Leben in Thailand
Chumphon meine Heimat, Auswandern ist nicht Urlabu machen, wer will schon ständig Urlaub machen

Warum ist Auswandern nach Thailand ungleich Urlaub machen?

Aktualisiert am 20. Oktober 2021

Über die Phase des Touristen in Thailand sind Sie schon hinweg. Jetzt wollen Sie auswandern oder zumindest sinnvoll überwintern. Machen Sie daher niemals den Fehler, Ihren Urlaub als Tourist in Thailand mit dem des Auswanderers gleichzusetzen. Wer möchte schon permanent Urlaub machen? Lesen Sie hierzu auch:

Wir trafen mal zufällig ein älteres Hamburger Ehepaar, welches sich über 3 Jahre zur Winterzeit immer ca. 3 bis 4 Monate in Thailand und dort in Hua Hin aufhielt. Sie mieteten für teures Geld, da absolute Hochsaison, eine Studiowohnung in einem Kondominium.

Die tägliche Routine der Touristen in Thailand war immer gleich eintönig: frühstücken, Strand, mittags Shopping Malls, essen, wieder Strand, Siesta in der Wohnung, dann Abendessen. Als wir sie trafen, meinten sie nur, dass sie jetzt das letzte Mal nach Thailand gekommen sind. Warum, da es ihnen zu langweilig wurde.

So oder ähnlich geht es vielen, ein nicht enden wollender langweiliger Urlaub als Tourist in Thailand. Um es mit einem wenig veränderten IKEAs Werbeslogan auszudrücken: Urlaubst Du noch oder lebst Du schon? Es ist nicht ausgeschlossen, sich in Touristenhochburgen in Thailand auf Dauer wohl zu fühlen. Jedoch meiner Meinung nach ist es dort viel schwieriger, als in Gegenden wo Thailand noch Thailand ist. Lassen Sie mich es am Beispiel von Chumphon, meiner Heimatstadt im Süden Thailands erklären.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Wo Thailand noch Thailand ist, ganz ohne Urlaub

Chumphon ist eine über Jahrzehnte gewachsene Stadt, welche hauptsächlich vom Ertrag aus dem Meer und Plantagenwirtschaft lebt. Arbeitslosigkeit ist eigentlich unbekannt und es gibt sehr viele kleine und mittelgroße Plantagenbesitzer. Die Erträge aus dem Verkauf von Palmöl, Kokosnuss, Kaffee und allerlei anderer Früchte, reicht voll zum Leben. Die Menschen hier treibt es nicht nach immer mehr und mehr. Zufriedenheit lässt sich auch an der großen Zahl von tagsüber in der Hängematte verweilenden Thais gut beobachten. Vielleicht interessieren Sie sich hierzu für folgende Beiträge:

Übrigens, es gibt mittlerweile 77 Provinzen in Thailand und der normale Tourist kennt vielleicht 8. 40 Millionen Touristen haben sich in 2019 zum allergrößten Teil in diesen 8 Provinzen aufgehalten.

Für Thailänder gemacht

Fast alle Geschäfte in Chumphon orientieren sich am Geschmack der Thailänder. Produkte in den Supermärkten, Restaurants und Märkten (siehe Beitrag: Markttag in Chumphon) entsprechen dem thailändischen Geschmack. Manchmal kann sich dies durchaus mit unserem überschneiden. Oft wird es uns, zumindest am Anfang, gewöhnungsbedürftig vorkommen.

Beispielhaft gibt es hier eine unendlich große Reis- und Soßenauswahl, viel weniger Milch, Wurst, Brot und Rindfleisch, dafür aber eine traumhafte Auswahl an Meeresprodukten, Früchten und tollem Gemüse. Alle Hautcremes, selbst von internationalen Marken, sind mit Weißmacher versetzt. Die Babypuderauswahl ist immens, da es jeder Thailänder täglich benutzt.

Wenig Ketten- und Filialbetriebe

Die Kettengeschäfte in Chumphon sind bis auf wenige Ausnahmen, zum Beispiel KFC, Starbucks oder Tesco, Thailändische. Dies ist auch nicht besonders schlimm, sie sind zwar für Europäer unbekannt, aber haben eine durchaus hohe Qualität. Viel wichtiger erscheint mir aber, dass es eben überhaupt nicht viele Kettengeschäfte gibt. Die meisten Läden sind lokal und daher einzigartig; für Sie bedeutet dies, dass es viel zu entdecken gibt.

In den Restaurants selbst gibt es manchmal bebilderte Speisekarten. Viele gute Gaststätten und Imbisse bieten ausschließlich auf Thailändisch an, da nahezu 100 % der Kunden Thais sind. Gäbe es Touristen, wären die Regale voll mit Waren für unseren Geschmack. Restaurant böten überteuerte 08/15 Gerichten an jeder Ecke an. Ein Alptraum, das reale Leben in Chumphon ist glücklicherweise ein Traum zum Auswandern, nicht unbedingt um Urlaub zu machen. Einen passenden Bericht habe ich während der Covid-19 Krise dazu mit dem Titel: „Covid-19, 2 Gesichter, 1 Land“ geschrieben.

Was bedeutet Urlaub mit Massentourismus in Thailand

Da Touristen, wie auch Überwinterer oder Auswanderer in Chumphon weiterhin eine Seltenheit sind, gibt es auch kaum eine wirkliche Touristeninfrastruktur. Hierzu zähle ich natürlich:

  • öffentliche Verkehrsmittel bis spät in die Nacht
  • internationale Flughäfen mit vielen Anbindungen
  • Einkaufstempel ohne Ende
  • internationales Nachtleben
  • Pizzabuden ohne Ende
  • Taxis rund um die Uhr
  • viele Auto- und Moped Vermietungen
  • Sprachschulen für Ausländer
  • Anwaltskanzleien, die in mehreren Sprachen werben
  • Gehwege zum Flanieren (Thailänder gehen kaum spazieren, siehe: Füße sind in Thailand nicht zum Wandern oder Spazieren gehen gemacht)
  • viele internationale Restaurants und Geschäfte, wie überall auf der Welt
  • permanente Werbung für Haus- oder Wohnungskauf mit Mondpreisen
  • Schilder in allen Sprachen außer Thailändisch
  • gefühlt mehr Massagesalons als Restaurants
  • Angebote für ausländische Touristen, da kein Thailänder es je kaufen würde
  • Auf thailändische Touristen wird kein Wert gelegt
  • Preise für vergleichbare Leistungen, die mindestens doppelt und meist noch erheblich teurer sind als hier in Chumphon, siehe Lebenshaltungskosten in Thailand.
  • Preisunterschiede für Urlauber (extra hoch) versus Einheimische
  • viele ausländische Residenten und entsprechende Mietangebote, siehe Wo wollen Sie in Thailand leben?
  • eine große Anzahl Thailänder, die im Tourismus arbeiten und daher auch passabel Englisch sprechen. Oftmals sind es auch Myanmaren
  • dies bedingt, dass viele Angestellte überhaupt nicht aus der Gegend kommen
  • natürlich viele 5 Sterne Hotels
  • Pauschaltouristen in großen Mengen
  • Hohes Verkehrsaufkommen und viele Staus, siehe: Der Straßenverkehr in Thailand = geordnetes Chaos
  • Bandenbildung und Kriminalität an und durch Ausländer
  • siehe auch: Knapp am Paradies vorbei, ist auch daneben

All dies gibt es hier in Chumphon nicht! Daher ist es für den verwöhnten Touristen keine gute Idee anzureisen.

Traumhaftes auswandern, kaum Touristen

Wenn Sie allerdings etwas zum Leben, also Auswandern oder Überwintern, suchen, ist Chumphon so ziemlich das Beste, was man in Thailand finden kann. Die Hauptgründe sind eben das Fehlen der Touristen und die negativen Auswirkungen dadurch, gepaart mit atemberaubenden Meereslandschaften, viel Natur pur und ein gesundheitsschonendes Verwöhnklima. Es gibt hier sehr viel, mit dem man sich beschäftigen kann, aber ein Liebe zum Meer und tropisches Meeresklima ist schon ganz hilfreich. Hier eine kurze Einstimmung:

Jetzt merkt man auch ganz schnell, wer hier nur im auf Urlaub ist und wer hier beginnt zu leben. Sprache lernen, auf Thailänder zugehen und soziale Kontakte suchen, steht ganz oben. In Märkten einkaufen gehen, selber kochen, sich Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände kaufen und nicht mehr aus dem Koffer leben sind gute Anzeichen, dass das schöne Leben beginnt. Hier einige passende Beiträge:

Eigenes Versagen, Thailand ist schuld

Es gibt viel Neues zu erkunden. Sie wollen eventuell für thailändische Kinder Englischunterricht umsonst anbieten oder sich sozial engagieren. Vieles davon ist in Touristenhochburgen schwierig, da oft eine freiwillige Ghettobildung der Nationen vorherrscht. Man geht dann als Deutscher/Schweizer zum Deutschen um die Ecke, redet nur mit andern Farangs. Thailändisch büffeln ist meist auch nicht angesagt, daher dann auch wenig thailändische Kontakte.

Viele wohnen zwar in Thailand, sind also kein Tourist mehr, aber leben hier nicht wirklich, sie haben ihr Leben dauerhaft auf Urlaub eingerichtet. Nicht selten versinken viele im Gemecker über jeden und alles und wie schlecht das Leben in Thailand ist. Glauben Sie nicht? Gehen Sie mal auf einschlägige Foren von deutschsprachigen Auswanderern in Thailand. Dies ist im Übrigen bei den englischsprachigen mindestens deckungsgleich.

Sie müssen mit Kopf und Herz nach Thailand oder jedes andere, von Ihnen ausgewählte Land, auswandern und ankommen. Finden Sie eine natürliche Neugier für Ihr neues Heimatland. Thailand macht es einem grundsätzlich sehr einfach, hierher auszuwandern. Sie werden sehen, dann klappt es auch mit dem Auswandern. Als Hilfestellung verweise ich gerne auf die Checkliste fürs Auswandern nach Thailand sowie die Checkliste fürs Überwintern.

Keine Kontaktprobleme

Anders als in manch anderen exotischen Ländern, wird hier einheimisches Leben nicht den meisten Touristen und Residenten vorenthalten. Teile der Dominikanischen Republik, Malediven, Bali, etc. sind die Negativbeispiele. Es ist in Thailand überhaupt kein Problem mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Die sprachliche Barriere muss Sie ja nicht mehr kümmern, da Sie ja eifrig bereits Thailändisch pauken. Mein Beitrag: „Thailändisch, kein Buch mit sieben Siegeln“ befasst sich genau damit.

Wir Farangs (der Beitrag: Baxida, Ja Muh und Farang klärt Sie über dieses Wort auf) sind, trotz steigender Anzahl negativer Beispiele, als Europäer gern gesehene Gäste in Thailand. Wie schon oft beschrieben, ist ein Leben nach der Devise: „in Rom mach es wie die Römer“ auf Dauer besser. Dabei sollten Sie versuchen ein bisschen zum Thailänder zu werden, ohne dass Sie gleich Ihre Herkunft verleugnen müssen. Mit der Zeit werden Sie merken, je intensiver Sie sich mit Thailand auseinandersetzen, desto stärker wird Ihre eigene Heimatkultur in Ihnen.

Mehr zum Thema Auswandern? … dann …

Kokosnusspalme und Meer

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… der Auswandern und Überwintern einfach macht.

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