Leben in Thailand
Et kütt, wie et kütt hat schon ein bisschen was von Same Same but different in Thailand. Eine seltsame Woche geht zu Ende, wo alles ohne Plan spontan und dann doch wieder andersrum kam, wie es kam. Ich liebe Thailand.

Et kütt, wie et kütt

Aktualisiert am 26. August 2021

Et kütt, wie et kütt hätte ich ohne Probleme ins Thailändische übersetzten können, jedoch als Südlicht musste ich erst im online Wörterbuch für Kölsch nachschauen, um die Überschrift richtig zu schreiben. Dialekt hin oder her, wollen Sie in Thailand planen und organisieren, dann bleiben Sie besser immer spontan. Irgendwie ist dann unsere deutsche Redensart: Es kommt, wie es kommt seltsam verwandt mit Thailands: Same Same but different. Was es in Thailand bedeutet, durfte ich diese Woche mal wieder eindrucksvoll erfahren. Ein etwas älterer Beitrag – Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!, wie auch Ein Nachmittagsausflug in Chumphon – handelt vom spontanen Verreisen in Thailand und passt daher thematisch gut.

Der heutige Beitrag spielt meist auf unserem Anwesen, Baan Metawi. Es geht um fehlende Wasserschlachten aber nicht ganz, ein spontaner – selbstverständlich in Thailand ohne planen – Javaapfelbaumzuschnitt, Barhocker entrosten wegen fehlender Möglichkeit zur Ferienarbeit, selbstgemachter Mangomarmelade wegen verfrühter Regensaison, Brot backen wegen vergessenem Teig, Freunde treffen ohne Termin aber mit Termin und gemeinsam eine Bar bzw. Imbiss bzw. Café bzw. Lieferservice bzw. Hotel eröffnen. Zu allem Überfluss stört Covid-19 im Moment gerade wieder auch. Spontan planen in Thailand = Same Same but different = es kommt wie es kommt; alles klar?

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Die Songkran Woche: spontan planen in Thailand, ein Musterbeispiel

Ich hab Ihnen ohnehin letzte Woche mit dem Beitrag: April in Thailand – heiß, nass und fröhlich zum dritten Mal in diesem Jahr ein schönes Neujahr gewünscht (siehe auch: Frohes Neujahr, Neujahr und Neujahr). Aber aufgrund des neuerlichen Ausbruchs von Covid-19 in mehreren Luxusbars in Bangkok und anderswo sind die meisten Feierlichkeiten für Songkran, dem traditionellen Neujahr von Thailand, spontan, richtigerweise und im ganzen Land abgesagt worden.

Dies hat dann auch unsere Planung fürs Verreisen innerhalb Thailands durcheinander gewirbelt. Geplant war eigentlich nächste Woche eine Reise nach Sukhothai, UNESCO Weltkulturerbe und Thailands erste Hauptstadt, mit den Kindern. Ein paar Tage später war ein ca. 3.000 km Trip mit Freunden nach Buriram und umliegende Provinzen geplant. Wenn nicht jetzt, dann eben ein anderes mal, auch egal.

Jetzt hat auch noch die Regensaison in diesem Jahr ca. 2 Wochen früher als normal begonnen und einhergehend frischte der Wind manchmal kräftig auf. Dies tat aber unserem Mangobaum, voll mit reifen und fast reifen Früchten, überhaupt nicht gut. Die Folge war, dass wir unerwartet ca. 100 kg Mangos hatten. Meine bessere Hälfte machte spontan Mangopudding und Mangosahnetorte ohne groß zu planen. Was soll ich sagen, es schmeckte sehr gut, aber was sollen wir mit den übrigen 99 kg Mangos machen?

Planen Termin um 18:00, fahren demzufolge um 19:00 los

An diesem Sonntag Abend waren wir noch bei Freunden eingeladen. Wir planen, zusammen zu sechst, eine Bar in Thailand, genauer bei uns in Chumphon zu eröffnen, siehe auch: Bar, Zentimeter und Uniform in Thailand. Ich fragte meine Frau um wieviel Uhr wir losfahren. Sie meinte wörtlich: Die Verabredung ist um 18:00, also fahren wir um 19:00 los. Als wir mit über 10 kg Mangos ankamen, waren wir natürlich die ersten, ich liebe Thailand (… und auch meine Frau, daher ist dieser Beitrag auch interessant: Thailänderin und Familienleben in Thailand).

Treffpunkt war auf einem Dschungelgrundstück eines der befreundeten Ehepaare. Der Abend war natürlich lustig aber über die Bar wurde nicht geblubbert. Warum auch, wir sind in Thailand, Geplantes wird spontan umgeplant. Planen in Thailand bedeutet höchstens eine Diskussionsgrundlage zu haben; ich lebe ja im Same Same but different Land. Klingt vielleicht ironisch, passt aber bestens zu meinem Gemüt. Dies bringt aber teutonisch strukturierte Menschen eher an einen Nervenzusammenbruch.

Daher planten (lustig) wir jetzt ein Besichtigungstermin um 17:00 am Montag auf dem angedachten Grundstück für die Bar. Auch hatte ich alle für nächsten Sonntag zu uns eingeladen, um zu vermeiden, dass wieder im Dschungel bei Hitze und Moskitos (siehe Moskitos in Thailand, wie schützt man sich am besten?) gegessen und geblubbert wird. Daher köderte ich alle mit dem Versprechen von selbstgemachter Pizza; dies ist weiterhin für nicht touristische Gegenden in Thailand etwas Besonderes.

Großkampftag Montag: Same Same but different

Am Montag machte ich insgesamt rund 10 Liter Mango-/Erdbeer-/Maracuja-/Limettenmarmelade. Bis auf die Erdbeeren wächst alles auf unserem Anwesen. Hatte aber völlig meinen vor Tagen angesetzten Sauerteig vergessen, daher kamen dann noch 4 kg Sauerteigbrot dazu. An sich kein Problem, wenn nicht meine Herzallerliebste sich spontan und ohne jeglicher Planung entschlossen hätte, unseren rund 12 Meter hohen Javaapfelbaum extrem zurechtzustutzen. Extrem bedeutete ca. 100 kg Baumschnitt. Sie klettert gerne auf Bäumen herum, allerdings wusste sie nicht so recht mit den batteriebetriebenen Baumsägen umzugehen. Nun durfte ich während kochender Marmelade und im Backofen zu backendes Brot auf dem Baum (ich habe Höhenangst!!!), um ihr die beiden Maschinen zu erklären; danach klappte es. Während sie sägte, befüllte ich rund 15 Gläser Marmelade. Natürlich hatte ich bei einem den Deckel nicht richtig zugeschraubt und es kam, wie es kam. Ein Glas mit köstlicher Marmelade explodierte und die heiße Süßigkeit dekorierte die Küche. Lustig irgendwie, nicht aber für die Haushälterin, die sich so gleich an die Putzarbeiten machte. Ja, Haushälterin, völlig normal hier und dazu sollten Sie mal den Beitrag: Mindestlohn Thailand lesen.

Ich musste gleich weiter und durfte nämlich den Baumschnitt händisch kleinschneiden, da zwar fast alles in Thailand billiger und meist in größerer Auswahl als in Deutschland vorhanden, siehe: Billige Preise in Thailand und teure in Deutschland, nur warum? Jedoch einen Häcksler für den Hausgebrauch, findet man in ganz Thailand nicht. Natürlich zum Abschluss kam noch ein Platzregen und ich war fertig. Um 17:30 ging ich völlig verdreckt, mit Blessuren und Ameisenbissen recht kaputt zum Duschen, um dann um 17:45 in einen Sofortschlaf zu fallen. So wie ich, hat auch meine Frau den Besichtigungstermin um 17:00 vergessen, der wegen Regen ohnehin nicht stattfand. Stattdessen planten die beiden befreundeten Paare, sich selbst bei uns einzuladen. Sie brachten Bier und reichlich Essen mit, aber ich schlief … insgesamt für ca. 30 Minuten. Dann wurde ich von der Frau des Hauses unschön geweckt und wir blubberten und tranken bis ca. 02:00 Uhr.

Spontan von A bis Z, ohne Planung kein Problem in Thailand

Anscheinend gab es auch schon ein paar Diskussionen im Vorfeld, was dazu führte, dass die angedachte Bar, durch einen Imbiss ersetzt werden sollte. Imbiss, wer braucht den fünfhundertsten Imbiss bei uns? Mich wunderte nach diesem Einwand von mir überhaupt nicht mehr die Geschwindigkeit, wie vom Imbiss dann zur Eröffnung eines Dschungelcafès gewechselt wurde. Jetzt bin ich ohnehin sehr zahlenverliebt und hinterfragte viele Annahmen durch zahlenlastige Argumentation. Dies überforderte einige und schwups kam man zurück zum Imbiss. Allerdings sollte es jetzt ein Lieferdienst werden, der alle Imbisse in der Gegend umfassen soll. Sie merken wahrscheinlich, der Alkohol stieg jedem zum Kopf und gipfelte dann in einer Paralleldiskussion, um ein Hotel zu eröffnen.

Irgendwie kamen wir nach Mitternacht auf die angespannte Covid-19 Situation zu sprechen und beschlossen, dass es im Moment wenig Sinn mache, eine Bar zu eröffnen, wo doch alle Bars im Land vor 3 Tagen geschlossen wurden. Zumindest dachte ich an die Mangos und gab allen nochmal gut 20 kg als Mitternachtsbrotzeit auf den Nachhauseweg. Zu den nächtlichen Aktivitäten empfehle ich Ihnen auch diesen Beitrag: Tintenfische angeln in Thailand; eine kurzweilige Freizeitbeschäftigung

Apropos Mitternachtssitzungen: Deutschland scheint ja mit planen auch so seine Probleme zu haben. Da wird dann die Bekämpfung der Hochphase der dritten Welle durch eine amüsante Kanzlerkandidatenkür einfach mal auf Eis gelegt. Ist hier „et kütt, wie et kütt“ wirklich angebracht?

Songkran war dann sehr leise aber immer noch nass

Normalerweise würden Tausende am Mittwoch zum Tempel gehen und die traditionellen Rituale für Songkran abhalten, aber der Tempel dachte kundenfreundlich und fuhr überall mittels Pick-up (siehe: Der Pick-up, Thailands eierlegende Wollmilchsau) durch Siedlungen, um den Anwohnern trotz Covid-19 aber ohne Massenansammlung Songkran doch noch näherzubringen.

Richtig feucht wurde es bei uns am Pool mit den Kindern. Regen, Hitze und Dampf wechselten sich auch noch ab und dabei blieb auch niemand mehr trocken.

Blödes Covid-19 sticht Ferienjob

Es sind gerade auch große Ferien zurzeit in Thailand, ca. 2 Monate sind 3 Kinder (Sohn Nummer 2, Nichte und Neffe) permanent zu Hause und in 2 Wochen kommt Sohn Nummer 1 aus Passau, der sich zurzeit in Staatsquarantäne in Pattaya aufhält (siehe: Eine Reise nach Thailand während Covid-19). Dies bedeutet einen hohen Bedarf an Lebensmittel, viel Kochen und immer Frühstück zubereiten. Es mach ja auch Spaß, dennoch sollte die beiden Älteren sich einen Ferienjob suchen. Während normalem Covid-19 schon schwierig, aber jetzt mit dem neuerlichen Aufflammen unmöglich. Also sind wir nun Arbeitgeber und zahlen den beiden Gehalt für gar nicht wenig Arbeitsaufträge bei uns zu Hause. Hierzu könnte Sie auch dieser Beitrag interessieren: Bitcoin & Co – oder schon wieder Mississippi Company? Warum? Da Sohn Nummer 2 darin für Kryptowährung spielt.

Hab dabei aber vergessen, dass beide, Sohn Nummer 2 und Nichte, nicht wirklich geschickte Hände haben, ganz im Gegensatz zum 9-jährigen Neffen. Barstühle vom Rost befreien musste meine Frau und ich denen erst mal zeigen. Warum bezahlen die uns eigentlich nicht? Und warum strich Sohn Nummer 2 einen Barstuhl mit rotem Holzlack, anstelle mit rotem Rostschutz? Dabei fiel mir auf, dass wir heute, 15. April 2021, rund 1.500 Neuinfektionen im Land haben. Immer noch gering zu den 30.000 in Deutschland, aber mein erster Gedanke galt dem Bier. Zu Beginn der Pandemie wurde unter anderem der Alkoholverkauf in Thailand gestoppt. Bei den Zahlen wird es wohl wieder in Kürze kommen, so wie auch die Ausgangssperre. Daher galt es spontan planen in Thailand und es ging gerade eben zum Großhandel und wir deckten uns mit viel Bier ein. Ich predige ja immer: In Rom mach es wie die Römer, daher dann: Same Same but different … Et kütt, wie et kütt

Matt als Comic Freude

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Mehr zum Thema Auswandern? … dann …


Kokosnusspalme und Meer

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