Leben in Thailand
Pick up Auto Thailand Chumphon Wollmilchsau

Der Pickup in Thailand ist die eierlegende Wollmilchsau

Aktualisiert am 4. September, 2026

2010, als ich mich gerade in meiner neuen Heimat auf unserem Anwesen Baan Metawi in Chumphon einlebte, fielen mir die vielen Pickups schon ziemlich schnell auf. Der Pickup in Thailand ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den Kraftfahrzeugen: Transporter, Familienauto, Lastesel und wahrscheinlich auch noch rollender Werkzeugschuppen und Marktstand– je nachdem, was gerade auf der Ladefläche liegt.

Hätte ich damals nach meiner Devise „In Rom mach es wie die Römer“ gelebt, wäre mir einiges erspart geblieben. Denn eines wurde schnell klar: Thailand ist Pickup-Land. Wir kauften trotzdem keinen Pickup. Unsere Wahl fiel auf einen Honda Brio – unser erstes Auto in Thailand. Von der Größe her könnte man ihn vielleicht irgendwo beim VW Polo einordnen.

Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nie am Meer, von Hongkong mal abgesehen, gelebt hatte, musste natürlich kurz darauf auch ein Kajak her. Das Meer war schließlich direkt vor der Haustür – da kann man ja schlecht nur zuschaun. Es gab allerdings ein kleines logistisches Problem: Das Kajak musste irgendwie zum Wasser. Ein Pickup in Thailand wäre dafür natürlich die deutlich praktischere Lösung gewesen.

Die fehlenden Dachträger

Also musste ein Dachträger her. Was in Deutschland wahrscheinlich selbst beim Aldi verkauft wird, entwickelte sich in Chumphon allerdings zu einer kleinen Expedition. Es gab nämlich keinen. Jedenfalls keinen, den man damals in ganz Chumphon hätte kaufen können.

Nach nicht ganz unerheblichen Internetrecherchen wurde ich schließlich fündig. Ein Onlineshop bot aufblasbare Dachträger aus Australien an – passend für praktisch jedes Auto in Thailand und obendrein zu einem erstaunlich günstigen Preis. Aufblasbare Dachträger! Ich stelle mir heute noch vor, was ein deutscher Polizist dazu sagen würde, wenn er mich mit einem Kajak auf zwei aufgeblasenen Gummiwürsten auf dem Autodach anhalten würde.

Ich bestellte das Teil, telefonierte vorher aber noch mit dem Verkäufer. Schließlich wollte ich wissen, warum es in Thailand so schwierig war, einen ganz normalen Dachträger zu bekommen. Seine Antwort war kurz und vermutlich die treffendste Erklärung für das gesamte Problem: „Thailand is a Pickup country.“

Unser nächster Neuwagen war zwar größer, wieder keine Pickup, und diesmal machte uns die moderne Technik einen Strich durch die Rechnung: Wegen der schicken Haifischflossenantenne konnte nun kein Kajak mehr auf dem Dach transportiert werden. Ich hätte vielleicht einfach früher auf die Römer hören sollen.

Matt Abold leben in chumphon, thailand

Matt Abold heißt der Bub und lebt seit 2009 auf Baan Metawi, in Chumphon, Thailand. Er schreibt übers Auswandern und Überwintern und sozial- und wirtschaftspolitische Themen mit Bezug zu Thailand.
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Ein Pickup in Thailand, typisch Same Same but different

So ist es, ein typischer Fall von „Same Same but different“ und ein Pickup wird in Thailand gefühlt für alles hergenommen. Es ist das Auto des kleinen Mannes und einzige Wahl für alle Handwerker. Stimmt nicht ganz, denn die ganz kleinen Handwerker und fahrenden Imbissverkäufer haben nur ein Saläng (Tausendsasa Saläng, ein Moped mit Beiwagen in Thailand) auch typisch thailändisch und eher dann ein Wollmilchferkel. Wirtschaftlich gibt es eine Art Dreigespann für Selbständige, wo Saläng, Pickup und für die immobile Version, ein Shophouse den Grundstock für die Selbständigkeit bieten.

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In Bangkok ist das Pickup vielleicht knapp in der Minderheit, aber überall sonst in Thailand hat man das Gefühl, dass es nur diese Art von Autos gibt. Und in 2026 sieht man auch immer häufiger die elektrische Variante für das Pickup in Thailand, eine schöne Welt eben.

Pick-up in Thailand – ein paar Bilder

Ich kann es zwar lange beschreiben, aber über die Jahre geschossene Fotos von Pickups in Thailand, ihren oft sonderbaren Ladungen und vor allem wie kreativ geladen wurde, erklären sehr schnell, was mit der eierlegenden Wollmilchsau gemeint ist.

Ein Pickup wird in Thailand oft als Bus, sogenannte „Song Tails“ hergenommen. 2 Sitzreihen (daher kommt auch der Name, da Song hier „zwei“ bedeutet und Tail frei übersetzt „Reihe“) auf der Ladefläche nebst einer Bedachung. Erst kürzlich habe ich mitten in Bangkok einen vollbesetzten Song Tail gesehen, mit geschätzten 30 Passagieren. Leider habe ich zu langsam geschaltet und kein Foto gemacht. Macht auch nichts, da ich so etwas in Chumphon leicht und oft nachholen kann.

Die Pickup in Thailand ist ein KFZ für alles und mehr: Nutztiere, Ernten, Abfälle, Umzüge, Menschen, Häuser, Elefanten, Funkmasten, Schiffe, etc. Ferner sieht man Pickups in Thailand als umgebauten Kurierbus, Kühlwagen, Bühnen, Fahrzeug für alle Arten von Handwerkern, umgebauter Imbisswagen, Verkaufsfläche für Märkte. Ein Pickup ist eben die eierlegende Wollmilchsau von Thailand. Oft gibt es auch für die jeweiligen Modelle genau passende Dächer mit Verglasung. In diesem Fall kommt es unserem Kombi sehr nahe. Auch kommt man mit dem Pick-up dorthin, wo PKW’s schon lange aufgegeben hätten, passen: Dann bin ich eben der Prepper, Spaß macht es allemal!

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Ein Pickup ist unglaublich vielseitig und da es keinen Winter in Thailand, zumindest im Süden, gibt, auch immer einsetzbar. Die Auswahl ist riesig mit nicht wenigen tollen Luxus Pickups. Im Innenraum, bei der Sicherheit und Ausstattung stehen sie einem PKW in nichts nach. Als Bonus sind die Teile, wegen des ursprünglichen Gedanken des „Autos für den kleinen Mann“ auch recht günstig, da kaum oder sogar keine Luxussteuer verlangt werden.

Endlich beherzige ich meine Devise

Wir haben uns Anfang 2021 so ein süßes Teil gekauft, endlich, siehe auch: Autokauf in Thailand. In Rom mach es wie die Römer eben. Der Preis lag, wenn ich das richtig gelesen habe, in Deutschland für dieses Modell, mit ungefähr gleicher Ausstattung, bei € 55.000 und hier umgerechnet ca. € 28.000. Normalerweise sind Autopreise eher billiger in Deutschland, aber nicht beim Pickup und schon gar nicht bei den Stromern, die mittlerweile auch das Straßenbild in Thailand beherrschen.

Abgesehen von Einkaufsfahrten wird unser Pickup oft für umfangreiche Urlaubsfahrten, meist zu sechst, in den Norden Thailands genommen, Transport von bis zu 12 Menschen auf kürzeren Strecken und absolut unentbehrlich für unsere Plantagen, siehe:

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In Bangkok oder in einer größeren Stadt lebend würde ich mir so ein Koloss von Auto auch niemals zulegen. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass es für uns in Thailand mit unseren Erfordernissen und Bedürfnissen zurzeit keine bessere eierlegende Wollmilchsau gibt. Endlich lebe ich auch hier nach meiner Devise: In Rom mach es wie die Römer.

Es war allerdings auch einiges an Überzeugungsarbeit bei meiner besseren Hälfte nötig. Einig wurden wir uns letztendlich, als sie es sich auf den Fahrersitz, bei einem Autohändler, bequem machte. Dieser, sichtlich geschult, erzählte ihr genau die Argumente, die aus seiner Erfahrung für die weibliche Kundschaft wichtig sind. Hierbei scheint Deutschland und Thailand an einem Strang zu ziehen.

baan metawi in chumphon am golf von thailand

Leben und wohnen auf Baan Metawi in Chumphon am Golf von Thailand

Wenn Sie sich für einen Langzeitaufenthalt bei uns in Chumphon interessieren, lesen Sie sich das Mietangebot meiner Frau auf Baan Metawi gut durch. Es zeichnet sich im Besonderen dadurch aus, dass es ein sehr nützliches und vielfältiges Servicepaket bietet, welches Ihnen den Schritt zum Überwintern, Übersommern oder Auswandern nach Thailand erheblich erleichtert. Frei von Massentourismus erleben Sie bei uns in Chumphon das wahre Thailand mit seiner bezaubernden Meereskulisse inmitten tropisch exotischen Naturlandschaften. Zudem spricht der Ehemann meiner Frau sogar auch Deutsch.

Matt als Comic Freude

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3 Kommentare

  1. In Vietnam das Fahrrad und in Thailand der Pickup, letzteres war mir neu. Aber ich verstehe die Begeisterung. Mein Bruder lebt auf dem Land, wo ein Pickup sehr praktisch ist. Man kann den Pickup durch Zubehör ergänzen und ihn so für den eigenen Gebrauch individualisieren.

  2. Ich liebe Pickups!
    Seit ich mit meinem Sohn auf der Ladefläche eines Pickups (der Rest der Familie 5 Erwachsene und 2 Kinder saßen drinnen) über Landstaßen im Isaan gefahren bin bin ich begeisterter Pickup-Ladeflächen-Fahrer. Besser al Porsche Cabrio. Man sieht, riecht und spürt Thailand viel besser als im klimatisierten Innenraum mit verdunkelten Scheiben.

    1. In der Tat, auf der Ladefläche eines Pickups zu fahren macht Spaß. Dennoch weiß ich aus eigener Erfahrung, trotz kühlenden Fahrtwind ist der Sonnenbrand in Thailand immer nahe. Viele Grüße in den Isaan

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