Leben in Thailand
Tintenfisch anglen in Chumphon Thailand

Tintenfische angeln in Thailand; eine kurzweilige Freizeitbeschäftigung

Wenn Sie schon mal Urlaub am Meer in Thailand gemacht haben, dann sind Ihnen nachts sicherlich die vielen, meist grünen Lichter auf dem Meer aufgefallen. Es handelt sich dabei um Fischerboote, die sich alle auf das Angeln von Tintenfischen spezialisiert haben. In ganz Thailand wird der Tintenfisch gerne gegessen und ist auch getrocknet und geplättet ein beliebter Snack für zwischendurch.

Die Fischerboote, von denen man nachts nur die grellen Lichter sieht, haben ausschwenkbare Arme, an denen eben meist grüne Lampen befestigt sind. Tintenfische ernähren sich von Plankton, welches dem grünen Licht folgt und Tintenfische folgen dem Plankton. So lässt sich dann der Tintenfisch relativ einfach angeln und fangen. Sogar vom Weltraum aus lassen sich die grünen Lichter gut beobachten; klicken Sie dazu hier. Übrigens, der Tintenfisch ist in Küstennähe im Golf von Thailand nicht gefährdet. In Chumphon sind es hauptsächlich kleinste bis mittelgroße Boote, die sich darauf spezialisiert haben. Lesen Sie auch:

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Lustige Vorbereitung fürs Angeln von Tintenfisch

Von unserem Anwesen, Baan Metawi, in Chumphon am Golf von Thailand, sind es gerade mal 2 km Luftlinie zum Meer. Gestern war es nun nach vielen Jahren mal wieder so weit und wir gingen Tintenfisch angeln, aber wie üblich in Thailand, lief alles Same Same but different ab, also typisch thailändisch.

Regelmäßige Leser dieses Blogs können sich vorstellen was mit „lustigen Vorbereitungen“ in Thailand gemeint ist. Mit europäischen Augen ist es gewöhnungsbedürftig, aber genau dies macht das Leben hier in Chumphon, Thailand so interessant. Es fing damit an, dass geplant war, zu siebt ein Boot für die Nacht zu chartern, um Tintenfische im Golf von Thailand zu angeln. Dann hat sich unsere Gruppe um weitere 7 Personen erhöht (Freunde von Freunden und deren Familienangehörige) und letztendlich waren es dann 25 plus 4 Besatzungsmitglieder. So ähnlich (un)planbar und typisch thailändisch ist es auch in den Beiträgen:

Wundersame Vermehrung

Warum diese neuerliche Vermehrung? Keiner weiß es so genau, wir hatten doch eigentlich das Schiff für uns gechartert. Man hätte aber auch darauf kommen können, da die Abfahrt eigentlich um 17:30 geplant war, um auch noch den Sonnenuntergang vom Meer aus bewundern zu können. 19:00 wurde es aber und angeblich warteten wir immer auf ein wichtiges Besatzungsmitglied, jedoch kamen mehr und mehr zahlende Passagiere. Natürlich könnte man sich jetzt aufregen, aber dies hätte jetzt auch nichts mehr gebracht. Zudem sei der Extrageldsegen dem Kapitän während Covid-19 gegönnt. Als Ausgleich war dann das Schiff auf einmal viel größer als ursprünglich vorgeschlagen und wir hatten das ganze obere Deck für uns. Insbesondere um Mitternacht war dies zum gemütlichen Einnicken ganz nützlich.

Wirklich lustig empfand ich nicht, dass wir uns mit viel Essen und Trinken für die Nacht auf See eingedeckt hatten, dies ist ja normal in Thailand, sondern dass zwei Freundinnen meiner Frau auch frischen Tintenfisch zuvor am Markt, siehe Markttag in Chumphon, jedes Mal ein Abenteuer, kauften. Warum glaubten einige nicht daran, dass wir beim Angeln von Tintenfisch Anglerglück haben könnten?

Meine bessere Hälfte hat indessen ca. einen halben Liter beste thailändische Soße zubereitet. Hierbei kommt ganz viel Chili, viel Knoblauch und ein wenig Korianderwurzeln in den Mörser und wird mit viel Limettensaft, Fischsoße und ein wenig Palmzuckerpaste abgeschmeckt. Je weiter südlich man sich von Bangkok befindet, desto schärfer wird auch die Soße. Hier geht es zu einem thailändischen YouTube Clip, in dem diese Soße zubereitet wird. Thailand verwendet sehr viele verschiedene Soßen und diese wird vorzugsweise für alles aus dem Meer, also auch Tintenfisch (roh, gegrillt oder frittiert) verwendet.

Tintenfische angeln erfordert Geduld

Hobbyangler bevorzugen hauptsächlich einen gewichtigen Hackenkranz, der einfach an einer Anglerschnur in Meeresbodennähe abrupt hochgezogen wird, wenn man glaubt, ein Tintenfisch hat den Hackenkranz berührt. Bei Anfängern sieht man dann ruckartige, nicht wirklich rhythmische Zuckbewegungen, die oft ins Leere führen. Natürlich geht dies auch mit einer Angelrute; bei beiden Methoden benötigt man aber keinen Köder, außer dem Hackenkranz, bei dem die Farben wohl auch den Tintenfisch anlocken.

Profifischer hingegen werfen geschickt spezielle kleine, sehr feine Netze aus. Diese senken sich ein bis zwei Meter ab und kurz darauf ist es gefüllt mit Tintenfisch, oder auch nicht. Hierfür wird aber das grüne Neonlicht ausgeschaltet und ein tiefdunkles rotes Licht eingeschaltet. Binnen Minutenfrist kommen dann die Tintenfische nahe an die Oberfläche. Ich habe jedenfalls im Internet keine Erklärung dafür gefunden, aber es funktioniert anscheinend sehr gut, anderweitig würden die vielen Fischer sicherlich nicht in diese gar nicht billigen roten Lichter investieren.

Einige von uns hatten überhaupt kein Glück beim Angeln und nahmen dann die per Netz gefangenen Tintenfische vom Kapitän gerne an. Diese wurden dann entweder sofort gegrillt oder roh, mit der herrlich scharfen Soße von meiner Frau, verspeist. Sie können sich vorstellen, dass von dem halben Liter am Ende nichts mehr übrig war.

Es hat Spaß gemacht, ob mit oder ohne Anglerglück war dann eigentlich egal. Allerdings die Wärme in der Nacht und das salzige Wasser des Meer gaben der Haut eine klebrige Schicht und jeder freute sich dann auf eine nächtliche Dusche und ich ganz besonders auf die Klimaanlage (siehe: Klimaanlage in Thailand, Fortschritt durch Technik).

Nachfolgende Fotos sind chronologisch

Ganz spannend empfand ich auch die kleineren und größeren Fischschwärme, die durch das grüne Licht im Wasser leicht zu erkennen waren. Viele einzelne Fische schwammen auch vorbei und ich hatte das Gefühl, dass das Meer wirklich gut besucht war. Der Kapitän meinte noch, dass ab und an auf den Fahrten auch Walhaie vorbeischwammen und er hatte auch ein Video parat. Dem Walhai ist auch bei uns am Strand von Pak Naam, ein Stadtteil von Chumphon, zusammen mit zwei jeweils ca. 2 Meter langen Garnelen aus Metall ein Denkmal gesetzt.

Interessant war noch bei der Heimfahrt um ca. 01:30 Uhr, dass ein naher 7-Eleven Laden (siehe auch: 7-Eleven in Thailand) noch geöffnet hatte. Eigentlich normal für einen 24/7 Laden, aber während Covid-19 ist nichts normal. Dieser sollte doch von 23:00 Uhr bis 06:00 Uhr geschlossen haben. Warum hatte er geöffnet? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht und mir ist es auch egal; meine Covid-19-Müdigkeit macht sich bemerkbar.

Am Morgen beim Frühstück um die Mittagszeit merkte ich immer noch ein gar nicht unangenehmes Schaukeln im Kopf. Wie sich herausstellte, hatten dies die meisten ein wenig mehr oder minder auch und im Laufe des Nachmittags verschwand das Gefühl auch wieder.

Matt als Comic Freude

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Kokosnusspalme und Meer

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