Leben in Thailand
Monsun, Regenzeit Thailand, tropisches Monsunklima

Monsun, pure Exotik und Regenzeit in Thailand

Welche Jahreszeiten gibt es in Thailand? Die kalte Jahreszeit, die nur im Norden und Teile des Isaan ein bisschen kalt ist. Im Süden Thailands beschert sie uns angenehme 25 °C bis 30 °C. Die heiße Saison, die im Nordosten Thailands, dem Isaan, eigentlich sehr heiße Dürresaison genannt werden sollte und obendrein überall nördlich von Bangkok staubtrocken ist. Oder die Regenzeit – Monsun – die aufgrund der Länge von Thailand (weit über 2.000 km vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt) zu ganz unterschiedlichen Zeiten stattfindet und bei uns über 6 Monate dauert. Im ganzen Land geht diese einher mit regelmäßigen Überschwemmungen. In Chumphon, am Golf von Thailand trifft die Regenzeit auf ein tropisches Monsunklima und ist sehr angenehm. So verwirrend die drei Jahreszeiten innerhalb Thailands sind, so ist es doch eher typisch untypisch, also Same Same but different. Passende Beiträge hierzu:

Wir leben auf Baan Metawi, unserem Zuhause südlich von Bangkok. Chumphon nennt sich die Provinz am Golf von Thailand und birgt viele Überraschungen, so auch beim Monsun. Klimatisch entspricht unsere Gegend einem tropischen Monsunklima. Offiziell geht alljährlich die Regensaison nach bzw. mit dem thailändischen Neujahrsfest einher (April in Thailand – heiß, nass und fröhlich). Für Chumphon und dem ganze Süden Thailands bedeutet dies meist erst mal einige Monate nur ein bisschen Regen.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 10 Minuten

Der Monsun, klingt nach Sehnsucht und Exotik

Jahreszeit ist die Übersetzung des ursprünglich arabischen Wortes Monsun. Heutzutage bedeutet es die Regenzeit in großen Teilen Asiens, so auch in Thailand. Wie unterscheidet sich die Regenzeit innerhalb Thailands? Beginnen wir mit Chumphon und dem Süden von Thailand. Hierbei empfehle ich Ihnen zum Warmwerden den Beitrag: Doping für Ihre Gesundheit.

Die Autofahrt von Bangkok nach Chumphon ist selbst heute noch immer etwas Besonderes. Die gut 500 km sind nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern man erkennt wie sich die Flora zum tropischen Grünparadies verändert – pure Exotik. Nach Hua Hin (ca. 200 km südlich von Bangkok), auf dem Weg nach Chumphon, wirkt das Grün der Pflanzen saftiger, nie ausgetrocknet und überall sieht man dichtbewachsene immergrüne Plantagen, Urwald und überall mein Sehnsuchtsbaum, die Kokosnusspalme. Der Unterschied ist aber am stärksten am Ende des thailändischen Sommers, der heißen Jahreszeit ca. März/April. Ab ca. Hua Hin Richtung Norden – insbesondere nördlich Bangkoks, erscheint die Fauna sehr vertrocknet und daher auch braun und kaum grün. Genau hier verläuft wohl eine Klimagrenze zwischen dem tropischen Savannenklima (klicken Sie hier) und dem tropischen Monsunklima (klicken Sie hier).

Das tropische Monsunklima in Thailand unterscheidet zwischen dem Süd West Monsun und dem Nord Ost Monsun. Ersterer bedingt teils heftigen Regen und Überschwemmungen zwischen Mai und November an der Andamanenseeküste – der Westküste. Der meist mildere Nord Ost Monsun entspricht der Regenzeit am Golf von Thailand – der Ostküste. Ab Juli merkt man bei uns die Regenzeit deutlicher und die Hochphase liegt zwischen November und Anfang Januar; im tiefen Süden bis Februar. Beiträge die sich damit befassen:

Monsun bedeutet oft auch Überschwemmungen in Thailand

Schaffe Schaffe Häusle baue, ist ein Beitrag über Bauen in Thailand, aber auch, wie sich die Regenzeit in Thailand seit Jahrhunderten im Baustil ausdrückt. Häuser wurden früher viel mehr als heute auf Stelzen gebaut, da es regelmäßig zu Überschwemmungen kam. Heutzutage wird mit großen Maschinen das ganze Bauland aufgeschüttet. Hiermit wird versucht dem Starkregen und den oft daraus resultierenden Überschwemmungen ein wenig Einhalt zu gebieten.

Die Jahreszeiten sind wohl in keiner Region extremer (eventuell aufgrund des Klimawandels), wie im Isaan. Nach der Trockenzeit, der heißen Saisons Thailands, kann der Boden kaum Wasser aufnehmen. Dies führt mit dem Einsetzten der Regenzeit zu Überschwemmungen, die sich jährlich nur durch ihre Heftigkeit unterscheiden. Über Jahrzehnte wurden in der Reiskammer Thailands (Isaan), wie auch im Norden riesige Staudämme errichtet. Zum einen für die Linderung der Dürre aber zum anderen um den Überschwemmungen ein wenig die Energie zu nehmen.

Die Klimaveränderung drückt sich auch durch El Niño aus. Über bis zu 15 Monate bedeutet dies weniger Regen als normal in Thailand. Für den Isaan bedeutete es 2020 die heftigste Dürre seit Generationen. Diesem folgt oft dann leider auch La Niña, was dann zu viel mehr Regen als normal in ganz Südostasien führt.

Was macht Thailand heutzutage gegen Überschwemmungen?

Bis 1989 gab es in Chumphon auch regelmäßig großflächige Überschwemmungen während der Monsun über den Golf von Thailand hinwegzog. Seitdem allerdings nicht mehr. Wahrscheinlich gibt es keine Region in Thailand, wo die Einwohner dem 2016 verstorbenen König Bhumibol von Thailand mehr Dankbarkeit erweisen, als hier in Chumphon. Aufgrund seiner damaligen Initiative wurde ein großflächiger Überschwemmungsschutz um Chumphon gebaut. Mehrere Meerwasserkanäle, riesige Hochwasserpolder und viele Wehre verhinderten seit dieser Zeit nennenswerte Überschwemmungen rund um den „Tha Taphao“ Fluss. Heutzutage sind gerade die Polder ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet.

Während Covid-19 wurde nochmals ein Gang beim Infrastrukturausbau zugelegt. Überall im Land wird zum Beispiel die Straßenkanalisation als punktueller Überschwemmungsschutz erneuert bzw. angelegt. In Chumphon wird der Fluss Chumphon mit 5 riesengroßen, im Bau befindlichen Wehren und vielen Begradigungen und Umleitungen gebändigt. Der Fluss wird auch für die Leitungswassernutzung fit für die Zukunft gemacht. Im Großraum Bangkok werden hunderte Milliarden für den Überschwemmungsschutz ausgegeben und hunderte weitere Projekte hierzu im ganzen Land.

Regenzeit in Chumphon, am Golf von Thailand

Zufälliger- und glücklicherweise (meine Frau kommt aus der Ecke) hat es mich nach Chumphon verschlagen, mit einem klar tropischen Monsunklima (siehe auch: Back Dich ins Glück). Die Regenzeit am Golf von Thailand ist mittlerweile die schönste Jahreszeit für mich und der November, wegen der angenehmen Winde, ganz besonders. Alles erscheint noch grüner und saftiger als ohnehin schon und gleichermaßen ist die Auswahl an Früchten und Gemüse noch sensationeller. Flora und Fauna leben auf und obwohl ganzjährig alles grün ist, ist die natürliche Farbenpracht noch intensiver. Eine herrliche aber auch furchteinflößende Jahreszeit am Golf von Thailand.

Ein tropisches Monsunklima bedeutet fast nie Temperaturen unter 25 °C tagsüber trotz Regen. Regenzeit am Golf von Thailand bedeutet aber nur selten Dauerregen. Der Himmel zeigt gerade in der Regenzeit wunderschöne Wolkenformationen und die Weitsicht ist sehr gut, da der Regen für sehr klare Luft sorgt. Die Temperaturen sind ohne Regen tagsüber schnell wieder über 30 °C.

Chumphon und die Nachbarprovinz Ranong liegen zwischen 2 Meeren und genau wo wir leben, ist auch die schmalste Stelle (ca. 40 km) zwischen dem Golf von Thailand und der Andamanensee. Es sind nur meine 10-jährigen Beobachtungen, aufgrund deren ich vermute (hoffentlich keine Hybris), dass uns die Lage zwischen 2 Meeren gemäßigtere Wetterverhältnisse ganzjährig beschert.

Da ich sehr viele Fahrradtouren unternehme, ist es in der Regenzeit normal, ein oder mehrmals anständig durchnässt zu werden. Die Bewölkung und die daraus niedrigeren Temperaturen lassen mich aber nicht so schnell austrocknen und 100 km pro Tour sind dann locker drin. Siehe hierzu auch:

Was ist noch typisch für die Regenzeit?

Zum Abschluss ein paar Bilder zur Regenzeit am Golf von Thailand


Kokosnusspalme und Meer

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