Leben in Thailand
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Mangroven; die wahre Lunge der Erde

Vereinzelte Mangroven schauen lustig, auch sonderbar aus, aber ein Mangrovenwald ist ein Augenschmaus und kann täglich von mir in Chumphon, Thailand genossen werden. Viel muss dabei nicht getan werden, einfach auf unserem Anwesen, Baan Metawi, die Türe zum Meerwasserkanal aufmachen und einige Arten der Mangroven, diese Wunderwaffe gegen Klimawandel, sind überall sichtbar. Mangroven sind die wahre Lunge unserer Erde und zumindest in Thailand werden sie nicht nur geschützt, sondern auch kräftig aufgeforstet.

Wir haben selbst sogar mal einen Mangrovenbaum im Kanal angepflanzt und binnen 3 Jahren ist er von ca. 50 cm zu einem 4 Meter hohen Baum angewachsen. Direkt neben der natürlich gewachsenen Nipapalme, die botanisch verwandt mit Mangroven ist. Wollen Sie sehen was auf unserem Anwesen sonst alles noch wächst, dann klicken Sie auf diesen Beitrag: Baan Metawi, dort, wo der Pfeffer wächst.

Was sind eigentlich Mangroven? Es sind tropische, immergrüne Sträucher und Bäume verschiedener Pflanzenfamilien, die dort wachsen, wo andere Pflanzen keine Überlebenschancen haben – insbesondere im Salzwasser. Sie sind nicht nur weltmeisterlich bei der CO2 Bindung, sondern bieten Lebensgrundlage für sehr viele Land- und Wassertiere, die anderswo nicht oder kaum anzufinden sind. Für Menschen sind sie ein natürlicher und extrem guter Schutz gegen Überschwemmung durch Meerwasser und auch Einkommensquelle für Millionen. Bei der Diskussion hinsichtlich Klimawandel führen allerdings Mangroven ein Schattendasein; nur warum? Eventuell interessiert Sie auch dieser Beitrag: Tolle Neuigkeiten gegen Dengue Fieber

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 11 Minuten

Mangroven, die Lunge der Erde und unterschätzter Weltmeister beim Klimawandel

Seit 2009 lebe ich in Chumphon, Thailand und irgendwie ist mir die Masse an Mangroven in letzter Zeit gar nicht mehr aufgefallen. Erst ein Artikel von Euronews in dieser Woche hat mich Mangroven von einer ganz anderen Seite sehen lassen. Mehrere Quellen, siehe auch hier und hier, berichten übereinstimmend, dass Mangrovenwälder weltweit weniger als 1 % der Oberfläche ausmachen, aber mehr Kohlenstoff im Vergleich zum tropischen Regenwald binden. Mangroven sind die wahre Lunge der Erde und für den Klimawandel in vielerlei Hinsicht entscheidend.

Thailand ist zwar flächenmäßig bei den Mangroven in den Top 10 Ländern weltweit, jedoch mit sehr großem Abstand zu Indonesien, welches ca. 20 % aller Mangrovenwälder hat. Indonesien mit seinen Mangroven bildet sozusagen das Zentrum der Lunge der Erde. Trotzdem macht Thailand vieles richtig beim Schutz der Mangroven und insbesondere bei der Aufforstung. Herrlich zu sehen in unserem Nationalpark um die Ecke, der auch einen sehr großen Mangrovenwald beinhaltet.

Interessant dabei ist, dass in stillgelegten Garnelenfarmen bei uns in Chumphon, Thailand Mangroven wachsen, obwohl in den Medien darauf hingewiesen wird, dass dies gar nicht mehr geht! Der Blog vom WWF haut sogar noch weitere Märchen hinaus ohne groß nachzudenken. Laut deren Berechnungen sind in Südostasien mehr Mangroven abgeholzt worden, als es je gegeben hat, wirkliche Rechengenies. Weiterhin behaupten sie noch, dass Mangroven abgeholzt wurden, um Reis, Palmöl und Garnelenfarmen anzubauen. Mangroven sind die Schnittstelle zwischen Meer und Land und sie lieben Salzwasser. Reis hat null Chance, in so einer Gegend zu gedeihen. Aber für den WWF spielt dies keine Rolle, einfach mal Lügen (Reis), Halbwahrheiten (Palmöl) und Wahrheiten (Garnelenfarm) vermischen, dann klingt alles dramatischer.

per Kajak Chumphon Mangroven Wald und Sätzlinge Thailand
Die Holzpfähle dienen als Schutz für Setzlinge

Ein paar über die Jahre aufgenommene Bilder von Mangroven in Chumphon, Thailand

Meist wurden die Fotos bei Kajaktouren in unserer Gegend gemacht. Eben bei solchen Touren hat man ein ganz tolles und erhabenes Gefühl. Es ist wirklich einzigartig schön und die Ruhe ist schon sehr ansteckend. Es ist ein Traum, in die kleinen natürlichen Kanäle zu fahren und die Tierwelt zu beobachten. Wenn Sie je die Chance haben, sollte Sie so eine Bootstour mal machen. Es wird sicherlich ein Highlight Ihrer Reise sein.

Speziell für diesen Beitrag gemachte Bilder über Mangroven in Thailand

Es hat mir keine Ruhe gelassen und so bin ich gestern mit dem Fahrrad zu den Rändern unseres Mangrovenwalds gefahren. Hierzu muss man wissen, dass es kaum Straßen bzw. Feldwege dort gibt. Die Tour an sich war schon wieder sehr exotisch und die Temperaturen zurzeit haben mir ziemlich zugesetzt (siehe: April in Thailand – heiß, nass und fröhlich).

Mangroven sind geschützt, da Thailand aktiv seit vielen Jahren auch durch Schutz und Aufforstung versucht den Klimawandel abzudämpfen. Auch bedrohte Lebewesen sind auf den Mangrovenwald angewiesen. Die Menschen, die dort leben, sind meist Fischer und leben im, mit und durch den Mangrovenwald seit Generationen. Thailand schützt ungefähr das 10-fache seiner Fläche (Nationalparks, etc.) verglichen mit Deutschland. Jedoch vermarktet sich Deutschland als umwelt- und klimaschonendes Land – der Schein trügt im gesamten schon sehr.

Ich hatte Glück gestern, denn ich traf ein dort ansässiges Ehepaar, welches in seiner Freizeit Mangroven Setzlinge im Meer aufzieht, um diese an unseren hiesigen Nationalpark zu verkaufen. Dieser wiederum pflanzt seit Jahren tausende neue Mangroven an. Da ich den beiden von unserem Meerwasserkanal erzählte, gaben sie mir ein paar Setzlinge, nebst Pflanz- und Pflegehinweise, um diese bei uns anzupflanzen.

Ein wunderbarer Kreislauf; einfach aber sehr effektiv. Es ähnelt doch sehr der natürlichen Muschelzucht im Golf von Thailand: siehe dazu den Beitrag: Bambus und Muschelfarm in Thailand. Jetzt aber erst mal die Bildausbeute von gestern:

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Mangroven Setzlinge für den Nationalpark

Warum wird hauptsächlich nur Schlechtes berichtet?

Vielleicht bin ich ignorant und habe einfach nicht mitbekommen, dass Mangroven mehr CO2 als andere Bäume speichern. Trotzdem bringen Internetsuchen ein ganz anderes Bild zum Vorschein. Natürlich sind die Bilder des Amazonas, der offiziellen Lunge der Erde, überall. Warum aber nichts Positives von Mangroven in Thailand und anderswo, beim Kampf gegen den Klimawandel zusätzlich berichten?

Nehmen wir das Beispiel Palmöl, siehe Paradebeispiel Palmöl, es wird von Europa durch viele Halbwahrheiten verteufelt. Hauptsächlich werden dabei immer Thailand, Malaysia und Indonesien genannt. Warum versuchen europäische Medien nicht einmal, in die Schuhe dieser südostasiatischen Länder zu schlüpfen (siehe auch: Südostasien, was bedeutet dies eigentlich? und Wenn Weltpolitik nach Chumphon kommt)? Blöde Frage, ich weiß.

Heuchelei des Abendlandes

Wir messen immer den Ausstoß an CO2 aber nicht die Bindung. Die westliche Welt hat nicht viel CO2 Bindung, da deren Wälder schon größtenteils abgeholzt wurden und industrielle Landwirtschaft nur zerstört und für nichts gut ist. Dann lieber doch mit dem Finger auf andere zeigen, als tatsächliche Veränderung einzuleiten. Südostasien scheint dabei oftmals der Sündenbock zu sein.

Würde man aber ehrlich Bilanz ziehen, wäre Indonesien beim Klimaschutz auf einmal noch viel weiter vor jedem Land in Europa, da die CO2 Bindung durch Urwald, Mangrovenwald und riesige Palmöl- und andere Plantagen enorm ist. Wenn ich schätzen müsste, wäre Indonesien wahrscheinlich beim bilanzierten CO2 Ausstoß negativ, selbst wenn man dabei die Brandrodung mit einbezieht. Hier eine kleine Liste des CO2 Ausstoßes pro Kopf und pro Land:

LandCO2 Ausstoß pro Kopf in Tonnen pro Jahr (2018)
Deutschland9,15
Österreich8,16
Schweiz4,79
Malaysien8,05
Thailand4,06
Indonesien2,09

Jedem interessiert mehr der Gewinn eines Unternehmens und nicht der Umsatz. Das Nettogehalt ist viel aussagekräftiger als nur Brutto und die Kalorienaufnahme einer Person sagt nichts aus, wenn nicht der Verbrauch mit einbezogen wird. Mit anderen Worten: aufgeklärte, denkende Menschen legen Wert auf beides, also Bilanz ziehen. Die Erfinder der Aufklärung hingegen, beenden beim CO2 Ausstoß den Denkvorgang. Keinen scheint es zu interessieren, wieviel C02 Bindung pro Kopf und Land erfolgt. Googeln Sie einfach mal, Sie werden wenig dazu finden.

Unsere Politiker und Medien (siehe: Schmierfinken) sind aber an einer ausgewogenen und dem Klimaschutz weiterhelfenden Berichterstattung überhaupt nicht interessiert. Warum ist dies so? Ich vermute, die Gründe sind jedem klar.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder

Bei der besagten Fahrradtour konnte ich auch einige Bilder machen, die nichts mit Mangroven zu tun haben. Aufgrund des Wetters mit seinen Wolkenspielen, typisch für die Regensaison, sind ein paar nette Schnappschüsse gelungen.

Matt als Comic

Sozial- und wirtschaftspolitische Themen, die oft Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, finden Sie unter der Rubrik Zeitgeistkritik im Menü. Sind es doch gerade die Bereiche, die mir ein paradiesisches Leben hier in Chumphon, Thailand bereiten.



Kokosnusspalme und Meer

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