Leben in Thailand
No Money No Honey Thailand weißer Mann und Prostitution

No Money No Honey in Thailand – Warum nicht?

Kein Geld, Kein Honig! Man kann es selbst im Deutschen erahnen, was mit dieser, in den Amüsiergegenden Thailands weit verbreiteten Redensart gemeint ist. Weiße Männer, häufig im betagten Alter aus Europa kommend, machen Urlaub in Thailand und glauben auf einmal sie wären Adonis. Pattaya, Koh Samui, Phuket, etc. sind nicht nur bekannt für Orte des Massentourismus, sondern auch Zentren der Prostitution und des Sextourismus. Sex sells und warum nicht auch in Thailand – no money no honey eben?

Covid-19 hat den Begriff der körpernahen Dienstleistungen geprägt. Prostitution ist ein solcher Beruf, ähnlich wie Friseur, Zahnarzt, eigentlich alle Heil- und Pflegeberufe, etc. Sugardaddy, Escort, Callboy oder Callgirl, Trophy Wife oder Toy Boy sind im kurz- und langfristigen Geschäft eher nur der Versuch Prostitution beschönigend zu beschreiben, obwohl es dies gar nicht nötig hätte. Warum aber in der Beliebtheitsskala Prostitution meist weit abgeschlagen ist, ist mir bei der Ehrlichkeit der Dienstleistung nicht wirklich klar. Wie kann die Arbeit als Banker, Anwalt oder Politiker beliebter sein bzw. den verlogenen Moralvorstellungen eher entsprechen? Siehe auch:

Geht es auch anders?

Hier im Beitrag möchte ich aber mit einer anderen Interpretation von No Money No Honey im Langfristbereich eine Alternative vorschlagen; ein Geschäftsmodell sozusagen. Zuerst noch ein paar relevante Beiträge hierzu:

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 8 Minuten

Prostitution in Thailand

Um erst gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, wir reden beim Sextourismus von einem sehr kleinen Bereich in Thailand, auf sehr wenige Zentren verteilt. Die, die es betrifft meinen natürlich ganz Thailand wäre so. Sextouristen gibt es viele auf der Welt, aber wer hätte gedacht, dass Deutschland das größte Bordell für Europa, wenn nicht der Welt ist?

Prostitution ist auch in Thailand kulturell geprägt und war schon da, als es den Sextourismus noch gar nicht gab. Es unterscheidet sich auch nicht wirklich groß von europäischen Ländern. Nur geht Thailand manchmal toleranter und manchmal genauso verkrampft wie im Abendland damit um. Dies, obwohl Prostitution lustigerweise hier verboten ist, aber dann auch wieder nicht so wirklich, fast schon ein Same Same but different. Zumindest haftet der Prostitution hier kein scheinheiliger, moralisch-religiöser Makel wie unter anderem in Deutschland an.

Nur warum verwechseln europäische Sextouristen in Thailand die Dienstleistung Prostitution mit Liebe? Es heißt doch auch No Money No Honey und nicht No Money but Honey.

Der Weiße Mann als Geldbeutel

Meine Frau vermietet unter anderem auch an europäische Langzeitmieter voll möblierte Wohnungen mit einem sehr umfangreichen Servicepaket. Abgesehen von der Werbung, die ich für Baan Metawi mache, erwähne ich dies noch aus einem anderen Grund. Seit ca. 2 Jahren kommen mehr und mehr Anfragen auch von alleinreisenden Frauen. Zusammen mit alleinreisenden Männern und Paaren lässt sich aber auch ablesen, dass immer mehr Rentner, immer länger in Thailand bleiben wollen. Ich mutmaße auch, dass in nicht touristischen Gegenden in Thailand – dies ist die absolute Mehrheit – Sextourismus keine Rolle spielt.

Insbesondere europäischen Schenkelklopfer in Pattaya & Co, für die jede Thailänderin eine Prostituierte ist, wollen ihr geistig Erbrochenes gerne in Foren kundtun. Da beschweren sich diese möchtegern Casanovas über die hohen Kosten und warum Thailand doch froh sein müsste solche geistigen Nichtschwimmer und oftmals Rassisten im Land zu haben. Diese verkannten Genies mit ihrer Hartz IV Apanage können nicht verstehen, dass auch thailändische Prostituierte ihren Stolz haben und besonders hohe Preise, für diese europäischen (in jeder Hinsicht) Abgehängten, verlangen. Zum Kapitel passende Beiträge:

Funktionierendes Geschäftsmodell

Nicht Liebe macht blind, sondern eher die Lust. Das Produkt, welches thailändische Barfrauen in erster Linie verkaufen ist nicht ihren Körper. Vielmehr geht es darum, dass der vermeintlich reiche europäische Tourist freiwillig sein Geld der Frau seiner Träume gibt. Er wird aus Sicht der Frau zum Geldbeutel degradiert. Selbst dann noch, wenn der Mann schon lange wieder im Abendland weilt. Dies ist nun aus der Geschichte wirklich kein Alleinstellungsmerkmal, wurde es in vielen Ländern sogar vom Staat und der Religion als ideales Modell gesehen. Der Mann ist Brotverdiener, also bringt das Geld bei und die Frau kümmert sich um Kinder und Herd. Die Herdprämie von Bayern ist noch gar nicht so lange her und ist im Grunde eine altbackene Interpretation von No Money No Honey auf Langfristbasis. Insbesondere bei Scheidungen zeigt sich oftmals, dass das Geld schon eine viel übergeordnetere Stellung als die vermeintliche Liebe hatte.

In Thailand wird dies eben im kurzfristigen Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen erfolgreich verkauft. Zum einen ist es Ausdruck von Gegensätzen ziehen sich an. Zwar nicht alle, aber das Schönheitsideal ist auf beiden Seiten schon eher genau passend. Zum anderen machen es simple europäische Männer ihren thailändischen Angebeteten auch sehr leicht. Siehe auch:

Warum sind so viele Mütter, Väter und Büffel in Thailand krank?

Warum trennen sich augenscheinlich ältere weiße Männer gerne vom Geld, um es ihrer Eroberung der Stunde zu geben? Natürlich werden in Thailand auch junge weiße Männer und Frauen von thailändischen Frauen und Männer gegenseitig angebetet; dies ist das normalste überall auf der Welt. Aber jedem ältere weißen Mann, der ein bisschen gesunden Menschenverstand (siehe: Der gesunde Menschenverstand) in sich trägt und sein Äußeres einschätzen kann, muss auffallen, dass das bezaubernde Lächeln der oft wunderschönen 30 bis 40 Jahre jüngeren Bardamen in Thailand nicht wirklich der Anfang einer lebenslangen glücklichen Beziehung bedeutet. Es schließt es zwar nicht aus, aber die Wahrscheinlichkeit ist schon eher sehr gering.

Die Fleischeslust macht nun nicht selten den weißen Mann blind für Vernunft. Die erfahrene Bardame kennt die Psychologie der Lust und weiß, wie Mann sich freiwillig vom Geld trennt. Nach ein paar Tagen des Glücks wird dem weißen Touristen von der Frau gesagt, die eigene Mutter oder Vater wäre krank und sie müsse schnell Arbeit finden, um das Finanzielle schultern zu können. Oft ist es schon ausreichend, damit der Geldbeutel heldenhaft seinen Geldbeutel zückt. Manchmal weilt der weiße Mann bereits wieder im Abendland und schickt schnell Euros, um indessen den Vater von der Krankheit zu heilen.

Dies, obwohl man als Europäer wissen könnte, dass jeder Thailänder in Thailand krankenversichert ist. Wenn die Verwandtschaft durch ist, dann kommt eben der Büffel zum Einsatz oder Geld für Saatgut bzw. Dünger fehlt, etc. No Money No Honey bedeutet hier, solange der Geldbeutel zahlt ok. Wenn nicht, macht es auch nichts, da sich schon wieder einer finden wird bzw. Frau hat gleich mehrere lahmende Hengste im Stall.

No Money No Honey – Ein Modell mit Zukunft

Wo ich allerdings schon eine positive Zukunft sehe, wenn no money no honey als Dienstleistungsmodell auf Langzeit verstanden wird, quasi als individuelle Pflegeversicherung mit Vorzügen. Es ist nun mal so, dass manche alleinstehenden weißen Ü60 Frauen ihr Glück in Kenia suchen und bei den Männern ist es unter anderem auch Thailand. Was Thailand allerdings besonders macht, ist zum einen der Respekt Älteren gegenüber und zum anderen, dass Frauen weltweit eher in Pflegeberufen als Männer arbeiten und hauptsächlich Thailänderinnen wohl eine besondere pflegende Ader haben. Dennoch würde dieses Modell grundsätzlich auch für Ü60 Frauen aus Europa für Thailand gelten.

Wenn nun ein älterer Mann aus Europa nach Thailand auswandert und hofft, eine meist jüngere Lebensabschnittspartnerin zu finden, die sich auch um ihn kümmert, wenn er pflegebedürftig wird, dann ist dabei nichts Anrüchiges. Warum auch; in Thailand und europäischen Ländern gibt es Marktwirtschaft. Wenn der europäische Mann das Geld beisteuert, um die ihn pflegende Thailänderin gut zu ernähren, warum nicht? Wo ist der Unterschied zu einem Unternehmen, welches Altenheime in Thailand als Geschäftsmodell anbietet?

Dieses Modell gibt dem Europäer individuelle Pflege und Aufmerksamkeit. In Europa wäre dies unbezahlbar und ein Unternehmen kann dies auch niemals bieten. Wenn aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft mehr wird, dann wiederhole ich mich mit der Frage: warum nicht? Es ist ein Win-Win Geschäft mit individuellen Vorzügen. So wie „Friends with Benefits“ eher bei Jüngeren Anklang findet, ist es Pflege mit gewissen Vorzügen für Ältere in Thailand. Die Vorzüge müssen nicht sexueller Natur sein, da schon einfach jemanden zum Reden oder in der Nähe haben ein gutes Gefühl hinterlassen kann.

Ein erlebtes Beispiel

Ein mittlerweile Ü40 thailändisches Ehepaar nebst Tochter ist vor gut 15 Jahren ein deutscher Ü70 Rentner ins Haus geflattert. Er lebte langfristig in Hua Hin und es hat sich eine Freundschaft gebildet, da das thailändische Ehepaar ein Imbiss betrieb, der vom deutschen Rentner regelmäßig besucht wurde. Lange Rede, der Rentner bezahlte den Anbau einer Einliegerwohnung und lebte bis zu seinem Tod vor ein paar Jahren wohl sehr glücklich bei der Familie. Er steuerte für die Familie ein aus thailändischer Sicht hohes monatliches Einkommen bei. In der Familie lebte er wie ein Opa und wurde von der Tochter tatsächlich auch „Opa“ genannt.

Klingt vielleicht wie ein billiger Roman, war aber für alle eine höchst erfolgreiche Win-Win Situation. Warum auch nicht? Zum einen wird dadurch der „Zwischenhändler“ Altenheim, ein mit teils enormen Gewinnmargen operierendes Unternehmen, ausgeschaltet und zum anderen ist individuelle Pflege ohnehin jedem anderen Geschäftsmodell vorzuziehen.

Wer programmiert die No Money No Honey App?

Aus unserer heutigen Sicht könnte man hier recht einfach mit der Entwicklung einer App Geld verdienen. Sozusagen ein Tinder für alleinstehende europäische Rentner, die in Thailand eine Betreuerin, eine Pflegekraft mit Aussicht auf Lebensabschnittspartner suchen. Spätere Heirat nicht ausgeschlossen und wenn der europäische Rentner glücklich das Zeitliche segnet, bekommt die hinterbliebene pflegende Ehefrau auch noch Witwenrente. Allemal besser als in irgendeinem Altenheim in der alten Heimat dahinzusiechen und für die thailändische Ehefrau gibt es eine finanzielle Sicherheit danach. Das nenne ich ein Win Win Geschäft, wie nennen Sie das? Hierzu noch 2 passende Beiträge:

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2 Kommentare

  1. Hallo Matt,

    dein erlebtes Beispiel ist super. Klingt vielleicht zu einfach, kann aber durchaus funktionieren. Auch in Partnerschaften, wenn beide wissen, auf was sie sich einlassen (interkulturelle Misverständnisse) und sich wirklich bemühen, offen sind füreinander usw.
    Wichtig scheint mir dabei der gegenseitige Respekt. Daher habe ich auch eher Zweifel, ob das funktionieren kann, wenn solche Verbindungen im Rotlicht-Viertel entstehen. Sie betrachtet ihn bis zum Ende als Geldautomat, er sie als Hure.

    Zu deiner Frage nach der App: Gibt es nicht verschiedene Dating-Plattformen in Thailand? Ein Freund hatte so mehrere Frauen kennengelernt, die sich um ihn kümmern wollten. Bei zweien kam die Rede sehr schnell auf einen Hausbau auf dem Land der Familie, bei anderen waren die fehlenden Sprachkenntnisse auf beiden Seiten hinderlich. Er hat sich noch nicht entschieden.

    Viele Grüße aus Chiang Rai
    Stefan

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