Leben in Thailand
Haushälterin in Thailand bekommt Mindestlohn und kann davon leben

Mindestlohn Thailand

Was bedeutet der Mindestlohn in Thailand?

Nach kurzer Recherche stößt man unweigerlich auf das Wort: Subsistenz. Letztendlich soll der Mindestlohn den Lebensunterhalt sichern. Salopp ausgedrückt, der Mindestlohn sollte mindestens zum Leben reichen, was in Thailand auch der Fall ist und Wunschdenken in Deutschland.

In Thailand wird soziale Marktwirtschaft gelebt, obwohl keiner mit dem Begriff etwas anfangen kann. Man kann es überhaupt nicht oft genug erwähnen, eine Vollzeitarbeitskraft, die mit dem Mindestlohn bezahlt wird, kann in Thailand davon leben in Deutschland nicht.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Sündenfall deutscher Mindestlohn

In Deutschland bekommen Millionen den Mindestlohn und obgleich sie Vollzeit arbeiten, können sie grundsätzlich davon nicht leben. Also rennt man als Aufstocker zum Amt. Das nennen wir dann soziale Marktwirtschaft. Eine Glanzleistung deutscher Elitepolitiker.

Unternehmen, die schlecht bezahlen, werden also staatlich subventioniert und ein Teil des unternehmerischen Risikos wird auf diese Arbeiter verlagert. Abgesegnet durch unsere Politiker, drängen diese Unternehmen dann Konkurrenzunternehmen, die weniger schlecht bezahlen, in Konkurs oder zu ähnlich menschenverachtenden Löhnen. Nicht aber um zuvor die Gehälter der angestellten Führungskräfte, die solche perversen Ideen haben und leben, kräftig zu erhöhen. International nennt man dies Lohndumping. Die EU ahndet recht häufig Länder, die dies tun mit Einfuhrzöllen. Allerdings nicht Länder innerhalb der EU, diese sind ja Leuchttürme der gelebten Menschenwürde. Eventuell ist der Beitrag: Strom gegen Hartz4 und Müll gegen Steuern sparen interessant für Sie:

Dies passiert, wenn perverser Geldlobbyismus nicht als Bestechung zählt und Mietmaulpolitiker die Oberhand haben.

Wie tickt Thailand?

Der Mindestlohn in Thailand ist nach Provinzen und Wirtschaftskraft gestaffelt. Er wird als Tageslohn festgelegt und meist jährlich erhöht. Zurzeit liegt er zwischen 313 und 336 Baht pro Tag. Dies mag vielleicht in Ihren Augen kläglich sein, aber wenn man sich die wichtigsten Ausgaben zum Lebensunterhalt anschaut, dann ergibt dies schnell ein anderes Bild.

Durchschnittlich gibt ein thailändischer Mindestlohnempfänger ca. 20 % des Lohns für Wohnen aus. Ein Deutscher gut 40 % und dies beinhaltet sogar den Betrag fürs Aufstocken.

30 % ist bei beiden der ungefähre Anteil für Lebensmittel. Zum Unterschied, der thailändische Arbeiter kann meist einmal pro Tag auswärtig Essen. Für den Deutschen wird der Restaurantbesuch zum Luxus.

Keine Vergleichsdaten gibt es selbstverständlich beim Kauf einer Wohnung. Kein Mindestlohnverdiener in Deutschland kann sich ohne Vermögen oder Erbschaft eine Immobilie jemals leisten. In Thailand ist es möglich, sich mit Mindestlohn eine Immobilie zu kaufen!

Dieser Punkt alleine könnte schon als Erklärung für Deutschlands politische Mietmäuler herhalten. Angebliche Eliten, die sich als Berufsgruppe ohne Ausbildung, bis zum heutigen Tage weigern sich zu professionalisieren.

Unsere Haushälterin

Deutsche verbinden eine Haushälterin anzustellen mit Luxus und auch Arroganz. Vielleicht ist es Neid oder auch nur Unwissenheit, aber in vielen Ländern ist dies selbst für die Mittelschicht normal. So auch in Thailand.

Ich lebe jetzt schon über 10 Jahre in Thailand (dazu empfehle ich: Back Dich ins Glück) und seit 8 Jahren haben wir eine Haushälterin als Vollzeitkraft angestellt. Ich kann Ihnen sagen, es ist ein Gewinn für jeden und sie ist mittlerweile die gute Fee bei uns. Besonders daran, sie ist Thailänderin. Ähnlich wie bei Zugehfrauen in Deutschland, kommen sie meist nicht aus Deutschland oder, wie in unserem Fall, nicht aus Thailand. Sie bekommt den Mindestlohn, was in Thailand für diese Tätigkeit üblich ist. Unüblich ist aber unsere Bonuszahlung am Jahresende. Ich muss doch auch zeigen, dass ich mal Banker war.

Keine Anmeldung bei irgendwelchen Ämtern, keine Steuern müssen abgeführt werden und alles ist legal. Was bei uns unter Schwarzarbeit läuft, ist hier der riesige informelle Beschäftigungssektor. Trotzdem ist unsere Haushälterin auch automatisch in der thailändischen Krankenkasse. Also auch keine Zustände wie in den USA.

Schaffe schaffe Häusle baue. Mit Mindestlohn in Deutschland unmöglich

Vor 4 Jahren wollte sie von uns monatliche Gehaltszettel rückwirkend haben. Seltsam, warum und vor allem für was? Ihr Traum war es, eine eigene Wohnung zu haben und die Bank, die die Finanzierung machen sollte, wollte solche Zettel. Letztendlich stellt sich heraus, dass die Bank noch soviel mehr haben wollte, dass wir uns kurzerhand entschlossen, unserer Haushälterin die Finanzierung für ihre Eigentumswohnung zu machen,

Eine 60 m², 2-Zimmer Wohnung nennt sie ihr Eigen. Weil Thailändische Banken genauso behäbig, arrogant und dumm wie deutsche Finanzhäuser sind, haben wir der Bank das Geschäft weggenommen. Dafür zahlt unsere Haushälterin weniger Zinsen und wir bekommen mehr Zinsen für unser Geld. Das Risiko für uns ist aufgrund mehrerer Tatsachen sehr begrenzt. In Deutschland würde dies wegen gefühlt 1000 Gesetzen nicht gehen. Die armen Banken müssen doch vom Staat beschützt werden.

Dies nennt man Disintermediation. Es ist ein Baustein von mehreren für meine Behauptung, dass die Welt keine Banken mehr braucht.

Große Auswahl an Jobs auch über Mindestlohn

Gefällt unserer Haushälterin oder jedem andern zum Mindestlohn bezahlten Arbeiter in Thailand der Job nicht mehr, ist es total einfach diesen zu wechseln. Keine behördlichen Kraken, eine große Auswahl an Jobs und Verhandlungsmacht beim Gehalt. All dies sind Faktoren, die aufgrund unserer wirtschaftlichen Brillianz für deutsche Mindestlohnempfänger nicht gelten. Wirtschaftswissenschaft, ein Oxymoron ist ein Beitrag, der sich diesem Thema auf andere Art nähert.

Arm – Reich, die klaffende Schere ist nicht das Problem

Die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Unterschicht und Oberschicht wird in Deutschland größer und größer. Dies alleine reicht schon aus, es als Missstand zu definieren. Kennen Sie diese Folklore unserer Kristallkugelfanatiker, den Wirtschaftswissenschaftlern? Das Problem ist, dass unsere Wirtschaftsexperten keine Ahnung haben und Mietmaulpolitiker schon zweimal nicht. Lieber einen menschenunwürdigen Mindestlohn und Aufstocken akzeptieren, als wirkliche Veränderungen zum besseren vorantreiben.

In Thailand ist die Schere noch klaffender als in Deutschland. Dennoch sind die Probleme hier geringer, als in den meisten anderen Ländern. Seltsam, dies dürfte laut Ökonomieexperten überhaupt nicht möglich sein!

Die Begründung ist relativ simpel. Der Unterschied zwischen Arm, also Mindestlohn, und Reich kann durchaus groß sein, solange es Alternativen auch für Arme gibt. Die Alternativen sind vielfältig in Thailand und nicht vorhanden in Deutschland und eigentlich in den meisten sogenannten OECD Ländern.

  1. Thailänder können von billigst bis extrem teuer zum Essen gehen und auch ihre Lebensmittel kaufen.
  2. Mietwohnungen gibt es ab ca. € 0,5 pro m² und Monat bis zu jenseits von Gut und Böse. Selbst in Bangkok können Sie immer noch für ca. € 3 pro m² und Monat mieten. Ich muss es wissen, da Sohn Nummer 2 in Bangkok studieren wird und meine Frau und ich die Miete zahlen dürfen. Bei Sohn Nummer 1 beträgt die Miete in Passau ca. € 16 pro m² und Monat und entspricht 50 % seiner Apanage. Ein Arbeiter mit Mindestlohn, kann sich wahrscheinlich überall im Land für 20 % des Gehalts einmieten. In Deutschland sind wir gerade in Ballungsräumen schon über 40 %.
  3. Eigentumswohnungen gibt es bereits ab ca. € 200 pro m² bei uns in Chumphon zu kaufen und in Bangkok finden Sie auch noch über € 10.000 pro m² etwas.
  4. Bauland gibt es im doch teureren Chumphon für rund € 5 pro m², im Nordosten Thailands teilweise noch erheblich billiger. Mitte 2018 wurden € 21.000 für umgerechnet 1 m² in Bangkok bezahlt.
  5. Der Beitrag: Thailänder haben Vorteile keine Ausländer in Thailand zu sein nähert sich diesem Thema von einer anderen Seite.

Auf die Alternativen kommt es an

Eine würdige Lebensqualität für viele, ist in Thailand die Norm, bei uns ist es eine hohe Lebensqualität für wenige auf dem Rücken von sehr vielen. Bei den größten Ausgabenblöcken für Geringverdiener, ein Dach über dem Kopf und Essen, gibt es in Thailand Alternativen, um diese nicht unwürdig hoch werden zu lassen. In der Tat hat Thailand die weitaus bessere soziale Marktwirtschaft. Haben Sie Appetit auf Auswandern oder Überwintern bekommen? Lesen Sie die Checkliste fürs Auswandern nach Thailand oder die Checkliste für Überwintern.

Matt als Comic

Sozial- und wirtschaftspolitische Themen, die oft Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, finden Sie unter der Rubrik Zeitgeistkritik im Menü. Sind es doch gerade die Bereiche, die mir ein paradiesisches Leben hier in Chumphon, Thailand bereiten.


Kokosnusspalme und Meer

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