Leben in Thailand
Bangkok auf Thailändisch

Thailändisch, kein Buch mit sieben Siegel

Hier zu leben hat noch einen ganz anderen positiven Effekt, der doch einige Zeit benötigt hat, dass ich es vollständig realisieren konnte. Thailändisch, eine Sprache mit nichts verwandt, was wir aus vielen europäischen Sprachen kennen, ist der Schlüssel für ein paradiesisches Leben.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Was macht das Leben hier besonders?

In Chumphon, ca. 500 km südlich von Bangkok, zu leben ist aus meiner Sicht ein wahrgeworderner Traum. Der Beitrag: Chumphon, ein magischer Ort, mein Paradies bedeutet:

  • Keine negativen Auswirkungen durch Massentourismus
  • Thailänder sind hier noch freundlicher und entspannter als in Touristengebieten
  • Eine exotische Meereskulisse auf Postkartenniveau mit über 200 km Küstenlinie, mit vielen teils menschenleeren Traumstränden
  • Einzigartig schöne Dschungel-, Plantagen- und Insellandschaften
  • Wohlwollende, dem Körper gut bekommende Temperaturen 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr
  • Geldbeutelschonende Lebenshaltungskosten
  • schauen Sie auf unsere Webseite für Auswanderer und Überwinterer

Versteckter Vorteil im vermeintlichem Nachteil

Trotz all dieser Schönheiten ist Chumphon nur wenig touristisch erschlossen, was sicherlich verwundert, aber bei genauerer Betrachtung superklassetoll ist.

In den Touristengebieten gibt es viele Thailänder, die wegen der Unmengen von Touristen ganz ordentlich Englisch sprechen. Nicht hier in Chumphon oder vielen anderen Gegenden in Thailand, in denen Touristen sich nur ganz selten blicken lassen. Hier zu leben zwingt einen förmlich ganz sanft Thailändisch zu Lernern.

Warum kommt Thailändern Englisch sehr Spanisch vor?

Thailand gibt verhältnismäßig viel Geld für den Englischunterricht in Schulen aus. Gemessen an der Wirtschaftsleistung sogar mehr als Deutschland. Das Ergebnis ist seit Jahren grottenschlecht und, sollte eigentlich nicht möglich sein, noch schlechter als an deutschen Schulen.

Haben Sie etwa schon mal davon gehört, dass jemand, ohne Zutun von Sprachreisen und privaten Nachhilfeunterricht, so Englisch in der Schule gelernt hat, dass es für den Alltag benutzbar war? Dazu kommt natürlich auch noch, dass Englisch eher doch stark mit dem Deutschen verwandt ist. Thailändisch ist mit keiner Europäischen Sprache verwandt, was das Erlernen schon mal ein gutes Stück schwieriger gestaltet als Englisch für Deutsche.

Thailänder wissen natürlich auch, dass fehlendes Englisch heutzutage in keinem Szenario ein Vorteil darstellt. Und trotz des großen Aufwands Englisch zu lernen, klingt für sehr viele Thais die englische Sprache sehr spanisch, wenn Sie verstehen was ich meine.

Fehlende Kolonialisierung, fehlendes Thailändisch, ein Glücksfall

Die fehlenden Englischkenntnisse der Thais sind in Südostasien bis heute durchaus eine rühmliche Ausnahme. War doch Thailand, anders als zum Beispiel Vietnam, Indonesien, Laos, Kambodscha, Philippinen, Hong Kong, Myanmar, Malaysia und Singapur, niemals kolonisiert. Bei den vier letzteren Ländern war eben das Vereinigte Königreich Kolonialmacht. Im Falle der Philippinen, die USA, die das Land als Kriegsbeute beim Krieg zwischen Spanien und USA zusammen mit Kuba „gewonnen“ hat.

Es ist in der heutigen Zeit durchaus ein Nachteil, wenn Englisch nicht ausreichend gut gesprochen wird. Der Vorteil niemals kolonisiert gewesen zu sein ist jedoch hundertmal größerer. Die Thais sind sichtlich sehr stolz darauf, bedeutet doch das Wort „Thai“ so viel wie Freiheit, frei sein. Dies merkt man bei der Lebenseinstellung der Thailänder. Ein Faktor von vielen, warum Thailänder weltweit sehr beliebt sind.

In meiner egoistischen Sichtweise ist es jedoch ein Vorteil, dass in Chumphon kaum einer gut Englisch spricht. Andernfalls wäre es ein weiterer Touristenort, der nur für Touristen interessant ist, aber zum Leben auch nur ein besseres 08/15 darstellen würde.

Thailändisch als Flirthilfe

Um hier in Chumphon auf absehbare Zeit nicht nur gut leben, sondern auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, musste ich natürlich Thailändisch büffeln. Dabei half mir natürlich, das Lesen kein Problem mehr darstellte, da ich dies vor Jahren schon gelernt hatte.

Dies entwickelte sich für mich zu einem höchst erfreulichen Glücksmoment. Meine jetzige Frau lernte ich in einem Café in Frankfurt kennen. Sie war geringfügig beeindruckt, da ich ein bisschen Thailändisch mit ihr sprach; ihr Deutsch war zu dieser Zeit aber viel besser. Wirklich beeindruckt hat ihr dann schon, als ich ihren Namen auf Thailändisch auf ihrem Handydisplay lesen konnte. Sie wissen nie, für was das Erlernen einer Sprache gut sein kann!

Thailändisch büffeln wie ein Weltmeister

Auch wenn für viele die thailändische Schrift absolut unlesbar erscheint, hat diese doch einen immensen Vorteil gegenüber Sprachen die Schriftzeichen verwenden. Thailändisch verwendet Buchstaben. Es sind genau 44 Konsonanten und 32 Vokale. Klingt vielleicht auf den ersten Blick nach viel auswendig lernen aber, nachdem Sie ein paar Regeln beachten, ist es fast ein Kinderspiel.

Nicht ganz so einfach sind die Laute mancher Buchstaben. Thailändisch verwendet 2 Buchstaben, die für uns jeweils wie ein „D“ klingen, ähnlich ist es bei B bzw. P. Beim einen wird das „D“ ein wenig härter ausgesprochen, bei andern eher weicher. Gewöhnungsbedürftig wird der sehr fremdartig klingende Buchstabe „NG“. Einen Vorteil gegenüber den Briten haben wir, da zumindest die Aussprache der Konsonanten Ä und Ü im Thailändischen auch Verwendung finden. Hier werden daraus gleich vier Vokale: Kurzes Ä und Ü, sowie langes Ä und Ü.

Einen Bonus bekommen Sie noch obendrauf. Lesen zu können bedeutet dann auch automatisch zu wissen, welcher Ton ein Wort hat. Kaufen Sie sich daher ein paar Malhefte für thailändische Erstklässler und Sie werden sehen, dass Sie sehr schnell lesen können. Die Fleißarbeit wird sich dann daran zeigen, dass Sie das Gelesene auch verstehen.

Dies bedeutet Vokabeln pauken wie ein Weltmeister. Da viel Kommunikation im Leben auch über Geschriebenes verläuft, z.B. Ortsangaben auf Zügen und Bussen lesen, Apotheken, Ärzte und Fachärzte finden aufgrund von Hinweisschildern, Sonderangebote in Läden oder im Internet verstehen, Speisekarten lesen und vieles mehr, hat sich das „Warum lesen lernen“ schnell geklärt. Es gibt nur Vorteile für die Mühe.

Gerade am Anfang fand ich es als gute Starthilfe, indem ich thailändische Comics lass, so konnte ich ohne langes Nachschlagen gleich den Sinn eines Wortes erfassen.

Sozialkontakte aufbauen, hilft Thailändisch zu lernen

Für die eigentliche Kommunikation ist es natürlich wichtig, sich so viel wie möglich mit Thais zu unterhalten. Eigene Erfahrungen in Touristenhochburgen zeigen mir allerdings, dass viele Auswanderer sich ihre sozialen Kontakte einfachheitshalber bei eigenen Landsleuten suchen.

Hilfreich ist es auch, bekannte Filme auf Thailändisch anzuschauen und wenn möglich auch noch mit thailändischen Untertitel, zumindest aber dann mit Deutschen.

Technische Hilfen ja, aber mit Vorsicht

Heutzutage ist natürlich Google Translate und ähnliches eine tolle Alternative um schnell die Bedeutung herauszubekommen und wie die Aussprache ist. Jedoch verlassen Sie sich nicht darauf. Bei einzelnen Wörtern mag dies auch ganz gut klappen und es ist dann ein digitales Wörterbuch.

Wenn Sie allerdings ganze Sätze eingeben, kommt sehr oft einfach nur unverständlicher Kauderwelsch heraus. Die Trefferquote ist weniger schlecht, wenn Sie Englisch – Thailändisch verwenden. Google nimmt als US Unternehmen mehr Geld um Englisch in andere Sprachen zu übersetzten. Sprachen, wo Englisch nicht dabei ist haben das Nachsehen.

Trotzdem sieht man daran eben noch die enorme Herausforderung von Künstlicher Intelligenz. Selbst bei so profanen Dingen wie Sprachübersetzung ist es ein Glücksspiel richtig3 und kulturell angepasste Übersetzungen zu bekommen. Für mich ist es heutzutage eher einfach zu erkennen aber für Sprachanfängern gestaltetes es sich teils abenteuerlich.

Technik, die gut funktioniert

Vielleicht finden Sie meine Lernmethoden ein bisschen platt und vereinfacht, aber so konnte ich relativ schnell Thailändisch lesen und sprechen lernen. Fürs Schreiben habe ich mich sowieso nie wirklich interessiert, da es keine nennenswerten Vorteile bringt. Hier hilft mir auch die Technik, da ich einfach thailändisch diktiere und das Diktierte sofort vom Handy Thailändisch geschrieben wird.

Nicht nur ist dies ein gutes Training um meine Aussprache zu verbessern, sondern es trainiert mich auch mehr zu lesen, da sich eben oft Fehler durch meine Aussprache einschleichen und ich diese dann durch Lesen immer öfters finde.

Wie bereits unter „Baxida, Ja Muh und Farang“ beschrieben, genießen wir Europäer aus vielerlei Gründen einen Ausländerbonus. Ganz im Gegensatz zu Ausländern, die sich in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern vom Aussehen der Einheimischen unterscheiden. Für uns Weiße ist es daher einfacher Thailändisch zu lernen als Ausländern in Deutschland und Europa.

Der Lohn der Mühe

Mittlerweile kann ich mich subjektiv sehr gut mit Thailändern verständigen. Manchmal wird Thailändisch für mich auch zu einer Vermittlersprache. Wenn ich zum Beispiel mit Myanmaren rede, aber leider deren Sprache überhaupt nicht kann.

Diese Gastarbeiter sind oft sehr jung und können daher auch kein Englisch. Ältere Myanmaren können Englisch durchaus wegen der britischen Kolonialherren, diese würden aber nicht als Gastarbeiter nach Thailand kommen. Daher verwenden wir dann Thailändisch, was dann oft bei unbeteiligten thailändischen Zuhörern zu freundlichem Gelächter führt.

Kurz abschweifend, dazu muss man wissen, dass weit über 1 Million Myanmaren in Thailand als Gastarbeiter leben. In Chumphon sind es tausende, die in all den Fischfabriken und Plantagen Knochenarbeit verrichten. Alle Gastarbeiter bekommen zumindest den thailändischen Mindestlohn.

Wahrscheinlich sind solche Zusammenkünfte für Thais ein wahrer Genuss, da keiner von uns die Sprache wirklich beherrscht. Trotzdem verstehen wir uns ganz gut. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir dies auch mal mit einem Franzosen passiert ist, der weder Englisch und Deutsch noch ich Französisch konnte. Um der europäischen Völkerverständigung einen Vorschub zu leisten, haben wir uns dann eben auf Thailändisch unterhalten.

In Thailand ist nicht jeder Thailänder

Aber Achtung, viele lernwillige wollen gerade am Anfang ihrer Sprachkarriere das Erlernte testen. Auf Märkten oder in Restaurants gleich mal das erwünschte Essen auf Thailändisch bestellen. Wen dann auch das Bestellte kommt, kann dies schon einen kräftigen Lernschub auslösen.

Dies dachte sich ein Bekannter auch und konnte überhaupt nicht verstehen, warum er bei diesen Bestellungen meist auf Schulterzucken des Gegenübers stoß. Ich muss dazusagen, er lebte zu diesem Zeitpunkt in Phuket, also einer Gegend mit sehr vielen Touristen. Eines Tages und auch ganz zufällig meinte ein thailändischer Bekannter, dass es bei den Bestellungen im Restaurant nicht klappt, wäre doch wohl klar. Es handelt sich oft Thailänder die in Touristengebieten kellnern, sondern um Myanmaren und anderen Gastarbeitern.

Diese werden angehalten Englisch zu lernen, da das Hauptklientel dieser Restaurants nicht Thailänder sind, sondern meist Europäer. In letzter Zeit sind es auch viele Chinesen, was zur Folge hat, dass Servicekräfte jetzt häufig der chinesischen Sprache den Vorzug geben. Dies ist auch ein Grund, dass viele dieser Restaurants während der Covid-19 Krise Pleite gingen. Der Hauptgrund allerdings, es kommt kein thailändisches Klientel, da die Qualität der Speisen oft unterirdisch ist und zu Mondpreisen angeboten wird. 

Dies ist in Chumphon glücklicherweise nicht der Fall, da in den meisten Serviceberufen weiterhin hauptsächlich Thais arbeiten. Kunden sind auch zu fast 100 % immer Thailänder.

Trotzdem konnte ich mir ein Schmunzeln bei meinem Bekannten nicht vermeiden, sind doch Thais und Myanmaren von ihrer körperlichen Erscheinung oft nicht leicht zu unterscheiden; von ihrem Gebrauch und Art des Babypuder aufzutragen aber sehr wohl.

Die Hauptspielregel eines Landes ist die Sprache

Es ist schon ein mächtiger Befreiungsschlag, die Hauptspielregeln eines Landes, also die Sprache zu kennen und können. Da ich sehr viel international gearbeitet habe, hatte ich mit Englisch dieses Schlüsselerlebnis nie. Bei Treffen waren es doch meist nur Menschen, deren Muttersprache auch nicht Englisch war, es war beruflich immer nur Mittel zum Zweck.

Im alltäglichen Leben hier in Chumphon und sonst wo in Thailand fühlt es sich allerdings an, als ob ich den Generalschlüssel endlich gefunden habe.

Sprachmangel lehrt Demut

All dies kann natürlich nicht verdecken, dass ich Thailändisch leider noch nicht so spreche, wie ich es denn gerne hätte. Mir brachte es Demut bei, warum?

Sei es zum einen bei Diskussionen, wo ich die Worte alle auf Deutsch oder Englisch im Kopf habe, aber sie wollen einfach nicht auf Thailändisch aus meinem Mund. Manchmal empfinde ich dies wie eine vorübergehende Behinderung.

Zum anderen kam es früher viel öfters als jetzt zu Missverständnissen. Zum überwiegenden Teil waren diese darauf zurückzuführen, dass ich etwas falsch verstanden oder mich einfach missverständlich ausgedrückt habe. Leider reagierte ich ab und an verärgert und wollte es nicht wahrhaben, dass ich der Ausländer in Thailand bin, der eben die Sprache noch nicht so beherrscht, dass ein Missverständnis meist von mir ausging.

Obwohl mit der Zeit meine Sprachkenntnisse besser wurden – meine Frau lacht sogar darüber, wenn ich ihr felsenfest versichere, dass mein Thailändisch noch nicht ausreichend sei – reagiere ich bei Missverständnissen viel besonnener als früher. Ich habe verstanden, dass nur ich diese Problematik durch bessere thailändische Sprachkenntnisse beheben kann.

Unser mittlerweile 9-jähriger Neffe, Biothailänder, lebt mehr oder weniger seit seiner Geburt bei uns. Vor seinem Schulantritt konnte ich auch noch schneller lesen als er. Jedoch seit er in die 2. Klasse kam, ist es umgekehrt. Es gibt viele Erklärungen hierfür, die meisten haben wohl etwas mit meinem Unvermögen hinsichtlich Thailändisch zu tun. Dennoch bilde ich mir ein, dass zumindest Lesen lernen in der Muttersprache bei Kindern aus welchen Gründen auch immer, erheblich schneller verläuft, als bei lernwilligen Nichtmuttersprachlern.

Deutsch für Ausländer ja, Thailändisch für Ausländer nein

Thailand und hier insbesondere Chumphon wird sich nicht mir anpassen, ich muss mich schon zumindest was die Sprache angeht, an Thailand anpassen. Trotzdem machen mir es die Thailänder auch leicht. Schon ein wenig Sprachkenntnisse reichen aus, um von ihnen höchstes Lob zu bekommen. Auch passiert es ab und an, dass ich bei Einkäufen auf dem Markt etwas billiger oder mehr von der Ware bekomme als ein Thailänder. Diskriminiere ich jetzt, wenn ich denke, dass in vielen europäischen Ländern genau die gegenteilige Reaktion eher die Norm ist und die Ausnahme dort, der Norm in Thailand entspricht?

In diesem Zusammenhang werde ich es wohl niemals verstehen, warum Deutschland so verkrampft mit verpflichtendem Deutschunterricht für Ausländer umgeht. Es hat absolut nichts mit Gutmenschentum oder Diskriminierung von Ausländern zu tun, um diese Schlüsselqualifikation für eine erfolgreiche Integration von Ausländern einzufordern. Sie spielen doch auch nicht Monopoly oder Skat, wenn Sie die Spielregeln nicht kennen.

Bei der eigenen Landessprache, lassen wir es ernsthaft zu, dass Ausländer, die in Deutschland leben möchten, eben diese alles entscheidenden Spielregeln nicht können müssen. Ich kann jeden verstehen, der Ausländer, die in Deutschland leben wollen und vielleicht sogar noch Sozialleistungen einfordern, aber sich weigern Deutsch zu lernen, die Sozialleistungen streichen will. Mit dieser Aussage werde ich zumindest im Jahr 2020 sofort in die rechte Ecke gestellt und die, die mich dort hinstellen bezeichnen sich als liberal, weltoffen und diskriminierungsfrei; ihre eigene Dummheit vor den Konsequenzen ihres gefährlichen Denkens lassen sie natürlich außen vor.

Jetzt kommt allerdings das Seltsame. Viele Europäer, hauptsächlich Mittel- und Nordeuropäer, die das Erlernen der Landessprache für Ausländer in ihren jeweiligen Ländern zu Recht einfordern und selbst ausgewandert sind, machen dies nicht in ihrem Gastland. Woher habe ich diese Information?

Thailändisch boykottieren; warum, wieso, weshalb?

Wie bereits beschrieben, lebe ich in einer vom Massentourismus verschonten Provinz in Thailand und lerne eifrig Thailändisch. Wenn immer ich nach Bangkok oder andere Gegenden mit vielen europäischen Expats und Auswanderer fahre, bekomme ich zum einen manchmal sehr seltsame Blicke.

Ich spreche einen südthailändischen, Chumphoner Dialekt. Viele Thais rechnen nicht mit so etwas. Stellen Sie sich einfach einen Thailänder vor, der Plattdeutsch oder Bayrisch spricht. Mir selbst ist dies nicht bewusst, da ich die Menschen hier im Süden beim Gesprochenen einfach tagtäglich kopiere und so, für mich nicht differenzierbar, Dialekt lerne.

Zum anderen aber bekomme ich sehr viel Lob für meine thailändischen Sprachkenntnisse. Dies schmeichelt mir natürlich auch mächtig und spornt mich zum Thailändisch lernen immer wieder an. Auf meine Frage, dass die Thailänder dies doch gewohnt sein müssten, da so viele Europäer hier leben, bekomme ich meist die gleiche Antwort. Die Mehrzahl kann gar nicht oder nur ein bisschen Thailändisch.

Missverständnisse sind programmiert

Wie oft habe ich bei Alltagssituationen erlebt, dass bei selbst einfacher Kommunikation große Missverständnisse aufkamen. Es handelte sich hierbei selbstverständlich nicht um Touristen, keiner erwartet von einem Touristen, dass dieser die Sprache kann.

Auch leider im privaten Leben fällt mir oft bei Thai/Europäischen Paaren auf, dass weder der thailändische Ehepartner gut die Landessprache des europäischen Ehepartners noch umgekehrt kann. Immer nur an der Oberfläche kratzen und keine tiefen Diskussionen über Gefühle und Meinungen haben, stelle ich mir sehr problematisch vor. Ich kann mir eigentlich gar nicht ausmalen, wie dies als Paar und Einzelner ein wirkliches Glücklich sein zulassen kann. Könnte ich jedenfalls kein Thailändisch, könnte ich auch mein Leben hier niemals als paradiesisch bezeichnen ohne mich selbst zu belügen.

Im Gegensatz zu Deutschland, werden die lernfaulen Farangs nicht mit Argwohn behandelt. Thais stellen sich auf alle gleichermaßen stoisch ein. Warum aber die Weißen freiwillig auf einen wesentlichen Bestandteil einer höheren Lebensqualität verzichten und sich lieber mehr recht als schlecht mit Englisch in Thailand herumschlagen, kann ich nur kopfschüttelnd hinnehmen.

In diesem Zusammenhang gab es kürzlich eine wirklich komische und lustige Erfahrung beim Einkaufen bei einem lokalen Eisenwarenhändler. Nachdem ich klar auf thailändisch beschrieben habe, was ich wollte, bekam ich dies auch. Beim Zahlen meinte die Eigentümerin, ob ich denn noch nicht mit meinen Renovierungsarbeiten am lokalen Strand bei uns fertig wäre. Sie verwechselte mich mit einem anderen, mir bekannten Europäer, der anscheinend in diesem Laden auch schon eingekauft hat.

Abgesehen davon, dass wir beide aus Europa kommen, gibt es äußerlich absolut keine Ähnlichkeit zwischen uns. Warum dann aber die Verwechslung? Wir können beide Thailändisch und dies ist selbstverständlich hier in Chumphon etwas Besonderes; leider aber auch überall sonst in Thailand.

Hauptproblem: tonale Sprache

Ein Hauptunterscheidungsmerkmal ist, dies haben Sie natürlich schon sehr oft gehört, Thailändisch ist eine tonale Sprache und Deutsch nicht. Dies bedeutet, dass der Ton den Sinn eines Wortes bestimmt. Bei fünf Tönen kann es also bis zu 5 verschiedene Bedeutungen geben. Für Europäische Ohren mag es immer wie ein Wort klingen, aber für Thailändische sind es immer unterschiedliche.

Für mich war und ist Töne verstehen bis heute die größte Herausforderung. Lustigerweise ist es gar nicht schwer, die Töne auszusprechen. Wenn ich etwas lese, wird der Ton bereits bei den Leseregeln festgelegt. Meine Art Eselsbrücke bei der Aussprache war mit dem Kopf die Richtung des Tones zusammen mit der Aussprache zu imitieren. Zum Beispiel einen aufsteigenden Ton mit einer von unten nach oben gerichteten Kopfbewegung zu kombinieren oder einen zuerst abfallenden und dann aufsteigenden Ton eben mit selbiger Kopfbewegung versuchen richtig auszusprechen.

Bin ich schwerhörig?

Sie können sich vielleicht vorstellen, wie lustig bzw. seltsam meine Kopfbewegungen für meine Gesprächspartner gewesen sein muss. Bis heute kann ich oftmals Töne beim Hören voneinander nicht unterscheiden. Zumindest beim eigenen Gesprochenen kann ich versuchen den richtigen Ton anzuschlagen. Ich bin auch davon überzeugt, dass insbesondere Biothailänder, die auch noch in Thailand aufgewachsen sind, ein viel differenzierteres Gehör als wir Europäer haben. Meine Frau meint jedenfalls, dass ich manchmal wohl schwerhörig sei, da ich eben für mich absolut gleich tönende Worte nicht unterscheiden kann.

Lernen Thais allerdings Englisch oder Deutsch, legen sie oft größten Wert darauf, den Ton des Lehrers genau zu kopieren. Bei einigen Frustrationsausbrüchen meinerseits beim Englischunterricht für meine Nichte und adoptierten Sohn, bemerkte ich, wie die beiden meine Gemütslage, welche sich durch unterschiedliche Betonung bemerkbar machte, kopierten. Klar, im thailändischen ist dies essenziell, im deutschen eher unwichtig. Stimmt jetzt nicht ganz, da wir in der deutschen Sprache auch Homografe, wie Hochzeit, modern oder umfahren verwenden. Also haben auch wir ein bisschen eine tonale Sprache.

Allerdings kamen oben erwähnte Frustrationsausbrüche meinerseits, wegen dem ständigen Verschlucken von Endungen oder des letzten Buchstaben eines Wortes. Auch werden oft die Buchstaben „R“ und „L“ vertauscht. Dies ist für die deutsche Aussprache nicht wegzudenken, da es nun doch einen Unterschied macht, ob ich „raus“  soll oder ich einfach zu „rau(h)“ bin oder ob ich ein „Clown“ bin oder etwas „klau(e)“ oder ganz häufig und lustig im Englischen, ob ich „rice“ (Reis) essen will oder „lice“ (Läuse). Das Vertauschen von „R“ und „L“ scheint unserem Stereotyp für Südost- und Ostasiaten zu entsprechen.

Wie beschreiben, wird im Thailändischen oft die Endung einfach weggelassen, da aus dem Ton bereits ersichtlich, was gemeint ist. Und diese Gewohnheit führt beim Englisch- oder Deutschunterricht nun eben zu Nervenzusammenbrüchen beim Schreiberling.

Nur nicht aufgeben

Auswanderer und Überwinterer beginnen Anfangs mit viel Energie und Fleiß Thailändisch zu lernen, geben dann aber allzu schnell entnervt auf. Leider gar nicht wenige davon lassen sich dann auch in Foren verächtlich über Thailand aus, da es je ohnehin immer einfacher ist, die Schuld des eigenen Scheiterns auf andere zu schieben.

Es wird wirklich zu einer Herkulesaufgabe, wenn man nicht seit Kindesalter mit den Tönen vertraut ist und die eigene Aussprache es oft mit sich bringt, dass etwas sehr Unerwartetes beim thailändischen Gegenüber ankommt.

Erst kürzlich hatte ich ein lustiges Erlebnis mit meiner Frau beim Kochen. Ich wollte 2 Brokkoli, die wir beide zusammen gekauft haben, dämpfen. Obwohl ich die Worte kannte, war es mir nicht gleich bewusst, dass das Wort „dämpfen“ und die Zahl 1 sich nur im Ton unterscheiden. Da ich wohl mal wieder den falschen Ton anschlug, kam bei meiner Frau an, dass wir nur einen Brokkoli hätten. Ich wollte aber eigentlich sagen, dass ich beide Brokkoli dämpfen werde. Da meine Frau aber wusste, dass wir 2 Brokkoli hatten, war ihre Antwort nur immer 2 und so ging es 2- bis 3-mal im Kreis.

Den richtigen Ton zu finden gestaltet sich oft schwierig und dies ab und an auch im übertragenen Sinne. Die deutsche Aussprache ist nicht gerade die friedfertigste aller Sprachen und gar nicht so wenig der Betonung läuft auch über die Lautstärke. Dies wiederum könnte nicht unterschiedlicher zur thailändischen Sprachmelodie sein. Manchmal besitzt diese durchaus die Fähigkeit einer Einschlafhilfe. Thailändisch kommt aber nie aggressiv beim Gegenüber an.

Für das Tonale lege ich mir meine Ausrede zurecht, dass ich nicht in Thailand geboren bin. Mein europäisches Gehör hat die Feinheiten, die für die Unterscheidung der Töne erforderlich sind, nicht. Wahrscheinlich ist es eine billige Ausrede, da es durchaus andere Europäer gibt, die es anscheinend können. Eine weitere billige Ausrede meinerseits ist dann, dass es nicht viele Europäer sind. Nichtsdestotrotz gebe ich nicht auf und versuche im täglichen Leben so weit wie möglich mir Eselsbrücken zu bauen. 

Weitere tonale Brennpunkte

Bei einer Autofahrt nach Bangkok viel mir eine riesige neue Betonbrücke auf. Dies wollte ich meinen Mitfahrenden gleich kundtun. Holzbrücke kam aber an. Das Wort „mai“, kann je nach verwendeten Ton, zum Beispiel Holz oder neu bedeuten. Solche Missverständnisse können oft vorkommen, manchmal ist dies nur lustig, manchmal peinlich und manchmal überhaupt nicht lustig. Hier ein paar Wortpaare, die sich ausschließlich im Ton oder zwei für uns gleich klingende Buchstaben unterscheiden. Sie können sich mit ein bisschen Fantasie sicherlich gut vorstellen, welche Verwunderung beim Gegenüber auftraten:

  • schön/glücklos
  • eins/dämpfen
  • Sonnenschein/Vagina
  • nein/brennen
  • Zahn/Traum
  • Hund/Pferd
  • hinten/unten
  • nah/fern
  • Reis/Nachrichten
  • Ei/verkaufen
  • Fräulein/traurig (wird übrigens wie „Sau“ ausgesprochen)
  • (Geld)Schuld/abhauen

Sowie hunderte andere Wortpaare, die in bestimmten Situationen zu interessanten Gegebenheiten führen können.

Kultur- und Sprachschock

Hierzu fällt mir eine nette Geschichte ein; vorab ein paar Erklärungen: Thais verwenden ähnlich wie wir Anglizismen. „queue“ (natürlich auf thailändisch geschrieben) ist so ein Wort und bedeutet Schlange. Allerdings nur eine Warteschlange, nicht das Tier. Jemanden oder etwas überholen heißt „säng“. 

Nun zum sprachlich multidimensionalen Kulturschwank. Meine Frau erzählte mir ihr Erlebnis, als sie bei einem Imbissstand am Nachtmarkt bestellen wollte, während ich im Auto wartete. Es ging um eine Touristin, die ihr begegnete.

Da ich nicht alles verstanden hatte, war mir nicht klar, warum meine Frau unter anderem mit deutschem Akzent das englische „Thank you“ aussprach. Meine Rückfrage diesbezüglich verwirrte meine Frau, da sie nicht wusste, von was ich redete. Erst nach kurzem Nachdenken wurde ihr klar – ich saß weiterhin auf der Leitung – dass sie „säng queue“ meinte, was so viel bedeutet wie „sich vordrängeln“, wörtlich, die Warteschlange überholen.

Irgendwann hatte ich es auch verstanden und die Geschichte konnte weitererzählt werden. Aus welchem Grund auch immer war meine Frau der Meinung, dass diese Touristin deutschsprachig sei. Wie sich herausstellte, war dies richtig. Anscheinend hatte besagte Dame nicht gesehen, dass eine Warteschlange bei einem Imbissstand vorherrschte. Nun zeigte meine Frau wohl mit dem Finger auf die Reihe wartender Kunden und sagte selbstsicher zur verblüfften Touristin auf Deutsch: Schlange.

Dies wiederum schreckte die Touristen so auf, dass alle umstehenden Thailänder kopfschüttelnd nicht verstanden, was mit dieser Dame los war. Die Touristin selbst verstand wahrscheinlich auch nicht, warum sie von einer Thailänderin mit dem Wort Schlange so erschreckt wurde. Nachdem ich meiner Frau den Unterschied einer Warteschlange und dem Tier erklärt habe, fuhren wir lachend nach Hause. Aufgrund unserer gemeinsamen Erfahrungen verstanden wir, wie lustig und manchmal auch nicht, sprachlich kulturelle Missverständnisse sein können. Ab und zu geht dies auch so weit, dass ich etwas gänzlich falsches auf Thailändisch sage, aber eben nur meine Frau dies richtig versteht.

Abkürzen auf Teufel komm raus

Eine andere Eigenart der Thais und weniger ihrer Sprache ist alles und immer ständig abzukürzen, der Beitrag: die Abkürzung K handelt davon. Durchaus lustig ist hier die „555“ was die thailändische Form des LOL entspricht. Die Zahl 5 wird auf thailändisch wie „Ha“ ausgesprochen, was dann bei 555 zu „HaHaHa“ wird. der Cappuccino eigentlich nur noch „Cappu“ und in selteneren Fällen als „Pu“ genannt wird. Die Aussprache von Cappu erfordert bereits sehr viel Energie, daher eine Abkürzung von der Abkürzung.

Dramatischer ist es dann schon beim auf thailändisch Geschriebenen „OK“, Thais verwenden auch dieses englische Wort, aber mit thailändischen Buchstaben. Hier wird dann nur das „K“ geschrieben, da das Wort ja schon so lang ist, dass man es wirklich abkürzen muss.

Wo es aber für uns oft zum Problem wird, wenn Thailänder Englische Worte dann einfach abkürzen. Zum einen ist die Aussprache extrem gewöhnungsbedürftig und zum anderen wird die Bedeutung, anders als im Englischen vorgesehen, verändert.

Das für mich mit Abstand am schwierigsten ist eigentlich sehr einfach? Thais verwenden oft bei Unterhaltungen anstelle des Pronomens „ich“ einfach ihren Namen oder meistens dann auch nur den Spitznamen. Jeder Thailänder hat einen Spitznamen und dieser wird viel häufiger als der eigene Name verwendet. Versuchen Sie es mal und verwenden Sie bei der nächsten Unterhaltung anstelle von „ich“ Ihren eigenen Vornamen. Matt (mein Spitzname) hat bis heute ein komisches Gefühl dabei, Matt anstelle von ich zu verwenden.

Kulturell unterschiedliches und manchmal nicht

Wie Sie sich vorstellen können, gibt es auch viele kulturelle Unterschiede bestimmtes in Worten zu fassen. Dann ist es aber wieder umso erstaunlicher, dass es zum Beispiel Redewendungen gibt, die ganz ähnlich den unseren sind. Zum Beispiel Perlen vor die Säue werfen, wird zu Affen Edelsteine geben. Richtig unheimlich wird es bei unserer Wolke 7 bzw. im 7. Himmel, da im thailändischen der 7. Stock des Paradieses die gleiche Bedeutung hat. Bei uns kommt es aus dem Christlichen und bei den Thais vom Buddhismus, warum aber verwenden beide die Zahl 7? 

Einem Vogel fliegen beibringen entspricht hier einem Krokodil schwimmen zu lehren. Gänzlich verwirrt man Thais mit unserem „Bauchgefühl“, was sie überhaupt nicht kennen. Warum sollte ein Gefühl aus dem Bauch heraus kommen; für Thailänder ist es dann einfach nur ein inneres Gefühl, ohne genaue Ortsangabe. Wir können das wörtlich übersetzte „kaltes Herz“, sehr leicht missverstehen, da dies nämlich „besonnen“ oder „bleib cool“ bedeutet. Hingegen unser „kaltes Herz“ bzw. „herzlos“ bedeutet im Thailändischen „schwarzes Herz“, verwirrend? Hier noch ein Fettnapf, in welches sich so jeder Europäer sehr leicht hineinsetzt. Das englische Wort „Fuck“ hat mehrere Bedeutungen, meinst nicht wirklich positiv. Allerdings gibt es mehrere thailändische Wörter mit der gleichen Aussprache wie im Englischen und mit Zusatz „Thong“ bedeutet es Kürbis und mit „Yau“ ist eine Stangenbohne gemeint. Beides eine oft verwendete Zutat in der thailändischen Küche.

Der wichtigste kulturelle Unterschied ist allerdings das thailändische „Kha“ bei der Frau und „Krap“ beim Mann. Dies kann zwar einfach nur „ja“ bedeuten aber dann ist es ohnehin klar. Meist ist es eine Höflichkeitsform für fast alles, viel wichtiger als das ohnehin schon wichtige „please“ bei den Briten. Es macht den kleinen Unterschied zwischen schroff rüberkommen und höflich sein aus. Also verwenden Sie es lieber öfters als zu wenig! Andere kulturelle Eigenheiten finden Sie in der Beitragsserie: Same Same but different

Einfache Grammatik, großes Vokabular

Als kleine Ermunterung ist vielleicht wichtig zu wissen, dass thailändische Grammatik extrem einfach ist, es gibt keine Fälle, keine Artikel, keine Wortveränderung aufgrund von Zeiten, Singular/Plural, Geschlecht, etc.

Die Kehrseite dieser Münze ist allerdings, dass es viel mehr Vokabular als in der deutschen Sprache gibt. Es ist sehr schön, wenn man ein Wort im Thailändischen hat, wo im Deutschen ein ganzer Satz geschrieben werden muss. Allerdings müssen all diese Wörter auch mal im Langzeitgedächtnis landen. Dabei hilft dann nichts anderes mehr als ständig mit Thais zu kommunizieren.

Lustige Zahlen

Hat nicht direkt mit der Sprache zu tun aber Thailänder haben auch ihre eigenen Zahlen. Diese schauen ganz niedlich aus und man kommt intuitiv nicht darauf, was es bedeuten soll, man muss diese einfach auswendig lernen.

๐ ๑ ๒ ๓ ๔ ๕ ๖ ๗ ๘ ๙

Gerade bei Behördengängen ist dieses extra pauken durchaus hilfreich. Bei allen offiziellen Anlässen werden thailändische Zahlen verwendet. Interessant finde ich aber die thailändische Bezeichnung für unsere Arabischen Zahlen, die eigentlich im normalen Leben hauptsächlich verwendet werden. Thailänder nennen diese Hindu Arabische Zahlen. Tatsächlich sind unsere Arabischen Zahlen nur von den Arabern bei den Indern kopiert worden. Hätte es damals schon so seltsame Patentrechte gegeben wie heute, müssten wir wahrscheinlich immer noch mit Römischen Zahlen klarkommen.

Lateinisch Geschriebenes

Verwirrung ist oft garantiert, wenn thailändische Eigennamen, hauptsächlich Ortsnamen, mit lateinischer Schrift geschrieben werden. Es ist wirklich eine noble Geste, dass dies fast überall in Thailand für wichtige Ortsangaben gemacht wird. Aber es gibt keine wirklichen Regeln, wie ein thailändisches Wort mit lateinischer Schrift geschrieben wird.

Manchmal geschieht dies aus Sicht von englischen Muttersprachlern, manchmal auch eher aus unserer Sichtweise oder was auch immer sich die Person gerade gedacht hat. Alleine beim Wort Chumphon, habe ich auf Schildern folgende Schreibweisen gesehen:

  1. Chumporn
  2. Chumphorn
  3. Choomfon
  4. Chumfon
  5. Choomporn
  6. Champhon
  7. Chompor,
  8. Chum Porn
  9. Chumphohn
  10. Schumphon
  11. Cumphon
  12. Chumpoon
  13. Chumpoorn.

Der Grund, warum so oft ein R verwendet wird, hat damit zu tun, dass das thailändische „r“ gerade am Ende oft ein stummes R ist. Da es aber im Namen Verwendung findet, wird es oft auch auf Lateinisch mitgeschrieben. Zudem wird ein R, wenn es nicht stumm ist, oftmals auch als „n“ ausgesprochen. Sie dürfen sich auf richtige viel Spaß freuen, wenn Sie mal thailändisch lesen können. Die Schreibweise von englischen Worten mit thailändischen Buchstaben ist an Humor und Ironie nicht mehr zu übertreffen.

Können Sie Thailändisch, dann sind Sie hier angekommen

Die Früchte des Paukens sind nichts Geringeres, als am Leben hier vollständig teilnehmen zu können. Es ist sozusagen der Generalschlüssel.

Allerdings bei mir mit Einschränkungen hinsichtlich der Töne. Ich vergleiche mich hierbei oft mit den Türken. Viele der 1. Generation von türkischen Gastarbeitern konnten sich verständlich machen, aber eben nur auf Türkendeutsch. Dies soll überhaupt nicht abwertend klingen, ist es doch genauso wie ich mich fühle. Meine thailändischen Sprachkenntnisse, dem Deutschthai, werden wohl niemals einwandfrei werden.

Ich schlage oft den falschen Ton an, gebe mir zwar Mühe, aber muss mir auch eingestehen, dass ich wohl niemals akzentfrei thailändisch sprechen werden kann. Es führt auch oft zu richtig lustigen Gegebenheiten bei uns in der erweiterten Familie.

Da ich mehr oder weniger aber alles sagen und das meiste auch verstehen kann, ist diese sprachliche Kompetenz ein wesentlicher Bestandteil, um mein Leben hier als paradiesisch empfinden zu können. Vielleicht interessant hierzu: Back Dich ins Glück

Kokosnusspalme und Meer

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