Leben in Thailand
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Geldwechseln Thailand, dann aber richtig

Aktualisiert am 3. September 2021

Alle Auswanderer oder Überwinterer, die wir auf unserem Anwesen, Baan Metawi, begrüßen durften, hatten meist am Anfang ein gar nicht kleines Währungsrisiko Euro / Baht in Thailand.

Sie denken in Euros oder Franken, da dies Ihre Rentenwährung ist? Wenn Sie nach Thailand auswandern oder auch nur überwintern wollen, sollten Sie auf Baht umschalten. Ihre monatlichen Ausgaben werden hauptsächlich in Baht sein (siehe: Kosten und Preise in Thailand nicht nur für Rentner). Versuchen Sie daher nicht permanent diese Beträge in Ihre Landeswährung umzurechnen. Schwieriger wird es mit Ihrem Renteneinkommen in der Heimatwährung. Hier ist das Währungsrisiko programmiert, welches durch intelligentes Geldwechseln und -management in Thailand reduziert werden kann.

Matt Abold

Mein Name ist Matt Abold und ich lebe seit 2009 als weißer Ausländer im Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Ich schreibe übers Auswandern und Überwintern und verbinde meine Beiträge oft mit sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, die Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, in meiner Rubrik: Zeitgeistkritik.

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 9 Minuten

Sie haben ein Währungsrisiko beim Geldwechseln in Thailand

Um die Währungskursentwicklung zu verstehen, lohnt es sich zuerst den Währungschart EUR zu THB über einen längeren Zeitraum anzuschauen.

Im Oktober 2009 hätten Sie für einen Euro immerhin über 50 Baht bekommen. Bei einer angenommenen Rente von zum Beispiel € 2.000, hätten Sie somit 100.000 Baht jeden Monat zur Verfügung. Selbst in der heutigen Zeit ist dies ein fürstliches Auskommen im „Billigland“ Thailand.

Im Oktober 2019 waren Ihre € 2.000 nur noch 66.500 Baht wer. Ein Unterschied von minus 35 %. Für Sie wäre in diesem Zeitraum somit Thailand um 35 % aufgrund des Währungsrisikos teurer geworden. Dabei hat sich kaum etwas in Thailand bei den Preisen getan!

Wenn Sie nun glauben, dass 10 Jahre eine lange Zeit ist, dann nehmen wir jetzt den Umrechnungskurs vom Oktober 2018. Sie hätten für Ihre 2.000 Euro Rente immerhin noch 75.000 Baht bei einem Kurs von 37.50 bekommen. Ende Oktober 2019, wäre die Rente immerhin um über 11 % im Wert gefallen. Ihr Währungsrisiko beim Geldwechseln für Thailand ist signifikant und dem wollen Sie sich eigentlich nicht permanent aussetzten. Erst Anfang 2020 hätten Sie als Eurorentner über das Jahr mit ca. 12 % profitiert. Allerdings hat Covid-19 es nicht gerade erleichtert nach Thailand einzureisen. Eventuell auch ein wenig eine Erklärung für die Schwäche des Baht in dieser Zeit.

Geldwechseln Währungsrisiko Thailand Euro Baht
Kursentwicklung Euro Thai Baht über 13 Jahre

Ist der Aufwärtstrend seit Nov. 2019 nachhaltig?

Seit Ende 2019 wird der Baht gegenüber dem Euro schwächer. Von ca. 33 Baht pro Euro im November 2019 zu über 39 Baht pro Euro im August 2021. Mehr oder weniger deckungsgleich mit diesem Zeitraum ist auch die Covid-19 Pandemie. Falls Thailand in 2021 die Covid Krise in den Griff bekommt, könnte die Bahtschwäche sich wieder umkehren. Für Eurodenker wird es dann wieder teurer.

Ein starker Baht ist ein Problem für Euro Rentner

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen ist viel Spekulation der Banken dabei. Zum andern hat sich Thailand in den letzten 6 Jahren vor 2020 kaum höher verschuldet. Dies insbesondere auch im Vergleich zu den Anrainerstaaten in Südostasien. Erst Covid-19 hat hier einiges durcheinander gewirbelt und der Aufwärtstrend des Baht ist im Moment gestoppt.

Langfristig betrachtet, ist der thailändischen Baht weiterhin sehr attraktiv. Im Jahr 2019 war der thailändische Baht zeitweise die stärkste Währung weltweit.

Solche extremen Währungsschwankungen können gravierende Folgen für die Finanzierbarkeit des ganzen Projektes Auswandern oder Überwintern haben. Es gibt Möglichkeiten, einiges ein bisschen abzufedern. Sie wollen doch Ihr Leben im paradiesischen Thailand nicht monetär zum Glücksspiel werden lassen. Lesen Sie sich hierzu auch folgende Beiträge gut durch:

Schalten Sie das Währungsrisiko beim Geldwechseln aus

Die schlechte Nachricht zuerst, wenn Sie nur eine kleine Renten haben und kein Geldvermögen, wird es schwierig werden, sich von den doch erheblichen Währungsschwankungen abzusichern.

Erspartes von ca. € 30.000 kann bereits für eine 1-jährige Absicherung ausreichend sein. Hierzu eröffnen Sie in Thailand ein Bankkonto auf Ihren Namen. Ich kann als Kunde die Bangkok Bank (lesen Sie hierzu auch den Beitrag: Bangkok Bank, die etwas sonderbare Bank) oder die Kasikorn Bank empfehlen. Meist müssen Sie gerade mal 500 Baht als Mindestguthaben einbezahlen. Falls Sie ein Smartphone haben, lassen Sie sich Mobile Banking freischalten und eine Automatenkarte geben. Alles dauert ungefähr eine Stunde. Erfragen Sie zusätzlich zu Ihrer Kontonummer noch die SWIFT Adresse, sowie die Adresse der Bankfiliale.

Nun überweisen Sie von Ihrem Konto in Europa mindestens 30.000 Euro. Idealerweise haben Sie Onlinebanking und können dies von Thailand aus machen. Hierfür benötigen Sie auch die SWIFT und Filialadresse. Falls Sie aus Ihrer Sicht einen guten Umtauschkurs haben, sollten Sie gleich auch ein bisschen mehr zum Geldwechseln überweisen. Damit sichern Sie sich länger ab.

Erspartes in Baht = kein Währungsrisiko in Thailand mehr

Ende August 2020 bekommen Sie dafür dann knapp 1,1 Millionen thailändische Baht auf Ihr Konto. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie kein Währungsrisiko mehr, da Sie nun genügend Baht für den Lebensunterhalt in Thailand haben. Sollte nun wieder erwarten der Baht zum Euro oder Franken sinken, also für Sie positiv sein, können Sie zu diesem Zeitpunkt eventuell größere geplante Einkäufe oder Reisen mit Ihrer Euro- oder Frankenkreditkarte bezahlen.

Keine Probleme mehr mit dem Visum

Einen zweiten wichtigen Vorteil haben Sie mit dieser Vorgehensweise hinsichtlich Ihres Visums. Als Auswanderer und über 50 Jahre haben Sie ein Non Immigrant Visa von einer thailändischen Botschaft oder Konsulat in Europa bekommen.

Mit diesem bekommen Sie nach Einreise in Thailand erstmalig 3 Monate Aufenthaltsrecht. Wenn Sie nun:

  1. Das Bankkonto innerhalb des ersten Monats eröffnen und
  2. Ihre Geldüberweisung mindestens 800.000 Baht beträgt und
  3. dieses Geld für die restlichen 2 Monate 800.000 Baht nicht unterschreitet,
  4. dann können Sie mit Ablauf des 3-monatigen Aufenthaltsrecht eine Änderung in ein Jahresvisum beantragen.
  5. lesen Sie dazu auch: Welches Visum passt zu mir? und Diverse Visa Angelegenheiten für Thailand

Da Sie ohnehin auch Geld zum Leben in Thailand benötigen, können Sie nun für die nächsten 9 Monate die 800.000 Baht ohne Währungsrisiko für Ihren Lebensunterhalt verwenden. 3 Monate vor Ablauf Ihres Jahresvisums müssen dann nur darauf achten, dass wieder 800.000 Baht für die verbleibenden 3 Monate auf Ihrem Konto sind. Da Ihre Rente ja über das Jahr immer auf Ihr Konto in Europa gelaufen ist, brauchen Sie jetzt nur wieder eine Auslandsüberweisung auf Ihr thailändisches Konto zu veranlassen. Durch dieses Art von Geldwechseln in Thailand haben Sie dann immer zumindest für 1 Jahr kein Währungsrisiko.

Manche Botschaften bieten durchaus nützlichen Service

Es gibt grundsätzlich noch die Möglichkeit ein 1-Jahresvisum zu bekommen, indem Sie eine monatliche Rente von umgerechnet 65.000 Baht nachweisen müssen. Dieser Nachweis ist allerdings aufwendig, da Sie dazu eine beglaubigte Rentenbestätigung bei der Deutschen, Österreichischen oder Schweizer Botschaft in Bangkok einholen müssen.

Viele Europäische Länder bieten bei den jeweiligen Botschaften diesen Service und auch viele andere Dienstleistungen überhaupt nicht mehr an. Bestes Negativbeispiel ist hier Großbritannien. Dies ist tatsächlich etwas, was unter Umständen den Unterschied zwischen in Thailand permanent leben zu können und das Land verlassen zu müssen ausmacht. Von dieser Warte her, ziehe ich meinen Hut vor unseren Botschaften in Bangkok und hoffe, dass dies noch lange so bleibt.

Banken sind Gebührenweltmeister beim Geldwechseln in Thailand und anderswo

Pro Auslandsüberweisung zahlen Sie in Europa Bankgebühren ab € 35 (DKB Bank) bis teilweise über € 200 (einige Österreichische Banken). Sie sparen sich pro Jahr rund € 385 bis weit über € 2.000, wenn Sie nur einmal jährlich einen Betrag auf Ihr thailändisches Konto überweisen, anstelle monatlicher Überweisungen. Auch hilft es Ihnen, die steuerliche Seite wasserdicht zu machen, wenn Sie unterjährig auf Zahlungen nach Thailand verzichten. Siehe hierzu den Beitrag: Bank, Rente und Steuern im Ausland, nicht unwichtig fürs Auswandern.

Banken sind sehr erfinderisch, wenn es um Provisionen und versteckte Gebühren beim Geldwechseln in Thailand und sonst wo geht. Ich denke mir einfach, dass man dies nicht auch noch unterstützen sollte. Noch ein wichtiger Hinweis hierzu: wenn Sie Ihre Auslandsüberweisung bei Ihrer Bank veranlassen, dann unbedingt den Betrag in Euro bzw. Franken überweisen. Lassen Sie sich nicht von Ihrem Bankberater überreden, den Betrag in Baht anzuweisen.

Im ersten Fall wechselt dann die Euros in Baht Ihre thailändische Bank, wo Sie ein Konto eröffnet haben. Dies geschieht meist zu einem transparenten und guten Kurs. Im letzten Fall macht dies Ihre europäische Bank und gibt Ihnen für den Kurswechsel einen ziemlich intransparenten und mit 99 % Sicherheit schlechteren Umrechnungskurs als bei der Euroüberweisung. Bei einem Schweizer Ehepaar, die bei uns überwintert haben, war der Unterschiedsbetrag dreistellig.

Es gibt ein großes Sparpotenzial bei Bankgebühren beim Geldwechseln in Thailand

  1. Der für Sie günstigste ist in der Tat der Kurs für größere Auslandsüberweisungen. Bei kleineren Beträgen wird der Kursvorteil aufgrund der hohen Pauschalkosten beim Geldwechseln zunichtegemacht. Achten Sie darauf, dass Sie in Euro oder Franken überweisen!
  2. Für kleinere Beträge bis ca. €700 eignet sich unter Umständen eine Kredit- bzw. EC Karte aus Europa. Eventuell müssen Sie diese Karten erst für Asien freischalten lassen! Leider berechnen manche Banken auch noch eine Gebühr, wenn Sie im nicht EU-Ausland bei einer Drittbank Geld abheben. Der Kurs ist ähnlich wie bei Punkt 1. Thailändische Banken berechnen jedoch eine Transaktionsgebühr am Automaten von ca. €7 pro Abhebung. Es ergibt also nur Sinn, wenn Sie den Höchstbetrag am Automaten abheben, der je nach Bank zwischen 25.000 Baht und 30.000 Baht schwankt. Lesen Sie hierzu auch: Vorteile einer thailändische Kreditkarte in Thailand
  3. Wenn Sie Eurobargeld direkt an Werktagen zu normalen Öffnungszeiten bei thailändischen Banken tauschen, dann ist der Kurs schon ca. 1 % schlechter als bei Punkt 1 und 2. Klicken Sie hier für den tagesaktuellen Umtauschkurs bei der Bangkok Bank.
  4. Kritischer wird es, wenn Banken schon geschlossen haben. Bei Wechselstuben, überall an touristischen Orten anzufinden, verschlechtert sich der Kurs nach Ladenschluss um 1 bis 2 %.
  5. Ziemlich schlecht wird der Kurs, wenn Sie im Hotel tauschen möchten. Je mehr Sterne, desto schlechter der Kurs, ist ein gute Faustregel.
  6. Die 2. schlechteste Variante ist am Flughafen zu tauschen. Im Vergleich zu einer Bank in der Stadt haben Sie einen 3 bis 5 % schlechteren Kurs. Hier sollten Sie dann unbedingt mit Ihrer EC-Karte am Automaten Geld abheben. Dies ist immer noch weniger schlecht, als am Flughafenschalter.
  7. Den mit Abstand schlechtesten Kurs bekommen Sie, wenn Sie Baht in Ihrem Heimatland bei Ihrer Bank kaufen. Hier sind dann schon mal 10 % Aufschlag vom Kurs einer Auslandsüberweisung drin. Machen Sie dies am besten nicht, auch wenn Ihnen Ihr Bankberater etwas anderes erzählt.

Fintech

Eventuell sinnvoll kann es sein, den Banken gänzlich den Rücken zu kehren und über Fintech Unternehmen Geld überweisen. Das in Europa bekannteste ist wohl Wise (ehemals Transfer Wise). Gerade bei kleineren Zahlungen sind die Kurse zusammen mit den Gebühren bei Wise doch erheblich billiger als bei einer Bank zu Bank Auslandsüberweisung. Bei größeren Beträgen bin ich mir noch nicht wirklich sicher. Werde dies dahingehend testen, dass ich 2 Auslandszahlungen in gleicher Höhe, zur gleichen Zeit und natürlich gleiche Länder aufgebe. Eine traditionell und eine über Wise, bin gespannt wie dies ausgehen wird.

Hier finden Sie weitere Beiträge, die sich mit Geld und Finanzen in Thailand auseinandersetzen:

  1. Checkliste fürs Auswandern nach Thailand
  2. Kohle, Zaster, Schotter und wie viel?
  3. Lebenshaltungskosten in Thailand
  4. Billiges Thailand und teures Deutschland, nur warum?
  5. Die Abmeldebescheinigung, wichtig fürs erfolgreiche Auswandern nach Thailand
  6. Bank, Rente und Steuern im Ausland, nicht unwichtig fürs Auswandern

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Kokosnusspalme und Meer

Leben in Thailand – Der Blog …
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2 Kommentare

  1. Hallo Herr Abold!
    Meine Frau (54) und ich (56) sind begeisterte Thailand-Urlauber. Mittlerweile „träumen“ wir davon wenigstens mal in Thailand zu überwintern. Beim Stöbern im Internet bin ich auf Ihre Homepage und Ihren Blog gestoßen und von der Mühe die Sie sich mit diesen beiden Seiten geben absolut angetan – vielen herzlichen Dank dafür!
    Durch Zufall sind wir in der Vergangenheit auf den (von Ihnen eher negativ dargestellen) Süden Thailands (Koh Lanta, muslimische Mehrheit der Bevölkerung) gestoßen und bisher noch nicht enttäuscht worden. Nun habe ich mir natürlich auch das Eine oder Andere über Chumphon durchgelesen und bin tatsächlich sehr neugierig geworden.
    Wir hoffen, dass bald wieder Thailand-Urlaube möglich sind und uns unser Weg mal nach Chumphon führt.
    Ich habe mich in Ihre Mailing-Liste eingetragen und freue mich schon auf aktuelle Beiträge von Ihnen!
    Bleiben Sie gesund!
    Freundliche Grüße
    Thorsten Lips

    1. Hallo Herr Lips, danke für den Kommentar, sowie Ihre Freunde Komplimente. Übrigens Koh Lanta, wie auch Koh Lipe oder Koh Muck Sie be wunderschöne Insel. Einzig die vier südlichsten Festlandprovinzen sind zum urlauben eher nicht zu empfehlen, es seit Jahrzehnten dort Unruhen gibt. Die Deutsche Botschaft in Bangkok hat auf ihrer Webseite auch einiges dazu.

      Vielleicht klappt es bald mit dem Überwintern, ich halte Ihnen die Daumen.
      Freundliche Grüße aus Chumphon

      Matt

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