Leben in Thailand
mit dem Pick-up in den Norden von Thailand reisen - hier Phetchabun Provinz

Wenn jemand eine Reise tut …

Aktualisiert am 18. Mai 2022

… dann kann er was erzählen. Wenn aber 5 Biothailänder und ein Biodeutscher zusammen im Pick-up eine Reise in die Berge im Norden von Thailand planen, dann ist Schluss mit deutscher Organisation und der Spaß kann beginnen. Reisen in Thailand ist schon für Touristen aus dem Ausland interessant. Wenn man aber mal in Thailand lebt, dann wird einem erst mal die unglaubliche Vielfalt von allem klar. Covid hat es zwar ein bisschen verschoben, aber Thailand hat die Pandemie im Griff und daher ist Reisen in Thailand, oder wie ich es nenne: Urlaub vom Urlaub gerade jetzt noch ohne Massentourismus ideal.

Die Vorbereitungen

Vorbereitungen für Reisen begannen, wie auch dieser Roadtrip in nächtlichen Sitzungen auf Baan Metawi, unserem Zuhause in Chumphon, am Golf von Thailand. 2 Schulfreundinnen meiner Frau und deren 2 schlechteren Hälften wollen mal wieder in den Norden Thailands reisen. Ähnlich wie letztes Jahr, nur halt anders: Same Same but different eben.

Wie üblich brachten alle Bier und Essen mit und neue Routen für Reisen mit dem Pick-up im Norden von Thailand wurden besprochen, verworfen und es wurde eine Abkürzung, die ca. 1.500 km länger ist, in Erwägung gezogen. Nein, ich bin nicht betrunken, aber Thailänder haben einen anderen Rhythmus, wenn es ums Reisen geht. Niemals länger als eine Nacht am selben Ort und keine Vorausbuchungen, sondern sich überraschen lassen. War zwar bei mir, dem Farang in der Runde, anfangs gewöhnungsbedürftig, ist es nun liebgewonnener Bestandteil nicht nur beim Reisen innerhalb von Thailand, sondern überall.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 8 Minuten

Phetchabun, der Süden des Nordens von Thailand

Beinahe hätte meine Herzallerliebste und ich unsere Reise in den Norden von Thailand alleine antreten müssen; warum? Ein Ehepaar betreibt eine Bar in Bangkok und hatten diese nach 8 Monat Covid-19 Zwangspause letzte Woche wiedereröffnen dürfen. Auch verkürzte sich unsere Reise um einen Tag, da dieses Ehepaar auch ihre Durianplantagen in Chumphon punktgenau düngen musste. Das andere Ehepaar hatte kurzfristig einen wichtigen Termin beim Bauamt bekommen. Schnell wurde typisch thailändisch umorganisiert und alle konnten mit gut einem Tag Verspätung die Reise antreten. Wir mussten allerdings dabei ein paar Stunden im Stau in Bangkok verbringen und kamen dann in der Provinz Phetchabun um 01:00 Uhr an. Hier noch einige passende Beiträge:

Jetzt bewährte sich auch erstmals unser Allrad Pick-up, er machte das Reisen in den Norden von Thailand, der thailändischen Alpenregion, zum Vergnügen. Ein wahres Vergnügen war auch diese Provinz, von ausländischen Touristen kaum berührt, aber thailändische lieben diese. Ein Spitzentempel fürs Auge, er erinnerte mich sehr an Gaudi’s Barcelona und eine sehr angenehme Bergregion. Rückblickend auf unsere Reise hat mir die Provinz Phetchabun mit dem Tempel: Phrathat Pha Son Kaeo und der Bergregion Khao Kho am besten gefallen. Lange Rede, die Bildausbeute war ganz ansehnlich.

Täglich in eine andere Provinz im Norden von Thailand reisen

Insgesamt haben wir in 6 Tagen genau 3.548 km mit dem Pick-up in den Bergen im Norden von Thailand zurückgelegt. Die Serpentinen, die mit jeder Alpenhöhenstraße in Europa mithalten können, waren ideal für den Pick-up und gefühlt 90 % aller Thailänder dort wählten diese eierlegende Wollmilchsau. Natürlich ist der hohe Norden Thailands das Zentrum der Bergwelt und Chiang Mai und Chiang Rai sind auch den meisten internationalen Touristen bekannt. Dennoch ist gerade die Region um die Provinzen Phetchabun, Tak, Lampang, Lamphun, Nan und Sukhothai ideal, um im Norden Thailands zu reisen. Kein Massentourismus, viele kunstvolle Tempel und eine klasse Bergwelt warten auf Sie. Ideal zusammengefasst für diese Gegend, passt das Motto der Provinz Nan: Slow Live in Nan

Auffällig für mich, der im Süden Thailands lebt, waren dann doch die Tempel, die kunsthandwerklich filigraner und auch schöner als im Süden sind. Chiang Rai soll ja diesbezüglich noch schöner sein und wir werden in Kürze uns diese Provinz mal genauer anschauen. Es ist ja auch nur ein Katzensprung von Chumphon, gerade mal 1.400 km einfach und ohne Umweg 555.

Reisen in den Norden Thailands ist auch kalt

Thailänder zogen sich bei nächtlichen 17 Grad Jacken, Handschuhe und Mützen zum Abendessen im Freien auf, was mich in meinen kurzen Hosen und T-Shirt ein wenig deplatziert wirken ließ. Trotzdem bin ich die Kälte auch nicht mehr wirklich gewöhnt und die Nacht im Zelt war schon auch knackig kalt. Aber so ist dies nun mal, wenn man 12 Monate im Jahr von der Sonne und angenehmen 30 °C verwöhnt wird, nimmt die eigene Temperaturtoleranzgrenze zumindest nach unten hin ab.

Anstelle von Opium gibt es Erdbeeren und Zelte

Wer kennt es nicht, das Goldene Dreieck, die Grenzregion zu Myanmar und Laos, wo der Drogenhandel blühte und teilweise noch blüht und sich eine ganze Armee (Khun Sa) im Dschungel versteckte. Wir hatten es zwar diesmal nicht bis nach Chiang Rai (der thailändische Teil des Golden Dreieck) geschafft, werden dies aber sicherlich in Kürze nachholen. Die vielen Bergvölker, die in den Bergen im Norden von Thailand leben, können heutzutage sehr auskömmlich vom Tourismus und Obst-/Gemüseanbau leben. Früher war es oft das Opium in Form des Schlafmohns, was für eine Auskommen diente. Dies hat König Bhumiphol, Rama IX, durch seinen unermüdlichen, jahrzehntelangen Einsatz für seine Thailänder durch unzählige königliche Projekte erfolgreich zum Besseren gewendet. Es hat sich gelohnt und aus einem Problem wurde ein erfolgreiches Wirtschaftsmodell geschaffen.

Teilweise wurde sogar der ertragreiche Anbau von Obst und Gemüse durch noch ertragreicheres Aufstellen von Zelten überboten. Thailänder, besonders Bangkoker und die aus dem Süden kommen, wollen gerne in der Bergnatur übernachten. Hier dazu ein passender Bericht in der BangkokPost. Zeltmieten werden preislich sogar teurer angeboten als Hütten und normale Zimmer. Die ganze schicke Ausrüstung für Himalayaexpeditionen, die in den Megaeinkaufszentren in Bangkok gekauft wurden, muss sich doch lohnen. Mich hat es ein wenig an meine erzwungene Bundeswehrzeit in Mittenwald erinnert, wo insbesondere Holländer mit Hochgebirgsausrüstung 100 Meter hohe Hügel erfolgreich erklommen haben.

Ein bisschen meckern muss ich auch … so issa halt der Bub

Früher konnten wir auch erfolgreiche Wirtschaftspolitik machen. Wir hatten zwar keinen König, aber durch kluge Politik erstarkte auch unser weltweit einzigartiger Mittelstand. Durch politische Mietmäuler ohne besonderen Qualifikationen hat sich Deutschland schon lange von einer klugen Wirtschaftspolitik verabschiedet. Wir gewähren lieber Großkonzernen eine gezinkte Marktwirtschaft, als sich um die Mehrheit der wirklichen Unternehmer zu kümmern, die auch die Mehrheit der Menschen in unserem Land anstellen. Aber es gibt ja zum Glück keine Bestechung in Deutschland. Jedoch haben wir Frau Baerbock, die es als wichtigste außenpolitische Maßnahme zurzeit sieht, den am Starnberger See bzw. manchmal auch in Garmisch lebenden König in die juristischen Schranken zu weisen, in der er sich auch seit Jahren freiwillig bewegt. Hierzu passende Beiträge:

Lustige Fahrzeuge während unserem Trip in den Norden

Der Straßenverkehr Thailands ist berühmt für seltsame Fahrzeuge und insbesondere deren Ladungen. Die Straßeninfrastruktur ist allerdings weltmeisterlich. Thailands Straßen sind so, wie wir es für uns in Deutschland gern hätten. Gebaut wird viel, schnell und effizient; als Ergebnis kommen im Norden phantastische Bergstraßen und riesige Stauseen heraus. Siehe hierzu auch:

Ein paar Bilder sind mir auch diesmal gelungen.

Was war sonst noch?

Natürlich war es klasse wieder im eigenen Bett zu liegen. Obwohl es aber ein toller Urlaub vom Urlaub war, wurde ich wieder mal darin bestätigt, dass mein paradiesisches Leben in Chumphon kein Wunschdenken von mir ist. Die Kälte und das Fehlen von Meer und Küste im Norden von Thailand lässt mich mein Paradies am Golf von Thailand gleich noch mehr schätzen.

Was sich aber auch wieder gezeigt hat, Sprachkenntnisse sind das Fundament um in Thailand anzukommen. Dies bedeutet auch, dass ich mit dem ständigen thailändisch lernen nicht schludrig werden darf. 5 Biothailänder haben mir während mehr als 3.500 km Autofahrt gezeigt, dass Wortspiele und Wortwitz in der thailändischen Sprache viel mehr verbreitet ist als zum Beispiel in Deutsch. Um da mithalten zu können, dauert es noch Jahre … aber Zeit haben ist absolut kein Problem bei mir. Lesen Sie hierzu auch:

Matt als Comic Freude

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Same Same but different
… das Lebensmotto schlechthin für den „Thai way of life“


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Kokosnusspalme und Meer

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2 Kommentare

  1. Zum Thema Reisen.
    Mal ein kurzer Beitrag zum Reisen ins südliche Thailand, Mitte Februar 2022.
    Seit dem ich vor 2 Jahren durch die gerade ausbrechende Pandemie in Myanmar gestrandet bin (damals konnte man noch mit einigermaßen guten Gewissens- politisch gesehen- das Land bereisen), war ich dieses Mal bei der Reiseplanung etwas vorsichtiger. Es hing ja eh fast alles an den PCR – Tests vor der Abreise in Deutschland und der vorgeschriebenen Test & Go Prozedur in einem Hotel in Bangkok. Glücklicherweise hatten wir schon im November 2021 den Thai Pass beantragt, was die Sache dann doch wesentlich erleichtert hat.
    So war ich gezwungen, meinen ersten Aufenthalt in der Khao Sok Area relativ kurzfristig zu buchen. Los ging es mit dem Flugzeug von Khon Kaen über Bangkok Don Mueang nach Surat Thani.Ich war sehr erfreut über die Disziplin der ausschließlich thailändischen Fluggäste, was das Maske tragen anbelangt. Das haben wir auf dem Hinflug von Europa ganz anders erlebt, ohne das die Kabinencrew dagegen eingeschritten ist. Auf ein Sammeltaxi von Surat Thani zum Resort im Khao Sok National Park habe ich sicherheitshalber verzichtet. Dort angekommen war ich erstmal total begeistert von der einmaligen Lage, mitten im Dschungel zu wohnen ist auch für mich als viel Reisender keine Alltäglichkeit. Sowas hatte ich bisher nur im Amazonasgebiet erlebt.
    Verwundert war ich über den vielen Regen, lt. den Einheimischen durchaus ungewöhnlich zu dieser Zeit. Der Vorteil waren relativ kühle Nächte, so das ich die nicht vorhandene Air Con in meinem Bungalow keinesfalls vermisste. Als Programm während dieser 6 Tage im Resort hatte ich mir eine Bird Watching Tour und einen vollen Tagestrip zum Cheow Lan Lake ausgesucht.
    Dieser beinhaltete auch eine Wanderung durch die Nam Ta Lu Cave. Um ehrlich zu sein, die 500 m lange Wanderung durch die Höhle habe ich etwas unterschätzt und war auch nur suboptimal von mir vorbereitet. Auf dem Weg zur Höhle durchwandert man einen der ältesten Regenwald der Welt. Ein super Erlebnis, solch eine unberührte Natur gibt es nicht so oft. Dazu gehören dann auch die Blutegel ( Ta auf Thai), die einen gerne am Wegesrand auflauern und anspringen. Man bemerkt den Biss kaum und empfindet auch keine weiteren Schmerzen. Ein Exemplar habe ich erst beim Ausziehen der Schuhe bemerkt. Die kleine Wunde hat ordentlich geblutet, da die Tiere einen Blutverdünner absondern. Reisst man die Tiere von der Haut, übergeben sie sich in die Wunde, habe ich irgendwo gelesen. Optimalerweise schnippt man sie mit dem Finger weg. Hier ist also entsprechende Beinbekleidung zu empfehlen, für die empfindlichen Gemüter. Wir hatten eine junge Dame in der Gruppe, die ziemlich panisch reagiert hat.
    Der Höhleneingang ist ziemlich klein und eng. Durch die Höhle fliesst ein kleiner Fluss, den man stromaufwärts durchwandert. Erst kurz vor Betreten wurde uns mittgeteilt, das wir mit Schwimmeinlagen rechnen müssen. Das hatte ich nicht eingeplant. Glücklicherweise hatte der Tour Guide eine Dry Bag dabei, so das unsere Smartphones, Kameras etc. trocken blieben. In der Mitte der Höhle gibt es geflutete Stellen die durchaus 2 m tief sind. Auch hier gibt es sehr enge Felsformationen, die einer Gruppe im Oktober 2007 zum Verhängnis wurden. Sie hatten sich während der Regenzeit in die Höhle gewagt und nicht bemerkt das draussen sehr starker Niederschlag eingesetzt hatte. Die Sturzflut hat die Höhle sehr schnell mit Wasser gefüllt und die 6 Touristen und die beiden Tour Guides sind ertrunken. Nur ein 17-jährige Engländerin konnte sich damals retten. Für mich ist klar das ich die Höhle niemals während der Regenzeit betreten würde!!! Dieses Gefühl bekommt man aber erst wenn man dies Durchquerung hinter sich gebracht hat. Im Inneren kann man ungewöhnlich schöne, mächtige Stalaktiten und Stalagmiten bewundern. Auch Handteller große Spinnen und Fledermäuse leben in dieser dunklen Welt.
    Der Höhlenausgang ist um ein vielfaches größer und endet wieder im Regenwald. Von dort sind es nochmal gut 3 km zurück zum Bootsanleger inkl. aktiver Blutegel. Nach der Rückkehr hatte ich mich erkundigt, die kleine Bisswunde ist zwar lästig aufgrund der Blutungen aber nicht infektiös. Trotzdem habe ich ein Wundspray aufgetragen. Die Tour hat insgesamt 12 h gedauert, inkl. der Bootsfahrten und Mini Bus Transport. Man sollte wirklich einigermaßen vorbereitet sein, aber die Sache ist es wert. Die aufregende Natur entschädigt für alles.
    Hier noch eine kleine Check list für die nächste Höhlenwanderung:
    – Beinschutz gegen Blutegel
    – Solides Schuhwerk (sehr unwegsames Gelände, eine Bänderdehnung ist kein Spass)
    – Trockene Kleidung zum Wechseln
    – Schwimmbekleidung
    – Wundspray
    – Dry Bag für die Utensilien (kann man evtl. im Resort ausleihen)
    – Trinkwasser

    br Joachim

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