Leben in Thailand
globaler süden, dritte welt, entwicklungsländer, thailand china

Nördliche Dummköpfe erfinden den Globalen Süden

Aktualisiert am 5. November, 2026

Seit einigen Jahren müssen meine Augen viel ertragen. Permanent wird vom Globalen Süden (Wikipedia) geschmiert und gemeint sind angebliche Entwicklungsländer, also die dritte bis fünfte oder auch achte Welt. Zur Einführung ein bisschen Geschmier diverser deutscher Medien, nebst unserer Bundesregierung von 2026: SZ, Berliner Morgenpost, Fokus, Bundesregierung und viele andere.

Was meint der Erfinder, die Weltbank, wirklich mit dem Ausdruck? China ist für die natürlich dritte Welt und Thailand ein Entwicklungsland. Beide aufstrebend, aber Globaler Süden. Dies, obwohl China sich erlaubt, geographisch im globalen Norden zu residieren, und Thailand ist nördlich des Äquators, also eher in der globalen Mitte. Australien wäre Teil des globalen Südens, aber so ist es ja nicht gemeint.

Russland ist lustigerweise globaler Norden, sollte aber Süden sein, und die Ukraine – was ist die? Für unsere woke, linksgrünen Rassisten, ist Israel natürlich globaler Süden und die abartige Hamas wird von Gutmenschen, wie Thunberg & Co. im vermeintlich guten globalen Abendland gesehen. Und 2026 ist das Königreich USA, nebst deren Verbündeten Russland, Nordkorea und andere Schurkenstaaten, globaler Norden, Süden oder vom Mars?

Globales Abendland

Gemeint ist leider nichts anderes, als die Vorherrschaft von gut 800 Millionen Menschen über gut 7 Milliarden Menschen sprachlich durch eine angeblich beschönigende Umschreibung – Globaler Süden – zu untermauern. Wir lassen ohnehin unsere Sprache durch Woke-Jünger verunstalten, warum dann nicht gleich die ganze Welt? Warum nennen wir uns nicht Globales Abendland und den Rest der Welt Globales Morgenland? Das Globale Abendland sieht seine Pfründe in Gefahr, da sich die Dritte Welt, allen voran China, diese mehrere hundert Jahre dauernde Herrschaft nicht mehr erlauben lassen will.

Eine unglaubliche Arroganz der westlichen Welt in Zeiten, in denen diese oft nur in der Belanglosigkeit glänzt. Wunderbar berichtet in der FT vom Oktober 2024, klicken Sie hier. Siehe auch meinen Kommentar zu diesem Thema hinsichtlich russischen Öls: Die EU-Heuchelei geht mir auf den S…

Mehr Lesestoff:
📌 Zuerst mal ein paar Beiträge, die zum Thema passen:
Matt Abold leben in chumphon, thailand

Matt Abold heißt der Bub und lebt seit 2009 auf Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Er schreibt übers Auswandern und Überwintern und sozial- und wirtschaftspolitische Themen mit Bezug zu Thailand.
++ neu ++ kommentierte Nachrichten über Thailand, klicken Sie HIER

Geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag: 10 Minuten

Globaler Süden mal ernst genommen

Unsere Schweineländer, die südlichen PIGS (Portugal, Italien, Griechenland und Spanien), sind für Mittel- und Nordeuropäer natürlich Entwicklungsländer und gehören damit zum Globalen Süden. Dieser von abendländischen Bankern erfundene Begriff dient auch innerhalb des Abendlandes als Hackordnung. Selbst innerhalb Deutschlands wäre das Bundesland Berlin ein Failed State, welches nicht mal mehr als Dritte Welt bezeichnet werden kann und daher doch im Globalen Süden verortet ist.

Und wenn im Entwicklungsland Thailand die Infrastruktur durchweg besser ist als in Deutschland, ist dann nicht Deutschland der Globale Süden? Am leichtesten erkennt man es am fehlenden Internet, an verfallenden Brücken und löchrigen Straßen, an neuen Flughäfen, die kaum noch zum Fliegen geeignet sind, an einer Pünktlichkeit, die sich durch regelmäßige Verspätungen der Bahn definiert, an Menschen, die von ihrer Arbeit in Großstädten nicht mehr leben und vor allem nicht mehr wohnen können, an einem Staatsapparat, der nur noch lächerlich ist, und an Amateurpolitikern, die sich eher Konzernen und der Korruption verpflichtet fühlen. Wer ist hier Entwicklungsland, Thailand oder Deutschland? Warum müssen wir überhaupt die Länder noch klassifizieren?

📌 Klicken Sie hier:

Wo bleiben die Gutmenschen?

Es ging nämlich niemals darum, wirtschaftlich starke von wirtschaftlich schwachen Ländern zu unterscheiden. Was haben Italien, Frankreich, Kanada, selbst England in der G7 zu suchen? Es ist tatsächlich eine lokale, abendländische Diskriminierung gegenüber allem Nichtabendländischen. Die westliche Welt möchte ihren errungenen Wohlstand nicht verlieren. Dass dieser Wohlstand über Jahrhunderte auf Kosten der Dritten Welt, also im Globalen Süden, erwirtschaftet wurde, interessiert dabei nicht. Ich verstehe dieses Besitzstandwahren von Europa und Nordamerika, aber ich verstehe auch, dass der Rest der Welt sich dies nicht länger gefallen lassen möchte.

Wo bleiben eigentlich die rassistischen Gutmenschen, Me-Too- und Woke-Fanatiker (siehe NZZ)? Wenn 5 schwarze Frauen in Deutschland nicht immer und überall extrem überproportional bevorzugt werden, regt sich eine laut schreiende, meist unter 30-jährige links-grüne Minderheit auf, als wäre der 3. Weltkrieg ausgebrochen. Wenn aber mehr als sieben Milliarden Menschen staatlich und medial teilweise aufs Übelste beleidigt und verleumdet werden, dann ist das auf einmal ok, irgendwie süß, oder?

📌 Klicken Sie hier:

Mit moralisch erhobenem Zeigefinger auf dem hohen Ross

Die jüngere deutsche Außenpolitik ist auf der Richterskala der Inkompetenz kaum zu übertreffen. Dem Herrn Maas war der maßgeschneiderte Anzug wichtiger als deutsche Interessen zu vertreten. Der Frau Baerbock ist ideologische, dogmatische und daher spalterische „feministische Außenpolitik“ wichtiger als zum Wohle des deutschen Volkes zu arbeiten (was feministische Außenpolitik in der Realität bedeutet, finden Sie in diesem Kommentar und leider auch in diesem Beitrag: Sicherheitshinweise für Thailand: Viel Warnung, seltsame Differenzierung). Waren von der Leyen, Kramp-Karrenbauer und Lambrecht tatsächlich würdige deutsche Vertreterinnen in der Verteidigungspolitik?

Wer sagt denn, dass der Herr Außenminister Wadephul von der CDU nur einen Deut besser wäre? Lesen Sie hierzu diese kommentierte Nachricht.

Allen ist aber gemein, dass sie im Globalen Süden stets mit dem erhobenen Zeigefinger aufgetreten sind und dort angebliche Missstände aufgezeigt haben. Keines dieser Mietmäuler hat die USA in die Schranken gewiesen, obwohl deren Verständnis von Demokratie mit Demokratie nun wirklich nichts mehr zu tun hat. Dem Entwicklungsland Thailand und vielen anderen Ländern Südostasiens wurde hingegen oft gesagt, wie unartig sie seien.

Im Dritte Welt Land China sieht Deutschland hingegen die größte Bedrohung. Dies ist zwar richtig, aber unsere völlig versagenden Mietmaulpolitiker haben Deutschland seit der Jahrtausendwende in diese prekäre Situation manövriert. Lustig dabei: Deutschen politischen Mietmäulern wurde von unseren Konzernen eingeflößt, dass sie China dazu anhalten sollen, weiterhin einseitig deutsche Waren zu kaufen. Super dazu passt: Ist zukünftiges Leben wichtiger als heutiges?

China hat sich übrigens nicht über die Einstufung in den Globalen Süden beschwert – im Gegenteil: Es nutzt diese Einordnung mit strategischem Kalkül. Während viele Elitepolitiker im Globalen Norden den Süden oft nur als Empfänger von Entwicklungshilfe sehen, positioniert sich China als verlässlicher Partner auf Augenhöhe. Es nutzt den Begriff des Globalen Südens bewusst, um eine klare Abgrenzung zum Westen zu schaffen, und bietet diesen Ländern weitreichende wirtschaftliche Zusammenarbeit – oft mit weniger politischen Bedingungen als westliche Partner.

Der professionelle Politiker

Das winzige Singapur, ein Land, in dem tatsächlich professionell arbeitende Politiker und keine politischen Mietmäuler vorherrschen, ist in Sachen Diplomatie ein kleiner Riese. Wir könnten viel von diesem Land lernen, aber für uns Abendländer, insbesondere Deutschland, verbietet sich das offenbar. Nicht ganz, wollte doch der ehemalige Hofnarr des Vereinigten Königreiches, Boris Johnson, Singapur als Blaupause für sein Land haben.

Und was machten die Ausnahmepolitiker der Ampelkoalition? Sie sahen die Zukunft in Südamerika, ebenfalls Teil des Globalen Südens und – ähnlich wie Südostasien – von Deutschland und Europa sträflich vernachlässigt. Da China zu Asien gehört, ist man anscheinend so misstrauisch gegenüber ganz Asien, dass man sich dann doch dem katholischen Südamerika zuwendet. Wirtschaftlich gesehen eine ziemlich dumme Vorgehensweise, zumal Asien ohne China auch boomt und dort mehr als 3 Milliarden Menschen leben, im Vergleich zu gut 400 Millionen in Südamerika. Und glauben Sie bitte ja nicht, dass sich hier groß etwas mit der Merz-Regierung geändert hätte.

Im Übrigen verstehen sich Lula und Xi prächtig, China hat eben nicht mal 20 Jahre in Südamerika verschlafen. Absurd komisch wurde es im August 2025, als sich Indien und China wegen des Rumpelstilzchens Trump nach langer Zeit wieder annäherten.

Ein Gedankenspiel

Jedes Mal, wenn ein Vertreter des Globalen Südens das politische Deutschland besucht, würden diese Politiker die deutschen Staatsvertreter ermahnen, Großaufträge termingerecht, innerhalb des Budgets und ohne ausufernde Korruption abzuwickeln. Auch würde die Menschenwürde infrage gestellt, weil sozial Privilegierte in der Schule, im Beruf und selbst beim Sterben um Welten privilegierter sind als wirtschaftlich benachteiligte Menschen. Zu guter Letzt würde man uns auffordern, mit dem staatlichen Lohndumping aufzuhören, da Unternehmen extrem niedrige Löhne zahlen dürfen, die anschließend vom Staat aufgestockt werden. Dadurch können diese Unternehmen ihre Erzeugnisse unter Preis in die Welt exportieren.

Wie würden Sie sich dabei fühlen? Das sind tatsächliche Beispiele, die sich nicht so einfach von der Hand weisen lassen. Unsere politischen Mietmäuler müssten sich im Vorfeld bei ihren Lobbyisten ihre Antworten diktieren lassen.

Ich bin voreingenommen, aber nicht blind

„Thailand, ich liebe dich“ und habe größten Respekt davor, was Südostasien (Südostasien, was bedeutet dies eigentlich?) und Ostasien in den letzten Jahrzehnten erreicht haben. Ich vergleiche gerne Deutschland mit dem angeblichen Entwicklungsland Thailand. Selten kann dabei mein altes Heimatland gut abschneiden. Dennoch untermauere ich vieles mit Fakten und versuche, fundierte Voraussagen zu treffen. Ich habe die Wissenschaft, Statistik und wirtschaftliche Entwicklung auf meiner Seite, wenn ich dieses Jahrhundert als Jahrhundert Asiens sehe und Europa als Disneyland bezeichne.

Wir moralisch aufgeplusterten Europäer reden selbstverständlich abwertend über Länder des Globalen Südens, über die Dritte Welt und darüber, wie fortschrittlich wir gegenüber den Entwicklungsländern seien. Allen voran betrifft das China, aber auch Thailand (siehe: Bestechung in Thailand oder doch nur Entscheidungshilfe?), Südostasien und Afrika. Nachfolgend ein paar unbequeme Fakten, schön beschrieben von einem australischen Thinktank (Australian Strategic Policy Institute, klicken Sie hier) bezüglich des dritten Welt Land China:

Einige überraschende Aussagen übersetzt:
  • Westliche Demokratien verlieren den globalen technologischen Wettbewerb, einschließlich des Rennens um wissenschaftliche Durchbrüche und Forschung, sowie der Fähigkeit, globale Talente zu halten. Dies sind entscheidende Elemente, die die Entwicklung und Kontrolle der wichtigsten Technologien der Welt untermauern, einschließlich Technologien, die noch nicht existieren.
  • Chinas globaler Vorsprung erstreckt sich auf 37 von 44 (Zukunfts‑)Technologien, wie z.B. bei der Verteidigung, Raumfahrt, Robotik, Energie, Umwelt, Biotechnologie, künstlicher Intelligenz, fortschrittlichen Materialien und Schlüsselbereichen der Quantentechnologie. Unser Index zeigt, dass für einige Technologien alle der 10 führenden Forschungseinrichtungen der Welt ihren Sitz in China haben und zusammen bis zu neunmal mehr einflussreiche Forschungsarbeiten hervorbringen als das zweitplatzierte Land, meistens die USA.
  • Wer sind die Personen – und wo haben sie studiert – die Forschung in China veröffentlichen? Zum Beispiel bei Flugzeugtriebwerken, einschließlich Hyperschall, veröffentlicht China viermal so viele High Impact Forschungsarbeiten wie die zweitplatzierte USA. Die Mehrheit (68,6 %) dieser Autoren wurde an chinesischen Universitäten ausgebildet und arbeitet jetzt in chinesischen Forschungseinrichtungen.
Update Oktober 2023

Langsam dämmert es auch Deutschland. Im Handelsblatt vom 19.10.2023 stand Folgendes:

globaler süden, dritte welt china

Allerdings gibt es dann im Januar 2024 wieder ein von Dummheit und Arroganz geprägtes weltweites Ranking der innovativsten Länder, siehe unten. Das Entwicklungsland und dritte Welt Land China fehlt hier gänzlich. China ist in so vielen Zukunftstechnologien weltweit führend, teils marktbeherrschend, dass es im Ranking der innovativsten Länder 2023 völlig fehlt! Was wollen wir uns durch solche Märchenrankings eigentlich vormachen?

Handelsblatt 24.01.2024

Passend hierzu die Schlagzeile im Fokus im April 2026: Chinesen bauen den effizientesten Verbrenner der Welt

Es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber leider vieles

Die Forschung in China muss sich auch viel Kritik anhören. Quantität vor Qualität wäre ein Leitspruch, insbesondere bei den publizierten Forschungsarbeiten. Siehe hierzu die Financial Times vom 29. März 2023. Dies ist allerdings nicht nur die Forte von China, sondern in vielen westlichen Ländern gar nicht so selten. Siehe die jüngsten Skandale bei der Alzheimer Forschung.

Du bist böse, nein, Du bist böse, nein, Du … hilft hier nicht weiter. Es ist unbestritten, dass China, das Land im Globalen Süden, für so viele Zukunftstechnologien uns um Jahre, manchmal auch um Jahrzehnte, in die Zukunft enteilt ist.

Die Frage, die ich wiederholt stelle: Warum müssen wir Abendländer der Dritten Welt oder welcher auch immer, so eine verblödende Kategorisierung geben? Nutzt wir das, um in unserer Selbstzufriedenheit zu schwelgen und daran zu glauben, dass wir, der kleine globale Norden, den einzig richtigen Weg in die Zukunft gefunden haben?

„Industriepolitik? Aber bitte chinesisch“, ist ein interessanter Artikel in der NZZ. Besonders das Schaubild hat es mir angetand:

Im Economist vom 15. Juni 2024 stand, frei übersetzt: Es ist an der Zeit, diese alten Ideen [im Vergleich zu früher, als die chinesische Wissenschaft große Mengen an wissenschaftlichen Arbeiten von schlechter Qualität hervorbrachte] ad acta zu legen. China ist heute eine führende Wissenschaftsmacht. Seine Wissenschaftler bringen einige der weltweit besten Forschungsergebnisse hervor, insbesondere in den Bereichen Physik, Chemie und Materialwissenschaften. Klicken Sie hier.

Der Frosch im Kochtopf

Warum findet sich über chinesische Forschung kaum etwas in europäischen Medien? Die kurze Antwort: Lesen Sie sich meinen Beitrag: Schmierfinken durch. Ich bin es leid, der 4. Gewalt im Staat einen besonderen Respekt zukommen zu lassen, wenn im Großen und Ganzen der Unterschied zu Sozialen Medien nicht mehr vorhanden ist.

Eine undifferenzierte Darstellung der Wirklichkeit wird in Deutschland auch stark durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitet. Einen kritischen und objektiven Gegenentwurf zur links-grünen Berichterstattung mit Halbwahrheiten von Sendern wie ZDF und ARD findet man häufig in der schweizerischen „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ). Klicken Sie hier. Oder lesen Sie gleich nachfolgende Blogbeiträge.

Wir lieben es, sinnbefreit über den Globalen Süden zu sprechen, und verkennen, dass wir wie der Frosch im langsam zu kochen beginnenden Wassertopf sind. Ich fürchte leider, dass es zumindest wissenschaftlich und wirtschaftlich zu spät sein wird, wenn wir es als ganze Gesellschaft merken.

Uns täte der gesunde Menschenverstand sehr gut auf dem Weg der Besserung. Diesen verpönen wir aber und zehren lieber von unserer Vergangenheit, als wirklich einen Ruck durch alle Schichten der Bevölkerung zu bringen.

Ein entscheidender Vorteil Südost- und Ostasien ist, dass die Länder dort einen Pragmatismus pflegen, den zumindest Europa nie hatte. So ist auch RCEP zustande gekommen. Die dritte Welt trifft auf die erste, China ist alles überragend, Demokratie trifft auf übelste Diktatur und Kommunismus (Laos) auf Kapitalismus in all seinen Schattierungen. Dennoch verstecken sich die Länder nicht hinter dogmatischem Kleinklein und arbeiten zusammen, wenn es dem eigenen Land (wirtschaftlich) weiterhilft. Mehr dazu, siehe: Du bist böse, ich bin gut – Thailand lachender Dritter?

Ein Teil dieses Pragmatismus bedeutet, dass sich weder große Länder wie China und Japan noch alle kleinen südost- und ostasiatischen Länder in innenpolitische Angelegenheiten von anderen Ländern von offizieller Seite groß einmischen. Wir aufgeklärten Europäer und Nordamerikaner stecken unsere Nase ständig in die Angelegenheiten von Ländern des globalen Südens rein.

Haben Sie aber schon jemals davon gehört, dass sich zum Beispiel China über die miserablen Zustände beim Mietwohnungsmarkt in Deutschland einmischt? Oder Japan uns durch Handelsabkommen vorschreiben möchte, nicht ständig Lohndumping zu betreiben, da unser Mindestlohn nur eine versteckte Subvention für Großunternehmen ist, die dadurch billige Waren exportieren können? Oder hat Thailand jemals von Deutschland gefordert, endlich Frauen gleichberechtigt zu behandeln, so wie es in Thailand vorbildlich praktiziert wird? Passend dazu:

Kurzer Ausflug in die Finanzwelt

Das dritte Welt Land China – ein Entwicklungsland – hat einige der profitabelsten Banken weltweit. Die größte Bank der Welt, die ICBC hat 2025 einen Nettogewinn, nicht Umsatz, von schlappen US$ 54 Milliarden, nicht Millionen, sondern Milliarden, ausgewiesen. Zum Vergleich: In den gesamten letzten 10 Jahren haben alle deutschen Banken zusammen nicht annähernd diese Summe verdient. Siehe auch: Die Einlagen sind sicher … und wenn sie nicht gestorben sind …

Ein Beispiel aus der europäischen Kunst

Dvorak, Bach, Mozart, Beethoven, Verdi und so viele mehr prägten und prägen die klassische Musik. Selbst Paul McCartney meinte in einer Dokumentation einmal, dass vieles, was die Beatles so einzigartig gemacht hat, ihren Ursprung in der Musik von Bach hatte. Zurecht dürfen wir Europäer und sicherlich ganz vorne auch Deutschland stolz auf diese wunderschöne Musik sein. Es gibt zwar chinesische und japanische klassische Musik, diese hat aber kaum etwas mit unserer gemein und ist auch nicht wirklich international.

Wenn Sie sich heute allerdings die berühmten Orchester anschauen, wird Ihnen die hohe Anzahl von japanischen, chinesischen und koreanischen Musikern auffallen. In den Musikhochschulen sehen Sie, dass europäische Studenten bei der Aufnahmeprüfung kaum eine Chance gegenüber den asiatischen haben. Warum ist das so? Ein Musikprofessor meinte mal zu einem Freund von mir, dass europäische Studenten sich dieses rigorose Training über die ganze Kindheit hinweg kaum noch antun wollen, im Gegensatz zum asiatischen Nachwuchs.

Dazu kommt aber noch der Punkt, dass diese Musik gar nicht in der asiatischen Kultur zu finden ist. So ist es auch seit Jahrzehnten in der Wirtschaft. Asiatische Unternehmen erfinden oder fertigen oft Dinge, die überhaupt nicht in ihrer Heimat so gebraucht werden. Eine Fähigkeit, die bei westlichen Unternehmen Mangelware ist. Und wir Abendländler bezeichnen diese Länder als Globalen Süden, als Dritte Welt, also Entwicklungsländer wie China, Taiwan und Südkorea, aber auch Thailand.

Meine Hängematte

Wir brüsten uns und politische Mietmäuler werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass wir die weltbesten Ingenieure haben. Gerne nehmen wir die Automobilbranche als Aushängeschild für „Made in Germany“. Sollten wir nicht auch mal ehrlich zugeben, dass wir mehr als 50 % des gesamten deutschen Autoumsatzes im Globalen Süden, nämlich im Entwicklungsland China, verkaufen? Noch viel schlimmer ist allerdings, dass es eine Vergangenheitstechnologie ist.

Dem Verbrenner geht es an den Kragen und im Elektroautobau nebst Batterien sind wir ein kleiner Zwerg. Allen voran das dritte Welt Land China ist hierbei weltweit überragend und Thailand ist als Entwicklungsland in der alten und zukünftigen Automobilbranche überraschend gut aufgestellt. Deutschland produzierte 2022 knapp 3,6 Millionen Autos (Handelsblatt) und Thailand knapp 2 Millionen (Bangkok Post). Soviel zum Thema „Fortschritt durch Technik“. Passende Beiträge:

Ein beeindruckendes, aber uns Abendländlern nicht schmeichelndes Schaubild der FT:

Gleiche Chancen?

Aber wir sind so cool, so aufgeklärt und woke, bei uns hat jeder die gleichen Chancen … außer Frauen, alleinerziehenden Frauen, anders ausschauenden Ausländern, Schwulen, alten Menschen, für Geld arbeitenden Menschen (im Gegensatz zum Kapital) etc. Das Entwicklungsland Thailand hat diese Probleme seltener. Und wenn doch, dann gibt es Alternativen.

📌 Klicken Sie hier für passende Beiträge:

Ich liege oft in meiner Hängematte auf Baan Metawi, meinem Zuhause im Süden des Entwicklungslandes Thailand und schreibe an diesem Blog. Ich finde, dass dieser Beitrag zwar eine unbequeme, aber auf Fakten basierende Wahrheit darstellt. Schreiben Sie mir bitte, vielleicht habe ich mich verrannt, ich weiß nur nicht, wo.

baan metawi in chumphon am golf von thailand

Leben und wohnen auf Baan Metawi in Chumphon am Golf von Thailand

Wenn Sie sich für einen Langzeitaufenthalt bei uns in Chumphon interessieren, lesen Sie sich das Mietangebot meiner Frau auf Baan Metawi gut durch. Es zeichnet sich insbesondere durch ein sehr nützliches und vielfältiges Servicepaket aus, das Ihnen den Schritt zum Überwintern, Übersommern oder Auswandern nach Thailand erheblich erleichtert. Frei von Massentourismus erleben Sie bei uns in Chumphon das wahre Thailand mit seiner bezaubernden Meereskulisse inmitten tropisch-exotischer Naturlandschaften. Zudem spricht der Ehemann meiner Frau sogar auch Deutsch.

zeitgeist, leben in thailand

Sozial- und wirtschaftspolitische Themen, die oft Thailand mit Deutschland und Europa vergleichen, finden Sie unter der Rubrik Zeitgeistkritik im Menü. Sind es doch gerade die Bereiche, die mir ein paradiesisches Leben hier in Chumphon, Thailand bereiten.


Kokosnusspalme und Meer

Leben in Thailand – Der Blog ▪▪▪
▪▪▪ der Auswandern und Überwintern einfach macht.

Bleiben Sie auf dem Laufenden. Tragen Sie sich in die E-Mailliste ein! Nachfolgend, die neuesten Beiträge:

4 Kommentare

  1. Zu ihrem Bericht „Nördliche Dummköpfe erfinden den Globalen Süden“ möchte ich Ihnen gratulieren. Ich war im Frühjahr das erste mal in Thailand und besuchte meinen Bruder und dessen thailändische Frau im Raum von Roi Et. Obwohl ich es durch die Beiden besser hätte wissen müssen/sollen, bin ich nach Thailand geflogen mit meiner, wie in Ihrem Bericht richtig beschrieben, deutschen Arroganz und habe mich gefragt ob es in dieser Provinz wohl schon Strom gibt. Ist jetzt übertrieben, aber Sie wissen was ich meine. Und alle denen ich im Vorfeld meiner Reise erzählt habe, und die noch nie in Thailand waren, habe so ähnlich gedacht und denken auch noch so. Was ich aber dann die zwei Wochen in Thailand, davon zwei Tage Bangkok, erleben durfte hat mir die Augen geöffnet. Bestätigt wurde das ganze schon bei der Rückkehr am Frankfurter Flughafen bei der Passkontrolle. Hunderte Menschen Standen auf einem Raum hautnah zusammen und keiner wusste wo für ihn die zuständige Passkontrolle ist. Es gab auch kein Personal welches für Ordnung und Klarheit hätte Sorgen können. Schon da wäre ich am liebsten in den nächsten Flieger nach Thailand gestiegen, denn ich habe mich gegenüber den vielen ausländischen Reisenden als Deutscher geschämt. Ich stimme Ihnen völlig zu, dass wir mehr von dem „Globalen Süden“ lernen können als umgekehrt. Ich danke Ihnen sehr für Ihren Blog. Ich werde mich noch öfters hier informieren um mein Gedanke des Auswandern nach Thailand zu unterstützen. Da ich noch 3 Jahre arbeiten muss, habe ich noch genügend Zeit diese Entscheidung reifen zu lassen. Thailändisch lerne ich unabhängig davon schon, denn meiner nächster Besuch ende September ist schon gebucht.
    Wünsche Ihnen weiter gute Zeit in Thailand.
    WILHELM MARX

    1. Hallo Herr Marx, da machen Sie alles richtig! 😀
      Ich kann Sie gut verstehen, genau so ging es mir auch; als „hochnäsiger deutscher Super-Spezialist und Alleswisser“ versinkt man auf dem Rückflug vor Scham fast vollständig im Flugzeugsitz. Beispiel: Skytrain-Baustellen in BKK: in D wäre noch nicht einmal die Vorplanung zum Betonieren eines einzigen Stützpfeilers fertig, da hätten Sie schon 30 Bürgerinitiativen gegen das Projekt…

      Hurra! – die Rahmede-Talbrücke an der A45 ist gesprengt. Nun kann sehr, sehr zügig und mit Doppelwums, mit dem Neubau begonnen werden! – Weitere 4.000 Autobahnbrücken und so um die 1.000 Eisenbahnbrücken in D sind auch noch „sanierungsbedürftig“…
      Breitband-Kommunikation (Glasfaser, weltweit): Thailand auf Platz 6, DE auf Platz 51, noch hinter Rumänien (10) – aber immerhin vor Nigeria! 😀

      Noch ein Tipp zum Schluss: Wenn Sie Interesse haben, besuchen Sie das Immigration-Office in Bangkok, Sukhumvit Line, Ausstieg N17 Wat Phra Sri Mahathat. Vergessen Sie aber nicht einen Herzschrittmacher und Beatmungsgerät. Nach ca. 15 Min. hatte ich mein Visa um 60 Tg. verlängert (obwohl ich mich nur informieren wollte, was man dazu benötigt).

      Aber D ist ebenfalls auf einem guten Weg! – Siehe das alte Ägypten oder Rom: noch bevor die perfekte Verwaltung aufgebaut war, sind sie versunken.
      Viele Grüße und alles Gute für die Zukunft!
      PS: vlt. treffen wir uns mal in D oder TH (?)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Share via
Copy link
Powered by Social Snap
×