Leben in Thailand
Sea View Koh Chang abgeblich schlechte Bewertung

Qualitätsmedien oder Schmierfinken?

Aktualisiert am 13. Juni, 2024

In meinem Beitrag Schmierfinken, habe ich schon einmal darauf hingewiesen, was es bedeutet, wenn unsere Qualitätsmedien durch Halbwahrheiten und schlichtweg Lügen auf ihre Kompetenz aufmerksam machen wollen. Siehe auch: Mai Pen Rai – mit stoischer Ignoranz in Thailand leben

Matt Abold leben in chumphon, thailand

Matt Abold heißt der Bub und lebt seit 2009 auf Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Er schreibt übers Auswandern und Überwintern und sozial- und wirtschaftspolitische Themen mit Bezug zu Thailand.
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Spieglein, Spieglein an der Wand, Euer Geschmier liegt auf der Hand

In den letzten Jahren haben viele Freunde, Bekannte und Verwandte, meine Wahlheimat besucht und schätzen gelernt. So auch ein sehr guter Freund und mittlerweile Thailandkenner, der mir gestern einen Artikel im Spiegel zuschickte (klicken Sie hier). Sich selbst zählt der Spiegel sicherlich zu den Qualitätsmedien, ich sehe mal wieder nur Schmierfinken. Was war geschehen?

Als Überschriften wählten die Schmierfinken vom Spiegel: „US-Bürger droht in Thailand wegen schlechter Hotelbewertung Gefängnis“, Qualitätsmedien eben. Der in Thailand arbeitende US Bürger wurde nach der Strafanzeige des Hotels verhaftet. Ihm drohen nun 2 Jahre Haft, da er sich u.a. über das „unfreundliche Personal“ beschwerte.

Noch ein kurzer Hinweis auf Thailands striktes Anti-Verleumdungsgesetz; zudem lässt Der Spiegel noch verlautbaren: „Die Gesetze würden von einflussreichen Akteuren dazu genutzt, Meinungsfreiheit zu unterdrücken.“ Da könnte der aufgeschlossene Deutsche schon denken, dass dies ja typisch für eine Bananenrepublik ist.

Eine Medaille hat bekanntlich 2 Seiten

Ich dachte immer, dass Qualitätsmedien keine Halbwahrheiten und Lügen berichten. Schmierfinken hingegen bedienen sich gerade eben Halbwahrheiten, eine objektive Berichterstattung sollte nie stattfinden. Im Artikel der Spiegel Schmierfinken wird absolut nichts über die Sicht der Dinge vom Hotelbesitzer berichtet. Durch ein wenig Recherche stieß ich auf einen Artikel im The Thaiger, einer mehrsprachigen Onlinezeitung in Thailand; hier geht es zu diesem Bericht. Siehe da, es findet sich auch eine Stellungnahme des Hotels wieder und Erstaunliches stand in diesem Brief.

Nachfolgende Punkte waren die Gründe für die Anzeige durch den Hoteliers:

  • Er (der US Amerikaner) hatte mehrere erfundene Bewertungen auf Tripadvisor und Google hinterlassen, die Fremdenfeindlichkeit suggerierten, Vorwurf der Sklaverei und sogar irreführende Kommentare, die das Hotel mit dem Coronavirus in Verbindung bringen könnten.
  • Er (der US Amerikaner) hinterließ die Bewertungen mit einem Zeitabstand von 1 bis 2 Wochen und eine Verleumdung war offensichtlich.
  • Über einen Monat versuchten Hotelangestellte ihn zu kontaktieren, um die Angelegenheit friedlich zu beenden, jedoch ignorierte er diese. Erst als das Hotel die Klage einreichte, nahm er Kontakt auf.

Wo liegt der Unterschied zwischen Qualitätsmedien und Schmierfinken?

Für Schmierfinken wie der Spiegel sind nur Klicks und Werbeeinnahmen relevant, ob diese durch Halbwahrheiten zustande kamen, ist unerheblich. Qualitätsmedien versuchen beidseitig zu berichten. Natürlich kann es sein, dass der Hotelbetreiber lügt, dies gilt aber auch für den US Bürger. Werden beide Seiten berichtet, lässt sich eine Schlussfolgerung der Bananenrepublik Thailand nicht mehr ziehen. Der Spiegel suchte nur um einen Vorwand, um über Thailands strikte Anti-Verleumdungsgesetze schmieren zu können.

Handeln muss Konsequenzen haben, oder etwa nicht?

Ich habe 2 weitere Berichte, die sich mit ähnlichem befassen und unsere 4. Gewalt gibt hierbei ein extrem schlechtes Bild ab.

Der Unterschied zu Thailands Medien ist ziemlich schnell erklärt. Müssen deutsche und europäische Medien keine Konsequenzen für Geschmier, Halbwahrheiten und schlichtweg Lügen fürchten, kommen thailändische Medien dafür ganz schnell mit der Strafverfolgung in Kontakt. Bravo, der gesunde Menschenverstand hat Vorfahrt in Thailand und steht auf dem Abstellgleis in Deutschland.

Ein Affentheater, nur warum? befasst sich mit kokosnusspflückenden Affen in Thailand und der Hetzkampagne von PETA mit freundlicher Unterstützung unserer Schmierfinken, nein, Qualitätsmedien.

Paradebeispiel Palmöl befasst sich mit der Verteufelung vom Palmöl, unter anderem auch in Thailand, aufgrund von Halbwahrheiten und Lügen. Auch hier sind es Schmierfinken und keine Qualitätsmedien.

Die Qualitätsmedien, die nicht schrieben befasst sich mit der sonderbar fehlenden Berichterstattung deutscher Qualitätsmedien hinsichtlich der erfolgreichen Bekämpfung von Covid-19 durch Thailand.

Wenn keine aktuellen Nachrichten auch Nachrichten sind selbst über einen Waffenstillstand eines brutalen Krieges in Südostasien wurde nicht berichtet

Journalisten und Medien sprechen gerne von der 4. Gewalt im Staat und wie wichtig der besondere Schutz ihrer Industrie sei. Würden sie wie Qualitätsmedien agieren, wäre dies auch gerechtfertigt. So hingegen stellen sich diese Medien auf dieselbe Stufe wie Soziale Medien und wundern sich, dass keiner für das Geschmier bezahlen will.

zeitgeist, leben in thailand

Sozial- und wirtschaftspolitische Themen, die oft Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, finden Sie unter der Rubrik Zeitgeistkritik im Menü. Sind es doch gerade die Bereiche, die mir ein paradiesisches Leben hier in Chumphon, Thailand bereiten.


Kokosnusspalme und Meer

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