Leben in Thailand
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Kohle, Zaster, Schotter und wieviel?

Geld, das liebe Geld

Wenn es ums Auswandern geht, wird wahrscheinlich am allermeisten im Internet über das benötigte Geld geschrieben. Ist es doch sicherlich für viele auch des Pudels Kern, wenn es um die Machbarkeit des eigenen Lebenstraums geht. Wenn es tatsächlich so ist, dass man es sich nicht leisten kann, sollte man es akzeptieren. Sollten, müssten viele, aber diese glauben nicht an objektive Fakten und leben lieber einen Alptraum.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Finanzielle Realitäten nicht verdrängen

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass mittlerweile gar nicht wenig Deutsche, mehr oder weniger mittellos in Thailand leben. Die meisten Berichte hierzu lese oder höre ich aus Pattaya, zahlenmäßig leben auch die meisten Deutschen dort. Sie haben als Ausländer grundsätzlich keinen Anspruch auf welche auch immer geartete staatliche Fürsorge durch thailändische Behörden. Es ist nicht möglich, sich als Rentner der thailändischen Krankenversorgung anzuschließen. Halten Sie sich immer die Möglichkeit offen, für eventuelle unerwartete größere Ausgaben, schnell an Geld kommen zu können.

Sie haben weniger als ca. € 1.000 Rente und kein nennenswertes Geldvermögen in Thailand, dann rate ich Ihnen von Auswandern ab. Die negativen Erfahrungsberichte überwiegen bei weiten den positiven. Schweizer und Österreicher betrifft dies kaum, aber viele Deutsche bekommen für ein Arbeitsleben nicht mal € 1.000 im Monat. Die PDF Datei: Lebenshaltungskosten in Thailand gibt Ihnen schon mal einen guten Überblick, mit wie viel Sie rechnen müssen.

Ich empfinde es als Tragödie für deutsche Rentner. Es erklärt doch sehr einleuchtend das völlige Versagen unserer politischen, wie auch wirtschaftlichen Elite über Jahrzehnte. Ein Leben im Alter als Rentner in Thailand ist für viele deutsche Rentner nicht mehr bezahlbar. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es fast schon wieder unfreiwillig lustig. Hier sieht man allzu deutlich, was einen professionalisierten Politiker von deutschen Amateurpolitikern unterscheidet.

Nicht auf Kante nähen

Die thailändische Gesetzgebung bevorzugt selbstverständlicherweise die thailändischen Staatsbürger und nicht Ausländer. Der Bericht: „Thailänder haben Vorteile, keine Ausländer in Thailand zu sein“ befasst sich damit mehr.

Ausländer, insbesondere Europäer, können hier sehr günstig ein paradiesisches Leben führen. Ohne die nötigen finanziellen Mittel, ist dies aber wohl auch nur für Lebenskünstler zu schaffen. Allerdings machen denen dann die Voraussetzungen für ein entsprechendes Visum zu schaffen. Mein Bericht „Welches Visum passt zu mir“, sollte ein wenig weiterhelfen. Wollen Sie gleich Zahlen sehen, können Sie sich hier die PDF Datei Lebenshaltungskosten Thailand herunterladen.

Lebensqualität kostet auch Geld

Auch wenn Ihnen Zeitungs- oder Fernsehberichte etwas anderes erzählen; Sie werden schwerlich ein Leben wie ein normaler thailändischer Arbeiter führen können oder wollen. Zudem ist jeder Thailänder bereits krankenversichert. Die Erwartungen an eine Wohnung sind auch grundverschieden.

Auf Ausgehen, nicht den ganzen Tag in Ihrer Wohnung verbringen, und Hobbys will keiner verzichten, zumal Thailand ganzjährig ein Land für draußen und nicht drinnen ist. Öfters schön Essen gehen und in Thailand umherreisen wird, obwohl viel günstiger als Europa, mit der Zeit erhebliche Kosten verursachen.

Sind Sie Rentner, dann könnten der Beitrag: Bank, Rente und Steuern im Ausland, nicht unwichtig fürs Auswandern für Sie von Interesse sein.

Ohne Geld, kaum ein Visum

Sie wollen sich früher oder später ein Moped oder sogar ein Auto anschaffen. All dies ist schwerlich mit € 1.000 pro Monat und ohne Barvermögen zu bewerkstelligen. Ganz zu schweigen davon, dass Sie kein 1 Jahresvisum bekommen. Ersparnisse vom mindestens 800.000 Baht oder mehr als 65.000 Baht monatliche Rente sind die Voraussetzungen; siehe hierzu: „Welches Visum passt zu mir„. Dies bedeutet für Sie, alle 3 Monate das Land verlassen. Spätestens nach knapp 15 Monaten müssen Sie dann in Ihrem Heimatland ein erneutes Visum beantragen; dies alles kostet viel mehr Geld.

Es gibt einen starken Anstieg von negativen Nachrichten in Thailand über Touristen/Auswanderer aus vermeintlich reichen Ländern. Sie fallen insbesondere wegen nicht bezahlte Krankenhausrechnungen und Betteln auf der Straße auf. Dies hat bereits dazu geführt, dass Behörden bestehende Gesetze weitaus strikter anwenden als noch vor ein paar Jahren. Unter Umständen kann dies bedeuten, dass Sie bei Einreise nach Thailand Geld in Höhe von THB 20.000, egal welche Währung, vorweisen müssen. Dies liegt ausschließlich in der Hand des Zöllners, der Sie kontrolliert.

Eventuell versuchen Sie es erst einmal auf „Probe“, indem Sie mit einem Überwintern, siehe Checkliste fürs Überwintern, beginnen.

Wieviel Geld benötige ich in Thailand?

Dies hängt davon ab, wo Sie in Thailand leben und welche Mindestansprüche Sie haben. Auch ein wesentlicher, oft vergessener Faktor sind die Währungsschwankungen, lesen Sie dazu: „Geldwechseln, aber richtig“. Die PDF Datei: Lebenshaltungskosten in Thailand gibt Ihnen schon mal einen guten Überblick, mit wie viel Sie rechnen müssen.

Krankenversicherung

Zuerst benötigen Sie eine Krankenversicherung. Diese ist zwar nicht verpflichtend, aber es kann unter Umständen schon recht teuer werden. Insbesondere für private Krankenhäuser gibt es keine wirklichen Preiskontrollen und die Rechnungen können horrend ausfallen.

Je nach Alter und Police können Sie sich bereits für ca. € 43 pro Monat mit dem ADAC Auslands-Krankenschutz LANGZEIT für max. 2 Jahre und für ca. € 59 pro Monat mit dem Auslandskrankenversicherung „Basic Paket“ der Hanse Merkur für max. 5 Jahre versichern. Sehr wichtig: bei beiden Gesellschaften muss der Vertrag und auch der Gesamtbetrag vor Reisebeginn für die geplante Reisedauer abgeschlossen und bezahlt werden.

Nicht billig vor Qualität wählen

Wenn Sie hier aber Ihre neue Heimat gefunden haben, sind 5 Jahre schnell vorbei. Dann müssen Sie zurzeit als 60-Jähriger mit gut € 200 pro Monat für einen guten Schutz rechnen. Vergessen Sie die meisten thailändischen Gesellschaften hierzu, diese haben immer einen Höchstbetrag pro Krankheit; meist auch einen Höchstbetrag für ein Leben. Diese schließen viele Krankheiten aus und können eigentlich immer kündigen, wenn ein Versicherungsfall eingetreten ist. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen wird dies sehr schnell geschehen und geht dann für Sie ins Geld.

Sie können ohne Probleme einen hohen Eigenanteil wählen und eventuell auch auf ambulante Kostenübernahme verzichten. Thailand ist in der Tat sehr billig für ambulante Patienten und richtig gut. Der Preisunterschied zwischen einem staatlichen und einem privaten Krankenhaus ist gesetzlich kaum geregelt und die 20 fachen Kosten in einem privaten Krankenhaus sind kein Einzelfall. Staatliche Krankenhäuser variieren in der Ausstattung und Leistung sehr stark von Provinz zu Provinz.

In Chumphon habe ich aus eigenen Erfahrungen und von Familienangehörigen eine sehr hohe Meinung vom staatlichen Provinzhauptkrankenhaus und empfinde es als absoluter Laie als sehr gut ausgestattet und unglaublich günstig.

Mehr dazu im Blogbeitrag: Checkliste fürs Auswandern

Weitere Kostenbeispiele

  • Der Hauptkostenblock wird wohl auch hier die Miete sein. Nach oben gibt es keine Grenzen aber nach unten fast auch nicht. Mehr dazu: „Wo wollen Sie in Thailand leben?
  • Thailand ist kein Milchland, d.h. Preise für Milch, Käse und andere Milchprodukte sind ähnlich wie bei uns. Vielfalt, wie in Europa dürfen Sie nicht erwarten.
  • Alkohol ist teurer als in Deutschland, eine Flasche Bier (0,62 Liter) kostet ungefähr € 1,50
  • Wenn Sie Wert auf importierte westliche Waren legen, dann sind diese selbstverständlich teurer als in Europa. Allerdings gibt es auch viele westliche Waren, die in Thailand hergestellt werden, zum Beispiel deutsche Wurstwaren oder auch Backwaren. Die Preise sind okay, aber in Gegenden ohne Touristen nicht immer erhältlich. Schauen Sie doch einfach selbst mal auf die Webseiten zweier thailändischen Supermärkten, die viele westliche Waren verkaufen. Foodland und VillaMarket.
  • Bekleidung ist extrem billig und bestens für ein tropisches Klima geeignet. Selbst internationale Marken sind oft 30 bis 50 % billiger.
  • Kosmetische Artikel sind viel günstiger. Achtung: Cremes, auch internationale Marken, sind oft nur mit Weißmacher erhältlich. Vielleicht gefällt Ihnen hierzu: Me Too und Gutmenschen
  • Wenn Sie selbst kochen möchten, sind Zutaten wie Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, etc. viel günstiger. Viele Produkte, insbesondere Obst und Fisch, gibt es sogar in weit größerer Vielfalt als in Europa.
  • Gerichte von Imbissständen und fahrenden Händlern sind für rund € 1 zu bekommen. Es gibt eine große Auswahl und schmeckt meist super.
  • Preise auf Frischmärkten sind viel billiger als im klimatisierten Supermarkt, siehe Beitrag: Markttag in Chumphon, jedes mal ein Erlebnis. Trotzdem sind Supermarktpreise für uns sehr günstig
  • Einfache Restaurants in Chumphon sind nur wenig teurer als Imbisse. In Touristenzentren mindestens doppelt so hoch. Gibt es dann noch schöne Tischdecken, dann ist das Dreifache ein Schnäppchen.

Preise für Mobilität

  • Für Bahn, Flug, Busse und Minibusse benötigen Sie nur wenig Geld.
  • Importierte Autos sind meist erheblich teurer als in Deutschland, da eine Art Luxussteuer noch dazu kommt. In Thailand hergestellte Autos sind ähnlich teuer wie bei uns. Es gibt sehr viele Autofabriken in Thailand. Noch weniger Steuern bzw. gar keine fallen bei Elektroautos und natürlich bei den Pickups an. Hierzu empfehle ich den Beitrag: „Thailands eierlegende Wollmilchsau
  • Mopeds lassen sich sehr einfach und billig anmieten. Achtung: Ausländer sind häufig wegen fehlender Fahrerfahrung in Unfälle verwickelt! Selbstüberschätzung, Unkenntnis der lokalen Fahrweise und Alkohol tragen ein Übriges bei.
  • Der thailändische Führerschein sollte sie auf jeden Fall machen.

Ihr Geld wird bei Dienstleistungen richtig frohlocken

  • Dienstleistungen sind wohl in allen Bereichen und allen Ebenen viel billiger.
  • Männerhaarschnitt beim Barbier für weniger als € 2, Maniküre/Pediküre ähnlich.
  • Eine gesundheitsfördernde Thai Massage kostet bei uns in Chumphon € 3 bis € 4, in Touristengegenden mindestens das Doppelte, im 5 Sterne Hotel gerne auch € 200.
  • Hotelunterkünfte von einfach bis absolut luxuriös sind meist sehr günstig. Insbesondere in der Nebensaison zwischen Mai bis Anfang Dezember. Gar nicht selten ist dann eine Nacht im 5 Sterne Hotel für rund 80 Euro möglich.
  • Eine zuverlässige Haushälterin in Vollzeit kostet mindestens € 250 pro Monat.
  • Eine ausgebildete Pflegekraft in Vollzeit kostet um die € 600 pro Monat
  • Ein Facharztbesuch ist meist für unter € 10 möglich.
  • Professionelle Zahnbehandlungen sind extrem günstig und gut.
  • Alles Ambulante ist viel billiger und häufiger vorhanden, eine Terminvereinbarung ist nicht nötig.

Lebenshaltungskosten meiner Familie

Wir leben zur Zeit von weniger als € 1.400 pro Monat. Dies bedeutet, eine mittlerweile 5-köpfige Familie, häufige Restaurant- und Imbissbesuche und gelegentliche Kurzreisen. Ferner das Gehalt unserer Haushälterin, Nebenkosten, Internet, Benzin, Schulgeld- und Uniformen für 3 Kids. Strom für 4 Klimaanlagen und einer Poolpumpe sind auch inklusive. Alle Versicherung, ebenso meine freiwillige Krankenversicherung als Ausländer, sind dabei. Der Rest der Familie ist automatisch in der thailändischen Krankenversicherung versichert.

Zahlungen für Schuldzinsen oder Miete gibt es nicht. Wir zahlen alle Anschaffungen (Auto, Haus, Pool, große Reisen, etc.) ohne Kreditaufnahme. Das Geld dafür kommt aus unserem Ersparten bzw. aus Mieteinnahmen. Back Dich ins Glück befasst sich ein wenig mehr damit.

Meine Frau vermietet auch voll möblierte Wohnungen auf unserem Anwesen für Auswanderer und Überwinterer. Im Preis ist ein sehr umfangreiches Servicepaket enthalten. Die Ausgaben der Mieter über die Jahre waren mit allem meist zwischen € 1.000 und € 1.500 pro Monat ohne Krankenversicherung. Große Unterschiede gibt es auch wegen Währungsschwankungen. Hierzu empfehle ich Ihnen dringend den Bericht: „Geld wechseln, aber richtig“

Leben in Thailand

Ohne Frage, Thailand kann ein geldbeutelschonendes Leben bieten. Jedoch kann ich bei geringer Rente nur jedem stark empfehlen, mindestens 1 Million Baht, ca. € 27.000, als Erspartes und Geld für alle Fälle auf einem Bankkonto in Ihrem Namen in Thailand zu deponieren. Allein die dadurch gewonnene Erleichterung für Ihr Visum ist es wert.

Erst nachdem ich dem Geld keine oberere Priorität mehr eingeräumt hatte, wurde das Leben in Thailand für mich paradiesisch. Die Thailänder selbst tragen erheblich dazu bei. Folgende Beiträge nehmen sich diesem Thema mehr an:

  1. Baxida, Ja Muh und Farang,
  2. Mindestlohn Thailand sind Beiträge
  3. Wirtschaftswissenschaft, ein Oxymoron
  4. Thailänder haben Vorteile, keine Ausländer in Thailand zu sein
Kokosnusspalme und Meer

Leben in Thailand – Der Blog …
… der Auswandern und Überwintern einfach macht.

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