Aktualisiert am 12. Februar, 2026
Leben im Hamsterrad oder im Paradies in Thailand
Mein Leben war jahrzehntelang geprägt vom klassischen Leben im Hamsterrad Modell: schneller laufen, mehr verdienen, noch schneller laufen – und irgendwo dazwischen sollte dann angeblich die Lebensqualität lauern. Lange war ich überzeugt, dass Glück direkt proportional zum Einkommen steigt. Je mehr Zaster ich anschleppte – oft gar nicht einmal durch übermäßige Anstrengung – desto konsequenter schien sich das Glück allerdings aus dem Staub zu machen und die gefühlte Lebensqualität in den Keller zu gehen.
Mein persönliches Paradies in Thailand habe ich letztlich nicht geplant erobert, sondern eher beiläufig entdeckt. Durch die Auswanderung und mein Leben in Chumphon am Golf von Thailand bin ich dem Glück eher zufällig entgegen gestolpert – ganz ohne Businessplan, Karriereleitfaden oder Lebensratgeber.
Ironischerweise bedeutete in meinem damaligen Job mehr Geld gleichzeitig auch deutlich mehr Reisen. In meinen Hochzeiten als Bankangestellter und parallel freiberuflicher Bankberater verbrachte ich rund 200 Tage im Jahr in Hotelbetten. Hunderttausende Flugkilometer jährlich machten mich zum mehrfachen Meilenmillionär – ein Titel, der zwar beeindruckend klingt, aber mit Glück ungefähr so viel zu tun hat wie ein Vielfliegerstatus mit innerer Gelassenheit.
Dennoch bekam Thailand schon lange vor der endgültigen Auswanderung nach Thailand immer mehr Raum in meinem Leben. Heute, seit meiner Auswanderung 2009, verbringe ich nicht selten Zeit in meiner Hängematte auf unserem Anwesen Baan Metawi. Und ja – ich gebe zu: Der Kontrast zwischen diesen beiden Lebensphasen könnte kaum größer sein. Früher Lounge, Laptop und Termindruck. Heute Hängematte, Meeresbrise und erstaunlich viel Lebensqualität bei erstaunlich wenig Stress.

Matt Abold heißt der Bub und lebt seit 2009 auf Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Er schreibt übers Auswandern und Überwintern und sozial- und wirtschaftspolitische Themen mit Bezug zu Thailand.
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Schneller drehendes Leben im Hamsterrad ist das Gegenteil vom Paradies in Thailand
Wenn ich ehrlich bin: Ich war nicht nur im Hamsterrad unterwegs – ich war zeitweise auch ein ziemlich ambitionierter Hamster. Lebensqualität durch Glück, Gelassenheit oder gar ein entspanntes Leben in Chumphon am Golf von Thailand? Das wäre mir vor meiner Auswanderung nicht einmal als hypothetische Idee in den Sinn gekommen.
Immerhin war ich nicht so verbohrt, dass ich meine eigene Dummheit irgendwann nicht doch erkannt hätte. Anfangs habe ich meinen Lebensstil kaum hinterfragt, später dann umso gründlicher. Paradoxerweise half mir dabei gerade das viele Reisen. Ich konnte nicht nur Länder sehen, sondern am Alltag der Menschen teilnehmen, andere Lebensmodelle beobachten und feststellen, dass „mehr Geld = mehr Glück“ eine erstaunlich brüchige Gleichung ist.
Reisen bildet – Pauschalurlaub eher weniger
Vor diesen Reisen war ich – im wahrsten Sinne eines thailändischen Sprichworts – der Frosch unter der Kokosnussschale. Der Frosch glaubt, die Welt bestünde nur aus dieser Schale, weil er nie darüber hinausschaut. Rückblickend muss ich zugeben: Diese Kokosnussschale ist bei vielen von uns erstaunlich stabil. Wir verlassen sie selten freiwillig.
Natürlich sollte man nie pauschal von sich auf andere schließen. Aber ich habe den Eindruck, dass wir generell viel zu selten den Mut haben, unsere eigene Schale anzuheben und den Blick über den Tellerrand zu wagen.
Dass ausgerechnet Thailand einmal meine neue Heimat werden würde – damals wusste ich noch nichts von meinem späteren Glück, der Lebensqualität oder meinem persönlichen Paradies in Chumphon – zeichnete sich allerdings schon lange vor dem Kennenlernen meiner heutigen Frau ab. Kein anderes Land bot mir so viele Möglichkeiten, mich mit den Dingen zu beschäftigen, die mir wirklich wichtig waren.
Sehr hilfreich war dabei auch, dass ich früh begonnen habe, mich mit der thailändischen Sprache auseinanderzusetzen. Sprache ist beim Auswandern kein nettes Extra, sondern schlicht das A und O.
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Der Bankkaufmann – vom Superfan zum Kritiker
Anfangs war ich ein überzeugter Anhänger der Finanzindustrie. Ich sog alles auf, was mit Banken, Märkten und Finanzsystemen zu tun hatte, und wurde fast so etwas wie ein Branchenbotschafter. Ich durfte sogar einmal im niederländischen Fernsehen als Bankexperte auftreten – was mir damals als Krönung erschien (passend zu NL: Verwaltungsscherzchen Führerschein – Erlebte Geschichten).
Mit den Jahren entwickelte sich daraus allerdings das Gegenteil: ein ziemlich schonungsloser, aber ehrlicher Kritiker einer Branche, die ich heute in vielen Bereichen für überdimensioniert und teilweise sogar überflüssig halte.
Viele Bücher, Berichte und eigene Erfahrungen führten zu einer Entwicklung, die ich zunächst nicht nachvollziehen konnte: Erfolgreiche Banker, oft mit Millionenjahreseinkommen, kehrten der Branche den Rücken und suchten ihr Glück plötzlich in völlig anderen Bereichen. Landwirtschaft, Gartenbau, Handwerk – Tätigkeiten mit sichtbarem Ergebnis und unmittelbarem Sinn.
Gemeinsam war ihnen fast immer eines: Sie entschieden sich bewusst für Beschäftigungen, deren Nutzen keiner komplizierten Erklärung bedurfte. Sinn, Zufriedenheit und Lebensqualität stellten sich oft fast automatisch ein. Ähnlich sollte es später auch mir ergehen – handwerkliche Tätigkeiten lagen mir ohnehin, zwei linke Hände hatte ich glücklicherweise nie.
Dass ich dieses Leben schließlich in Thailand führen konnte, empfinde ich bis heute als großes Privileg.
Leise Zweifel am System – und am eigenen Lebensweg
Schon früh fiel es mir zunehmend schwer, den gesellschaftlichen Nutzen meiner Tätigkeit überzeugend zu erklären. Produkte zu verkaufen, deren Sinnhaftigkeit selbst Fachleuten erklärungsbedürftig erscheint, hinterlässt irgendwann Zweifel.
Mit der Zeit verstand ich die Lebensentscheidungen vieler Ex-Banker immer besser. Viele berichteten von mehr Zufriedenheit, mehr Lebensqualität und einer neuen Form von Glück – nicht trotz, sondern gerade wegen des Ausstiegs.
Mein persönlicher Eindruck: Gerade die hochbezahlten Segmente der Bankenindustrie schaffen oft erstaunlich wenig realen Mehrwert für Gesellschaft, Wirtschaft oder Bürger. Das wäre allerdings ein eigenes Buch wert.
Und ja, als ehemaliger Banker lehne ich mich vielleicht etwas weit aus dem Fenster: Ein erheblicher Teil der Bankenbranche könnte verschwinden, ohne dass die Lebensqualität der meisten Menschen sinken würde. Möglicherweise wäre das System sogar stabiler.
Allerdings bräuchte es dafür Politiker mit Weitsicht, Mut und strategischem Denken. Und diese zu finden, ist gelegentlich schwieriger, als eine Stecknadel im sprichwörtlichen Heuhaufen zu entdecken.
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Meine interne Revolution
Mein persönlicher Wendepunkt – der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte – war die Bankenkrise 2008. Weniger die Krise selbst als vielmehr der Umgang damit: das politische Versagen, die mangelnde Aufarbeitung und die erstaunliche Geschwindigkeit, mit der zur Tagesordnung übergegangen wurde. Parallel dazu befand sich auch meine eigene Lebensqualität im Sinkflug: Eine Scheidung stand an, und mein späteres Paradies in Thailand war damals noch weit entfernt.
Ich erkläre das gern mit einer Analogie, weil sie die Sache einfacher macht als jedes volkswirtschaftliche Fachbuch: Stellen Sie sich ein Flugzeug vor, das abzustürzen droht, weil ein Krimineller an Bord eine Bombe gezündet hat. Passagiere, Crew, Flughafenpersonal und sogar die Feuerwehr der umliegenden Stadt arbeiten gemeinsam daran, eine Katastrophe zu verhindern und das Flugzeug sicher notzulanden. Genau so fühlte sich die Bankenkrise an – ausgelöst durch riskantes Verhalten einzelner Akteure, deren Folgen dann die gesamte Gesellschaft auffangen musste.
Der kleine Unterschied: In der Realität wurden die „Bombenleger“ kaum zur Verantwortung gezogen. Viele durften weitermachen wie zuvor – teilweise sogar mit neuen Boni als Belohnung für überstandene Turbulenzen. Für mich war das der Moment, in dem ich begann, mein eigenes berufliches Umfeld grundlegend zu hinterfragen.
Luft und Liebe können glücklich machen – leben kann man davon trotzdem nicht
Relativ schnell zog ich Konsequenzen. Ich hörte auf, primär für Geld zu arbeiten, insbesondere für eine Branche, deren gesellschaftlicher Nutzen mir zunehmend fragwürdig erschien. Geld verlor in meinem Leben seinen Status als Selbstzweck und wurde wieder das, was es eigentlich sein sollte: ein Mittel zum Zweck.
Natürlich darf man mir vorhalten, dass sich solche Einsichten leichter treffen lassen, wenn ein finanzielles Polster vorhanden ist. Ganz unrichtig ist das nicht. Wir konnten unser heutiges Zuhause ohne Kredit finanzieren, schulden niemandem Geld – das ist ein großes Stück Freiheit und damit auch Lebensqualität. Gerade als Auswanderer empfinde ich das als enorm beruhigend. Rückblickend war das ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu meinem persönlichen Paradies in Thailand.
Zur Einordnung: Ich habe mich mit knapp 43 Jahren aus dem klassischen Berufsleben zurückgezogen. Damals lagen noch gut 22 Jahre bis zur ersten Rentenzahlung vor mir. Heute, im Jahr 2026, sind es immerhin nur noch etwa fünf Jahre. Ganz ohne Plan B ging es natürlich trotzdem nicht – entsprechende Rücklagen waren Pflicht. Wer bereits in Rente ist oder kurz davor steht, braucht diesen Plan B vielleicht weniger, es sei denn, die Altersbezüge reichen nicht aus.
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Freiheit durch Eigenverantwortung – Lebensqualität auf thailändische Art
Was ich in Thailand besonders schätzen gelernt habe, ist die größere Betonung von Eigenverantwortung. Familie fungiert oft als erstes soziales Sicherheitsnetz, bevor staatliche Strukturen greifen. Das mag nicht perfekt sein, vermittelt aber ein Gefühl von Nähe, Verantwortung und gegenseitiger Unterstützung, das ich persönlich als bereichernd empfinde.
Meine Frau und ich führen beispielsweise eine gemeinsame Haushaltskasse, beide haben Zugriff auf unsere Konten. Trotzdem hatte sie anfangs noch ein separates Sparkonto, das sie nicht sofort offenlegte. Nicht aus Misstrauen oder Geheimniskrämerei, sondern aus Fürsorge: Dieses Geld war als mögliche Unterstützung für ihre Mutter oder Geschwister gedacht.
Der Gedanke dahinter war durchaus pragmatisch. Sie wusste, dass viele Europäer soziale Absicherung stärker an staatliche Institutionen delegieren, während familiäre Unterstützung in Thailand oft selbstverständlich ist. Für mich war das nie ein Problem – eher ein interessanter kultureller Unterschied, der zeigt, wie verschieden Gesellschaften Verantwortung organisieren.
Pippi Langstrumpf hat viel mit mit meinem Paradies in Thailand zu tun
Ich mache mir hier tatsächlich jeden Tag ein bisschen die Welt, wie sie mir gefällt. Allerdings war der Anfang – wie so oft im Leben – alles andere als kinderleicht. Sich vom Hamsterrad zu verabschieden ist nämlich deutlich komplizierter, als einfach auszusteigen. Zu bequem hat man sich in dieser vermeintlichen Sicherheit eingerichtet, die bei näherem Hinsehen eher eine gut gepolsterte Komfortzone ist als echtes Glück.
Neues zu wagen wirkt darin schnell wie eine Bedrohung statt wie eine Chance. Das solide durchgeplante 08/15-Leben mit vermeintlicher Rundumabsicherung erscheint uns dann plötzlich attraktiver, als es wahrscheinlich ist. Erst als ich – auch beflügelt durch die Bankenkrise – innerlich beschloss, aus meinem etwas schrägen alten Leben auszusteigen, wurde es überraschend leicht. Die Lebensqualität als Auswanderer in Thailand und mein persönliches Glück in Chumphon stellten sich fast von selbst ein.
Auswandern nach Chumphon, Glück in meinem Paradies in Thailand
Thailänder gelten völlig zu Recht als entspannter im Umgang mit dem Leben. Chumphon allerdings setzt dem noch die Krone auf: eine Provinz am Meer, vom Massentourismus weitgehend verschont, mit einem Klima, das Körper und Seele meist wohlgesonnen ist. Die Natur zeigt sich hier seit Jahrhunderten ausgesprochen großzügig.
Diese Umgebung prägt die Menschen. Wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind, rückt das Streben nach immer mehr oft in den Hintergrund. Stattdessen zählen Gelassenheit, ein gewisser Müßiggang und diese wunderbar pragmatische Ignoranz gegenüber unnötigem Stress – kurz gesagt: „Mai Pen Rai“. Zufriedenheit statt Daueroptimierung. Stoisch trifft es eigentlich ganz gut.
Natürlich ist das nicht überall in Thailand identisch. Bangkok oder klassische Touristenzentren ticken anders. Im Süden dagegen leben viele Menschen deutlich näher an der Natur – weniger Lifestyle-Projekt, mehr gesunder Menschenverstand. Armut ist so verbreitet, wie zum Beispiel in Bayern, auch wenn nicht wenige bewusst ein einfacheres Leben bevorzugen.
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Chumphon = Glück am Golf, Paradies in Thailand
Großes Glück war, dass meine Frau aus Chumphon stammt. Meer, Natur und erstaunlich wenige Touristen – eine seltene Kombination in Thailand. Wer überlegt, wo er im Land leben möchte, sollte diese Region durchaus auf dem Radar haben, passend: Wo wollen Sie in Thailand wohnen?
Auf unserem Anwesen lebe ich heute intensiver und neugieriger als je zuvor. Vieles lässt sich vergleichsweise unkompliziert umsetzen, ohne überbordende Vorschriften oder endlose Genehmigungsprozesse. Seit meinem Umzug 2009 hat das zu einigen überraschenden Erkenntnissen geführt.
Nach 25 Jahren Krawattenträger-Karriere im klassischen Hamsterrad stellte ich plötzlich fest: Körperliche Arbeit kann richtig Spaß machen. Was früher nach Strafarbeit klang, empfinde ich heute als willkommenes Fitnessprogramm.
Über die Jahre waren zahlreiche Handwerker hier tätig. Maurer, Elektriker oder Schweißer bin ich natürlich nicht geworden – dafür schätze ich Profis zu sehr. Aber Tätigkeiten wie Sand schleppen, Beton anrühren oder Gartenarbeit haben nicht nur meine Fitness verbessert, sondern auch mein Wohlbefinden deutlich gesteigert. Ganz nebenbei kann ich inzwischen passable Mauern hochziehen, Fliesen verlegen und tropische Gärten gestalten.
Menschen, die mich ausschließlich aus meinem früheren Deutschland-Leben kennen, würden mich vermutlich kaum wiedererkennen. Und ehrlich gesagt: Genau das gefällt mir besonders gut.
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Was Europäer besonders staunen lässt: Pflanzen kennen hier keinen Winterschlaf. Auf einem unserer Grundstücke in Meeresnähe passierte fünf Jahre lang – vermeintlich – nichts. Ergebnis: ein kleiner Urwald mit zahlreichen 10–15 Meter hohen Bäumen, unzähligen Sträuchern und einer beeindruckenden, fast uneinnehmbaren grünen Wand aus Wildwuchs. Das Roden wurde zu einer schweißtreibenden Mischung aus Fitnessprogramm, Naturerlebnis und gelegentlicher Selbstüberschätzung. Ohne schweres Gerät mussten wir nach etwa zehn Prozent Fortschritt kapitulieren – die Natur gewinnt hier meistens nach Punkten.
Mit einer Machete allein wäre das ohnehin eher ein symbolischer Akt gewesen. Außerdem fühlt sich das lokale Tierreich gern zuständig für spontane Begegnungen, die nicht jeder braucht. Vielleicht war meine Behauptung der vollständigen Integration also minimal optimistisch formuliert. Viele Thais würden solche Arbeiten eher delegieren – ein paar fleißige Helfer engagieren und selbst entspannt die Hängematte testen. Ich sehe das Ganze dagegen sportlich. Meine Familie eher… sagen wir: pragmatisch. Interessant hierzu:
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Selbst nach tausenden Flügen bleibt es für mich ein kleines Wunder, dass so ein tonnenschwerer Stahlkoloss tatsächlich fliegt. Ähnlich staune ich inzwischen beim Backen oder Betonieren. Wenn ich zwei Wannen voller Sand, Zement, Steine und Wasser zusammenkippe, passt am Ende plötzlich alles in eine einzige. Und am nächsten Tag ist daraus etwas Festes entstanden – jedes Mal wieder ein kleines Kuriosum für mich.
Mehr noch: Betonieren, Gartenarbeit oder auch Radfahren – ich komme inzwischen auf rund 7.000 Kilometer im Jahr mit dem Drahtesel – haben für mich fast meditativen Charakter. Wenn dann das Gebaute ordentlich aussieht, Pflanzen prächtig gedeihen und ich trotz gelegentlicher Schokoladenexzesse meinem Idealgewicht nach einer 100-km-Tour wieder näherkomme, hat das sehr viel mit Glück zu tun.
Ich habe mich zu einem großen Teil von der Komplexität unseres oft künstlichen Lebens befreit. Man merkt plötzlich, wie wohltuend tiefes Durchatmen sein kann. Mein ältester Sohn in Passau meinte einmal kritisch, ich würde mich manchmal wie ein Kind benehmen. Für mich war das eher ein Kompliment.
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Auswandern nach Chumphon = Kaum Zivilisationskrankheiten mehr
Natürlich verstehe ich, dass Gesellschaften mit wachsender Entwicklung auch komplexer werden. Gleichzeitig fällt es vielen Menschen dadurch schwer, noch das große Ganze zu erkennen. Hochentwickelte Gesellschaften betrachte ich deshalb mit einer gewissen Skepsis. Ich nehme mir lieber die Aspekte heraus, die für mich sinnvoll sind, und integriere sie in mein eigenes Lebensmodell.
Mein Leben in Thailand ist deutlich freier von äußeren Zwängen. Kein Arbeitgeber mit starren 9-bis-17-Uhr-Rhythmen, keine Kunden, die permanent etwas wollen, und deutlich weniger Bürokratie, die sich ins Privatleben drängt. Dadurch entstehen weniger künstliche Bremsen für ein selbstbestimmtes Leben.
Ich muss mich nicht mehr verbiegen oder mich an Erwartungen anpassen, die gar nicht meine eigenen sind. Dass vieles davon in Chumphon keine Rolle mehr spielt, hat mein persönliches Glücksgefühl deutlich gesteigert. Wenn dies nicht mein Paradies in Thailand bedeutet, was sonst?
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Glück durch Mangel als Auswanderer in Chumphon ist Lebensqualität
Verzichten müssen wir hier eigentlich auf wenig. Trotzdem wird es manchmal schwierig, bestimmte liebgewonnene Produkte aus Deutschland zu bekommen – meist Lebensmittel. Zum Glück besuchen uns Freunde und Verwandte regelmäßig, viele sogar mehrfach. Oft bekommen sie von mir einen Einkaufszettel: Pfanni Bratkartoffeln (Kartoffeln gibt es natürlich auch hier), SchokoMac von Schwartau, bestimmter Käse, gute Schokolade oder Gesichtscremes ohne Weißmacher.
Was in Deutschland alltäglich und günstig ist, wird hier plötzlich etwas Besonderes. Dadurch steigt – fast wie von selbst – die Wertigkeit im Kopf und damit auch der kleine Glücksschub beim Konsum. Lebensqualität durch gelegentlichen Mangel also … irgendwo habe ich diese Idee schon einmal gehört.
Auch Restaurantbesuche in Deutschland haben sich für mich verändert. Ich liebe die thailändische Küche und habe mich vollständig an Schärfe gewöhnt – Chili ohne Ende. Viele Gerichte in Deutschland wirken deshalb auf meinen Gaumen eher zurückhaltend. Sehr zum Vergnügen meiner Frau und gelegentlich zum Fremdschämen von Sohn Nr. 1 in Passau haben wir deshalb immer einen Chilistreuer bei unseren Europaflügen. Die Gesichter von Köchen oder Bedienungen sind dann durchaus sehenswert.
Die kleinen Dinge machen es auch zu meinem Paradies in Thailand
Ich koche inzwischen auch selbst gern – und manchmal sogar ganz passabel. Seit Jahren backe ich Brot, nach unzähligen Fehlversuchen inzwischen recht erfolgreich. Herzstück ist mein Sauerteigansatz, den ich seit vielen Jahren wöchentlich füttere (6-Tage Brot mit 6-Jahre Sauerteig – Back Dich ins Glück). Sicherheitshalber existieren sogar „Backups“: Ein kleiner Teil wird getrocknet und hält dann jahrelang.
Zur großen Verwunderung meiner Familie – und vermutlich auch Ihrer – liegt eine dieser Sicherungskopien tatsächlich in unserem Safe. Ich muss selbst darüber lachen. Brotbacken ist für mich mehr als Hobby: Es verbindet mich ein Stück mit meiner alten Heimat, besonders hier im Reisland Thailand.
Während ich in der Hängematte auf Baan Metawi diesen Text schreibe, freue ich mich über neue Wedel an unseren Fuchsschwanzpalmen oder die ersten Kokosnüsse von Bäumen, die wir vor fünf Jahren gepflanzt haben. Ich habe gelernt, dass Ananas nicht auf Bäumen wachsen, manche Bananensorten überraschend große Kerne haben, Maracuja klettert, Jackfrucht direkt am Stamm hängt und Drachenfrucht an kaktusähnlichen Armen wächst. Und ja – ich darf tatsächlich in einem Land leben, in dem der Pfeffer wächst (Baan Metawi, dort, wo der Pfeffer wächst). Mit Chumphon habe ich als Auswanderer wirklich Glück gehabt.
Gefahr hat auch mit dem Paradies in Thailand zu tun
Wir leben in einem ausgewiesenen Kobragebiet. Neben Kobras gibt es zahlreiche andere giftige und ungiftige Schlangen. Ich habe mich – zugegeben eher widerwillig – damit arrangiert, in einem kleinen Schlangenparadies zu wohnen. Paradiesisches Leben bedeutet eben auch, sich realen Risiken zu stellen. Eine staatliche Rundum-Sorglos-Vollkaskomentalität hilft hier wenig.
Erst kürzlich lief ein etwa drei Meter langer Waran in vielleicht fünf Metern Abstand an mir vorbei, während ich an unserem Meerwasserkanal arbeitete. Früher hätte ich vermutlich lautstark die Flucht ergriffen. Heute empfinde ich solche Begegnungen eher als Privileg.
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Die Macht der Natur bedeutet natürlich auch Lebensqualität
Sich mit der Natur arrangieren, auch wenn es blöd klingt, mit der Natur im Einklang zu leben, ist hier eine weitverbreitete Praxis und es gibt ein ganz besonderes Lebensgefühl. Man merkt hier aber auch, dass die Natur viel mächtiger ist, als in Europa und was für ein kleines Sandkorn man im Spiel durch die Natur ist; ein Leben im Paradies eben.
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Betoniere Dich ins Glück = Streben nach Glück
Ein – zugegeben etwas ungewöhnlicher – Bestandteil meines persönlichen Glücksgefühls und meines Angekommenseins als Auswanderer ist tatsächlich das Brotbacken und Betonieren hier in Chumphon. Für andere mögen es Gartenarbeit, Kochen, ehrenamtliches Engagement oder ganz andere Tätigkeiten sein. Allen gemeinsam ist jedoch: Es braucht keine komplizierten Erklärungen, und sie bieten einen wunderbaren Ausgleich zu den komplexen, oft unübersichtlichen, widersprüchlichen und gelegentlich schlicht absurden Entwicklungen in unserer Welt.
„Betoniere Dich ins Glück – und ins Paradies in Thailand“ könnte durchaus einmal der Titel eines Buches werden, das ich vielleicht noch schreibe. Für mich sind beide Beschäftigungen – backen und betonieren – eine Art Therapie: Sie helfen mir, wieder einfach Mensch zu sein, ein Stück artgerechter zu leben und Lebensqualität unmittelbar zu spüren.
Dabei bin ich gern ein wenig „ewig gestrig“ und verweigere mich bewusst manchem sogenannten Fortschritt. Ein Lebensplan muss nicht kompliziert oder widersprüchlich sein, und niemand ist verpflichtet, sich freiwillig als kleines Rädchen in einem Getriebe zu fühlen, dessen Sinn immer diffuser wird – oder manchmal gar nicht mehr erkennbar ist.
Seit Mitte August 2025
Ein neues Langzeitprojekt hat sich auf ganz wundersame Weise ergeben. Es macht Spaß ohne Ende, ist für die Familie sehr sinnstiftend und ist ein Paradebeispiel für Thailand, wo sich die vernünftige Rationalität der emotionalen Spontanität unterordnet! Passend: Die lustigen Unternehmungen meiner Herzallerliebsten.
März 2024
Wieder gab es auf Baan Metawi ein größeres Betonprojekt: Rund 500 Kilogramm Zement, etwa 700 Kilogramm Sand, eine Tonne Kies, mindestens 1.000 Liter Wasser, gut 100 Kilogramm Stahl, rund 200 große Ziegel sowie diverse Betonpfeiler verwandelten sich in eine weitere Plattform an unserem Meerwasserkanal. Für mich ist das Lebensqualität vom Feinsten. Und offenbar ansteckend: Einen unserer Überwinterer hat das Betonfieber ebenfalls erwischt – er hilft inzwischen begeistert mit. 🙂 Und hier der Beitrag: Zement, Schweiß, Dreck und Glück … ich kanns‘ nicht lassen.
Kommen Sie doch einfach mal vorbei und überzeugen sich selbst vom tollen Leben hier, Sie müssen auch nicht unbedingt beim Betonieren helfen 555. Wie das geht? Lesen Sie weiter:

Leben und wohnen auf Baan Metawi in Chumphon am Golf von Thailand
Wenn Sie sich für einen Langzeitaufenthalt bei uns in Chumphon interessieren, lesen Sie sich das Mietangebot meiner Frau auf Baan Metawi gut durch. Es zeichnet sich im Besonderen dadurch aus, dass es ein sehr nützliches und vielfältiges Servicepaket bietet, welches Ihnen den Schritt zum Überwintern, Übersommern oder Auswandern nach Thailand erheblich erleichtert. Frei von Massentourismus erleben Sie bei uns in Chumphon das wahre Thailand mit seiner bezaubernden Meereskulisse inmitten tropisch exotischen Naturlandschaften. Zudem spricht der Ehemann meiner Frau sogar auch Deutsch.

Sozial- und wirtschaftspolitische Themen, die oft Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, finden Sie unter der Rubrik Zeitgeistkritik im Menü. Sind es doch gerade die Bereiche, die mir ein paradiesisches Leben hier in Chumphon, Thailand bereiten.
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