Leben in Thailand
Palmöl Plantage Chumphon Thailand

Paradebeispiel Palmöl

Aktualisiert am 8. Oktober 2021

Warum wird Palmöl aus Thailand und Asien verteufelt?

Europäische Gemüter empören sich sehr laut über Palmöl aus Thailand und Asien, insbesondere dessen Anbau. Warum eigentlich? Ähnlich wie in den Beiträgen:

ist es ein Musterbeispiel für Heuchelei, Halbwahrheiten und Diskriminierung der westlichen Welt. Politiker, Tier- und Klimaschützer, sowie die mittlerweile sehr empörten und auch sehr simplen Gutmenschen geben sich zusammen ein Stelldichein. Siehe auch: Geiz ist geil in Deutschland: Das passende Motto unseres Staatsapparats

Eine objektive Debatte ist meines Wissens noch nie geführt worden. Wir ignorieren entlastende Fakten für Palmöl bzw. Gutmenschen schreien oder schmieren diese nieder.

Die westliche Gesellschaft verteufelt Palmöl und in Thailand und Asien liebt man es. Nur zur Einordnung, es leben 4,5 Milliarden Menschen in Asien. In Europa und Nordamerika sind es gerade mal ein wenig über 20 %. Warum glaubt eine sehr laut schreiende Minderheit in der westlichen Welt, sie wäre prädestiniert, jedem Erdling ihre kranke Wahrheit aufzudrängen? In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Beitrag: Wenn Weltpolitik nach Chumphon kommt

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 19 Minuten

Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Dies kommt nicht etwa seitens Trump, Johnson oder AfD, die für wahlweise Auslegung der Wahrheit und alternative Fakten zuständig sind. Eine laut schreiende Minderheit von Empörten, haben die gesamte Gesellschaft und Politiker mittlerweile so eingenebelt, dass wir alle glauben, Palmöl, hauptsächlich natürlich aus Asien kommend, verteufeln zu müssen. Unsere Medien schmieren freudig kritiklos ihre Nachrichten über das böse Palmöl. Ich verarbeite dann doch lieber die Schande unserer Medien in Beiträgen wie:

Selbst durchaus lustige Satiriker, die eigentlich von Berufswegen den Finger in die Wunde legen sollten, lassen sich kritiklos zum Steigbügelhalter der Empörten und Wutbürger machen. Hier trügt der moralische Schein von Europa extrem und durch ständiges kritikloses Wiederholen wird Wunschdenken auf einmal als Fakt dargestellt.

Es passt auch herrlich ins Bild zu den explodierenden Verschwörungstheorien, der Krankheit der westlichen Welt. Mit Märchen und Halbwahrheiten sich die alternativen Fakten zurechtschustern, diesen können wir gut.

Raubbau in Europa

Im Europa vor den Römern wären auf Satellitenbildern fast nur Waldflächen sichtbar gewesen. Heute ist es das Gegenteil davon. Erst in den letzten Jahrzehnten vergrößerten sich die Waldflächen von einem sehr niedrigen Niveau kommend, langsam wieder.

Europa hat in den letzten 2.000 Jahren ein Großteil seiner Waldfläche durch Menschen verloren. Wir vergewaltigen die Natur seit dieser Zeit, haben jetzt noch nicht wirklich damit aufgehört, aber halten den Zeigefinger extrem hoch, wenn andere Länder vermeintlich ähnlich Schädliches machen.

Die EU verhängt sinnfreie Einfuhrverbote oder Zölle, um vor allem südostasiatischen Ländern ihren Willen aufzuzwingen. Dies muss nicht unbedingt immer negativ sein. Beim sehr komplexen und vielschichtigen Thema Palmöl allerdings schalten wir auf alternative Fakten und Halbwahrheiten.

In 2019 hat die EU beschlossen, das ausschließlich Palmöl in Biokraftstoffen ab 2030 nicht mehr zur CO₂ Reduktion der Länder herangezogen werden darf. Dies kommt letztendlich einem Einfuhrstopp gleich. Auf welcher Grundlage kam dies zustande?

Zur Abwechslung mal ein paar Fakten über die Ölpalme

Indonesien und Malaysia haben zusammen gut 75 % Weltmarktanteil. Abgehängter Dritter beim Palmöl aus Asien ist Thailand. Diese 3 Länder teilen sich die ersten drei Plätze auch bei Kautschuk und Kokosnüssen weltweit. Alle 3 Länder werden in dieser Vernichtungskampagne gegen Palmöl gleichgesetzt. Da Differenzieren dem Lügengebilde der Gutmenschen schadet, wird alles in einem Topf geworfen.

Millionen Menschen in Indonesien, Malaysia und Thailand verdanken hauptsächlich dem Anbau von Palmöl und Kautschuk in den letzten 3 Jahrzehnten ihren Aufstieg von absoluter Armut in die Mittelschicht ihrer jeweiligen Länder. Schätzungen gehen davon aus, dass alleine in Indonesien und Malaysia 15 Millionen Menschen direkt und indirekt mit Palmöl ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Weltweiter Exportwert von Palmöl in 2019 war ca. 18 Milliarden US Dollar und Europa importiert davon ca. 20 %. Nur die Anbaufläche von Palmöl in Indonesien entspricht ungefähr einem Drittel von Deutschland.

Thailand, viel mehr als Indonesien und Malaysia, hat einen Plantagenbau von wenigen Großgrundbesitzern hin zu hunderttausenden klein bis mittelgroßen Familienbetrieben. Die fruchtbarsten Böden Thailands sind im Süden, meiner Wahlheimat, wo die besten Wetterverhältnisse ganzjährig vorherrschen. Ab ca. 300 km südlich Bangkoks herrscht ein tropisches Monsunklima, ideale Bedingungen für Palmöl. Passende Beiträge hierzu:

Fakten über Palmöl, die wir nicht hören wollen

Es gibt hier keine Brandrodung wie in Indonesien. Neue Palmölplantagen entstehen hauptsächlich durch Austausch anderer Plantagen, vorwiegend Kautschuk. In Indonesien wurden größtenteils Kokosnussplantagen durch Palmöl ersetzt. Also auch nicht ausschließlich Brandrodung, wie uns empörte Gutmenschen oberlehrerhaft kundtun.

Ein Hauptargument des Anti Palmöl Aufmarsches ist die Brandrodung und daraus folgend, die Mär vom zerstörerischen Monokultur. Da passt es überhaupt nicht ins Bild, dass Plantagen ausgetauscht werden und es in Thailand überhaupt keine Brandrodung für Palmöl gibt.

Auch gibt es keine Versteppung und Verwüstung durch Monokultur in Thailand, ein gern gewähltes Argument der Gutmenschen. Ein Blick hier aus dem Fenster genügt und stellt dieses Argument völlig auf den Kopf. Hier strotzt nur alles so von ungebändigtem Wachstum der Natur.

Nur Trumpsches schwarz weiß Denken

Bei den größten Produzenten von Palmöl, Indonesien und Malaysia – weniger bei Thailand, gibt es viele Großgrundbesitzer. Insbesondere in Indonesien können Arbeiter in der Regel vom dortigen Mindestlohn nur schwer bis unmöglich auskommen.

Verbrecher, die Arbeiter ausbeuten und aufs gemeinste ausnützen gibt es auch in Asien. Es ist kein Alleinstellungsmerkmal Europas. Oder warum glauben Sie, dass Millionen Mindestlohnempfänger in Deutschland ihr Gehalt staatlich aufstocken müssen?

Thailand hingegen hat einen Mindestlohn, von dem es in Thailand sogar möglich ist, eine kleine Familie bescheiden zu ernähren, wer hätte dies gedacht? Fragen Sie mal unsere Haushälterin, wie es sein kann, dass sie sich mit Mindestlohn eine Eigentumswohnung leisten kann? Siehe hier auch die Beiträge:

Differenzierte Betrachtung ist unerwünscht. Warum sollte daher Thailand als positives Beispiel für Palmöl aus Asien und Plantagenbau im Allgemeinen herhalten? Wer auf Hexenverbrennung aus ist, auch so eine Erfindung Europas, dem ist Differenzierung zuwider.

Wer hat die Kokosnuss geklaut?

In Indonesien und Malaysia musste in den letzten 30 Jahren vor allem die Kokosnuss dem Palmöl weichen. Dies führte zu einer Überalterung der weltweiten Bestände und, sollte sich nichts daran ändern, zum Aussterben der Kokosnuss. Ganz passend hierzu der Beitrag: Ein Affentheater, nur warum?

Dieses lesen sie so gut wie nirgendwo. Abholzung und Brandrodung von Regenwäldern klingt viel reißerischer, daher lieber dies berichten als die ganze Wahrheit.

Palmöl bindet CO₂

Absichtlich wird vergessen, dass der Plantagenbau auch massiv CO₂ bindet, also letztendlich die Klimaveränderung abmildert. Im Vergleich dazu bindet Raps und Soja hauptsächlich Landfläche und sonst nichts.

Natürlich wollen wir nichts davon hören, dass die Ölpalme einen bis zu 6-mal so hohen Ertrag im Vergleich Raps hat. Man müsste also 2-mal die Fläche von ganz Deutschland mit Raps&Co bepflanzen, um mit dem in Indonesien geernteten Palmöl gleichzuziehen.

Als negatives Nebenprodukt sind europäische Böden durch den Einsatz von Großmaschinen bereits so verdichtet, dass Regenwasser nicht einsickert und als Oberflächenwasser ungenutzt abläuft. Dies interessiert aber niemanden, der von vornherein nie die Absicht hatte, ergebnisoffen zu recherchieren.

Machen Sie sich mal den Spaß und geben folgende Internet Suchanfrage ein: Ölpalme bindet CO₂. Sie werden feststellen, dass so gut wie alle Ergebnisse überhaupt nicht auf die Reduzierung von CO₂ durch Ölpalmen eingehen. Zerstörung des Regenwaldes oder Aussterben von Tieren sind die Suchergebnisse. Eine absolute Vernebelung.

Raps & Co bindet nichts

Meine leider unzähligen Flüge in der Vergangenheit brachten mich oft auch nach Kuala Lumpur. Im Landeanflug sieht man aus dem Flugzeug über ca. 100 km nur Ölpalmen ohne jemals den Boden ausmachen zu können. Schaut zwar nicht schön aus, bindet aber massive CO₂.

Bei meinen Landeanflügen auf München, Frankfurt oder sonst wo in Europa, sieht man immer mehr oder weniger schön angelegte, meist rechteckige Felder und der Boden ist natürlich auch gut zu erkennen. So gut wie keine CO₂ Bindung und vollkommene Naturzerstörung.

Wenn also Raps, Mais, Rüben & Co in den letzten Jahrhunderten viel mehr Natur zerstört haben, Tiere schon lange ausgestorben sind und auch keine nennenswerte CO₂ Bindung stattfindet, warum wird Palmöl verteufelt?

Landwirtschaft, Rückschritt durch Technik

Meist im selben Atemzug mit Palmöl wird auch auf den vermeintlich schädlichen Monoanbau hingewiesen. Dieser muss ja so abträglich sein, dass wir diesen in ganz Europa überhaupt nicht haben.

Lustigerweise ist fast unser gesamter Nutzwald nichts anderes als Monokultur. Wir ernten das Holz, um das darin gesammelte CO₂ in den netten Kaminöfen im Winter freizusetzen. Ganz zu schweigen davon, dass im tropischen Südostasien (siehe: Südostasien, was bedeutet dies eigentlich?) ganz andere Naturweisheiten als in Europa vorherrschen.

Andernfalls würden die Böden hier ja tatsächlich schon seit Jahrzehnten wegen der Monokultur unfruchtbar sein. Das Gegenteil ist zumindest in Thailand und Teilen Malaysias der Fall. Dies nicht etwa wegen der viel geringeren Düngung und Chemiekalisierung im Vergleich zur europäischen, so im Einklang der Natur stehenden, Landwirtschaft.

Auch zu Wahrheit gehört, dass der Boden des Regenwaldes in Indonesien meist torfhaltig ist. Die Trockenlegung für den Anbau von Palmöl tatsächlich massenweise CO₂ freisetzt und der Boden nicht wirklich nachhaltig bewirtschaftet werden kann. Beides sollte berichtet werden, wird es aber nicht, da das Ergebnis von vornherein festzustehen hat.

Jauche und Chemikalien, Europas beste Freunde

Wir Europäer sind auch stolz auf unsere Dreifelderwirtschaft, eine Errungenschaft aus dem 12. Jahrhundert. In ähnlicher Form betreiben wir es heute noch, Fortschritt eben. Dazu schütten wir Jauche auf die Felder, als gäbe es kein Morgen. Danach mischen wir kräftig Unkrautvernichter und sonstiges chemisches Zeug dazu. Ohne diesem Fortschritt würde es sich nicht wirklich rentieren.

Wenn wir zu viel Jauche produzieren, werden brach liegende Felder aufgekauft, um dann noch mehr Gülle ganz legal in unser Grundwasser zu gießen. Die EU erlaubt es ja; verrückt oder? Dies ist das Ergebnis, wenn man absurden Geldlobbyismus durch Unternehmen und deren Mittelsmänner erlaubt und das Ganze nicht als Bestechung und Korruption definiert. Siehe hierzu:

Wen interessiert es schon, dass es aber Gegenden in der Welt gibt, die nur von permanenter Fruchtbarkeit strotzen und wo eigentlich alles schneller, besser und ergiebiger wächst als bei uns. Dies spielt in der Vernichtungskampagne gegen Palmöl aus Asien, hauptsächlich Indonesien, Malaysia und Thailand, keine Rolle. Wir sind Europäer und die Welt hat gefälligst uns als Maßstab zu nehmen.

Der Orang-Utan

Leider wurden und werden auch insbesondere in Indonesien, weniger in Malaysia und überhaupt nicht in Thailand dafür Urwälder abgeholzt. Im Fall von Indonesien trieb es mehrere Tierarten an den Rand des Aussterbens. Hierfür musste der Orang-Utan als Hauptgrund für die Diskriminierung von Palmöl durch unsere empörten Gutmenschen, Satiriker und Politiker herhalten.

Es gab allerdings auf der ganzen Malaiischen Halbinsel bis ganz rauf nach Bangkok noch niemals einen wilden Orang-Utan! Stört natürlich keinen dieser Schreihälse.

Das Abholzen und die Chemiekalisierung der Landwirtschaft in Europa hat einen weitaus höheren Schaden für Menschen, Flora und Fauna angerichtet. Daher nochmal die Frage: Warum wird Palmöl verteufelt? Lesen Sie sich auch mal durch, was auf unserem Anwesen alles wächst und kriecht. Dies finden Sie im Beitrag: Baan Metawi, dort, wo der Pfeffer wächst

Was soll die Menschheit essen?

Niemals wird im Zusammenhang mit Palmöl erwähnt, dass wir in wenigen Jahrzehnten den 10 Milliardsten Menschen auf dieser Erde begrüßen dürfen. Palmöl ist bei weitem die ergiebigste Nutzpflanze weltweit. Nehmen wir mal den gänzlich unwahrscheinlichen Fall an, die EU gepaart mit all den empörten Gutmenschen werden erfolgreich dem Palmöl das Wachsen so schwer machen, dass es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Wie wollen wir die zusätzlichen 2,5 Milliarden Menschen ernähren?

Wir verteufeln die Pflanze, die eventuell eine Minimalchance bietet, diese wahrscheinlich kaum lösbare Aufgabe zu bewältigen. Wo bleibt da die moralische Überlegenheit der EU? FDP Anhänger würden natürlich die eierlegende Wohlmilchsau herausziehen und den heiligen Gral in der noch zu erfindenden Technik suchen. Wir warten seit Jahrzehnten darauf, dass unsere weltbesten Ingenieure die Welt retten.

Plötzlich ist Palmöl nicht mehr gesund!

Seit ein zwei Jahren kommen auch vermehrt Berichte heraus, dass Palmöl schlecht für die Gesundheit sei. Ein Schelm, wer da an gekaufte Gutachten und Untersuchungen denkt. Nur seltsam ist bei den so wissenschaftlichen Berichten dann doch, dass man so tut, als ob es Asiaten nicht gäbe. Es wird von gesundheitlichen Risiken hauptsächlich für den Europäer gewarnt, obwohl man bei Thailändern und Asiaten, die Palmöl seit Jahrzehnten verwenden, keine gesundheitlichen Auffälligkeiten feststellen kann.

In Asien, wo Palmöl seit Jahrzehnten für Milliarden von Menschen zum Kochen verwendet wird, scheint es gar nicht so schädlich zu sein. Asiaten sind viel weniger fettleibig als Europäer, aber just diese negative Eigenschaft wird u.a. dem Palmöl vorgeworfen. Selbiges gilt bei Krebs und anderen Krankheiten; Asiaten sind auch hier weniger betroffen als Europäer, obwohl Asien schon viele Jahrzehnte länger dem bösen Palmöl ausgesetzt ist. Seltsam nur, dass dies für alle Ölsorten gilt aber wieder nur Palmöl als gefährlich gebrandmarkt wird.

Sicherlich ist meine Argumentation nicht wissenschaftlich, aber zumindest gaukle ich keine wissenschaftlich belastbare Arbeitsweise vor, so wie bei den angeblich wissenschaftlichen Gutachten und Untersuchungen.

Es geht den Asiaten am A…. vorbei

Asiaten scheren sich weniger und weniger um uns Europäer. Wir möchtegern Weltverbesserer, uns fällt auch nur billigster Populismus ein. Die Folge daraus: Thailand und viele andere umliegende Nationen gehen mehr und mehr, nolens volens, auf China zu. Dies treibt natürlich die Marginalisierung Europas nur noch weiter voran. Hin zu China muss nicht unbedingt gut für Thailand und den Rest Asiens sein, jedoch zählt auch hier der wirtschaftliche Erfolg. Die Exporte von Palmöl nach Indien und China nehmen von Jahr zu Jahr stark zu und ab gen Europa. Siehe Beiträge wie:

Ferner kaufen gerade chinesische Unternehmen, zum Beispiel Alibaba, ganzen Ernten von zum Beispiel der Durian Frucht über mehrere Jahre zu einem Preis weit über dem aktuellen Marktpreis auf. Die Chinesen lieben die Frucht und die thailändischen Plantagenbesitzer lieben dafür die Chinesen. Siehe auch: Reichtum durch Durian – Pfui Deife!

Entweder man liebt Durian oder hasst es, dazwischen ist nichts. Wir haben natürlich nur den nicht diskriminierenden deutschen Namen „Stinkfrucht“ dafür. Wir leben hier in einem thailändischen Großanbaugebiet für Durian und mit Neugier bekommt man dies gut mit. Überraschenderweise werden auch Palmölplantagen für Duriananbau platt gemacht. Wirtschaftlich lässt sich hierbei in vielen Ländern in Asien mehr Geld verdienen als mit Palmöl. Durianbäume binden auch viel mehr CO₂ als unser heimischer Raps. Guter Journalismus hätte hier einiges zur Faktenlage beitragen können.

Durchchemikalisierte europäische Landwirtschaft

Warum bauen wir eigentlich Raps&Co so massig und angeblich unter ökologischen Gesichtspunkten, an? Naturzerstörend, Insekten und Bienen sterben aus, keine CO₂ Bindung, Abholzung einheimischer Wälder für die Felder, Grundwasservergiftung durch Jauche und chemische Dünger. Ähnlich negative Argumente wie beim Palmöl und sogar noch einige mehr. Jedoch keiner dieser Gutmenschen, Medien oder Politiker schreit dies so lauthals heraus, wie bei Palmöl, warum? In Zeiten von Gleichbehandlung hört sich dies schon extrem nach Diskriminierung an, eventuell sogar Rassismus, da es ausschließlich um Asiaten geht. Ich empfehle Ihnen dazu den Beitrag: Me Too und Gutmenschen.

Für Biokraftstoffe verbraucht Europa 6-mal so viel Anbaufläche im Vergleich zu einem ähnlichen Ertrag durch Palmöl in Südostasien. Zudem kommt eine viel schlechteren CO₂ Bilanz, Umweltvernichtung, massiver Einsatz von chemischen Unkrautvernichter und Dünger, erhebliches Artensterben und daraus folgend, ein starker Anstieg von Allergien. Trotzdem sollen Biokraftstoffe in Zukunft nicht mehr mit Palmöl hergestellt werden, verstehen Sie das noch?

Wir reden vom Klimaschutz, Thailand schützt

Apropos Fläche, wir wohnen nur ca. 4 km von einem Nationalpark entfernt, der berühmt für seine vorgelagerten Inseln ist und auch eine riesige Fläche Mangrovenwald beinhaltet. Ganz anders als oft in unseren Qualitätsmedien berichtet, werden hier nicht etwa Mangroven abgeholzt, um neue Ressorts für Touristen zu bauen, sondern es werden seit Jahrzehnten, also zu Zeiten, wo selbst in Europa kaum jemanden ernsthaft Klimaschutz betrieb, große Flächen Mangroven zusätzlich angepflanzt.

Wahrscheinlich ziemlich überraschend für viele, in Thailand gibt es 147 Nationalparks und über 200 andere geschützte Gebiete mit steigender Tendenz. Im Ganzen entspricht dies ca. 20 % der Landfläche Thailands. Es gibt Pläne, dies in den nächsten Jahrzehnten auf 50 % zu erhöhen. Im Vergleich, Deutschland lässt ca. 0,6 % bis 4 % seiner Landfläche, einen besonderen Schutz zukommen. Wenn uns also das Klima tatsächlich wichtig wäre, warum betreiben wir dann klimazerstörende Landwirtschaft auf unserem Boden? Ich empfehle hierzu auch den Beitrag: Beton, das bessere Holz

Fotos mit Palmölplantagen in Chumphon

Europa tankt Erdöl, wir tanken Palmöl aus Asien

Wir tanken seit Jahren in Thailand E85, ähnlich dem E10 in Deutschland, nur mit 85 % nachwachsenden, hier Palmöl, Rohstoffen. Unser Auto kommt größtenteils ohne Erdöl aus, ein klarer Vorteil. Mittlerweile haben wir Thailands eierlegende Wollmilchsau und wir fahren daher mit B20 Diesel. Dies ändert aber nichts daran, das Verbrennungsmotoren äußerst schädlich für unseren Planeten sind, da hätte aber das Land bekannt durch „Fortschritt durch Technik“ schon seit Jahrzehnten seine weltbesten Ingenieure auf Alternativen trimmen können. Was kam dabei heraus? Eine Schummelsoftware, Fortschritt durch Technik eben.

Apropos, in Thailand fahren über 500.000 Erdgaslastwägen, in Deutschland gerade mal 100.000. Dies, obwohl es zurzeit keinen ökologisch weniger schädlichen Kraftstoff gibt, der für den Masseneinsatz verwendet werden kann.  

In der hochindustrialisierten und vermeintlich technologiebesessenen EU, macht deren Agrarbudget im 21. Jahrhundert immer noch ca. 40 % vom Gesamtbudget aus. Europa sucht also seinen Seelenfrieden in der Landwirtschaft, wie lächerlich ist dies denn?

Palmöl aus Asien ja, da Alternativen fehlen

Palmöl ist im Moment noch ein Segen und wir sollten eigentlich froh sein, dass es solch ertragsstarken, robusten und schnell wachsenden Rohstoff überhaupt gibt. Der Schaden an der Umwelt ist vernichtend klein im Vergleich zum Schaden der letzten Jahrzehnte, den die europäische Agrarindustrie angerichtet hat, immer noch anrichtet und zukünftig für den Ersatz von Palmöl in Biokraftstoffen, stark steigend anrichten wird.

Warum dann das Ganze? Nur um das Klima noch mehr zu schädigen, da es keine Alternative für Palmöl und der unglaublichen Anwendungsvielfalt zurzeit gibt. Moralisch, durch Lügen und Halbwahrheiten die Oberhand behalten … für was und warum?

Wenn Sie mal einen ausgewogenen und mit vielen Fakten gespickten Report auf Englisch über Palmöl lesen wollen, klicken Sie hier. Es handelt sich hierbei um einen richtig guten Think Tank aus Singapur, von dem sich unsere Qualitätsmedien ein Scheibe abschneiden könnten. Der Beitrag: Schmierfinken ist eigentlich der Beweis für diese Aussage.

Meine Hängematte

Im Baan Metawi lebend und in der Hängematte liegend, können mir PETA und Gutmenschen (siehe Beiträge: Ein Affentheater, nur warum? sowie Me Too und empörte Gutmenschen) den Rücken herunterrutschen. In meinem Lebensabenteuer Thailand spielt nur noch selbstbestimmtes paradiesisches Leben die erste Geige und über europäisches Gutmenschentum kann ich nur noch lachen. Dies soll ja auch gesund sein. Siehe auch:

Mehr zum Thema Auswandern? … dann …

Matt als Comic

Sozial- und wirtschaftspolitische Themen, die oft Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, finden Sie unter der Rubrik Zeitgeistkritik im Menü. Sind es doch gerade die Bereiche, die mir ein paradiesisches Leben hier in Chumphon, Thailand bereiten.


Kokosnusspalme und Meer

Leben in Thailand – Der Blog …
… der Auswandern und Überwintern einfach macht.

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