Leben in Thailand
Kulturschock Thailand, Sprache lernen in Thailand

Kulturschock Thailand – Ein multidimensionaler Sprachschwank

Aktualisiert am 26. August 2021

Ich bin sehr beharrlich mit meiner Forderung, dass Ausländer gefälligst die Sprache ihres neuen Heimatlandes, zum Beispiel Deutschland, lernen. Deshalb lerne ich seit weit über 10 Jahren die Sprache, da ich in Thailand lebe. War es Anfangs ein Sprach- und Kulturschock in Thailand für mich, so ist es mittlerweile der Generalschlüssel zum paradiesischen Leben. Diesen langen Beitrag lege ich Ihnen dazu ans Herz: Thailändische Sprache lernen. Kein Buch mit sieben Siegel.

Ich sehe es als grandiosen Fehler, dass wir in Deutschland keinen verpflichtenden Deutschunterricht einfordern. Mit der Forderung, Ausländer sollen die Sprache ihres neuen Heimatlandes lernen, stecken mich gar nicht wenige deshalb in die rechte Ecke. Ich sehe darin auch eine gewisse gesellschaftliche Verblödung. Mehr dazu finden Sie in Beiträgen, wie:

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Englisch, Deutsch und Thailändisch, als Verursacher eines Kulturschocks in Thailand

Nachfolgende Geschichte steht auch gekürzt im Beitrag: Thailändische Sprache lernen. Kein Buch mit sieben Siegel. Trotzdem habe ich daraus noch einen eigenen Beitrag gemacht. Zum einen als quasi Appetithappen auf den doch recht umfangreichen vorgenannten Beitrag. Zum anderen ist es ein lustige Geschichte, die es nun mal tausendfach gibt, wenn Kulturen, Sprachen und In- und Ausländer, ob in Thailand oder anderswo, zusammenkommen. So wie in diesem Fall Sprachen in Thailand, teils ungewollt, einen Kulturschock verursachen.

Vorab ein paar sprachliche Erklärungen

Thailänder verwenden wie wir Anglizismen. Teilweise richtig und teilweise falsch. Bei uns gibt es das „Handy“ nur im deutschsprachigen Raum als Mobiltelefon, bedeutet es im Englischen nichts weiter als „geschickt“. Wie im Beitrag: Die Abkürzung K beschrieben, gibt es eine ganze Reihe von englischen Wörtern, deren Sinn doch sehr stark in Thailand erweitert wurde. Unabhängig gibt es in vielen Sprachen „falsche Freunde“, bei denen ein Wort sehr ähnlich klingt, aber teilweise oder gänzlich etwas anderes bedeutet. So gibt es dann auch öfters Kulturschocks, besser Sprachschocks, ob in Thailand oder anderswo ist schon egal. In meiner Geschichte sind folgende Worte relevant:

queue: beschreibt im englischen die Schlange, aber nicht das Tier, sondern die Warteschlange. Thailänder verwenden dieses Wort tatsächlich auch für die Warteschlange bzw. sich anstellen. Die Aussprache ist allerdings gewöhnungsbedürftig und oftmals versteht man es, trotz Englischkenntnissen, nicht sofort. Die Aussprache bei Thailändern ähnelt eher dem englischen you.

säng: ist ein thailändisches Wort und bedeutet überholen bzw. vordrängeln

Lassen wir jetzt dem Kulturschock in Thailand freien Lauf

Nun zum sprachlich multidimensionalen Sprachschwank und Kulturschock, zumindest für eine Dame, vor ein paar Jahren in Thailand. Meine Frau erzählte mir ihr Erlebnis, als sie bei einem Imbissstand am Nachtmarkt bestellen wollte, während ich im Auto wartete. Es ging um eine Touristin, die ihr begegnete.

Da ich nicht alles verstanden hatte – wahrscheinlich war ich nicht bei der Sache – war mir nicht klar, warum meine Frau unter anderem mit deutschem Akzent das englische „Thank you“ aussprach. Deutsche haben nun mal ein Problem mit dem TH im Englischen und es klingt oftmals wie ein einfaches S.

Meine Rückfrage diesbezüglich verwirrte meine Frau, da sie nicht wusste, wovon ich redete. Erst nach kurzem Nachdenken wurde ihr klar – ich saß weiterhin auf der Leitung – dass sie „säng queue“ auf thailändisch sagte und ich „thank you“ verstand. Es ist nicht immer einfach, wenn ein Inländer die Muttersprache spricht und ein Ausländer diese Sprache versucht zu sprechen.

Wie oben beschrieben, bedeutet „säng queue“ in diesem Fall „sich vordrängeln“, wörtlich: überholen der Warteschlange. Irgendwann hatte ich es auch verstanden und die Geschichte konnte weitererzählt werden.

Aus welchem Grund auch immer war meine Frau der Meinung, dass eine von ihr beschriebene Touristin deutschsprachig sei. Wie sich herausstellte, war dies richtig. Kurz abschweifend, wenn wir in Bangkok oder in Touristenzentren sind, machen wir uns oft gemeinsam in einer Bar den Spaß und beobachten Touristen. Wir versuchen dann die Nationalität herauszufinden, haben aber selten eine Bestätigung, trotzdem macht dies uns Spaß. Siehe auch: Bar, Zentimeter und Uniform in Thailand und Bangkok, eine klasse Stadt

Auch Schlangen müssen sich anstellen

Anscheinend hatte besagte Dame nicht gesehen, dass eine Warteschlange bei einem Imbissstand vorherrschte. Nun zeigte meine Frau wohl mit dem Finger auf die Reihe wartender Kunden und sagte selbstsicher zur verblüfften Touristin auf Deutsch: Schlange!

Dies wiederum schreckte die Touristen so auf, dass alle umstehenden Thailänder kopfschüttelnd nicht verstanden, was mit dieser Dame los war. Die Touristin selbst verstand wahrscheinlich auch nicht, warum sie von einer Thailänderin mit dem Wort Schlange so erschreckt wurde. 

Nachdem ich meiner Frau den Unterschied in der deutschen Sprache hinsichtlich einer Warteschlange und dem Tier erklärt habe, fuhren wir lachend nach Hause. Aufgrund unserer gemeinsamen Erfahrungen verstanden wir, wie lustig und manchmal auch nicht, sprachlich kulturelle Missverständnisse, ein Kulturschock eben, sein können.

Ab und zu geht dies auch so weit, dass ich, als Ausländer in Thailand, etwas gänzlich falsches auf Thailändisch sage, was nicht von Thailändern verstanden werden kann. Dennoch versteht es meine Frau richtig, weil sie mich eben sehr gut kennt (siehe auch: Thailänderin und Familienleben in Thailand) Ich bilde mir natürlich ein, dass dies auch etwas mit Liebe zu tun hat. 555. Einbildung ist auch eine Bildung, meinte meine Mutter früher immer.

Was lernen wir daraus?

Zum einen hat jede Provinz einen oder mehrere tägliche Nachtmärkte, die eigentlich hauptsächlich für die lokale Bevölkerung gemacht wurden. Wir kauften uns Gerichte für die ganze Familie. Herrliches Pad Thai für 30 Baht pro Portion (ich werde satt davon) und mein Favorit, Muschelomelette, für 35 Baht. So macht Thailand Spaß und so sieht auch ein Teil meiner Lebensqualität aus.

Zum anderen, die Moral von obiger Geschichte? Sie wollen nach Thailand auswandern und sind vielleicht schon Rentner. Sie denken sich, dass Sie zu alt sind, um eine neue Sprache zu lernen. Machen Sie diesen schwerwiegenden Fehler nicht, er wird Ihnen in der Zukunft nur Verbitterung einbringen. Lernen Sie die Sprache – nachweislich beugt diese Aktivität auch Demenz vor – und legen Sie sich daher keine freiwillige Behinderung auf.

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