Leben in Thailand
Hausbau Thailand, bauen als Ausländer

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Immobilien in Thailand kaufen, vergessen Sie es! war ein kürzlicher Beitrag von mir. Ich wies darauf hin, dass Sie als Ausländer kein Land in Thailand kaufen können. Dieser Beitrag allerdings handelt übers Bauen, speziell Hausbau in Thailand für Ausländer; wie passt dies zusammen? Aus europäischer Sicht mag es ein Widerspruch sein, da Hausbau meist mit einer Entscheidung fürs ganze Leben verknüpft wird. In Thailand jedoch ist ein Haus zu bauen grundsätzlich extrem günstig, dies bei ansprechender Qualität, keinen bis sehr wenigen Behördenauflagen und ohne Klotz am Bein bis zur Rente.

Es ist jedenfalls keine Entscheidung fürs Leben, wie in Deutschland, wo man sich für 30 und mehr Jahre verschuldet und sich meist mit einem immobilen Klumpenvermögen einbetoniert. Betongold ist es dann doch eher für den Staatsapparat in Deutschland, der eifrig darauf zugreift, da er die fehlende Flexibilität der Eigentümer ausnutzt. Für Ausländer in Thailand wird Bauen dann einfach nur zu einer größeren Investition, ähnlich wie bei einem Auto. Siehe auch: Wo wollen Sie in Thailand wohnen?

Allerdings gibt es einiges, worauf man in Thailand beim Hausbau achten muss, insbesondere wenn man mit europäischen Augen schaut. Viele der nachgenannten Beispiele habe ich selbst bei mehreren unserer Bauaktivitäten auf unserem Anwesen, Baan Metawi, miterlebt. Nicht alles war positiv und musste teilweise nach kurzer Zeit repariert werden. Trotzdem ist Hausbau in Thailand viel weniger nervenaufreibend als in Deutschland. Wenn nicht extra erwähnt, beziehen sich alle Beispiele auf unsere Gegend in Chumphon.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 17 Minuten

Hauptunterschiede beim Hausbau in Thailand

  • Es gibt kaum sinnfrei agierende Behörden, die sich bei fast allem einmischen wollen. Meine Hausbauaktivitäten in Deutschland könnten ein Buch davon füllen.
  • Es gibt keine lustigen Bebauungspläne, wo Farben, Dachneigung und -form, Ort und die Art der Bepflanzung, Stellfläche für Mülltonnen, etc. vorgeschrieben sind.
  • Die Kosten sind erheblich – auch kaufkraftbereinigt – günstiger als in den DACH Länder (D = Deutschland, A = Österreich und CH = Schweiz). Das Klima alleine macht es schon viel billiger. Keine Heizung im ganzen Haus, keine Wärmedämmung (Kältedämmung ist viel billiger) aber und kein gefrierendes Wasser lässt viel billigere Materialien zu. Auch gibt es keinen Kellerbau in Thailand, was die Preise schon erheblich billiger macht. Hauptfaktor sind allerdings die hohen Arbeitskosten und Materialkosten mit sehr hohen Margen in den DACH Länder und natürlich den Regulierungswahn. Siehe hierzu auch:
  • Die Auswahl an Baustoffen ist phänomenal, dem Klima angepasst und natürlich auch preislich viel attraktiver. Viele thailändische Baustoffhersteller exportieren asienweit. Die einschlägigen Magazine in den jeweiligen Ländern sind voll mit Produkten aus Thailand.
  • Letztendlich wird viel schneller gebaut als in Deutschland. Hier meine ich nicht Großbaustellen, wie den Flughafen Berlin oder Stuttgart 21 – wäre ja kein Kunststück schneller zu sein. Es geht um Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die ab der Planung bis zur Fertigstellung – auch aufgrund des Klimas – viel schneller gebaut werden können.
  • Auch sollte man nicht vergessen, das wegen des Verlustes von Freiheit und Flexibilität nach dem Hausbau in Deutschland (Hypothek und Klumpenrisiko), die nimmersatten Behörden Hausbesitzer viel mehr als in Thailand durch ständig steigende Abgaben und Steuern rund ums Haus melken. Ich hatte mal in Idstein/Taunus ein Haus bauen lassen. Binnen 12 Jahren vervierfachten sich die vielfältigen kommunalen Steuern und Abgaben.

Kurz zur Einordnung der Kosten für den Hausbau oder -kauf in Thailand

Wird Ihnen als Ausländer in Thailand ein Haus, das Bauen dieses oder der Kauf einer Eigentumswohnung (wird in Thailand Condominium, kurz „Condo“ genannt) in englischer Sprache offeriert, ist der Preis mit 99 % Sicherheit überteuert bis extrem überteuert. Machen Sie sich die Mühe, dies gilt selbst in den bereits überteuerten Touristengegenden Thailands, und lernen Sie die ortsüblichen Gegebenheiten kennen. Lassen Sie sich von Thailändern Ihres Vertrauens etwas erklären und besuchen Sie thailändische Webseiten. Sicherlich hilft Ihnen hierbei die Sprache zu lernen; siehe: Thailändische Sprache lernen. Kein Buch mit sieben Siegel, jedoch es hilft auch sich das nötige Vokabular hierzu über zum Beispiel Google Translate anzueignen. Diese Mühen werden Ihnen später sehr viel Geld und Nerven sparen.

Unsere Haushälterin in Vollzeit, lesen Sie hierzu: Mindestlohn Thailand, bekommt von uns den ortsüblichen Mindestlohn bezahlt und konnte sich vor Jahren eine Eigentumswohnung leisten. Die Kosten hierfür entsprachen ca. dem 7-fachen Nettojahreslohn (Netto = Brutto = legal) unserer Haushälterin. Für ein Mindestlohnempfänger in Deutschland ist es eine rein theoretische Übung. Es entspräche in Deutschland ungefähr 25 Nettojahreslöhnen, was den Immobilienerwerb absolut unmöglich für Niedriglöhner in Deutschland macht. Selbst für Durchschnittsverdiener in Ballungsräumen ist es mittlerweile schon fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Es fehlen die Alternativen in Deutschland, ergo die klaffende Schere zwischen Arm und Reich trifft ausschließlich die Armen. In Thailand hingegen haben letztere – nicht nur beim Hausbau – Alternativen. Siehe hierzu auch folgende Beiträge:

Soll ich als Ausländer in Thailand ein Haus bauen oder kaufen?

Nur nochmal zu Sicherheit, als Ausländer können Sie in Thailand kein Land kaufen! Lesen Sie hierzu: Immobilien in Thailand kaufen, vergessen Sie es! Wenn Ihnen dies bewusst ist, kommt es natürlich auf Ihre persönlichen Umstände an, ob es nun besser ist, ein Haus zu bauen oder zu kaufen.

  • Haben Sie nur wenig Zeit, die Sie während der Bauphase vor Ort sein können, dann empfehle ich Ihnen entweder zu warten, bis Sie die Zeit haben oder Sie kaufen sich ein Condo.
  • Wollen Sie keine Zeit mit dem Hausbau verschwenden, dann ist auch der Kauf vorzuziehen.
  • Wollen Sie Ihr eigenes Haus bauen, haben aber keine Zeit/Lust den Bau täglich zu überwachen, dann sollten sie die Finger davon lassen. Dies hat in Europa schon ein hohes Risiko und gefühlt sehe ich dieses noch höher in Thailand an.

Auch würde ich Ihnen nicht raten, eine Finanzierung bei einer Bank zu machen. Ohnehin ist es als Ausländer, der in Thailand bauen möchte, sehr schwer einen Immobilienkredit von einer Bank zu bekommen. Hierzu müssten Sie mit einem thailändischen Staatsbürger verheiratet sein oder mehrere Kriterien als Angestellter, der legal in Thailand arbeitet, erfüllen. Siehe hierzu auch: Scheidung in Thailand

Wollen Sie in nicht touristischen Gegenden bauen, ist der Grund oft sehr günstig. Auch wenn Sie auf diesem selbst kein Eigentümer sein können, sollten Sie mit eher mehr als weniger Grund planen, es lohnt sich allemal.

Einige Kaufbeispiele

Es gibt viele Angebote fertige Häuser zu kaufen. Diese sind aber, zumindest in nicht touristischen Gegenden in Thailand für den thailändischen Geschmack und Geldbeutel gebaut. So ist es durchaus normal Dutzende mehr oder weniger gleiche, freistehende 2-stöckige Häuser mit Minigrundstücken zu finden, bei denen der Abstand zum nächsten Haus oft keine 3 Meter hat. In Chumphon bekommen Sie so etwas schon für ca. 1,5 Millionen Baht.

In Touristengebieten gibt es oft wunderschöne Häuser und Wohnungen wie aus dem Bilderbuch. Die Preise sind dann allerdings auch märchenhaft. In Phuket wurde vor Covid-19 mal ein Haus, ca. 100 m2 Wohnfläche, knapp 400 m2 Grund und ein Minipool als Leasingmodell für 30 Millionen ohne Meerblick/-zugang und keiner besonderen Lage in einer Wohnanlage mit 12 ähnlichen Objekten angeboten. Meine Schätzung für den Bau lagen bei max. 7 Millionen (inkl. Pool) und der Grund vielleicht bei 2 Millionen Baht. Die verbleibenden gut 20 Millionen waren an einer gar nicht unrealistischen Hoffnung geknüpft, einen dummen, aber reichen Ausländer zu finden.

In Hua Hin wurden teilweise für Condos höhere Preise verlangt, als für vergleichbare in Bangkok mit Anbindung an einer Hoch- oder U-Bahn. Hua Hin im Besonderen ist sehr beliebt bei nordeuropäischen Rentnern. Manchmal hatte man das Gefühl, dass mehr weiße Ausländer als Thailänder dort leben. Viele vergleichen dann mit ihrem Heimatland die Preise und da es dann immer noch billiger ist, werden solche Fantasiepreise bezahlt.

Zu Beachten vor dem eigentlichen Hausbau in Thailand

Thailand ist sehr groß und die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen sollten Sie beim Bau berücksichtigen. Daher ist es wichtig, dass Sie vor Beginn des Hausbaus, sich erst einmal darüber den Kopf zerbrechen sollten, wo Sie in Thailand leben wollen. Lesen Sie sich hierzu die Beiträge:

Hier einige Beispiele warum dies wichtig ist:

  • In großen Gebiete des Isaans, der Nordosten Thailands, herrscht oftmals ein Extremwetter vor. Es gibt monatelange Dürren, aber in der Regensaison kommt es regelmäßig zu Überschwemmungen. Sommergewitter und -stürme setzten dieser Region zusätzlich zu.
  • Der Norden hat zwar auch eine Trockenzeit aber nicht ganz so schlimm wie im Isaan. Dennoch kann es im Norden schon mal auch richtig kühl werden.
  • Der Süden unterteilt sich in den oberen Süden und der tiefe Süden. Es gibt zwar keine Dürren aber Überschwemmungen sind insbesondere im tiefen Süden sehr häufig.
  • Überhaupt kann ein Haus am Meer oder in Meeresnähe der Natur viel weniger trotzen als anderswo.

Daher ist die Art und Weise, wie Sie ein Haus in Thailand bauen wollen, sehr stark von den örtlichen Wetterverhältnissen abhängig.

Möglichkeiten, Wetter- und Umwelteinflüssen abzumildern

  • Sie leben in einem Sturmgebiet = Sie brauchen ein robusteres Dach und sollten keine hohen Bäume in Hausnähe pflanzen.
  • Es gibt oft Überschwemmung = entweder sehr hoch aufschütten oder das Haus auf Stelzen bauen. Planen Sie mit ausreichend großen Abwasserrohren bzw. -schächten. Zudem sollten Sie von Anfang an großzügig bei Überdachungen sein, Starkregen und Wind bedeutet nicht selten eine fast horizontale Regenrichtung. Auch ist es bei Sonne eine angenehme Schattenquelle (siehe: Monsun, pure Exotik und Regenzeit in Thailand)
  • Kälte und Hitze wechseln sich ab = Sie brauchen zur Kältedämmung auch eventuell noch einen offenen Kamin.
  • Jährliches Abbrennen von Zuckerrohrstoppel verschmutzt die Luft im Norden Thailands über Monate extrem = Klimaanlagen mit Luftreiniger im ganzen Haus. Lesen Sie hierzu auch: Klimaanlage in Thailand, Fortschritt durch Technik
  • Moskitos sind Plagegeister, siehe Moskitos in Thailand, was ist der beste Schutz, bzw. wie schützt man sich am besten? Planen Sie von Anfang an, ohne jeglicher Lücke zu Mauer, Moskitogitter an den Fenstern und eigene Moskitotüren. Badventilatoren sollten unbedingt auch mit aktivem Moskitoschutz ausgestattet sein.
  • Sie leben in Meeresnähe = die Verrostungsgeschwindigkeit ist am Meer in Thailand enorm und mit nichts in Europa zu vergleichen. Einfaches Eisen hat keine Chance, daher entweder öfters mit Rostschutz streichen oder gleich gutes Edelstahl verwenden. Ersetzen Sie Eisen durch Plastik (Lampenfassungen, Dachrinnen, Außenrohre), wo möglich.
  • Sie leben am Meer = vorheriger Punkt und zusätzlich brauchen Sie hochqualitative Fensterscheiben, die Salzablagerungen und Sand standhalten. Ferner benötigen Sie eine besonders tief verankerte Abgrenzung zum Strand, damit Ihnen die Gezeiten diese nicht nach kurzer Zeit wegfrisst.
  • Grundsätzlich setzt ein tropisches Klima dem Baustoff Holz viel stärker zu als in Europa. Lesen Sie hierzu auch: Beton, das bessere Holz. Ganz abgesehen davon, dass es fast überall in Thailand Termiten gibt und Holz nun mal deren Leibspeise darstellt.

Speziell gegen die Hitze

Thailand ist oft sehr heiß und gerade für uns europäische Ausländer sollte der Kälteschutz beim Bauen ein wichtiger Faktor sein. Was können Sie daher tun?

  • Investieren Sie beim Dach in doppelte Kältedämmung, d.h. auf dem Dachstuhl selbst reflektierende Folie unterhalb der Dachplatten anbringen. Oberhalb der Decke, sollten gut verlegte, reflektierende Mineralwollmatten, mind. 15 cm. dick, verlegt werden. Beide Maßnahmen reduzieren die Zimmertemperatur um 3 bis 5° C. Alleine diese Maßnahme erlaubt es mindestens 10 Monate im Jahr sich auch ohne eingeschalteter Klimaanlage tagsüber im Zimmer aufzuhalten.
  • Planen Sie eine Deckenhöhe von mindestens 3 Meter; 1° C weniger in Bodennähe können Sie dadurch erwarten.
  • Wenn möglich dämmen Sie die Wände der Westseite des Hauses. Zumindest sollten Sie dort keine Fenster planen und diese Seite auch großzügig mit schattenspendenden Dachvorsprüngen und Bepflanzung planen. Alleine dadurch reduzieren Sie die Temperatur in diesen Räumen um mehrere Grad.
  • Eine intelligente Bepflanzung schafft natürliche Kühlung.
  • Wo immer möglich, verwenden Sie kühlenden Marmor oder Bodenfliesen und keine Plastik-, Holz- oder Teppichbeläge.
  • Für alle Terrassen mit schattenspendender Überdachung planen. Diese sollten die Terrassen mindestens um 1, besser 2 Meter überragen. Vergessen Sie auch hier nicht, reflektierende Folie unterhalb der Dachplatten anzubringen, es lohnt sich selbst auf der Terrasse
  • Eine Klimaanlage im Schlafzimmer ist meist völlig ausreichend. Bei der Anzahl der Wand-, Decken- oder Standventilatoren sollten Sie aber klotzen.

Bodenaufschüttung ist für den Hausbau in Thailand normal

Bodenaufschüttungen waren Anfangs für mich als Ausländer beim Bauen in Thailand exotisch und gewöhnungsbedürftig. Wurden früher die Häuser zum Schutz vor Überschwemmung auf meterhohen Holz- oder Betonpfählen gebaut, wird heutzutage einfach das Grundstück, aufgeschüttet. In Extremfällen kann dies mehrere Meter ausmachen. Wichtig hierbei, die Aufschüttarbeiten auf dem Grundstück sollten so früh wie möglich vor dem eigentlichen Hausbau in Thailand erfolgen. Ideal kann sich alles für ca. 1 Jahr oder länger setzen und verdichten, bevor Sie mit dem Bauen beginnen. Für mehrere brachliegende Grundstücke hatten wir durchschnittlich 200 Fuhren mit jeweils 6 m3 Erde pro Fuhre für einen Rai (1 Rai = 1.600 m2) benötigt.

Ein weiterer Vorteil gegenüber einem Haus auf Stelzen ist die einfachere Begehbarkeit. Ich vermute, dass die Mehrheit der ständig in Thailand lebenden Ausländer, die bauen wollen, doch eher in der Ü60 Gruppe zu finden ist. Bekanntlich ist es im Alter oft gar nicht mehr so einfach mit dem Treppensteigen. Ein Haus auf Stelzen bedeutet meist, dass die Schlafzimmer nur durch eine Treppe erreichbar sind.

Die Bodenbeschaffenheit ist insbesondere im Großraum Bangkok und fast überall im Süden sehr weich. Zwingend für mehrstöckige Häuser, selbst aber auch im einstöckigen Hausbau – egal ob auf Stelzen oder durch Bodenaufschüttung – sind daher mächtige Betonpfeiler in die Erde zu rammen. Ca. 12 Meter und längere, ca. 25 x 25 cm Stahlbetonpfeiler werden überraschend kostengünstig an alle neuralgischen Stellen mittels einem Hammerturm in den Boden geschlagen.

Architekt und Behördenkram?

Mit der Planung Ihres Hauses sollten Sie auch daran denken, dass Thailand ein „Draußen“ Land ist und es wenig Sinn ergibt, eine Zimmerplanung wie in Deutschland, einem „Drinnen“ Land, zu machen. Planen Sie indes großzügig für Außenanlagen: überdachte Terrassen, Pavillons und diverse Verankerungen für Hängematten. Ein Swimmingpool schaut nicht nur gut aus, ist für das tropische Klima herrlich und er kann auch sehr pflegeleicht und billig im Unterhalt sein. Legen Sie dabei Wert auf einen Salzwasserpool, schon alleine wegen der Moskitos.

Je dichter besiedelt und höher die Bebauung, desto intensiver der Behördenkram. Bei der Bebauung in Bangkok gibt es wahrscheinlich genauso viele Gesetze und Behördenkontakt wie in Europa. Die Geschwindigkeit der Entscheidungen sind für europäische Augen aber rekordverdächtig. Je weiter von einer großen Stadt entfernt und je größer das Grundstück, desto weniger wird sich die Baubehörde einschalten. Im Extremfall (nicht selten) bauen viele Landbesitzer auf ihren Plantagen (Palmöl, Kautschuk und Kokosnuss) ein Haus, ohne jemals den Bau genehmigen zu lassen. Dies ist zwar nicht wirklich gesetzeskonform, wird aber akzeptiert.

Für eines unserer Mietshäuser, die nach typisch thailändischem Schema gebaut wurden, beauftragten wir den Architekten vom Bauamt. Dieser malte uns die Pläne binnen Wochenfrist für wenig Geld. Dies machte er in seiner Freizeit, quasi als Nebenbeschäftigung. In der darauffolgenden Woche wurden die Pläne von ihm, jetzt als Architekt und Beamter des Bauamtes, genehmigt. Undenkbar in Deutschland und doch funktioniert es in Thailand ganz gut. Lesen Sie hierzu auch:

Anschlüsse beim Hausbau in Thailand

Vielleicht ist der Kabelsalat in Thailand nicht wirklich fürs Auge attraktiv, aber sehr zweckdienlich. Strom, Telefon und Internet sind meist in Rekordzeit am Haus. Sollte kein Mast notwendig sein, zahlen Sie auch nichts für das Einrichten, andernfalls nur den neuen Mast. Einzig für den Stromzähler bzw. die Wasseruhr müssen Sie eine Kaution hinterlegen. Gibt es bereits in der Nähe Leitungswasser, müssen Sie maximal das Rohr bis zu Ihrem Haus zahlen. Gerade im ländlichen Raum ist die Sickergrube für den Eingeschossbau weit verbreitet. Ein in sich abgeschlossenes System, ohne Gestank und sonstigen Unannehmlichkeiten; es ist kostengünstig und leicht in jedes Bauvorhaben zu integrieren. Das Absaugen einer ca. 2 m3 fassenden Sickergrube ist je nach Gebrauch ca. 1-mal im Jahr notwendig. Die Infrastruktur dazu ist überall vorhanden und meist binnen Tagesfrist vor Ort.

Für Ausländer, die im ländlichen Raum in Thailand bauen wollen, ist die Sickergrube sicherlich gewöhnungsbedürftig, da diese in Europa größtenteils verboten und negativ besetzt ist. Für das Abwasserentsorgungsgesetz in Deutschland stellen Sickergruben für Toiletten mit Abwasser einen Straftatbestand dar. Seltsamerweise darf Odel (bayrisch für Gülle) von Tieren auf Felder geschüttet werden. Odel von Tieren zählt als Nährstofflieferant für die Felder aber vom Menschen kommend ist es Sondermüll und vergiftet das Grundwasser; warum?

Planen Sie Unvorhergesehenes mit ein

Wollen Sie im Nirgendwo in Thailand bauen, wird es mit den öffentlichen Anschlüssen manchmal schwierig und daher sollten Sie dann alles von Anfang an als Insellösung planen. Selbst aber auch für gut angebundene Grundstücke sollten Sie sich für den Fall eines Falles vorbereiten. Planen Sie ebenerdige Regenwassertonnen, ca. 100 bis 200 Liter pro m2 bepflanzten Garten, nebst Pumpenanschluss. Für Leitungswasser sollten Sie, wenn möglich mehrere tausend Liter Puffer zwischenschalten. Bei wenig Platz, sollten Sie unterirdisch planen, ansonsten ebenerdig. In Gegenden mit regelmäßiger Dürre, z.B. große Teile des Isaan (Nordosten Thailands) empfiehlt sich sehr großzügig Speicher für Regen- und Leitungswasser zu planen.

Solaranlagen sind nicht teuer, allerdings hapert es noch ein wenig mit ausgebildeten und verfügbaren Solaranlageninstallateuren. Bei Neubauten bietet sich mittlerweile ein Batteriepuffer an, der das gesamte Haus speist. Auch dafür sollten Sie an den Bau eines kleinen Maschinenhauses (Pumpen, Filter, Wassertanks, Batteriespeicher) denken. Es gibt zwar auch Einspeisevergütungen ins öffentliche Elektrizitätsnetz, aber wichtiger ist, eventuelle Ausfälle zu kompensieren oder sich gänzlich vom Netz unabhängig zu machen. In den letzten Jahren gab es zwar nur noch selten Stromausfälle oder Probleme mit dem Leitungswasser, da doch sehr viel von der öffentlichen Hand investiert wurde, aber ein gutes Gefühl hinterlässt die eigene Vorsorge allemal.

Hier zeigt sich auch ein großer Unterschied, da zumindest europäische Ausländer in Thailand weniger Geduld bei Stromausfall oder Wassermangel aufbringen und dies beim Bauen schon abgemildert werden kann. Thailänder ertragen vieles viel stoischer als wir, eine tolle Eigenschaft, die wir wahrscheinlich nicht so in uns tragen.

Wer baut in Thailand alles ein Haus?

Typische Bauunternehmen, die sich auf den Hausbau, wie auch Um- und Anbau spezialisiert haben, sind oft Soloselbständige, die zwar meist eine feste Mannschaft haben, jedoch handelt es sich hierbei um Subunternehmer bzw. Tagelöhner, die wiederum auch selbständig sind. Meist sind es ehemalige Vorarbeiter, die in einen Pickup und einigen Gerätschaften investiert haben und selbst Aufträge annehmen. Das Netzwerk funktioniert bei Auftragsflaute auch umgekehrt, d.h. der Soloselbständige ist dann bis zum nächsten eigenen Auftrag wieder Subunternehmer.

Mit ein Grund, dass es sehr gut funktioniert, ist auch die völlige Abwesenheit des Staates. Dies bedeutet keinerlei eigene Steuern und Abgaben und keine Abgaben für die Subunternehmer und Tagelöhner. Auch keine bürokratischen Zwänge wie Buchhaltung, Steuererklärung, etc. Die Behörden selbst haben diametral unterschiedlich zu Deutschland keine bestimmten Anforderungen. Zusätzlich werden bei öffentlichen Baumaßnahmen aber gerade auch solche Bauunternehmen aus der Gegend bevorzugt. Beiträge, die sich diesem Thema annehmen:

Finden Sie ein verlässliches Bauunternehmen

Beim Hausbau, egal ob in Thailand oder Europa, ist ein verlässliches Bauunternehmen wohl die Gretchenfrage. Als Ausländer in Thailand wird bauen sicherlich schon alleine durch die Sprachbarriere erschwert. Jedoch die Art und Weise, wie ein Hausbau in Thailand organisiert wird, ist der Hauptunterschied zu Europa. Auch ist es insgesamt viel einfacher in Thailand ein Haus zu bauen, da alle Maßnahmen, die die Kälte betreffen (Heizung, Dämmung, spezielle Fenster, Kältebrücken, etc.) wegfallen.

Testen Sie mögliche kleine Bauunternehmen mit kleinen Bauprojekten. Eventuell für eine Mauer oder Zaun um das Grundstück oder dem Bau des Maschinenhauses, etc. Legen sie wert darauf, kleine Bauunternehmen aus der Gegend zu nehmen. Zum einen sind diese meist billiger und flexibler. Zum anderen sieht ein kleines Bauunternehmen Ihren Auftrag als Großauftrag an, im Gegensatz zu größeren Bauunternehmen. Manchmal sollten Sie auch für Erstgespräche eventuell einen Thailänder Ihres Vertrauens vorschicken, um die Vorverhandlung zu führen. Warum? Ein Ausländer, speziell Europäer, wird manchmal in Thailand als vermögend gesehen; wenn dieser bauen möchte, wird erstmalig vielleicht ein höherer Preis als normal genannt.

Nehmen Sie Abstand von einem schlüsselfertigen Auftrag mit festem Auftragswert. Dies verhindert die Verwendung minderwertiger Baustoffe und auch schlecht bezahlte/ausgebildete Arbeiter. Freunden Sie sich mit einem meist nicht schriftlichen Vertrag an, wo Sie dem Bauunternehmen nur die Arbeitskraft zahlen. Alle Baustoffe kaufen Sie selbst und handeln natürlich die besten Preise aus. Dies bedeutet aber auch tägliche Überwachung und oft mehrmalige Lieferung von Baustoffen pro Woche. Für Subunternehmer, die zum Beispiel Deckenplatten legen, Fließen und sanitäre Anlagen einbauen und Elektriker sollten Sie sich auch auf die Empfehlung Ihres Bauunternehmens verlassen. Natürlich bekommt letzteres dann eine Provision vom Subunternehmer, aber meist stimmt dann auch die Qualität.

Baustoffhändler

Hier gibt es in Thailand alles nur erdenkliche und noch mehr. Toll ist zum Beispiel, dass oft in unmittelbarer Nähe kleine „Tante Emma“ Baustoffhändler sich befinden. Fahren Sie diese ab, machen Sie sich eine Preisliste mit den üblichen Baustoffen, die Sie benötigen. Vergewissern Sie sich, dass der Preis inklusive Anlieferung ist. Meist sind Dinge, wie Stahl, Sand, Kiesel, Zement, Bausteine, etc. billiger als bei den Platzhirschen in der jeweiligen Provinz. Allerdings sind auch hier oft erhebliche Preisunterschiede anzufinden, daher ist eine von Ihnen angefertigte Preisliste durchaus hilfreich.

Für Farben, Fliesen und sanitäre Einrichtungen lohnt sich aber oft der Besuch von überregionalen Baumarktketten, klicken Sie dazu auf die jeweiligen Namen, um zu deren Webseite zu kommen: HomePro, Global House, Boonthavorn, Thai Watsadu, Baan & Beyond, Dohome und viele mehr. Sind diese Vorort, ist oft auch die Lieferung inklusive. Zumindest aber können Sie mit den Preisen zu kleineren Baustoffhändler gehen, um eventuell einen noch günstigeren Preis auszuhandeln. Hierbei empfehle ich Ihnen auch diesen Beitrag: Vorteile einer thailändische Kreditkarte in Thailand

Was ich überhaupt nicht zu oft erwähnen kann, handeln sie was das Zeug hält. Es lohnt sich und gerade beim Hausbau sind schnell mal hunderttausend Baht und mehr Ersparnis drin.

Kostentabelle einiger üblicher Dinge beim Bau

Produkt oder DienstleistungKosten in Baht
Erdaufschüttung, eine Lastwagenfuhre (ca. 6 m3)300 – 500
Betonpfeiler, ca. 12 mlang, 25 x 25 cm, inkl. in den Boden rammen1.500 – 2.500
Architektenplan für 10 Mietswohnungen (Preis von 2013)20.000
1 x Sickergrube leeren400 – 600
10 x 5 m Swimmingpool, 1,30 m Tiefe, kompletter Bau, inklusive Technikab 900.000
25 kg Poolsalz130 – 160
Pumpen für Leitungs- und Regenwasserab 4.000
1 m3 Bausand400 – 700
1 m3 Kieselsteine400 – 600
Ziegelstein, klein, typisch, pro Stück2 – 2,5
Ytong, hohl, pro Stück4 – 6
Ytong, Hitzeschutz, pro Stück16 -22
1 Sack Zement 25 kg, pro Stück140 – 200
10 m Stahl 3 Hun = ca. 0,8 mm (Ein Inch, ein Hun oder doch nur ein Zentimeter)110 – 130
1 x 6 mStahlträger für z. B. den Dachstuhl400 – 600
laufender Meter Stahlbetonplatten (40 x 5 cm)90 – 140
4 m PVC Wasserrohr, 0,5 Inch, dicke Wand = bessere Qualität40 -60
4 m PVC Wasserrohr, 6 Inch, dicke Wand = bessere Qualität900 – 1.100
3.000 Liter Wassertank, 20 Jahre Garantieab 12.000
4 m Betonrohr 12 Inch, für Abwasser650 – 800
1 m2, 30 cm dicker Kälteschutz280 – 350
Allzweckfliesen pro m2ab 60
große Keramikfliesen pro m2ab 300
Marmorplatte, zugeschnitten und poliert pro m2ab 3.000
Dachziegel pro Stückab 7
1 m2 Bodenplanken, div. Farben, außen, Betonverbundstoff (1 m2 = ca. 40 kg)480 – 600
1 moderne Klimaanlage für einen 25 m2 Raum mit Einbauab 20.000
1 Durchlauferhitzer für die Duscheab 4.000
1 Badventilator mit Moskitoschutzab 1.800
1 Ventilatorab 500

Fazit

Etwas in Thailand bauen lassen, ein Haus, eine Mauer, eine von Ihnen erfundene Spezialkonstruktion, etc. macht Spaß. Persönlich macht es mir auch eine große Freude selbst Hand anzulegen, dies ist aber sicherlich nicht jedermanns Sache. Hausbau in Thailand ist geldbeutelschonend und befreiend, da keine Behördenkraken sich einmischen. Beides verleitet mich jedenfalls zum Ausprobieren und wenn es nicht passt oder gefällt, dann eben auf ein Neues. Ein bisschen ist bauen in Thailand, für mich als Ausländer auch: Same Same but different.

Noch kurz ein wenig eigene Werbung: Wollen Sie nicht bauen oder kaufen … meine Frau vermietet unter Baan Metawi voll eingerichtete Wohnungen nach europäischem Geschmack. Die weitreichenden Serviceleistungen für europäische Ausländer in Thailand sind gerade für Auswanderer und Überwinterer ideal. Schauen Sie doch mal vorbei.


Kokosnusspalme und Meer

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