Leben in Thailand
Bestechung Korruption Thailand

Bestechung in Thailand oder doch nur Entscheidungshilfe?

Aktualisiert am 5. Mai 2022

Bananenrepublik Thailand, wirklich?

Dem Durchschnittseuropäer gedanklich folgend, ist Thailand ein Land, in dem Bestechung Hochkonjunktur hat. Gleichzeitig sind wir der Meinung, dass viele europäische Länder – Deutschland natürlich als Spitzenreiter – nicht sonderlich von Bestechung und Korruption betroffen sind. Ganz beiläufig schließen wir natürlich die unterentwickelten südeuropäischen Länder, von Banken auch gerne PIGS Länder (also Schweineländer) genannt, bei der positiven Rangliste für Bestechung aus.

Die ganze Welt empört sich an alternativen Fakten. Unsere empörten Gutmenschen, gepaart mit Mietmaulpolitiker benutzen solche allzu gerne, um sich von korrupten Bananenrepubliken abzugrenzen. Wir verwenden dann so unschuldig objektiv klingende Ranglisten für Bestechung von zum Beispiel Transparency International, um alles mit alternativen Fakten zu untermauern. In anderen Worten, wir verdrehen und manipulieren unser eigenes Fehlverhalten so lange, bis es passt. Warum? Um Länder wie Thailand als Länder darzustellen, wo Bestechung Hochkonjunktur hat und wir moralisch natürlich überlegen sind. Wie machen wir dies eigentlich?

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 9 Minuten

Objektivität durch Zahlen vortäuschen können wir gut

Um Objektivität vorzutäuschen, bedienen sich unsere Medien-, Politiker- und Wirtschaftseliten und empörten Gutmenschen gerne Zahlen und Statistiken, in diesem Fall eine Rangliste für Bestechung. Dinge, die überhaupt nicht in Zahlen und Statistiken gepackt werden können, liefern dennoch den Scheinbeweis unserer Unbestechlichkeit. Es geht nicht um Fakten, sondern um das Vorgaukeln dieser, eben durch Zahlen. Hier ist dann auch die Quadratur des Kreises kein Problem mehr. Völlig erfundene und unerheblichen Kriterien werden in Zahlen gepackt, die dann belegen, dass wir im Gegensatz zu Thailand, kein Problem mit Bestechung haben. Zu den vorgenannten Eliten empfehle ich Ihnen gerne diese Beiträge:

Wie geht Thailand mit Bestechung und Korruption um?

Wenn Sie Thailänder nach Bestechung fragen, sieht er/sie sein Land negativ bei der Rangliste der Bestechung und noch viel Besserungsbedarf. Manchmal wird Ihnen auch gesagt, dass Thailand noch nicht so weit entwickelt wie Europa sei und es noch dauert. Diese sehr angenehme Selbstreflexion finden Sie in Thailand in vielen Bereichen, nicht nur bei der Korruption. Wir, die westlichen Welt, hält den moralischen Zeigefinger gegenüber anderen Ländern hoch. Selbstkritik gibt es nicht, da wir weltweit uns immer überlegen fühlen.

In der Tat gibt es Bestechung in Thailand und wahrscheinlich ist es nicht gering. Korruption wird durch viele Maßnahmen aktiv erschwert. Kommt es ans Tageslicht, wird manchmal dem Bestecher und dem Bestochenen auch der Prozess gemacht. Leider kommt es auch vor, dass dies als politische Waffe eingesetzt wird. Im kleinen konnte Facebook & Co tatsächlich mal positiv glänzen. Gar nicht selten werden Videos ins Netz gestellt, wo Verkehrspolizisten Geld verlangen oder eine hohe Strafe androhen. Dies führt oft zur Versetzung auf inaktiven Posten, besser als gar nichts.

Veränderung zum Besseren findet gar nicht selten statt

Interessant ist dann doch, dass besonders bestechungsanfällige Geschäfte in Thailand oftmals hart angegangen werden. Seit Jahren werden bestimmte Resort, Luxushotels, Privathäuser und ganze Plantagen platt gemacht. Illegale Baugenehmigungen oder verbotene Landverkäufe durch korrupte Beamte kamen häufig vor. Diese Luxusobjekte finden sich vorzugsweise in Nationalparks, die im Zuge der Landreform neu vermessen wurden. Dadurch kam es ans Tageslicht und tausende solcher Gebäude mussten in den letzten Jahren entfernt werden.

Zwei der reichsten Milliardäre in Thailand wurden verurteilt bzw. werden international gesucht. Der eine kam ins Gefängnis wegen Wilderei und ein Erbe von Red Bull wird nach jahrelangem Hickhack über Interpol gesucht. Es kam heraus, dass es bei beiden massive Bestechung gab, trotzdem half dies letztendlich nichts mehr.

Besonders zur Bestechung geeignete öffentliche Infrastrukturprojekte machen in Thailand rasante Fortschritte. Angeblich sollte es doch nicht möglich sein, da Bestechung genau dies verhindere! Der Infrastrukturausbau in Thailand ist schon phänomenal und legt eine Geschwindigkeit hin, die sie in Europa vergeblich suchen. Schon komisch, dass der Flughafen Berlin oder die Elbphilharmonie, etc. nicht nur viel später fertig wurden, sondern auch mehrere hundert Prozent teurer. Wie kann dies eigentlich ohne Korruption so sein? Nur Dummheit kann die Erklärung nicht sein, da wir doch angeblich Elitepolitiker und Elitebehörden haben! Siehe hierzu auch:

Der alljährliche Transparency International Korruptionswahrnehmungsindex

Im Januar 2021 und auch jetzt in 2022 war es wieder so weit mit der angeblichen Rangliste für Bestechung. Viele Medien schrieben darüber. Hier geht es zum Artikel der Süddeutsche Zeitung und hier für 2021 und hier für 2022 der Bangkok Post. Wollen Sie mehr darüber wissen, klicken Sie hier, um zu Transparency International zu kommen. Ein Verein, der zwar Transparenz im Namen hat, aber bei der Methodik komplett intransparent ist.

Bei diesem in Deutschland gegründeten Verein, werden dann auch immer unsere westlichen Werte und Verhaltensweisen als Maß aller Dinge herangezogen. Gänzlich andere Ergebnisse gäbe es, wenn als Basis zum Beispiel die chinesische Kultur zugrunde liegen würde. Im Übrigen sind es auch nur fast ausschließlich westliche Quellen, die so hanebüchene weltweite Vergleiche publizieren. Die Frage muss erlaubt sein, ob dies nicht im Grunde genommen schon rassistische Züge annimmt?

Auf einmal ist dann die ganze Welt gleich und kulturelle Unterschiede spielen keine Rolle. Das westliche Menschenbild hat das richtige zu sein, siehe auch: Me Too und Gutmenschen. Das schlimmste allerdings, es handelt sich bei diesem Bestechungsranking um Gefühle und Meinungen, also das Gegenteil von Fakten. Siehe auch:

Gefühlt bin ich der Beste

Wer ist der gefühlt beste Trainer für die Nationalelf in Deutschland? Das Ergebnis dürfte nicht verwundern, wenn jeder Fan sich als bester Trainer fühlt. Aber auch die Aussagekraft wäre natürlich nichtssagend. Wenn Transparency International nach dem gefühlten Grad der Korruption bei unbekannten Experten nachfragt und daraus ein mit Zahlen und bunten Graphiken gespicktes, weltweites Länderranking zaubert, ist die Aussagekraft auch gleich null. PETA hat eine ähnlich perverse Vorgehensweise, wie im Beitrag: Ein Affentheater, nur warum? beschrieben. Soziale und Unsoziale Medien schmieren es bekannt, nicht etwa, weil es nützlich wäre, sondern weil Klicks und daher Werbeeinnahmen generiert werden können.

Thailand stapelt tief und kehrt gerne vor der eigenen Haustüre. Es ist daher natürlich auch kein Wunder, dass die gefühlte Bestechung in Thailand hoch ist. Das Abendland kehrt gerne vor anderen Haustüren und stapelt hoch. Daher ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass die gefühlte Korruption in der westlichen Welt eher gering ausfällt.

Was ist eigentlich Korruption?

Erwarten Sie jetzt keine Definition von mir, da, egal ob die Rechtswissenschaften, der Staat, die Unternehmen oder die Philosophie, sowie auch jeder Kulturkreis, eventuell sogar jedes Land und jede Subkultur ihre eigene Definitionen haben.

Noch in den Achtzigern war es gesetzlich in Deutschland normal, nur von Korruption zu sprechen, wenn es im Inland geschah. Bestechung von Staaten oder zum Beispiel Unternehmen in Thailand, also im Ausland, war absolut ok. Bestechungsgelder konnten sogar von der Steuer legal abgesetzt werden, schon irgendwie lustig.

Im Inland selbst durfte man Kunden zu einem üppigen Abend- oder Mittagsessen einladen. Meist zu Weihnachten wurden auch billige und teure Geschenke überreicht, egal ob vom Unternehmen zum Kunden oder umgekehrt.

Die schöne neue Welt

Jetzt sind wir aber als Gesellschaft so modern und aufgeklärt, dass wir so was nicht mehr als legal sehen wollen. Man hätte dies natürlich als denkende Gesellschaft auch differenziert betrachten und gestalten können. Warum aber etwas intelligent angehen, wenn die dumme und von Neid getriebene Lösung attraktiver erscheint. Dies hat dann zur Folge, dass wir zum Beispiel winzige Eurohöchstbeträge einführen, welches die Grenze des höflichen Umgang mit Kunden und Bestechung darstellt. Natürlich wird der politische Betrieb mehr oder weniger ganz außen vor gelassen.

Korruption ist nur das, was unser Rechtsstaat als Korruption definiert. Ganz nach dem Motto: Ich sage es gibt keine Ausländerfeindlichkeit in Deutschland, ergo ist Deutschland frei von Ausländerfeindlichkeit. Ja klar, eine Milchmädchenrechnung, die aber bei den tausenden von weltweiten Ranglisten in allen Bereichen des Lebens niemals hinterfragt wird.

Was wird sonderbarerweise nicht als Korruption definiert?

Zum Warmwerden, fangen wir mit Kleinklein an. Warum ist es keine Form der Bestechung, wenn wir gesetzliche und private Krankenkassen haben? Sind Ärzte etwa bessere Menschen als alle andere? Ärzte kommen nicht in Gewissenskonflikte, obwohl bis zum 3-fachen bei gleicher Leistung berechnet werden kann?

Ist es denn nicht eine Art von Bestechung, wenn Beamte im Bundestag überrepräsentiert sind? Der Bundestag macht es den Beamten sehr schmackhaft. Sie haben kein Risiko bei einer verlorenen Wahl keinen Job mehr zu haben, da der Beamtenstatus nur ruht. Dadurch kauft sich der Staat teuer Loyalität auf Kosten aller, mit dem Geld der Allgemeinheit ein.

Schwere zerstörerische Korruption, in der der Staat keine Korruption erkennt.

  • Kann wirklich keine Korruption vorliegen, wenn die nachweislich kriminellste Bank der Welt, die ihren Hauptsitz in Deutschland hat und das Deutsche im Namen trägt, hier so gut wie nie für kriminelles Handeln zu Rechenschaft gezogen wurde. Und trotzdem, oder gerade wegen der Kriminalität aus Leidenschaft, immer noch einen überbordenden Einfluss auf politische Entscheidung in Deutschland hat? Sehr gut passend hierzu: Deutsche Bank, Verbrechen aus Leidenschaft
  • Warum ist es keine Bestechung, wenn sich ausschließlich kriminelle Steuersünder vor Bestrafung durch Selbstanzeige freikaufen können und andere Kriminelle nicht?
  • Ist es keine Form der Korruption, wenn Politiker am Ende ihrer Karriere oft hochdotierte Stellen bekommen? Beispiele hierzu finden Sie fast täglich, Schröder – Gazprom, Wiesheu und Pofalla – Deutsche Bahn, Schäfer-Gümbel – GiZ, Guttenberg – Berater bei der EU Kommission, Gabriel – Tönnies und Deutsche Bank, etc. Als aktiver Politiker würde man natürlich niemals Entscheidungen treffen, die in erster Linie einem Leben nach der Politik geschuldet sind.
  • Warum hat ein Großteil der Politiker eine Nebenbeschäftigung? Haben sie nicht genug zu tun oder langt das Salär des Politikers nicht? Letztendlich ist es auch eine Definition eines Amateurs, dass er davon anscheinend nicht leben kann. Warum also nicht die Diäten verfünffachen und nur noch professionalisierte Politiker zulassen und Nebenbeschäftigung verbieten, um den Ansatz von Korruption dadurch zu bekämpfen. Dann finden auch unsere armen Politiker endlich die Zeit, zum Wohle des Volkes zu regieren.
  • Das Paradebeispiel hierfür sind die Maskenaffären der CSU Abgeordneten Nüsslein und Sauter während der Pandemie. Beide wurden vom OLG München freigesprochen, da der Gesetzgeber bei Mandatsträgern die Definition der Bestechlichkeit so aufweicht, dass sich fast gar nichts als Korruption zählt. Detaillierter zum Urteil weiter unten.

Unsere christlichen Parteien lieben Bestechung, wenn es keiner merkt

  • Liegt wirklich keine Bestechung vor, wenn politischen Parteien Geld gespendet werden darf? Dieses kann sogar vom Spender noch von den Steuern abgesetzt werden? Wird hier nicht das Wort „Spende“ zum Euphemismus für Bestechung missbraucht? Spendenaffären um Schwarzen Kassen – Kohl, Schäuble, Koch und viel mehr. Lobbyismus Affäre Amthor, Aserbaidschan Affäre und und und.
  • Ist Geld-Lobbyismus nicht auch die Mutter aller Korruption? Dies wird nur nicht geahndet, da es von Parteien, die alle davon profitieren, als nicht illegal klassifiziert wird? Wieso dürfen Lobbyvertreter ihre meist hochdotierten Anwälte und andere Experten der Regierung, EU, Kanzleramt, etc. als kostenlose Arbeitskraft zur Verfügung stellen? Wir leben im Kapitalismus, wer macht denn so etwas, wenn er sich nicht Vorteile bei Gesetzen erhofft? Steuerliche Absetzbarkeit ist das I-Tüpfchen der legalen Korruption. Ganz zu Schweigen vom Transparenzregister, welches Regierung und Kanzleramt ausschließt und absichtlich zahnlos wie die BaFin gehalten wird. Oder C-Parteianhänger, die sich an Covid-19 bereicherten. Auch interessant dazu:

Wenn wundert es, dass Großunternehmen wie TUI, Lufthansa, Galeria Karstadt Kaufhof GmbH (wirklich? Galeria Karstadt Kaufhof GmbH, ein seit Jahren entsetzlich schlecht geführtes und mehr oder weniger bankrottes Unternehmen. Es ist ein Musterbeispiel des perversen Geldlobbyismus), etc. pro geretteten Arbeitsplatz ein Vielfaches an Corona-Hilfen im Vergleich zum Mittelstand runter bis zum Soloselbständigen bekamen? Eventuell interessiert Sie hier der Beitrag: Soloselbständig: Thailands Geheimwaffe gegen Arbeitslosigkeit

Das Paradebeispiel der Bestechung

Wie die Faust aufs Auge der Bevölkerung passen die vielen Maskenaffären. Hierfür standen auch die CSU Abgeordneten Nüsslein und Sauter während der Pandemie. Beide wurden vom OLG München freigesprochen, da der Gesetzgeber sich bei Mandatsträgern bei der Bestechlichkeit beharrlich weigert, ein Schlupfloch zu schließen. Im Detail bedeutet dies nun folgendes:

Abgeordnete sind nicht nach § 108e StGB (Bestechung) strafbar, wenn sie ungerechtfertigte Vorteile für „außerparlamentarische Aufgaben“ entgegennehmen. Der Europarat fordert seit 1999, dass die Lücke geschlossen wird – s. Art. 12 des Strafrechtsübereinkommens des Europarats über Korruption vom 27. Januar 1999. Die Vereinten Nationen fordert seit 2003, dass die Lücke geschlossen wird – s. Art. 18 des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen Korruption vom 31. Oktober 2003. Der Deutsche Bundestag – und zwar alle Fraktionen einstimmig – hat sich bisher ausdrücklich geweigert, die Lücke zu schließen. OLG München hierzu: 

Die erste Watschn

Das OLG München hierzu:  „Da der deutsche Gesetzgeber unmissverständlich zum Ausdruck gebracht hat, dass ‚eine Handlung oder Unterlassung‘ bei der Wahrnehmung des Mandats“ ausschließlich bei parlamentarischen Verhandlungsgegenständen vorliegt“ und er die Art. 12 ER-Übk und Art. 18 VN-Übk explizit nicht umsetzen wollte, ist es dem Senat als Teil der Judikative verwehrt, das dem Beschuldigten vorzuwerfende Verhalten unter die Strafnorm des § 108e Abs. 1 StGB zu subsumieren […] Der Senat hat es aufgrund der Gewaltenteilung hinzunehmen, dass die Vorstellung des Deutschen Bundestags über die Strafwürdigkeit gewisser Verhaltensweisen seiner Mitglieder (und der Mitglieder der Länder- und Kommunalparlamente) von der Auffassung der internationalen Normgeber substanziell abweicht, auch wenn die diesbezüglichen Erwägungen des deutschen Gesetzgebers, dass es keinen Anlass gebe, die missbräuchliche Einflussnahme unter Strafe zu stellen […] und dass ein Bedürfnis für eine derart weitgehende Bestrafung dritter Personen bislang nicht aufgetreten sei […] vor dem Hintergrund des vorliegenden Falls zweifelhaft erscheinen dürften.“

Die zweite Watschn

Schlussbemerkung des OLG München: „Doch auch in einem solchen Fall darf ein nach dem Willen des Gesetzgebers strafloses Verhalten nicht durch eine Entscheidung der Gerichte strafbar werden. […] Dies gilt auch dann, wenn dadurch Einzelfälle aus dem Anwendungsbereich eines Strafgesetzes herausfallen, obwohl sie ähnlich strafwürdig erscheinen mögen wie das pönalisierte Verhalten . Es ist dann Sache des Gesetzgebers zu entscheiden, ob er die Strafbarkeitslücke bestehen lassen oder durch eine neue Regelung schließen will. Denn nach Art. 103 Abs. 2 GG ist der Gesetzgeber und nicht der Richter zur Entscheidung über die Strafbarkeit berufen. Der Gesetzgeber hat zu entscheiden, ob und in welchem Umfang er ein bestimmtes Rechtsgut, dessen Schutz ihm wesentlich und notwendig erscheint, gerade mit den Mitteln des Strafrechts verteidigen will. Den Gerichten ist es verwehrt, seine Entscheidung zu korrigieren.“

Noch härter hat selten ein Gericht das gesamte Politikergesindel kritisiert. Man könnte fast wieder Vertrauen in den Rechtsstaat gewinnen, wenn eben diese politische Mietmäuler diesen nicht seit Jahrzehnten aktiv untergraben würden. Im Detail können Sie dies im Beitrag: Geiz ist geil in Deutschland: Das passende Motto unseres Staatsapparats nachlesen.

Wenn gelebte Scheinheiligkeit das Gewissen besänftigt

Wenn man all diese und ähnliche Fälle aus der Definition von Korruption und Bestechung ausschließt, wenn man also im übertragenen Sinne etwas klaut, aber dies nicht als Diebstahl klassifiziert, dann gibt es natürlich auch keine Korruption in Deutschland. Die Folge ist dann auch, dass man im internationalen Wohlfühlvergleich nicht schlecht dasteht und der Rechtsstaat funktioniert folglich einwandfrei. Eventuell interessiert Sie hierzu: Corona demaskiert den Rechtsstaat

Den Vogel schießt der deutsche Vertreter von Transparency International, Hartmut Bäumer, mit folgenden Worten ab: „Je demokratischer ein Land ausgerichtet ist, desto geringer ist die Gefahr, dass es für Korruption anfällig ist“. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ein entsetzlich dumm arrogantes Statement des Herrn Bäumer.

Ja, wie jedes andere Land hat Thailand Probleme mit Korruption und Bestechung, vielleicht mehr oder weniger als andere, wir wissen es aber nicht. Das Land ist allerdings nicht so unglaublich dümmlich und heuchlerisch, dies mit schönen Worten und irgendwelchen fadenscheinigen Ranglisten verbergen zu wollen; Thailand lebt den gesunden Menschenverstand. Interessanterweise war es die Militärdiktatur, die doch mehr als alle anderen Regierungen zuvor, etwas gegen Korruption unternommen hat.

Von Fehlern lernen: Südostasien ja, Europa nein

Auch wenn es mich nur am Rande betrifft, so ist es doch erfrischend, wenn ein Land mit dem Finger auf sich selbst zeigt und Korruption für ein Problem im eigenen Land hält. Ganz im Gegensatz zumindest zu den ach so großen und wichtigen Länder der Welt, die in erster Linie von eigenen Problemen ablenken, in dem sie die Probleme anderer Länder mit alternativen Fakten aufblasen. Macht dies mein Leben in Thailand paradiesischer, ich weiß es nicht? Wohl aber bin ich mir sicher, würde Thailand bei dieser Sache wie Deutschland reagieren, müsste ich Abstriche bei meiner eigenen Paradiesskala machen. Eventuell interessiert Sie hierzu der Beitrag: Südostasien, was bedeutet dies eigentlich?

Mehr zum Thema Auswandern? … dann …


Matt als Comic

Sozial- und wirtschaftspolitische Themen, die oft Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, finden Sie unter der Rubrik Zeitgeistkritik im Menü. Sind es doch gerade die Bereiche, die mir ein paradiesisches Leben hier in Chumphon, Thailand bereiten.


Kokosnusspalme und Meer

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… der Auswandern und Überwintern einfach macht.

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5 Kommentare

  1. Mein erster Reflex war, kann es wirklich war sein, was du schreibst. Ich konnte das mit dem Maskenurteil vom Münchner gericht so nicht glauben. Ich wurde eines besseren belehrt, da mir mein Tennisfreund, der Jurist ist, genau dies bestätigt hat. Vielen Dank für den Beitrag. mfg Gerome

  2. Hallo Matt,
    eine sehr gute Zusammenfassung zum Thema Korruption. Ergänzend möchte ich auf zwei weitere Informationsquellen hinweisen, auch wenn sich einiges an Informationen dazu überschneidet. Es sind die YouTuber Rezo und der EU-Abgeordnete Sonneborn. Meine Empfehlung bezogen auf unsere korrupten politischen Eliten in Deutschland (Rezo: „ Zerstörung FINALE: Korruption“) und zu der Korruption im EU-Parlament (Sonneborn: „Zu spät, vonderLeyen, setzen, zuhör’n!“).
    Die traurigste Seite bei diesem Thema ist allerdings, dass jeder von uns – der sich nicht völlig von der Außenwelt isoliert – über Parteispenden, Lobbyismus und die daraus resultierende, gesteuerte Scheindemokratie informiert ist. Dieses Wissen führt aber nicht dazu, dass am Wahltag Parteien gewählt werden, die auf Parteispenden ausdrücklich verzichten. Wie kann man den Zustand solcher Gesellschaften titulieren? „Spätrömische Dekadenz“? Ein Vorbild für Thailand sind bis auf die Schweiz unsere westlichen Scheindemokratien sicher nicht! Bei der Schweiz muss man allerdings den Finanzsektor ausklammern, denn keiner wäscht weißer … vielleicht noch Delaware mit dessen Ex-Senator „Sleepy Joe“, dem und heutigen Präsidenten der taumelnden Supermacht.
    Grüße vom Bodensee
    Andre

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