Leben in Thailand
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Die thailändische Küche – Chaos ist das Beste was passieren konnte

Das Leben in Thailand ist exotisch, frei und selbstbestimmt – mit ein Grund, dass ich mein Leben hier als Ausländer immer gerne als paradiesisch bezeichne. Dieses ungezwungene, für viele Erstbesucher eher chaotische Leben, liegt mir persönlich sehr. Hier sind unsere mitteleuropäischen Tugenden, wie Pünktlichkeit, Ordnung, Verlässlichkeit, Planung, etc. eher nur Nebendarsteller, anderes ist wichtiger, vieles davon finden Sie im Blog. So ist auch die thailändische Küche, uns schon irgendwie geläufig, aber dann doch nicht so wirklich, ein Musterbeispiel thailändischer Tugenden.

Viele thailändische Gerichte, Obst und Gemüse, die heute als „typisch thailändisch“ gelten, sind ursprünglich gar nicht aus Thailand! Um diesen Gedanken besser einzuordnen, hilft ein Blick auf eine für mich ebenbürtige Küche – die italienische.

Matt Abold leben in chumphon, thailand

Matt Abold heißt der Bub und lebt seit 2009 auf Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Er schreibt übers Auswandern und Überwintern und sozial- und wirtschaftspolitische Themen mit Bezug zu Thailand.
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Die italienische Küche

Stanley Tucci, US-amerikanischer Schauspieler und leidenschaftlicher Hobbykoch, hat mit seinen TV Dokus: Searching for Italy und Tucci in Italy eindrucksvoll gezeigt, wie tief verwurzelt und unterschiedlich die italienische Esskultur ist. Und wie ich finde, völlig zurecht.

Allerdings auf die Frage, was beim italienischen Essen gar nicht geht, antwortete er sinngemäß: kein Käse zu Fisch, keine Sahne in die Carbonara – und auf gar keinen Fall Ananas auf Pizza. Im gleichen Atemzug sagte er jedoch in einem BBC-Interview, dass „Vielfalt und Unvollkommenheit – gerade beim Essen – entscheidend seien.“ Ähnlich äußerte sich TV Chef, Gino D’Acampo, der einmal meinte, man solle niemals Knoblauch und Zwiebeln im selben Gericht verwenden.

Hätten die Italiener über Jahrhunderte tatsächlich auf all diese gut gemeinten Ratschläge gehört, wäre ihre Küche heute vermutlich so spannend wie lauwarmes Leitungswasser und damit durchschnittlich. Stattdessen gilt die italienische Küche bis heute als eine der besten der Welt. Gleichzeitig drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Innovationsfreude zunehmend in Grenzen hält. Zu starr sind vielerorts die Vorstellungen davon, was „authentisch“ ist und was nicht.

Neue, unkonventionelle Ideen – ob Ananas auf Pizza oder thailändisches Curry auf Pasta – gelten schnell als kulinarische Sünde. Insofern ist es lustig, da es zwar nicht Marco Polo war, der Nudeln aus China mitbrachte, aber Jahrhunderte vorher wurden von den Arabern, die Zutaten und Techniken der heutigen Pasta nach Italien gebracht.

Wie es George Bernard Shaw treffend formulierte:

Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an;
der unvernünftige beharrt darauf, sie an sich anzupassen.
Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab.

Georg Bernard Shaw

Und genau hier beginnt die eigentliche Stärke der thailändischen Küche

Für mich ist die thailändische Küche – weiterhin zusammen mit der italienischen – die beste der Welt.
Nicht trotz ihres Chaos, sondern gerade deswegen. Genau hier liegt heute der entscheidende Unterschied zur italienischen Küche.

Das Nationalgericht Spaghetti alla Carbonara muss gefälligst aus Guanciale, Pecorino und Eigelb bestehen – alles andere gilt schnell als kulinarischer Affront. Bei Som Tam, dem thailändischen Papayasalat und inoffiziellen Lebenselixier meiner besseren Hälfte, sieht das deutlich entspannter aus: Mal Papaya, mal unreife Mango, zur Not auch Karotte, modern sogar als Tempura – Hauptsache, die herrlich scharfe Marinade stimmt.

Die Frage ist nicht, ob man das darf, sondern ob es schmeckt und genau deshalb funktioniert es.

Vorab Beiträge, wo die thailändische Küche eine Rolle spielt
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Ein paar entscheidende, oft übersehene Punkte:

Viele der heute wichtigsten Zutaten der thailändischen Küche – allen voran Chili – stammen ursprünglich aus Südamerika und nicht aus dem klimatisch vergleichbaren Südostasien. Der Grund ist ebenso simpel wie faszinierend: Zum Beispiel war in Thailand die Natur bereits so großzügig, dass man sie nicht zähmen, sondern nur kombinieren musste. Insbesondere war Reis schon vorhanden und somit war die Kalorienzufuhr fast schon gesichert und die gewonnene Zeit konnte für Muße verwendet werden und ließ der Kreativität freien Lauf. Vielleicht erklärt genau das, warum die eine Region perfekte Zutaten hervorgebracht hat und die andere perfekte Gerichte.

Oder, warum findet man weltweit unzählige italienische und thailändische Restaurants – aber vergleichsweise wenige südamerikanische? Noch provokanter: Südamerika hat die Farben erfunden – Thailand hat daraus ein Meisterwerk gemacht.

Ananas, Tomate, Avocado, Guave, Erdbeere, Maracuja, Papaya, Kaktusfeige, Chili, Paprika, Kartoffel, Mais, Kürbis, Bohnen, Erdnuss, Vanille, Kakao, etc.

Ein weiterer Punkt, Thailand wurde nie kolonisiert! Dadurch wurde den Thailändern keine europäischen Küchen aufgezwungen. Viel wichtiger aber, die thailändische Küche experimentierte vorzüglich mit „Wandel durch Handel“ (mein kurzer Ausflug zur aktuellen geopolitischen Lage – so issa halt der Bua). Viele heute typisch thailändische Gerichte und Zutaten haben ihren Ursprung in Indien und China. Auch mit den Kolonialmächten wurde schon vor über 400 Jahren viel Handel betrieben. Deren (also unserem) Essen kam damals in Thailand nicht so gut an, aber was diese aus den unbekannten Ländern in Südamerika mitbrachten, ließ die Experimentierfreudigkeit der thailändischen Küche explodieren.

Die thailändische Küche ist wie Apple Inc.

Apple hat nichts wirklich erfunden, die sind nur kreativ mit dem Vorhandenen umgegangen. Die thailändische Küche erfindet nicht alles neu, sie macht bestehendes besser. Zutaten aus Südamerika, Ideen aus China und Indien – und daraus entsteht etwas, das am Ende mehr ist als die Summe seiner Teile.

In Thailand gilt fast überall im Leben, aber beim Essen ganz besonders: same same but different. Alles ist erlaubt, nichts ist wirklich verboten. Man hat es perfektioniert und niemand stellt die Frage, ob man das darf. Tradition existiert, aber sie wird nicht verteidigt, sondern ständig neu interpretiert. Und genau deshalb lebt diese Küche und Kultur.

Das Schöne daran, heutzutage bekommt die thailändische Küche Inspiration von den vielen Ausländern, die hier leben. Pizza & Pasta haben sich selbst schon in manchen thailändischen Restaurants etabliert, die aber zumindest immer noch schön Chili, Fischsoße und andere köstliche Gewürze und Zutaten bieten, die es so in Italien nicht gibt.

Lesestoff zum Thema Chaos, Kreativität und Lebensfreude in Thailand
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Nur so nebenbei

Beim Schreiben dieses Beitrags ist mir etwas aufgefallen: Vieles, was für die thailändische Küche gilt, spiegelt sich auch im Alltag in Thailand wider. Während in vielen westlichen Gesellschaften Regeln und Konventionen oft den Rahmen immer enger setzen, wirkt das Leben in Thailand deutlich flexibler, für mich jedenfalls wirkt es nicht nur so, sondern ist es.

Vieles ist weniger starr, vieles verhandelbar – nicht immer perfekt, aber oft überraschend pragmatisch. Während man im Westen oft zuerst klärt, was erlaubt ist, schaut man in Thailand eher, was funktioniert.

Regeln gibt es auch hier, aber sie wirken selten wie in Stein gemeißelt. Natürlich hat auch das seine Schattenseiten. Aber es schafft vor allem etwas, das in vielen durchgetakteten und hochregulierten Gesellschaften, fast ausschließlich aus dem Abendland, zunehmend verloren geht: Raum zum Nachdenken und Ausprobieren.

Und vielleicht ist genau das der eigentliche Unterschied. Nicht alles ist perfekt – aber vieles ist möglich. Und genau deshalb fühlt sich das Leben hier für viele so erstaunlich leicht an.

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Leben und wohnen auf Baan Metawi in Chumphon am Golf von Thailand

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Matt als Comic Freude

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Same Same but different
… das Lebensmotto schlechthin für den „Thai way of life“


Interessiert am Auswandern? Siehe dann nachfolgende Beiträge …

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