Leben in Thailand
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Chinesische 9 Kaisergötter – die Zeit, wo Thailand vegetarisch isst

Es ist wieder soweit bei uns in Pak Naam Chumphon, wie auch in einigen Teilen Südostasiens, insbesondere an den Orten, wo Overseas Chinese, Han-Chinesischer Abstammung, sich in der Vergangenheit gern niederließen und es heutzutage noch Chinatowns gibt. Was ist wieder soweit? Die Feiertage für die chinesischen 9 Kaisergötter (siehe Wikipedia), welches sich nach dem Mondkalender richtet, sind im vollen Gange und Pak Naam Chumphon, mit seinem chinesischen Tempel ist gerade mal um die Ecke von unserem Zuhause, Baan Metawi. In Thailand wird es hauptsächlich als vegetarische Zeit, weniger als Fastenzeit gefeiert. Im Supermarkt, auf Märkten und Garküche hängt oft ein gelbes Fähnchen oder Aufkleber mit dem thailändischen Wort เจ (Aussprache: Tsche, Bedeutung: vegetarisch). Natürlich hat vieles auch mit Geister, Götter und Aberglaube zu tun, logisch.

China feiert das Fest kaum, aber hauptsächlich in Singapur, Malaysia und Thailand, oft dort, wo es alte Häfen chinesischem Ursprungs gibt, wird kräftig gefeiert. In Thailand ist mit großem Abstand Phuket für sein vegetarisches Festival bekannt und dann natürlich Yaowarat, dem ziemlich coolen Chinatown in Bangkok. Aber Chumphon muss sich da nicht verstecken. Ein paar Tage vor dem 9-tägigen vegetarischen Neun Kaisergötter Fest in Thailand ist Fastenzeit angesagt und danach nur noch vegetarisch. Es ist übrigens kein wirklich religiöses Fest, vielleicht mit unserem Aschermittwoch und der Fastenzeit danach zu vergleichen. Hier erst mal ein paar Beiträge, wo China und chinesische Tradition eine Rolle spielen:

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 7 Minuten

Vegetarisch in Thailand, Fleisch ohne Fleisch

Abstinenz von Fleisch und Alkohol werden heute noch von gar nicht so wenigen während dieser Zeit praktiziert. Die Chinesen gingen in der fernen Vergangenheit auch noch viel weiter als Thailand heute und deren Fastenzeit beinhaltete auch: Kein Sex, kein Streiten, keine Lügen und kein Umbringen von Menschen. Wenn Sie jetzt über letzteres ein wenig die Nase rümpfen, im römischen Reich war Mord eine zivilrechtliche Angelegenheit, solange es nicht politisch motiviert war! Übrigens sind Knoblauch mit einer Knolle, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Guave (= Baxida, Ja Muh und Farang in Thailand) und anderes aus welchen Gründen auch immer – ich vermute Aberglaube hat damit etwas zu tun – ebenfalls nicht erlaubt.

China und Südostasien sind natürlich auch die Weltmeister, wenn es um Aberglaube und Geister geht. Heutzutage liegt in Phuket die touristische Attraktivität des Festivals nicht unbedingt darin, dass viele in Thailand für 9 Tage nur vegetarisch essen, sondern an der Selbstverstümmelung, da man glaubt unverwundbar zu sein. Sperre, Pfeile und Messer werden durch die Zunge, Nase, Wangen und was sonst noch so am Körper ist durchgestochen. Brot und Spiele eben, den Römern ihre Gladiatoren und den Chinesen und Thailändern ihre blutigen Mutproben. Vielleicht waren die Kulturen vor tausenden Jahren gar nicht so verschieden, obwohl sie nur sehr wenig voneinander wussten. Siehe auch:

Nix verkomma lassa – Lustiges Gegenteil

Ob es stimmt oder nicht, die Erfindungsgeschichte der Maultasche ist schon ganz lustig. Während der Fastenzeit durfte auch im religiösen Schwabenländle, ähnlich wie zurzeit in Thailand, nur vegetarisch gegessen werden. Da der Herrgott ja alles sieht, aber anscheinend nur oberflächlich, wurde Fleisch im Nudelteig versteckt. Man dachte sich nix verkomma lassa, da das Fleisch schon da war und, in Ermangelung eines Kühlschranks, nach ein paar Tagen ungenießbar werden würde. Hier die detailliertere Erklärung.

Beim Neun Kaisergötter Fest in Thailand ist das andersherum. Hier möchte man die im Buddhismus nicht vorhandenen Götter nicht besänftigen, sondern dem Konsumenten das Gefühl geben, er äße Fleisch. Meist wird Tofu so zubereitet, dass es wie Fleisch aussieht und seltsamerweise auch so schmeckt. Ebenso wie mein Mittagessen gestern im thailändischen Tempel. Siehe Foto:

Tofu wie Fleisch, gelbe Nudeln in Pak Naam Chumphon Thailand
Fastenzeit Thailand, vegetarisch, gut

Nicht ganz so lustig

Das nicht religiöse Vegetarische Fest in Thailand stammt ja ursprünglich aus dem Süden von China und war religiös, genauer daoistisch. Der chinesische Tempel in Pak Naam Chumphon ist neben dem thailändischen Tempel gebaut, hat aber keine Standflächen fürs Essen. Kein Problem, der buddhistische Tempel am Golf von Thailand hat Platz und stellt diese sehr gerne für vegetarische Imbisse zur Verfügung. Dieser thailändische Tempel hat sogar mal ein kleinen Bauplatz den tausenden myanmarischen Gastarbeiter (auch buddhistisch) bei uns in Pak Naam Chumphon, für einen Schrein zur Verfügung gestellt.

Hier meine Fragen: Würde die sehr tolerante katholische Kirche zum Beispiel polnischen Katholiken ein Stück Bauplatz auf einem Kirchenanwesen am Ammersee zur Verfügung stellen, um dort eine Kapelle nach polnischer Architektur zu bauen? Oder gar Platz für einen religiösen evangelischen Feiertag zur Verfügung stellen? Thailand ist tatsächlich so tolerant und dies sieht und spürt man in so vielen verschiedenen Lebenslagen. Ein Punkt von vielen, der mein Leben hier paradiesisch gestaltet. Auch so ein religiöses Wort aus dem Abendland, nur komisch, dass ich dort paradiesische Verhältnisse nicht finden kann. Hier einige Beiträge, die sich der Toleranz annehmen:

Landung um 10:39 Uhr beim vegetarischen Fest in Thailand

Der Aberglaube nimmt manchmal schon skurrile Züge an, wenn dann noch Chinesisches im Spiel ist, dann ganz besonders. Im Chinesischen Tempel werden Bambusstangen aufgestellt, da diese idealer Landeplatz für die neun Kaisergötter darstellen, was sonst. Jetzt ist Thailand ja nicht der Hort der Pünktlichkeit, dennoch ist eben diese Ankunft der neun Kaisergötter um 10:39 Uhr. Warum? Weil 10:39 Uhr auch umständlicher Weise als 9:99 Uhr bezeichnet werden könnte. Da die Zahl 9 schon eine sehr positive beim hiesigen Aberglaube ist, es sind ja auch neun Kaisergötter, ist 999 gleich ganz etwas Besonderes.

Der Aberglaube ist auch hier recht lustig und meine 3 Favoriten in Thailand sind:

  1. Die Haare nicht am Mittwoch schneiden – es bringt Unglück, viele Barbiere haben immer noch am Mittwoch geschlossen
  2. Warane bringen Glück oder Unglück – wenn eine alte (es gibt mittlerweile zwei neue Namen) Bezeichnung für die schönen Tiere verwendet wird
  3. Nicht in der Küche singen, sonst gibt es einen alten Ehemann – ist dies nicht weltweit eher positiv?

Trotz mehr Aberglaube in Asien verfangen sich Verschwörungstheorien so gut wie überhaupt nicht hier, warum? Darum: Verschwörungstheorien: eine Krankheit der westlichen Welt. Jetzt noch ein paar Bilder zum Fest:

Tipp

Das vegetarische Neun Kaisergötter Fest findet, je nach Mondkalender immer im September oder Oktober statt. Auch nach Mondkalender wird im Oktober oder November dann das sehr schöne Loi Krathong Fest gefeiert. Siehe hierzu: Loi Krathong

Leben und wohnen auf Baan Metawi in Chumphon am Golf von Thailand

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