Leben in Thailand
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Bier und Alkohol in Thailand – Same Same but different

Aktualisiert am 30. September 2022

Auf den ersten Blick erscheint alles, was Alkohol zum Trinken in Thailand betrifft, normal. Wenn man aber ein bisschen genauer hinschaut, dann ist es schon ganz lustig und typisch Same Same but different. Sonderbares gibt es beim Duty Free Einkauf, bei der Werbung mit Bier und vieles mehr zum Thema Alkohol in Thailand.

Auch hat Covid-19 wahrscheinlich überall auf der Welt für seltsame Regeln auch beim Thema Alkohol gesorgt und in Thailand gab es hierbei teilweise ganz lustige Konsequenzen. So wurden erst alle Bars für Monate in ganz Thailand geschlossen und Restaurants durften keinen Alkohol mehr verkaufen. Selbst auf Baan Metawi, unserem Zuhause am Golf von Thailand, konnten wir in 2021 über fast 2 Monate kein Bier im Supermarkt oder Großhandel kaufen.

Dann durften Touristen in 2021 wieder nach Thailand über Phuket einreisen und auf einmal durfte nur dort eine Barstraße wieder öffnen, da ausländischen Touristen doch unbedingt Alkohol brauchen. Nach Protest aus Bangkok und anderen Orten konnten Restaurants vereinzelt unter strengen Auflagen dann doch Alkohol verkaufen oder auch nicht und wenn doch, dann zum Beispiel nur in Plastikbecher oder mit weißen Papier abgeklebten Bierflaschen. Bars konnten wieder öffnen, wenn diese eine Restaurantlizenz beantragen würden, aber essen können Sie dort trotzdem nicht. Selbst als alles schon wieder erlaubt war, schenkte ein Restaurants bei uns am Golf von Thailand das Bier nur in Kaffeebecher aus. Hier noch einige passende Beiträge:

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 8 Minuten

Alleinstellungsmerkmal Vernunft beim Alkohol in Thailand

Thailand hat durchaus intelligente Gesetze zum Thema Alkohol, welche uns in Europa fremd erscheinen, aber vernünftig sind sie dennoch. Zum Beispiel am Tag vor und am Wahltag selbst ist es in Thailand verboten, Alkohol zu verkaufen. Ähnlich wie bei einer Wahl in Europa ist die Auswahl der Parteien und Politiker schwer ohne Alkohol ertragbar. Dennoch finde ich es eine durchaus noble Geste, seine Regierung im nüchternen Zustand zu wählen. Dieses Alkoholverkaufsverbot gilt im übrigen auch an buddhistischen Feiertagen.

Dies gilt auch beim Rauchen. Seit Jahrzehnten ist Thailand hierfür der Welt ein Vorbild. Und ganz aktuell ist Thailand zumindest in Südostasien Vorreiter mit Alleinstellungsmerkmal hierbei: Ganja, Hanf, Cannabis, Marihuana und Marihuanaöl in Thailand

Alkohol um 12 Uhr Mittags geht gar nicht

Grundsätzlich darf Alkohol im Supermarkt oder den mittlerweile (2022) gut 14.000 7/Eleven Läden nur zwischen 11:00 Uhr und 14:00 Uhr und dann wieder ab 17:00 Uhr bis Mitternacht verkauft werden. Wir sehen manchmal Thailänder oder Ausländer kurz vor 14:00 Uhr zur Kasse rennen, um gerade noch ein paar Fläschchen zu kaufen. Der Grund ist einfach, die elektronischen Kassen sind so eingestellt, dass ab z.B. 14:00 Uhr kein Alkohol mehr abgerechnet werden kann. Warum das ganze? Die Zeiten, wo Alkohol in Thailand gekauft werden kann, sind meist die Zeiten, wo Kinder und Jugendliche in der Schule sind.

Für Jugendliche ist es erst ab 20 Jahren erlaubt, Alkohol zu trinken. Im Umkreis von 300 m von Schulen und Universitäten darf nie Alkohol verkauft werden. Auch wegen des Jugendschutzes darf Bier oder sonstiger Alkohol in Thailand auch nicht online verkauft werden. Supermärkte in ganz Thailand dürfen auch keine Werbung für Alkohol machen, insbesondere nicht mit Sonderpreisen verkaufen.

Hotels, Bars, Restaurants sind von diesen Zeiten ausgenommen, solange der Alkohol nicht zum Mitnehmen gekauft wird. Ausnahme: In einer Bar können Sie Ihre angefangene Whiskyflasche mit nach Hause nehmen.

Auch ist es zu jeder Zeit verboten, an Tankstellen in ganz Thailand Bier und sonstigen Alkohol zu verkaufen. All die oben genannten 7/Eleven Shops verkaufen keinen Alkohol, wenn diese sich an einer Tankstelle befinden. Siehe hierzu auch:

Grundsätzlich bedeutet oft so viel wie eher selten

Werbung für Alkohol ist in Thailand so stark reguliert, dass es eigentlich zum Zwecke der Verkaufsförderung keinen Sinn ergibt, siehe hierzu Gedanken einer in Thailand ansässigen Anwaltskanzlei. Dennoch glaubt man eigentlich sehr oft Werbung für zum Beispiel Bier in Thailand zu sehen. Dies entpuppt sich dann meistens als Werbung für Wasser, kein Scherz!

Die beiden größten Brauereien in Thailand sind Boon Rawd Brewery bekannt unter den Markennamen Singha und Leo, sowie Thai Beverages, hauptsächlich bekannt unter Chang. Thai Beverage ist mittlerweile führend bei Bier in Thailand und einer der größten Getränkehersteller in Südostasien. Die drei bekanntesten Biere in Thailand, Singha, Leo und Chang verkaufen alle auch unter dem gleichen Namen und Logo Sprudelwasser in 0,33 l Glasflaschen. Warum würden die dies tun? Einzig wegen des Werbeverbotes von Alkohol wird am Golf von Thailand ausschließlich für Wasser geworben. Da das Logo und der Name dem Bier entspricht, muss man bei Werbung in Thailand schon genau hinschauen, damit einem klar wird, dass es sich um Wasserwerbung handelt.

In der Werbung beim thailändischen Whisky Regency geht es meist um Thailand und Tradition. Niemals sehen Sie eine Flasche Alkohol (ist ja auch verboten). Es ist fast wie Geschichtsunterricht, nur am Ende wird dann der Name eingeblendet, den die meisten Thailänder dann eher doch mit Alkohol in Verbindung bringen.

Auch bei den Zeiten, wo Alkohol in Thailand nicht verkauft wird, gibt es oft Ausnahmen. Viele Tante Emma Läden bzw. fahrende Händler halten sich oft nicht an diese Verbote. Wahrscheinlich wird darüber hinweggesehen, da die Umsätze im Vergleich zu Supermärkten und Großhändler eher gering sind. Siehe auch:

Duty Free Alkohol in Thailand bei der Ankunft

Überall auf der Welt können Sie bei internationalen Flügen (nicht Schengenraum) meist in einem Duty Free Laden auch Alkohol beim Abflug kaufen. Es wird zwar damit geworben, wie billig Duty Free angeblich sei, ist aber oft teurer als auf der Straße oder in dem Land, wohin Sie fliegen, nicht aber in Thailand. In Thailand ist ausländischer Alkohol, insbesondere Bier, Wein und Schnaps, mit hohen Steuern versehen und daher schon erheblich teurer als zum Beispiel in Deutschland. Dies kann schon mal bis 200 Prozent ausmachen.

In Bangkoks beiden Flughäfen können Sie bei Ankunft nach der Passkontrolle, im Bereich der Kofferausgabe, Duty Free Alkohol kaufen und dieser ist in der Tat dann erheblich billiger als sonst wo in Thailand. Dennoch gibt es natürlich eine Einfuhrhöchstmenge, wie fast überall auf der Welt. Zurzeit dürfen Sie maximal 1 Liter alkoholische Getränke nach Thailand einführen, siehe die Webseite des thailändischen Zolls. Natürlich zählt darunter auch die im Duty Free in Thailand gekaufte Menge.

Wie trinkt der normale Thailänder seinen Schnaps?

In Thailand gebrautes Bier ist relativ und absolut teurer als in den DACH Länder (D=Deutschland, A=Österreich und CH=Schweiz), daher für den normalen Thailänder schon ziemlich teuer. Gleiches gilt beim importierten Wein oder Whiskey. Wer gerne viel Alkohol in Thailand trinken möchte und wirtschaftlich zu kämpfen hat, wählt daher nicht das in Thailand gebraute Bier, sondern den Schnaps. Mekhong, SangSom, Hong Thong, etc. sind allesamt relativ billiger hochprozentiger, in Thailand gebrannter Alkohol. Daher dann auch für viele Thailänder erste Wahl in der Bar.

Wie wird dieser getrunken? Nicht pur, sondern ca. 1 Kappe (Schraubverschluss) Alkohol und der Rest des Glases wird meist mit Sodawasser aufgefüllt. Stark verdünnt werden viele Gläser pro Gast und Abend in Thailand getrunken und eine Liter Flasche ist dann auch schnell aufgebraucht. Wie im Beitrag: Bar, Zentimeter und Uniform in Thailand beschrieben, bringen viele Gäste den Alkohol mit in die Bar. Thailänder – ja, größtenteils Männer – geben auch gern an und machen dies dann öfters mit importierten Schnaps. Jeder hier weiß, dass es schnell auch mal der 5-, 10- oder noch mehr fache Preis fürs ausländische Gesöff ist und dies schmeckt man dann angeblich auch.

Beim Wein sind die Thailänder dann erfinderisch. Mittels eines internationalen Steuersparmodells, werden für die Weinproduktion taugliche Trauben aus Australien nach Thailand zu minimalen Einfuhrzöllen, da noch kein Alkohol, eingeführt. Der eigentlich Wein wird aber in Thailand gemacht und ist erheblich günstiger als Importwein. Zu Preisen allgemein, siehe nachfolgende Beiträge:

Betrunken, dann fahre nicht, sondern spiele Lotto

Es gibt viele Kampagnen in Thailand, um den Konsum von Alkohol zu reduzieren. Insbesondere im Straßenverkehr ist Alkohol ein großes Problem. Daher gibt es überall Straßenschilder mit der frei übersetzten Aufschrift „Betrunken, dann fahre nicht„. Rund 1 Drittel aller Unfälle auf Thailands Straßen gehen auf Alkohol zurück. Laut WHO sind ca. 75 % aller Verkehrstoten Mopedfahrer und hiervon 80 % Männer, viel davon unter 25 Jahre. Also auch die ideale Kundschaft für Alkohol und fehlendes „Street Smart“ in Thailand.

Irgendwie hilft dies nicht viel, obwohl seitens der Regierung sehr viel gemacht wurde, um die Straßensicherheit und -qualität stark zu verbessern. Im Moment wird überall im Land an sehr vielen Straßen eine Beleuchtung und Leitplanken angebracht und seit jeher gibt es viele Polizeikontrollen. Dennoch ist die individuelle Freiheit in Thailand viel stärker ausgeprägt als in Europa und dazu gehört dann aber auch die Freiheit auf Dummheit.

Alkohol hat wohl auch seine Finger beim Aberglaube in Thailand mit drin. Insbesondere bei Lottozahlen wird es dann schon sehr mystisch und wahrscheinlich nur im betrunkenen Zustand verständlich. Mehr Beiträge dazu und zum Straßenverkehr finden Sie hier:

Matt als Comic Freude

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Same Same but different
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Kokosnusspalme und Meer

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2 Kommentare

  1. Hallo Matt,
    danke für Deine interessanten Ausführungen. Zum allgemeinen Verständnis möchte ich vorausschicken, dass ich keinen Alkohol trinke und in Bayern somit fast ein Exot bin. Bei meinen sozialpsychologischen Studien sind mir auch in Thailand diejenigen nicht verborgen geblieben, die wie bei uns täglich zur Flasche greifen. Wer täglich zur Flasche greift, hat ein Abhängigkeitsproblem und dem hilft später leider nur ein medizinisch begleiteter Entzug. Alkoholabhängige Auswanderungswillige sollten vor ihrer Auswanderung diese medizinische Hilfe in Deutschland in Anspruch nehmen, Alkoholabhängigkeit ist eine anerkannte Krankheit und die Krankenversicherungen bei uns übernehmen die Kosten für die Behandlung. Wer sich erst in Thailand seine Alkoholsucht eingesteht, für den dürfte es zu spät sein, falls er die Kosten in einer internationalen Klinik in Thailand nicht bezahlen kann. Es ist oft sehr traurig, die vielen alkoholabhängigen Auswanderer in Orten wie Pattaya mit der Bierdose in der Hand abends irgendwo einsam am Stand sitzen zu sehen. Wem seine blauäugigen Träume in Thailand platzen, der ist besonders gefährdet noch tiefer in die Abhängigkeit des Alkohols als Seelentröster zu rutschen. Also, bleibt alle vorbeugend weitgehend trocken, denn Alkohol ist ein gefährlicher Begleiter. Gegen das eine oder andere Bier in der Woche ist nichts zu sagen, wer aber täglich zur Flasche greift, der sollte sich Hilfe suchen und wie gesagt, vor der Auswanderung.
    Grüße vom Bodensee
    Andre

    1. Danke Andre für den wichtigen Hinweis. In der Tat hab ich nichts bezüglich über Langzeitfolgen bei übermäßigem Alkoholkonsum geschrieben. Ich setzte bei jedem die eigene Vernunft voraus. Dies bedeutet für mich, es erst überhaupt nicht zur Abhängigkeit treiben, damit der Alkoholkonsum Genuss bleibt. In diesem Sinne Prost!

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