Leben in Thailand
Geisterhaus, Aberglaube, Geisterglaube, Geister in Chumphon Thailand und Asien

Es geht mir auf den Geist

Aktualisiert am 28. September 2022

Aberglaube, Tradition oder Brauchtum?

Ein 40-jähriger Thailänder meinte mal zu mir, dass es früher als Kind verpönt war, über Geister zu reden. Heutzutage aber sind in Thailand alle aufgeschlossen und man spricht offen über Geister, Geisterglaube und Aberglaube. Sind Sie einmal dem Thailändischen soweit mächtig, dass Sie grundsätzlich über Geister reden könnten, müssen Sie absolut nichts dafür selbst tun. Solche Gespräche über Aberglaube und Geister werden Sie finden, nicht nur in Thailand, eigentlich in ganz Asien, zumindest das von China geprägte.

Geister, Geisterglaube und deren Sichtungen sind wahrscheinlich stark mit Aberglaube verwandt. Gefühlt haben wir in Europa aber viel weniger dieser Tradition oder ist es Brauchtum?

Mir fällt da gerade der Kaminkehrer als Glücksbringer ein. Jetzt gibt es aber in ganz Südostasien so gut wie keine Kamine auf den Häusern, da ein tropisches Klima einen kalten Winter ausschließt. Daher kennt der Thailänder den Kaminkehrer nur aus dem Fernsehen. Es gibt aber sehr viele Klimaanlagen (siehe: Klimaanlage in Thailand, Fortschritt durch Technik) und dafür gibt es einen Handwerker, den Klimaanlageninstallateur und er wartet diese auch regelmäßig. Seltsamerweise bringt Asien diesen überhaupt nicht mit Glück, Unglück oder Aberglaube und Geisterglaube in Verbindung, sehr verwirrend. Siehe auch:

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Ich kenne keinen, der in Thailand nicht an Geister glaubt

Dem Verfasser seine bessere Hälfte (siehe auch: Thailänderin und Familienleben in Thailand), eine absolut bodenständige, selbstbewusste und Fakten sehr zugängliche Frau, ist felsenfest davon überzeugt, insgesamt 3-mal in ihrem Leben Geister gesehen zu haben. Dies nicht etwa nach übermäßigem Alkoholgenuss oder irgendwelchen Träumen. Einmal war ich selbst Anlass einer solchen Geistersichtung.

Was war geschehen: Ein betrunkener Mopedfahrer wollte mal die Stärke meines Fahrrades überprüfen und musste dafür ins Krankenhaus. Sein Moped war hinüber, mein Fahrrad hatte ein paar Kratzer und ein paar mehr davon hatte ich, sowie einen gebrochenen Finger. War also nach dem ersten Schock gar nicht so schlimm. Habe meine Frau informiert und sie kam sogleich mit dem Moped. Mittlerweile hatte ich alles bereits mit den anwesenden Polizisten geklärt. Diese waren auch sehr verständnisvoll und die Zeugen hatten den Unfall richtig wiedergegeben. Lesen Sie auch:

Geisterglaube: Geister, die ich nicht rief!

Jetzt wollte ich das Fahrrad nicht einfach so liegen lassen, also fuhr ich es langsam wieder nach Hause. Meine Herzallerliebste fuhr mit dem Moped langsam voraus, denn schnell konnte ich nun wirklich nicht mehr radeln. Aus heiterem Himmel fuhr meine Frau immer schneller und schneller und mein Rufen half nichts mehr.

Ein paar hundert Meter weiter hielt sie an. Wäre sie nicht so schön natürlich braun, wäre sie bleich im Gesicht gewesen. Sichtlich noch im Schock meinte sie, dass sie eben einen Geist im Rückspiegel gesehen hat, der ihr: Hilf mir auch – natürlich auf thailändisch – zugerufen hat.

Wenn Sie 10 wahllos ausgewählte Thailänder fragen, ob ihnen schon mal Geister begegnet sind oder ob Geisterglaube Teil ihres Wesens ist, werden 11 steif und fest davon überzeugt sein, dass sie welche gesehen haben.

Der heilige Baum, Geister und Aberglaube in Thailand und Asien

In meinem 2. Jahr in Chumphon, gab es am Straßenrand, einer von mir oft befahrenen Straße, einen schönen Baum, der mit viel Tuch und anderem Schnickschnack eingewickelt war. Lange Zeit dachte ich an eine buddhistische Tradition für heilige Bäume. Mich wunderte aber, dass ein- bis zweimal im Monat, meist am Abend viele Autos und Mopeds an diesem Baum hielten.

Irgendwann erzählte mir jemand die wahre Geschichte dahinter. Ein volltrunkener Thailänder hat an diesem Baum vor geraumer Zeit in der Baumrinde einen Geist mit den Lottozahlen erkannt. Natürlich hat er danach wohl gut Geld gewonnen und war Felsenfest von seinem Geisterglaube überzeugt. Einem anderen erging es ähnlich, da er einen Geist am Baum gesehen hat, der ihm die Zahlen nannte. Mit der Zeit wurde dieser Baum zu einem Lottowallfahrtsort.

Ich bin richtig froh, dass vor einigen Jahren die Straße erheblich verbreitert wurde und dieser Baum dem Weltlichen weichen musste. Ähnlich dazu die Geschichte im September 2020 in der Bangkok Post.

Lesen Sie hierzu auch die Berichte:

Aberglaube und Geister sind in ganz Asien weit verbreitet

Die Liebe der Japaner und Chinesen zu ihren Geistern, Geistergeschichten und der ganze Aberglaube dahinter, ist weltbekannt. In Thailand wurden die Geister und die Rituale, wie so vieles hier, dem thailändischen Geschmack angepasst. Viele sehr hübsche und reich verzierte Geisterhäuser sieht man oft auf den Grundstücken.

Der berühmteste von allen ist der Erawan Shrine in Bangkok. Fast jeder in ganz Asien hat von diesem sagenumwobenen Schrein/Geisterhaus zumindest schon gehört und viel Aberglaube umgibt diesen auch. Durchaus empfehlenswert und sehr exotisch in unseren Augen, da zu fast jeder Tageszeit auch traditionell bekleidete thailändische Tänzerinnen dort das Kulturgut pflegen. In Thailand gibt es keine Kirchensteuer, sondern einzig und alleine nur Spenden. Und der Erawan Shrine hat in den ersten 8 Monaten 2022 schlappe 1,8 Milliarden Baht an Spenden eingesammelt, dafür muss eine alte Oma schon auch in Euro lange stricken.

Habe ich früher über soviel Naivität beim Thema Geister gelacht, bin ich mittlerweile so weit, dass ich es einfach ohne Wertung akzeptiere. Zumal ich auch mal an einem Tisch, mit ca. 7 Weißen und 5 Thais saß. Alle Thais haben erwartungsgemäß bereits Geister erlebt, aber 5 der Weißen auch und diese meinten es ganz ernst damit. Lesen Sie hierzu auch:

Bin ich vielleicht der Geisterfahrer auf der Autobahn, der die Polizei darauf aufmerksam macht, dass alle anderen Autos in verkehrter Richtung fahren? Da lege ich mich lieber in meine Hängematte auf Baan Metawi, unserem Zuhause am Golf von Thailand und achte darauf, dass keine schwarze Katze unter dem Teil läuft.

Leben und wohnen auf Baan Metawi in Chumphon am Golf von Thailand

Wenn Sie sich für einen Langzeitaufenthalt bei uns in Chumphon interessieren, lesen Sie sich das Mietangebot meiner Frau auf Baan Metawi gut durch. Es zeichnet sich im Besonderen dadurch aus, dass es ein sehr nützliches und vielfältiges Servicepaket bietet, welches Ihnen den Schritt zum Überwintern oder Auswandern nach Thailand erheblich erleichtert. Zudem spricht der Ehemann meiner Frau sogar auch Deutsch.

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