2 Stunden, um kleine Fische mit einem kleinen Netz zu fangen. Auf die Frage, warum sie dies machen, meinten sie nur, es mache Spaß. Die Fische werden an diesem Abend auch noch verspeist. Ein Bild welches man hier oft sieht.

Bei Ebbe sind auch viele draußen, um kleine Muscheln zu suchen. Ein kurzweilige Zeitvertreib meist auch am Abend. Danach werden die Muschel oft auch gleich am Strand gekocht und mit einer scharfen Soße verspeist. Thailänder lieben solche Picknicks und man sieht es überall hier in Chumphon. Nicht wirklich zum Thema passend, aber doch auch überraschend für uns Abendländer: Thailänderin und Familienleben in Thailand.

Hallo Matt, wie geht’s

Unten stehendes Fischerboot, ca. 4 km von unserem Anwesen, Baan Metawi, entfernt, war gerade bereit auszulaufen. Ein Fischer meinte nur noch, dass sie bis morgen früh unterwegs sein werden und allen Proviant für die Nacht dabei hätten. Plötzlich fragte er mich: Du bist doch Matt, wie gehts, was machst Du hier? Ich stotterte etwas, da ich ihn eigentlich nicht erkannte. Er lebt in unserer Siedlung und hat dort einen Internetladen. Trotzdem konnte ich mich nicht an sein Gesicht erinnern und meinte verlegen, ich hätte meine Brille vergessen. Passiert mir tatsächlich ab und an, es ist keine Krankheit, sondern ein angeborener natürlicher Rassismus, den alle Menschen haben. Lesen Sie dazu den Beitrag: Zwei Augen, Nase und Mund.

Jedenfalls macht er sich alle paar Wochen mit Freunden auf, die Nacht auf diesem Fischerboot im Golf von Thailand zu verbringen. Danach ist die Haut sehr klebrig, selbst ist man verschwitzt und die Bekleidung beginnt zu stinken, aber es macht richtig viel Spaß. Selbst hab ich dies auch schon ab und an gemacht und beim letzten Mal kam dieser Beitrag dabei heraus: Tintenfische angeln in Thailand; eine kurzweilige Freizeitbeschäftigung.

Fischer – nicht Fritz – fischt ohne Fischerboot

Fischer fischen oft ohne Fischerboot hier. Meistens handelt es sich auch um Hobbyfischer. Wie auch dieser junge Mann, den ich vor kurzem am nahegelegenen Haad Paradon (Paradon Strand) getroffen habe. Zusammen mit seinem Schwager hat er ein ca. 20 m langes Fischernetz, wo beide ca. 20 m ins Wasser gehen, das Netz aufspannen und an beiden Enden zum Strand ziehen. Im Netz finden sich bei der ca. halbstündigen Aktion dann Fische oder auch nicht.

Lustig war es, als der Fischer mich nach der Uhr fragte. So eine europäische Eigenschaft ist mir bei Thailänder noch nie aufgefallen, warum tat er dies? Er hatte einen Ochsenhirten beauftragt, auf seine 60 Ochsen an einem 10 km entfernten Strand aufzupassen. Dieser hatte aber einen Termin zur 2. Impfung und daher musste er als Thailänder pünktlich bei seinen Ochsen ankommen, damit der Tagelöhner zum Impfen konnte. Dabei erfuhr ich noch, dass er ca. 30 Rai (1 Rai = 1.600 m2) Land dort hatte und 4 davon direkt am Meer. Ich kenne die Preise dort gut, 1 Rai am Meer wird zurzeit mit 5 Millionen Baht gehandelt. Machen Sie selbst die Rechnung, dem Herrn auf den Fotos unten geht es wirtschaftlich gut. Viel wichtiger allerdings, er machte auf mich einen glücklichen Eindruck. Lesen Sie hierzu auch:

Bilder von Fischerbooten in Chumphon

Selbst mach ich seit Jahren viele ausgedehnte Fahrradtouren und die meisten der Fotos knipste ich bei solchen Touren. Oft wechseln wir ein paar Worte und mit der Zeit erfährt man dann vieles über das Leben am Meer, vom Fischen und Fischerbooten und der Leichtigkeit, wie hier am Golf gelebt werden kann. Es mach jedenfalls immer wieder Spaß und das Meer bietet aber auch tolle Motive. Nicht umsonst haben nachgenannte Beiträge auch ihren Ursprung am Meer:

Ohnehin habe ich bis jetzt meist nur tiefenentspannte Fischer kennengelernt. Es ist eine Freude sich mit diesen Menschen zu unterhalten. Ihre Haut ist oft gezeichnet vom Meer und der Sonne und die Lebenseinstellung ist extrem positiv. Auf ganz natürliche Weise lassen sie die Komplexität des verwirrenden Lebens heutzutage nicht an sich ran. Für mich ist es eine positive Ignoranz, mit der Einsicht, sich nicht aufzuregen über Dinge, die man nicht ändern kann.

Eine erlebte Geschichte zum Abschluss

Vor ca. 30 Jahren trafen wir auf einer Bootsfahrt an einem großen Meerwasserkanal einen ca. 80 Jahre alten Fischer, der seinen Fang meist sofort von seinem kleinen Ruderboot aus verkaufte. Als wir ihm für ein paar Fische ein wenig Trinkgeld gaben, wollte er es nicht annehmen. Seine Begründung war sinngemäß: Ich brauche nicht mehr als was ich täglich verkaufe. Es langt mir. … Wann langt es eigentlich uns?

Fischer im Fischerboot ohne Wasser, Pak Naam Chumphon Thailand

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Kokosnusspalme und Meer

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