Leben in Thailand
Straßenverkehr in Thailand, fahrtüchtiges Auto

Der Straßenverkehr in Thailand = geordnetes Chaos

Jeder, der schon mal in Thailand war, hat sicherlich gemerkt, dass die Art und Weise, wie mit Mopeds, Autos, Bussen, LKW und Booten gefahren wird, eine andere ist, wie wir sie aus Europa kennen. Viele vergleichen es mit Chaos, insbesondere wenn man sich erstmalig in Bangkok aufhält. Der Straßenverkehr in Thailand ist zwar gefährlich, jedoch wenn man ein paar Dinge beachtet, kann die Gefahr schon erheblich minimiert werden.

Offensichtlich für den Mitteleuropäer ist der Linksverkehr, auf den man sich wiederum sehr schnell einstellt. Als Fußgänger darf man eben nicht beim Überqueren der Straße instinktiv nach links schauen und als Autofahrer ist meist die Problematik mit der Schaltung unwichtig, da fast ausschließlich mit Automatikgetriebe gefahren wird. Da weder der nationale (europäische) noch der internationale Führerschein in Thailand Gültigkeit haben, rate ich jedem, den thailändischen Führerschein zu machen. Wie einfach dies geht, steht im Beitrag: Der thailändische Führerschein

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Unfälle im Straßenverkehr in Thailand

Die tödlichen Unfälle auf den Straßen in Thailand sind leider in den Top 10 weltweit. Im Schnitt starben in den letzten Jahren auf Thailands Straßen über 20.000 Menschen jährlich, im Vergleich dazu, in Deutschland waren es ca. 3.000 (Thailand hat ca. 70 Mio. Einwohner und Deutschland 80 Mio.). Dies ist bedauerlich und falls man noch niemals vorher in Thailand war, schreckt der Straßenverkehr jeden Touristen ab.

Allerdings lohnt es sich, die Statistik mal genauer anzuschauen. Bei ca. 90 % aller Unfälle im Straßenverkehr, ist das Moped, Thailands KFZ Nummer 1, involviert. Bei den Todesfällen ist es ein ähnliches Bild, bei weit über 80 % der Opfer handelt es sich um Mopedfahrer. Zudem kommt, dass die überwiegende Mehrheit von Toten, junge Männer bis 25 Jahre sind.

In Thailand hat jeder ein Recht auf Dummheit

Wenn Sie in Thailand leben und den Straßenverkehr beobachten, dann wissen Sie, was ich mit der Freiheit auf Dummheit meine. Zum einen fahren geschätzt mehr als ein Viertel der Mopeds nachts ohne Hinterlicht, öfters mal auch ohne Vorderlicht. Eine Reparatur würde nur ein paar Euro kosten. Zum anderen gibt es keine wirklichen Alkoholkontrollen in Thailand, und daher ist es kein Wunder, dass die betrunkenen Mopedfahrer weit öfter tödlich verunglücken als die Autofahrer. Zu allem Überfluss kommt hinzu, dass Mopedfahrer zu jeder Tageszeit der Meinung sind, beim Überholen oder Ausscheren nicht in den Rückspiegel schauen zu müssen, geschweige den Blinker einzuschalten.

In Touristengebieten sind zudem die Krankenhäuser voll mit weißen Touristen. Diese mieten sich oft das erste Mal im Leben in Thailand ein Moped, sind alkoholisiert und überschätzen sich kolossal. Zudem wollen oder können sie den Rhythmus des Straßenverkehrs in Thailand nicht richtig lesen.

Warum überhaupt Moped fahren?

Dies ist ziemlich einfach erklärt. Es ist für Kurzstrecken die bequemste Art sich fortzubewegen und macht auch richtig Spaß. Meiden Sie einfach Städte und Zeiten, wo der Straßenverkehr sehr dicht ist. Oft sind die schönsten Straßen auch noch wenig befahren und Sie haben etwas fürs Auge. Zugegeben, dies ist schwieriger in den Touristenorten aber in Chumphon zum Beispiel, ist es weiterhin ein Traum. Lesen Sie dazu: Chumphon, ein magischer Ort und mein Paradies.

Das Moped ist in Thailand im Kurzstreckenbereich das Hauptverkehrsmittel für Arm und Reich. Es ist billig in der Anschaffung und im Unterhalt. Reparaturen werden ohne Terminvereinbarung sofort und meist in der unmittelbaren Nähe des Zuhauses extrem kostengünstig und gut erledigt.

Ferner ist das Moped Grundbaustein für den in Thailand beliebten Saläng. Ein Beiwagen wird meist mit Dach am Moped verschraubt, danach wandelt sich das Moped in eine fahrende Imbissstube, Transporter, KFZ für Handwerker und und und. Lesen Sie hierzu auch:

Für Europäer ist der Straßenverkehr in Thailand gewöhnungsbedürftig

Hier einmal eine Aufzählung von mir erlebten, seltsamen Begebenheiten im Straßenverkehr in Thailand:

  • Mit Schutzmasken während Covid-19 Moped fahren, aber ohne Helm.
  • Moped in der Nacht mit Helm und Maske fahren, aber ohne Licht.
  • Der menschliche Hintern wird als Anhängerkupplung auf dem Moped verwendet.
  • Zu viert, fünft oder sechst auf dem Moped = keine Seltenheit.
  • Kinder mit 10 fahren Moped, den Führerschein können sie erst mit 15 machen.
  • Viele haben überhaupt keinen Führerschein.
  • Tragen im ländlichen Raum auf einmal viele Mopedfahrer einen Helm, ist meist eine Polizeikontrolle in der Nähe.
  • Mopeds oder Autos fahren regelmäßig auf der falschen Fahrbahn.
  • Eine rote Ampel zählt gerade im ländlichen Bereich eher als Empfehlung.
  • Bei Stau wird eine 2 oder 3 spurige Straße schnell zu einer 4 bis 5 spurigen umfunktioniert.
  • Im Straßenverkehr wird grundsätzlich auf den gesunden Menschenverstand verwiesen. Es kann durchaus sein, dass derjenige, der zwar im Recht war (z.B. grüne Ampel) aber einen Unfall nicht vermieden hat, obwohl es möglich war, eine Mitschuld trägt.
  • Bei unkomplizierten Verkehrsunfällen stellt die Polizei Vorort die Schuldfrage fest, gibt es keinen Widerspruch, ist dies rechtskräftig.
  • Beim Kreisverkehr ist die Regelung wie in Europa, jedoch scheinen dies viele nicht zu wissen und halten im Kreisverkehr selbst, und gewähren einfahrenden Autos die Vorfahrt.
  • Verdunkelte Fahrer-, Beifahrer- und Frontscheiben sind in Thailand erlaubt; als eines der wenigen Länder weltweit und so angenehm in einem tropischen Land.
  • Mitdenken für eventuelle Fehler des anderen Verkehrsteilnehmer ist eine gesunde Einstellung.
  • Zu schnelles Fahren wird mit einer Strafe von 400 bis 500 (max. 1.000) Baht geahndet. Hierbei ist es unerheblich, wieviel Sie zu schnell gefahren sind.

Hier ein paar Bilder zum Straßenverkehr in Thailand

Der Straßenverkehr in Thailand ist in jeder Hinsicht viel weniger reguliert als in der Schweiz oder Deutschland. Dies kann oft als ein Stück mehr Freiheit gesehen und erlebt werden. Allerdings bringt die Freiheit die Pflicht der Eigenverantwortung. Diese ist bei vielen Thailändern im Straßenverkehr objektiv eher unterentwickelt. Somit ist die Freiheit sich nicht dem Regulierungswahn deutscher Behörden unterordnen zu müssen eine positive Seite der Medaille, die negative hingegen, ist die hohe Anzahl an Verkehrstoten meist in Form von Mopedfahrer.

Es ist auch überhaupt nicht wahr, dass bei einem Verkehrsunfall, der involvierte Ausländer von den thailändischen Polizisten diskriminiert wird. Wenn überhaupt, dann wohl eher positiv. Lesen Sie hierzu auch den Beitrag: Es geht mir auf den Geist. Was allerdings wahr ist, Ausländer glauben oft, dass die Gesetze in ihrem Heimatland auch in Thailand zu gelten haben und wundern sich zum Beispiel, dass der mitgebrachte Führerschein in Thailand ungültig ist, siehe: Der thailändische Führerschein. Wie überall auf der Welt: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Die Vielfalt, der Erfindungsgeist, die Ignoranz, das Chaos und die Feststellung, dass der Straßenverkehr in Thailand trotz allem funktioniert, verdient schon das Prädikat: Same Same but different.

In unserem Zuhause, Baan Metawi, haben wir einen Pick-up, 3 Mopeds, einen Saläng, E-Bikes und normale Fahrräder und 2 Kajaks. Alle Fortbewegungsmittel haben ihren Zweck hier und zumindest bei den mit 2 Rändern sowie den Kajaks ist der Spaßfaktor sehr hoch.


Matt als Comic Freude

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Kokosnusspalme und Meer

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