Leben in Thailand
Mein Non-Immigrant Visum Thailand

Welches Visum passt zu mir?

Wenn Sie schon mal im Land des Lächelns als Tourist waren, mussten sich für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen mit keinem Visum und keinen Behörden beschäftigen. Der deutsche, schweizer oder österreichische Reisepass ist für visumfreies Reisen jährlich unter den besten Reisepässen weltweit. Hier sieht man einen positiven Beitrag unserer Auswärtigen Ämter und dies ist zumindest als Tourist eine feine Sache.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Anders ist es dann schon, wenn Sie mehrere Monate pro Jahr oder sogar für immer in einem andern Land leben möchten. Innerhalb der EU kein Problem, aber in andern Ländern meist mit mehr oder weniger administrativen Aufwand und Gebühren verbunden.

Die lieben Zahlen

Es leben Millionen Wanderarbeiter – Schätzungen gehen sehr weit auseinander, da ein nicht unerheblicher Teil sich illegal in Thailand aufhält – die ausnahmslos aus Myanmar, Laos und Kambodscha kommen und ein besonderes Arbeitsvisum haben. Dazu kommen dann noch 100.000 bis 1,5 Millionen Ausländer, die in Thailand arbeiten oder meist als Rentner leben. Warum so eine Diskrepanz? Willkommen in Thailand und dem berühmten Same, Same but different.

Es war bis vor eine paar Jahren möglich, dass Sie als einfacher Tourist legal in Thailand leben konnten. Es war egal, wie oft Sie alle 30 Tage sich auf einen Visarun (näheres dazu weiter unten) machten. Dieser Gruppe gehörte ich mehrere Jahre an und wurde seitens Thailand nie zu den in Thailand lebenden Residenten gezählt. Je nach Visum und monetären Möglichkeiten, kann es sein, dass Sie alle 3 Monate für einen Visarun ausreisen müssen (die Erklärung kommt weiter unten).

Einigermaßen gesichert ist, dass die größte in Thailand arbeitende Ausländergruppe nach den 3 Wanderarbeiterländer, wohl Chinesen, gefolgt von Japanern, Koreanern und Malaien sind. Danach kommen dann die Europäer und US-Amerikaner.

Vorsicht Schätzung!

Ich habe mir erlaubt aus vielen Internetschätzungen ein grobes Mittel zu nehmen. Dabei komme ich bei Ausländern, die nicht in Thailand arbeiten, sondern nur hier leben und über 50 Jahre alt sind – ab dann ist eine Art Rentnervisa möglich – auf ca. 150.000. Wahrscheinlich die größte Gruppe hier sind die Briten. Danach kommen die deutschsprachigen Ländern, wobei, relativ zur Einwohnerzahl des Heimatlandes, die Schweizer klar die Nase vor den Deutschen haben und die Österreicher sehr abgeschlagen sind.  

Kommen Sie nur zum Überwintern und sind über 50 Jahre alt, dann haben Sie 2 Möglichkeiten. Ein 6-monatiges Touristenvisum, hierbei müssen Sie alle 2 Monate einmal das Land für eine Visarun verlassen bzw. ein Non-Immigrant Visum mit dem Zusatz OM (M = mehrmalige Einreise), hier müssen Sie das Land nur alle 3 Monate verlassen. Die Kosten sind ähnlich, daher ergibt wohl das Non-Immigration Visum am meisten Sinn.

Sind Sie unter 50 und ohne thailändische Familie bzw. Ehepartner, dann bekommen Sie ohnehin nur das Touristenvisum. Außer der Thailand Elite Karte (siehe unten), gibt es für unter 50 jährige, ohne thailändischen Familienbezug und ohne Absicht in Thailand legal zu arbeiten oder viel Geld zu investieren, keine Möglichkeit länger im Land zu bleiben.

Der berühmte Visarun

Kurz zum Visarun – je nach Visum, müssen sie öfter das Land verlassen, um wieder ein 2 oder 3-monatiges Aufenthaltsrecht zu bekommen. Sie können natürlich irgendwo hin ins Ausland fliegen und dies mit einem Kurzurlaub verbinden. Alternativ dazu können Sie an einen von mehreren bestimmten Grenzübergängen fahren, kurz ausreisen um dann gleich wieder einzureisen. In Chumphon ist die nächste Möglichkeit dies zu tun in der Nachbarprovinz Ranong. Eine ca. 120 km kurzweilige, landschaftlich sehr sehenswerte Fahrt bringt Sie zum Hafen in die Provinzhauptstadt Ranong. Hier verlassen Sie Thailand, fahren mit einem Boot ca. 20 Minuten nach Myanmar. Dort holen sie sich einen Einreisestempel und dann geht es wieder mit dem Boot zurück. Der Wiedereinreise nach Thailand sollte nichts mehr im Wege stehen. Ein paar Dokumente (Passkopien etc. sind beizubringen) und die Gebühren sind überschaubar.

Non Immigrant Visum

Der Überbegriff aller Langzeitvisen ist Non Immigrant Visum. Diese unterteilen sich in mehreren Kategorien und Unterkategorien. Die wichtigsten für Rentner, Pensionäre und Residenten habe ich nachstehen aufgezählt.

Erstmalig müssen Sie auf alle Fälle bei der thailändischen Botschaft oder Konsulat in Ihrem Heimatland ein Non Immigrant Visum beantragen. Während Ihres Aufenthaltes in Thailand können Sie die Kategorie eines Non Immigrant Visum gegen Gebühr wechseln. Zum Beispiel von einem Ehegatten Visum in ein Rentnervisum, etc.

Wegen Covid-19 gibt es hier häufig Änderungen oder zusätzliche Erfordernisse. Hierbei empfehle ich Ihnen einen Blick auf die thailändische Botschaft in Ihrem Heimatland. Hier die relevanten Seiten:

  • Berlin: Thailändische Botschaft, hier
  • Bern: Thailändische Botschaft, hier
  • Wien: Thailändische Botschaft, hier

Non Immigrant Visum OM retired

Wenn Sie als Ü50 nach Thailand auswandern wollen und weder ein Sparguthaben von THB 800.000 noch monatliches Einkommen von Baht 65.000 vorweisen können, dann bleibt Ihnen nur das Non-Immigrant Retired OM (M – mehrmalige Einreise) Visum. Hierbei ist zu beachten, dass Sie alle 3 Monate kurzfristig ausreisen müssen und max. in Thailand für 15 Monate minus einen Tag bleiben können. Danach müssen Sie wieder, meist in Ihrem Heimatland, ein neues Visum beantragen.

Non Immigrant Visum OS retired

Um die Ausreisepflicht zu vermeiden, sollten Sie THB 800.000 auf einem thailändischen Konto auf Ihren Namen lautend, mindestens 2 Monate vor der erstmaligen Beantragung der Änderung der Visumlaufzeit in Thailand nachweisen können. Ein monatlicher Geldeingang in Höhe von 65.000 Baht tut es auch. Dann ist das beste Visum ein Non-Immigrant Retired OS (S = einmalige Einreise). Hierbei wird Ihnen das für Ihren Wohnort zuständige Immigration Department, die nötige Änderung der Visumlaufzeit vornehmen.

Non Immigrant Visum OA retired

Erstmalig kann dieses 1 Jahresvisum ohne Ausreisepflicht auch bei den thailändischen Botschaften in Europa beantragt werden. Es heißt dann Non-Immigrant OA Long Stay und die 800.000 Baht müssen in Euro/Franken nachgewiesen werden. Allerdings müssen Sie für dieses Visum erheblich mehr Dokumente und auch eine Krankenversicherung vorweisen als beim Non-Immigrant Retired OS oder OM Visum. Für die jährliche Verlängerung müssen nun die 800.000 Baht mindestens 3 Monate vor Ablauf des Visums, nachgewiesen werden. Im Beitrag Die alljährliche Visumverlängerung, habe ich meine Erfahrung dazu beschrieben.

Non Immigrant Visum O Thai spouse

Haben Sie einen thailändischen Ehepartner, dann heißt das Visum Non-Immigrant O Thai Spouse und die monetären Voraussetzungen halbieren sich. Allerdings ist die Anzahl der beizubringenden Dokumente und die Bearbeitungsdauer erheblich länger als bei einem Non-Immigrant O Retired.

Dies ist bei mir der Grund, dass ich mich ab 50 für letzteres Visum entschieden habe, obwohl ich auch mit einer Thailänderin verheiratet bin.

Non Immigrant Visum OX – Besser nicht, ergibt keinen Sinn

Es gibt auch seit August 2017 ein 10 Jahresvisum, Non-Immigrant Visum OX, bei dem Sie mindestens THB 3 Mio. für mindestens 12 Monate vorweisen müssen. Weitere Bedingungen kommen noch hinzu. Zum jetzigen Stand ist die Sinnhaftigkeit dieses Visums zu hinterfragen, da es eigentlich ein 5 Jahres Visum mit Verlängerung ist und man muss trotzdem jährlich zur Kontrolle zur Immigrationsbehörde. Auch ist die 90 Tage Kontrolle (Erklärung folgt weiter unten) weiterhin erforderlich. Daher ist wohl ein 1-Jahres Non-Immigrant Visum weiterhin die beste Wahl.

Wichtig: In allen Visaangelegenheiten, vergewissern Sie sich auf alle Fälle vorab nochmal bei der thailändischen Botschaft in Ihrem Heimatland.

Wenn Sie hohe Gebühren nicht scheuen, können Sie sich auch für das Thailand Elite Programm entscheiden. Die Gebühr ist mindestens 500.000 Baht und Sie bekommen eine Art 5 Jahresvisum. Schauen Sie sich einfach dazu die Webseite an.

Covid-19 geschuldetes Visum

Seit Oktober können Touristen unter Umständen mit dem sogenannten ST-Visum (Special Tourist Visa) einreisen. Hier handelt es sich um ein 90 Visum, welches 2 mal auf insgesamt 270 Tage ohne Ausreisepflicht verlängert werden kann. Die Kosten belaufen sich auf 10.000 Baht und ein lange Liste an Dokumenten wird benötigt. Bei Interesse, kontaktieren Sie die Thailand Longstay Company, klicken Sie hier. Die Visumbeantragung ist nur per E-Mail über diese Gesellschaft möglich.

Unter anderem müssen Sie eine bestimmte Krankenversicherung vorweisen. Diese können Sie online unter diesem Link abschließen. Die Regierung plant zurzeit mit 1.200 solcher Visen pro Monat. Am 20. Oktober 2020 kamen erstmal Touristen aus China mit diesem STV in Thailand an. Lesen Sie hierzu auch: Covid-10 Situationsbericht

Beamte sind auch nur Menschen

Es gibt viele Berichte, dass sich die Erfordernisse und Regelungen bei den jeweiligen lokalen Immigrationsbehörden teilweise stark unterscheiden. Hierbei ist zu beachten, dass jede Immigrationsbehörde, meist jeweils pro Provinz eine, die Regelungen oftmals anders auslegt bzw. mehr Dokumente als eigentlich vorgesehen verlangt. Auch bei den Wartezeiten gibt es erhebliche Unterschiede.

Provinzen mit nur wenig weißen Ausländern, wie zum Beispiel Chumphon, siehe Beitrag: Die alljährliche Visumverlängerung, gibt es nie große Wartezeiten. Ganz im Gegensatz zu Orten, wo viele Residenten leben, wie zum Beispiel Phuket, Pattaya oder Hua Hin. Auch können die Immigrationsbehörden manchmal weit über 100 km entfernt vom Wohnort liegen. Dies sollte auch ein Kriterium bei der Wohnortsuche für Sie sein. Näheres dazu im Beitrag: Wo wollen Sie in Thailand leben?

Da ich mittlerweile seit 10 Jahren immer mindestens 4-mal pro Jahr bei der lokalen Immigrationsbehörde auftauche (1x Visaverlängerung und 4x 90 Tage Meldung), ist mein Gesicht den Damen und Herren dort bekannt. Auch sind meine thailändischen Sprachkenntnisse so schlecht nun auch wieder nicht und ich bilde mir ein, seit gut 4 Jahren besseren und vor allem schnelleren Service zu bekommen.

Geduld ist eine Tugend

Die berühmte 90 Tage Meldung ist dazu da, dass die thailändische Verwaltung weiß, wo Sie wohnen. Sie müssen diese auch gar nicht selber machen. Es langt, wenn Sie jemanden Ihren Reisepass, nebst Kopie, sowie das unterschriebene Formblatt TM47 für 90 Tage Meldungen, mitgeben. Es hat auch nichts mit Ihrem Visum zu tun, bestenfalls können Sie es eventuell 1 mal pro Jahr zeitlich kombinieren.

Für alle Zusammenkünfte mit der thailändischen Immigrationsbehörde gilt, je mehr Kopien Sie mitbringen, desto besser. Mir ist nicht wirklich klar, warum eigentlich, aber thailändische Behörden haben einen Papierwahn ohnegleichen. Oft wird für zum Beispiel eine simple Visumverlängerung, mindestens alles im Original (Bankbestätigung) und mit von Ihnen unterschriebener Kopie verlangt. Oftmals müssen Sie für einen Verwaltungsakt 2, manchmal sogar 3 Kopien Ihres Reisepasses beibringen. Es gibt viele Erklärungen dafür, keine ist so wirklich einleuchtend. Da Sie es schon wissen, dann machen Sie eben mehr Kopien. Wenn es den Sachbearbeiter dann positiv stimmt, dann ist jedem irgendwie geholfen.  

Vorsicht bei Diskussionsforen

Meist auf Foren über Thailand, können Sie auch viele unangenehme Geschichten hinsichtlich Visen und Immigrationsbehörden lesen. Bei vielen ist der Wahrheitsgehalt zu hinterfragen bzw. werden entscheidende Punkte weggelassen. Dennoch erleiden in den letzten Jahren auch viele Rentner wegen des Währungsrisikos erhebliche finanzielle Einbußen. Zudem sinkt bei vielen das Renteneinkommen in Baht unter die 65.000 Baht Grenze. Ohne Geldvermögen kann dies bedeuten, dass sie das Land verlassen müssen. Hierbei könnte Ihnen auch der Beitrag „Geldwechseln, aber richtig“ behilflich sein.

Es klingt sicherlich hart, aber die Voraussetzungen für ein Visum waren allen bekannt. Thailand kann nicht wirklich etwas für die erhebliche Aufwertung des thailändischen Baht und die oft gleichzeitige Schwäche des Euros in den letzten Jahren. Schon gar nicht liegt die Schuld bei Thailand, wenn die eigenen finanziellen Mittel nicht ausreichen. Dass die Betroffenen einen Schuldigen suchen und es nicht einfach hinnehmen ist leider verständlich. Akzeptieren muss man es dennoch nicht, da es absolut nichts mit Thailand zu tun hat. Die thailändischen Behörden sitzen hier am längeren Hebel. Bereiten Sie sich daher gut auf das Auswandern vor und vermeiden Sie es frühzeitig, in eine missliche Lage hinsichtlich der finanziellen Erfordernisse für ein Visum zu kommen.

Kokosnusspalme und Meer

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