Leben in Thailand
Beton, das bessere Holz, Thailand

Beton, das bessere Holz

Aktualisiert am 7. September 2021

Eine seltsame Überschrift passt diese doch so überhaupt nicht in unsere Zeit. Jeder will gefühlt zurück zur Natur. Ist doch Beton, von BBC geschätzten 8 % des weltweiten CO₂ Ausstoßes, auch ein Mitverursacher der Klimaveränderung. Holz ist im tropischen Thailand überall vorhanden und so natürlich und hilft dem Klima.

Allerdings in tropischen Gefilden wie Thailand ist Beton heutzutage wohl das beständigste Baumaterial und wird weniger vom unbarmherzigen tropischen Klima in Mitleidenschaft gezogen als Holz. Eigentlich auch seltsam, verbinden wir doch Tropenholz, insbesondere Teakholz, mit Beständigkeit und Härte. Nicht wirklich, denn wir mussten unsere Teakholzterrasse im Baan Metawi, unserem Zuhause in Chumphon, binnen 5 Jahren gegen Keramikfliesen austauschen.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Warum ist Holz in Thailand so teuer?

Relativ einfach erklärt, die meisten Harthölzer – insbesondere Teak, die in Thailand wachsen, dürfen nicht gefällt werden. Holzhändler haben oft nur Tropenhölzer, die legal aus dem benachbarten Ausland importiert wurden, im Angebot. Dadurch erklärt sich auch der ziemlich hohe Preis für Holz in Thailand, absolut und relativ ist Holz zum Teil viel teurer als in Europa.

Eine etwas billigere Ausnahme ist wiederverwendetes Holz, welches schon mal verbaut war. Dies hat auch einen Grund: Wahrscheinlich ziemlich überraschend für viele, in Thailand gibt es in 2020 147 Nationalparks und über 200 andere geschützte Gebiete mit steigender Tendenz. Im Ganzen entspricht dies ca. 20 % der Landfläche Thailands. Es gibt Pläne, dies in den nächsten Jahrzehnten auf 50 % zu erhöhen. Im Vergleich, Deutschland lässt ca. 0,6 % bis 4 % seiner Landfläche, einen besonderen Schutz zukommen. Siehe hierzu auch:

Der Preis zum Beispiel von Teak ist in Deutschland erheblich billiger als in Thailand. Auch gibt es natürlich bei Verboten oft auch Schwarzhandel, insbesondere Teakholz aus Myanmar und Kambodscha.

Teures Holz erklärt aber nicht die Beliebtheit von Beton in Thailand

In vielen meiner Beiträge habe ich bereits das tropische Klima versucht zu beschreiben, siehe hierzu insbesondere:

Für unsere ca. 50 m2 Terrasse zum Pool und Garten hatte ich zu meiner Anfangszeit in Thailand, als Greenhorn darauf bestanden, diese mit Teakholz auszulegen. Gesagt und umgerechnet ca. € 2.500 später war es vollbracht. Schön hat es die ersten Monate ausgeschaut aber binnen 2 Jahren, wechselte die Schönheit in einfach nur hässlich. Regen, Wind und die Tropensonne hatte dem Hartholz richtig zugesetzt. Handwerker empfahlen mir, entweder das ganze alle 6 Monate abzuschleifen und neu mit Lasur oder Lack zu pflegen oder gleich alles schön mit Beton auszugestalten. Nach mehrmonatiger Bedenkzeit wurde alles herausgerissen und durch schöne Keramik Bodenfliesen ersetzt. Material und Arbeit kosteten ca. € 250, also ein Zehntel vom Teakholz. Es schaut seit Jahren gleich schön aus und ist extrem pflegeleicht.

Überraschenderweise kam beim Umtausch auch gar nicht unerhebliche Angriffe von Termiten auf die Unterseiten der Teakholz Planken zum Vorschein. Hartholz, insbesondere auch Teak, soll angeblich die Eigenschaft haben, dass Termiten fernbleiben. Dies interessiert insbesondere die Termiten aus Chumphon überhaupt nicht. Die fressen zwar auch Fugenmasse bei den Fließen aber zumindest bei Beton beißen die Dinger auf Granit.

Seit Jahren ist Beton unser Hauptbaustoff und Holz bestenfalls Dekoration

Sollte auch kein Wunder sein, da ich einem meiner ersten Beiträge stark für Beton und Betonieren schwärme, siehe: Back Dich ins Glück.

Wir haben unser gesamtes Pooldecking mit Beton, genauer Betonverbundstoffplanken, ausgelegt. Nicht wirklich billig aber das beste für die Tropen. Es schaut aus wie Holz, hat viele gute Eigenschaften des Holzes übernommen, aber verrottet nicht so schnell wie Holz. Siehe auch: Baan Metawi, dort, wo der Pfeffer wächst

Die Deckenverkleidungen im Außenbereich unseres Anwesens, Baan Metawi, sind alle mit Beton und Betonverbundstoffen ausgelegt und schauen wie tropisches Hartholz aus. Viele Blumentöpfe sind aus Beton, da viele Tropenpflanzen Tontöpfe sprengen. Aber selbst 4 cm dicke Betonrohre sind vor Palmen nicht sicher, siehe nachfolgendes Bild:

Beton Palme Thailand

In Rom mach es wie die Römer

Ich liebe zwar Holz, muss aber ohne Einschränkung zugeben, dass es für das Klima im Süden von Thailand leider absolut nicht geeignet ist. Hätte ich doch auf meinen gesunden Menschenverstand gehört, wäre mir dieser teure Anfängerfehler nicht passiert. Die Verrottungsgeschwindigkeit ist um ein vielfaches schneller als in Europa, zudem kommen Termiten gerne vorbei, um sich umsonst durchzufressen.

Thailändische Baustoffproduzenten sind in ganz Südostasien für ihre gute Qualität bekannt und haben mit den Jahrzehnten gelernt, dass Beton, Betonverbundstoffe und viele andere betonähnlichen Materialien oft Holz-, Eisen- und Plastikbaumaterialien vorzuziehen ist; selbstverständlich betrifft dies nicht Stahlbeton. Das Beitragsfoto ist ein Zusammenschnitt mehrerer Betonverbundstoffe, die vom Holz nicht zu unterscheiden sind. Natürlich wäre der Einsatz für das kalte Europa nicht zu empfehlen, da es alles noch kälter machen würde, aber für die Tropen ist es eine feine Sache. Eine klare „in Rom mach es wie die Römer“ Situation. Eventuell passt hierzu auch die Beiträge:

Heutzutage findet das herausgerissene Teakholz oft bei Baumaßnahmen in unserem tropischen Garten Verwendung. Mir macht es Spaß, wenn so eine Planke dann mal verrottet ist, wird sie einfach ausgetauscht, Ersatz ist für die nächsten Jahre noch genügend vorhanden.

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